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TV Programm für MDR Sachsen am 24.03.2026

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Visionäre von Bad Schandau 21:00

Visionäre von Bad Schandau

Dokumentation

Das kleine Städtchen Bad Schandau liegt vor zerklüfteten Felsformationen direkt an der Elbe. Diese Idylle ist nicht nur seit 1800 Kurort und Sommerfrische, sondern war und ist Heimat echter Visionäre. Etwas anzupacken, was andere für undurchführbar halten, damit hat Rudolf Sendig vor über 100 Jahren Bad Schandau zu dem gemacht, was es heute ist. Unübersehbar sind seine Hotels, Parks und der 1905 erbaute Ostrauer Aufzug. Der 50 Meter hohe freistehende Personenaufzug wurde erst belächelt, dann bewundert und ist seit 1954 technisches Denkmal. Er führt zur denkmalgeschützten Villenkolonie von Rudolf Sendig auf der Ostrauer Scheibe. Im Volksmund "Russenhäuser" genannt, war dieser Landhausstil eine Sensation. Andrea Bigge lebt in dem einzigen noch original erhaltenen Sendig-Haus. "Man wohnt in einem Stück Geschichte und man denkt über diesen Menschen nach. Wie viel Mut und Liebe er in alles gesteckt hat, was er tat." Am Ortsausgang Ostrau plante der Visionär, einen Weltsportplatz zu bauen. Er träumte von Sommer- und Winterspielen und internationalen Gästen. Sogar einen Ballonlandeplatz wollte er errichten. Doch durch den Ersten Weltkrieg verlor er seine englischen Geldgeber. Rudolf Sendig musste das Land zu Schleuderpreisen verkaufen. Aber sein Schandau als Touristenmagnet bleibt. Kneippkurort seit 1936, wurde Bad Schandau 2024 Sachsen erstes Kneippheilbad. Auch weil hier sogar in der Stadtverwaltung Visionäre sitzen! "Kneipp 5.0" nennen sie ihren Traum, den sie im riesigen, alten Gymnasium verwirklichen wollen. Sogar therapeutisches Klettern soll hier künftig etabliert werden. Mit Sven-Erik Hitzer gibt es seit den 90er-Jahren wieder einen visionären Hotelier in Bad Schandau. So wie Sendig verliebt er sich als junger Mann in die Gegend, ging bergsteigen und lernte hier seine Frau kennen. Er will nach der Wende nicht zuschauen, wie sein Paradies verfällt. Kurz entschlossen kauft er das verfallene Mühlenareal im Ortsteil Schmilka. Mit großer Liebe zum historischen Detail errichtet der studierte Spielzeugdesigner in dem heruntergekommenen Grenzort ein Biodorf mit Hotels, Pensionen, Caféhaus, Bäckerei, Brauerei, Mühle und Saunawelt. Hitzer ist einer der wenigen mit Sommer- und Winterangeboten - fehlendem Schnee, Waldbrand und Hochwasser zum Trotz. All diese Macher gäbe es nicht ohne die einmalige Lage von Bad Schandau im Herzen der Sächsischen Schweiz. Auch die Nationalpark- und Forstverwaltung hat eine Vision, die durchaus kontrovers diskutiert wird. Jens Posthoff nennt es "Die Natur, Natur sein lassen". Und dieser Weg zur Wildnis befindet sich in der Kernzone des Nationalparks, dort, wo der Grat zwischen Naturschutz und touristischer Nutzung besonders schmal ist.

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Grüße aus der DDR - Reisen in den Sozialismus 22:10

Grüße aus der DDR - Reisen in den Sozialismus

Zeitgeschichte

1986 reisten rund 5,6 Millionen Westdeutsche zu mehrtägigen Aufenthalten in den anderen Teil Deutschlands. Ein Teil der Reisen entfiel auf die obligaten Familienbesuche bei der Ost-Verwandtschaft. Aber nach dem Vorbild der Bruderstaaten wie Ungarn, wo man am Plattensee und in Budapest einen florierenden Westtourismus etabliert hatte, wollte sich auch die DDR als internationales Reiseland vermarkten, was kontinuierliche Einnahmen in harter Währung ermöglichte. So präsentierte sich die DDR 1973 erstmals auf der ITB, der Internationalen Tourismus-Börse in West-Berlin. Der sich in den Folgejahren eher mühsam entwickelnde Tourismus ähnelte einer Gratwanderung nach dem Motto: Wasch mich, aber mach mich nicht nass. Das Problem war klar: Die meisten Teilnehmer der organisierten Busreisen zu kulturellen Highlights wie der Wartburg bei Eisenach, der Festung Königstein in Sachsen, nach Weimar, Leipzig oder Dresden, sprachen die gleiche Sprache wie das heimische Volk. Das erleichterte die "Ansteckung" mit systemkritischen Ideen. Die Stasi gründete rasch eine eigene Abteilung, denn die Reisenden aus dem Westen galten im Jargon als "feindliche Polittouristen". Mit ihren Besuchen drohte Feindpropaganda im sozialistischen Heile-Welt-Staat. Wer in die DDR wollte, musste deswegen eine Reihe bürokratischer Hürden überwinden. Ohne penibel erteilte Berechtigungsscheine und Visa war kein Durchkommen in den Sozialismus. Über die Grenzübergänge kamen dennoch viele Touristen aus dem Westen, und die Plätze in Interhotels waren rar und schnell ausgebucht. Für Campingreisende standen im Sommer nur 24 Zeltplätze frei zur Verfügung. Trotz der unübersehbaren Engpässe kämpfte die DDR um Anerkennung als Urlaubsland, galt es doch auch, das Image vom "grauen Sozialismus" zu korrigieren. Die DDR - ein Reiseland zwischen Stacheldraht und Strandkorb. Der Film stellt Menschen vor, die sich damals auf die Reise in die DDR gemacht haben, oder mit der Betreuung der West-Besucher zu tun hatten. Der Film zeigt spannende wie beklemmende Begebenheiten aus einer deutschen Ära, die inzwischen schon eine Generation zurückliegt.

Beautiful Boy 22:55

Beautiful Boy

Drama

David Sheff (Steve Carell) ist ein renommierter Journalist, der sich mit Einfühlungsvermögen seinen Themen und Interviewpartnern nähert. Er hat die Rebellion der Flower-Power-Ära längst hinter sich gelassen, führt ein etabliertes Leben mit seiner zweiten Frau Karen (Maura Tierney) und den beiden gemeinsamen Kindern. Auch Nic (Timothée Chalamet), sein Sohn aus erster Ehe, mit dem ihn immer etwas Besonderes verband, lebt bei ihnen. Voller Stolz verfolgte David das Heranwachsen seines Sohnes und förderte dessen literarische Ambitionen. Nic wiederum teilt die Ideale seines Vaters und rauchte einst gemeinsam mit ihm seinen ersten Joint. Doch der Junge verliert durch diese Nähe und die Bewunderung für seinen Vater jede Chance der Rebellion und steht unter einem unsichtbaren, aber dennoch gewaltigen Druck, seinen Vater nicht zu enttäuschen. Unbemerkt gleitet er in die Abhängigkeit von Drogen, die ihm Entlastung und kurze Freiheit bieten, aber mit der Zeit immer härter werden. Irgendwann muss David erkennen, dass Nic Hilfe benötigt, die nicht von ihm kommen kann, sondern in einer Entzugseinrichtung und aus strengen Regeln besteht. Ein Teufelskreis aus Entzug, Hoffnung sowie katastrophalen Rückfällen und Vertrauensbrüchen folgt, der alle an die Grenzen ihrer Möglichkeiten bringt.