15:30
Die Künstlerin Britta Schatton muss Gott sei Dank nicht unter einer Brücke wohnen, sondern residiert in drei Etagen auf einer. Und zwar auf der längsten durchweg bebauten und bewohnten Brücke Europas, in Erfurt. Bis zu 5.000 Touristen bummeln täglich an ihrer Haustür vorbei und bestaunen die Häuser der ca. 700 Jahre alten Krämerbrücke. Brittas Haus zur Glocke ist in seiner Urform vermutlich sogar noch älter. Denn bevor die kleine Stadt in der Stadt 1325 aus Stein gefertigt wurde, war sie aus Holz und brannte immer wieder ab. Die Häuser und Wohnungen sind klein und waren früher winzig. Brittas ca. 50 Quadratmeter-Wohnung war damals dreigeteilt, sodass jeder Krämer nur ein schmales Zimmer hatte, zeitweise in Brittas Haus über einer Brauerei. Und mit der Braukunst von damals hat Künstlerin Britta heute noch indirekt zu tun, und zwar auf folgende Art und Weise: die Brauereigesellen wurden früher erst mit Bier abgefüllt und dann wurde ihr Urin gesammelt. Der war wichtig für das Färben des berühmten Erfurter Blau mittels der Waidpflanze. Das Färben und der Handel mit diesem besonderen Tuch machte Erfurt im 14. Jahrhundert sehr reich. Vermutlich verdankt sogar die Universität Erfurt ihre Gründung den Färbern und den Brauereigesellen aus Brittas Haus. Britta hat die Tradition des Tuchfärbens aufgenommen und modernisiert. Gefärbt wird allerdings ohne dauertrunkene Gesellen mit modernen Farben ohne Pipi. Mit Ihrer Tuch-Idee hatte sich die gebürtige Magdeburgerin Britta einst bei der Krämerbrückenstiftung der Stadt Erfurt beworben. Die Stiftung entscheidet, welcher Krämer womit die historische Brücke bereichern darf. Im ersten Anlauf wurde nichts daraus, aber einige Jahre später meldete sich die Stiftung bei ihr und fragte nach, ob sie noch Interesse hätte. Britta absolvierte das Casting mit Bravour und erntete mindestens dreimal ein "Ja". Inzwischen gehört Britta fest zur Krämerbrücken-Community und arbeitet und wohnt täglich über dem Fluss Gera, außer Dienstag und Sonntag.
15:40
Hinter den Kulissen geht es wieder heiß her. Denn diese Nachrichtensendung berichtet nicht nur über das Aktuellste aus aller Welt, sondern auch über regionale Themen des MDR-Gebiets.
15:45
Annett König und Heiko Sandig sind glücklich, haben sie doch ein Holzhaus erworben, ihr Traumhaus. Das Besondere: die beiden haben sich damit ein Stück Weltgeschichte gekauft - in der Oberlausitz in einer der kleinsten Städte Sachsens mit 10.000 Einwohnern - Niesky. Rühmen konnte sich die Stadt einst der größten und bedeutendsten Holzbauindustrie Europas. Doch wer weiß das heute noch? Vorbeifahrende würden hier nicht unbedingt halten, um Niesky zu besichtigen. Zu Unrecht, denn die Stadt hat einen einmaligen Schatz - 100 Holzhäuser. Vor einhundert Jahren als Fertigteilhäuser gebaut, sind sie heute Zeugen des unglaublichen wirtschaftlichen Aufschwungs Nieskys in die Moderne des 20.Jahrhunderts. 1882 gründet sich hier die Firma Christoph & Unmack AG, die mit der Herstellung von zerlegbaren, transportablen Baracken den internationalen Markt erobert - damals eine Weltsensation, die den Hausbau revolutioniert. Ihr Angebot erstreckte sich von industriell vorgefertigten Schulpavillions, Turnhallen, Kirchen, Fabriken, Industriebauten bis zu individuellen Wohnhäusern. Geliefert wurde in alle Welt bis nach Indien, Südamerika und Südafrika. Noch stehen viele original erhaltene Fertigungshallen der Christoph & Unmack AG mit ihren beeindruckenden Dachkonstrucktionen aus Holz und Lichtfängen, die sie einst entwickelt und weltweit patentiert haben. In diesen Hallen wurden damals ganze Fertigteilhäuser in Originalgröße probeweise aufgebaut, bevor sie ausgeliefert wurden. Ein Probeaufbau käme für Annett König und Heiko Sandig heute nicht in Frage. Sie wollen ihr historisches Holzhaus sanieren, denkmalgerecht natürlich! Im Bauamt haben die beiden sogar die alte Bauakte ihres Hauses von 1928 gefunden. Rat und Hilfe holen sie sich bei Jan Bergmann-Ahlswege, dem Chef des Konrad-Wachsmann-Museums. Das Haus ist eine Perle in Niesky, wurde es doch im Stile des Bauhauses 1927, ganz aus Holz, vom Pionier des industriellen Holzbauens, Konrad Wachsmann, entworfen und gebaut, wie auch das weltbekannte Einsteinhaus in Caputh, das ebenfalls aus den berühmten Werkshallen von Christoph & Unmack stammt. Die besondere Geschichte dieser Firma, die Bedeutung für die Stadt und Region, wird gerade von vielen Nieskyern wiederentdeckt, auch von Annett König und Heiko Sandig, die ihre Kindheit hier verbrachten. Vor drei Jahren haben sie sich in ihrer Heimatstadt beim Klassentreffen wiedergetroffen - und sich ineinander verliebt. Schnell war klar, wir gehen nach Niesky zurück, um hier gemeinsam alt zu werden. Das sie auch noch ein Holzhaus der Firma Christoph & Unmack gefunden haben, ist für sie ein Zeichen, es sollte wohl so sein! Ein spannender Ort, dieses Niesky, eine echte Entdeckung, für die Menschen, die hier wohnen und hoffendlich auch für viele Besucher aus aller Welt.
16:30
Eigentlich könnte die attraktive Corinna Fürstenberg (Sonsee Neu) rundum zufrieden sein: Sie hat eine aufgeweckte Tochter (Melina Hennen), muss sich finanziell keinerlei Sorgen machen und betreibt gemeinsam mit ihrem Ehemann Michael (Kai Wiesinger) ein gut gehendes Feinschmeckerlokal. Ausgerechnet an ihrem 17. Hochzeitstag aber realisiert Corinna, dass ihre Ehe in einer Sackgasse steckt: Ihr einst so romantischer Gatte schaut mittlerweile lieber anderen Frauen nach und denkt ansonsten nur noch ans Geschäft. Wie aber soll sie Michael dazu bringen, wieder ein bisschen mehr Gefühl zu zeigen? Corinnas rumänische Putzfrau Rosha (Golda Tencer) weiß Rat: Sie schenkt Corinna ein magisches Liebeskraut, das den gestressten Workaholic in einen frisch verliebten Romantiker verwandeln soll. Das Dumme ist nur, dass Corinna die Kräuter versehentlich selbst verzehrt - und sich umgehend und unsterblich in den nächsten Mann verliebt, der ihr begegnet: In diesem Fall in den biederen Fischhändler Hansen (Uwe Ochsenknecht), der auch das Restaurant der Fürstenbergs beliefert. Der verdutzte Hansen, selbst verheiratet und Vater dreier Kinder, weiß gar nicht, wie ihm geschieht, als Corinna sich plötzlich mit verklärtem Blick an ihn heranmacht, und lässt sich von seiner Verehrerin dann aber doch zu einem heimlichen Rendezvous überreden. Als seine Ehefrau Monika (Petra Kleinert) Wind von der Sache bekommt, will sie Corinna zur Rede stellen. Allerdings trifft sie im Hause Fürstenberg nur auf Michael, der, ohne es zu ahnen, mittlerweile ebenfalls von den Kräutern genascht hat. Und da Monika die erste Frau ist, die er danach trifft, schenkt er ihr auf der Stelle sein Herz! Die hält ihren neuen Verehrer natürlich für komplett verrückt. Aber so leicht lässt Michael sich nicht abwimmeln. So entspinnt sich ein aberwitziger Liebesreigen, an dessen Ende vor allem eines klar ist: Wahre Liebe kommt von Herzen - und dagegen ist kein Kraut gewachsen.
18:00
Der zu Sowjetzeiten gebaute Enguri-Staudamm ist das größte Bauwerk im Kaukasus - errichtet inmitten einer seismisch aktiven Zone. Eine ingenieurstechnische Meisterleistung, von der Georgiens Energiesicherheit abhängt. Doch der Damm hat ein kritisches Alter erreicht. Die deutsche Geophysikerin Birgit Müller und ihr Team haben im Forschungsprojekt DAMAST Überwachungsmethoden entwickelt, um frühzeitig Gefahren zu erkennen. Nun soll das Wissen an junge Georgier weitergegeben werden. Aufgrund der Spannungen zwischen der EU und dem Kaukasusstaat könnte diese Reise die letzte Gelegenheit dafür sein.
18:15
Der Harz ist der Hotspot für Outdoor-Fans. Vor allem Klettern und Bouldern geht hier besonders gut. Die Vorteile für den Trendsport Bouldern sind eindeutig: Es wird keine kostspielige Ausrüstung benötigt und sogar Kinder können Bouldern. Außerdem gibt es hier kaum Angst vor Höhe, denn die maximale Kletterhöhe liegt bei vier Meter. Das hat auch #hinREISEND-Reporter Paul Lüder überzeugt, der zu seiner ersten Felsentour durch den Harz startet. Er ist gemeinsam mit Kletterguide Ralf Gentsch aus Wernigerode unterwegs. Paul und Ralf starten an den Mäuseklippen bei Schierke. Das ist der perfekte Fels für Anfänger. Er liegt auch direkt an einer beliebten Wanderroute. Schon weitaus herausfordernder ist der Großvaterfelsen bei Blankenburg. Es ist das Wahrzeichen der Stadt und beliebter Aussichtspunkt aufs nördliche Harzvorland. Hier ist auch Ralfs Tochter Romy (11) an der Kletterwand dabei, denn Bouldern ist nicht nur ein Erwachsenen-Sport. Während Bouldern ohne Seil und Gurt stattfindet, ist die Ausrüstung beim Felsklettern schon umfangreicher. Das probiert Paul an einem der gewaltigsten Granitfelsen im Okertal bei Goslar aus. An der Marienwand wartet als Belohnung ein atemberaubender Ausblick.
18:45
Er hatte alles und hat - durch ein Verbrechen - alles verloren: seinen gut bezahlten Job als Finanz-Angestellter, seine Frau, seine zwei Jungs und sein Zuhause. Stefan Börner ist krank. Ich bin ein trockener Spieler, sagt er. Rund eine Million Euro hatte er verzockt. 2005 flog alles auf, er wurde verurteilt. Noch im Gefängnis bemüht sich Stefan Börner um eine Therapie. Nach seiner Entlassung wendet er sich an die Diakonie und macht eine Ausbildung zum Spiel-Suchtberater. Ich bin getauft und konfirmiert. Mag sein, dass Gott uns alle lenkt und leitet, aber ich helfe mir lieber selbst! Seit 2012 ist der heute 62-Jährige nicht rückfällig geworden - im Gegenteil: Er leitet in Halle/Saale die Selbsthilfegruppe "Game Over" und arbeitet als Kassenwart beim Bundesverband Glücksspielfrei. Das ist paradox. Ich, der Typ, der eine Million veruntreut hat. Obwohl es nicht immer leicht ist, geht er mit seiner Geschichte in die Öffentlichkeit. Etwa vier Millionen Spielsüchtige gibt es in Deutschland. Keinem sieht man es an! Wir leiden leise. Als ich aufflog, war ich erleichtert, dass das ein Ende hat - obwohl ich in den Knast ging! Ich hatte so viele Gebote gebrochen. Du sollst nicht stehlen, nicht lügen. Das will ich wieder geraderücken.
18:50
Die Wetterschau für Mitteldeutschland
18:54
Plumps will alles besser können als andere, handelt aber tolpatschig und unüberlegt und erntet nur Ärger. Erst das Küken, das viel kleiner ist als Plumps, bringt ihn zum Nachdenken.
19:00
Topaktuell und stets gut recherchiert gibt es hier das Neueste und Spannendste aus Sachsen zu sehen. Die Beiträge zeigen, wie vielseitig und lebhaft dieses Bundesland tatsächlich ist.
19:30
anschl.: das MDR-Wetter
19:50
Mila, Jóra, Vivian, Anton, Max und Jakob treffen sich im Zoopark Erfurt zum Praktikum. Der erste Tag bringt Aufregung, neue Freundschaften - und den Sprung mitten hinein in den echten Zoo-Alltag.
20:15
Peter Imhof präsentiert seine persönlichen Lieblingsmomente und die größten Hits aus den Shows zum "MDR Frühlingserwachen". So gibt es ein Wiedersehen mit den Höhepunkten aus Hildburghausen, Aken, Ostrau und Tangerhütte. Mit dabei sind Stars wie Karat, Marina Marx, Semino Rossi, Olaf, der Flipper, Nino de Angelo, Bernhard Brink, Ireen Sheer, Sonia Liebing, Olaf Berger und viele mehr. Beim "MDR Frühlingserwachen" treten traditionell drei Gemeinden in Mitteldeutschland gegeneinander an und verschönern ihren Ort. Wer am Ende die meisten Stimmen erhält, gewinnt dann die große Show. Mit "Auf in den Frühling!" gibt Peter Imhof den Startschuss für den diesjährigen Wettbewerb.
22:28
Hinter den Kulissen geht es wieder heiß her. Denn diese Nachrichtensendung berichtet nicht nur über das Aktuellste aus aller Welt, sondern auch über regionale Themen des MDR-Gebiets.
22:30
Stand up for the Stand-up-Champions! Olaf Schubert mischt mit seinen Comedy-Atzen und -Atzinnen die Humorzone Dresden auf und öffnet unter tosendem Gelächter und schallendem Beifall die törichten Tore von Olafs Klub. In dieser Spezial-Ausgabe mit Berlins zynischstem Battle-Comedian Samuel Sibilski, Pointen-Picasso und Schnauzer-Showboy Roger G., der ostdeutschen Wahlschweizerin Uta Köbernick, Newcomer-Narr und Senkrechtdurchstarter Björn von Morgenstern und dem Erfinder des Alan-Bogens Robert Alan. Dresscode: Business Funny. Wer dumm rumlacht, kriegt ein Freigetränk. Cheers!
23:15
Wenn jemand etwas von einem perfekten Mord versteht, dann der erfolgreiche Krimiautor Harlan Thrombey (Christopher Plummer). Als der vermögende Patriarch am Morgen nach der Feier zum 85. Geburtstag mit durchschnittener Kehle in seinen Gemächern aufgefunden wird, deutet alles auf einen Suizid hin. Nach ihren nahtlos übereinstimmenden Zeugenaussagen kann niemand von den in Harlans herrschaftlichem Landhaus anwesenden Familienmitgliedern, die von Detective Elliott (Lakeith Lee Stanfield) und Wagner (Noah Segan) vor Ort vernommen werden, daran beteiligt gewesen sein. Für Irritationen sorgt jedoch der berühmte Privatdetektiv Benoit Blanc (Daniel Craig), der von einem anonymen Auftraggeber mit dem Fall beauftragt wurde. Blanc merkt schon bald, dass alle Familienmitglieder etwas zu verheimlichen haben - von Harlans Tochter (Jamie Lee Curtis) über den Schwiegersohn Richard (Don Johnson) bis hin zu seinem Enkel Ransom (Chris Evans). Blancs untrüglicher Instinkt sagt ihm: Hier handelt es sich um ein raffiniertes Verbrechen! Um die Wahrheit herauszufinden, setzt er auf die Einzige, die durch Harlans Tod nichts zu erwarten hat: seine Pflegerin Marta (Ana de Armas). Die ist jedoch alles andere als begeistert, denn auch sie hat nicht alles über die Todesnacht erzählt.