20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
Der Wachingerhof, ein Bio-Milchviehbetrieb im oberbayerischen Pliening, ist ein echtes Familienunternehmen. Bis vor kurzem lebten und werkelten hier noch vier Generationen unter einem Dach: Die Landwirte Katharina und Johannes mit ihren vier Kinder Lorenz, Sixtus, Genoveva und Johannes. Außerdem Opa Hausi und Oma Maria sowie Uroma Katharina. Sie ist vor kurzem im stolzen Alter von 100 Jahren im Kreise der Familie gestorben. Das Erfolgsrezept am Hof: Alle helfen zusammen. Neben 130 Kühen und Kälbern gibt es hier noch Schafe und ein Rehkitz zu versorgen. Auf 70 Hektar Land bauen sie außerdem Gerste, alten Roggensorten, Bohnen und Erbsen an. Alle wissen den Zusammenhalt der Großfamilie zu schätzen - auch wenn so ein Generationenwechsel nicht immer ganz ohne Reibung abläuft. Auch auf Schloss Blumenthal in der Nähe des schwäbischen Aichach arbeiten und leben viele Gleichgesinnte zusammen Hand in Hand: Einst von acht Familien gegründet, sind heute 70 Menschen hier in einer großen Gemeinschaft zu Hause. Und kümmern sich neben dem Hotel und der Gastronomie der Genossenschaft auch um eine Bio-Landwirtschaft samt Gärtnerei und Hofladen. Lorenz Jäger ist verantwortlich für die 140 Ziegen, deren Milch in der hofeigenen Käserei verarbeitet wird. Diese leitet Lorenz' Frau Maria. Aber natürlich ist die "Familie" der Landwirte in Blumenthal noch viel größer. Und wie in jeder Familie läuft auch hier nicht immer alles rund: Es fehlt dringend an Personal und auch der Ertrag könnte besser sein …
21:00
Am Watzmann werden zwei Bergsteiger als vermisst gemeldet. Am Nachmittag war ein heftiges Unwetter über die Region gezogen, danach riss der Kontakt zu den beiden Kletterern ab. Mit Einsetzen der Dunkelheit machen sich die Ramsauer Bergretterinnen und Bergretter bereit, um mit allen Kräften nach den Vermissten zu suchen. Mit dem Auto, Motorrad, zu Fuß und aus der Luft geben sie alles, um die in Not geratenen Bergsteiger zu finden. Ausgerüstet mit Stirnlampen und in kleine Gruppen aufgeteilt, durchkämmen sie das Gebirge, leuchten in Spalten und hinter Felsen. Doch auch nach über 13 Stunden Suche fehlt von den Vermissten jede Spur. Die Bergretter geben die Hoffnung jedoch nicht auf und rücken erneut mit Such-Drohnen und Hubschrauber aus.
21:45
Nachrichten - Berichte - Wettervorhersage
22:00
Kristina kommt mit einer spastischen Lähmung an Armen und Beinen zur Welt. Ihre Eltern entscheiden sich bewusst gegen eine "Sonderrolle" und schicken das Mädchen in den Regelkindergarten und dann in eine Regelschule. Diese frühe Erfahrung von Normalität und Zugehörigkeit legt den Grundstein für ihre innere Stärke. Und hilft ihr, zahlreiche schmerzhafte Operationen zu verkraften, verbale Angriffe und Anfeindungen auszuhalten und unbeirrt an ihrem Ziel festzuhalten: ein möglichst freies, selbstbestimmtes Leben. Kristina will auf keinen Fall in einem geschützten Raum für Menschen mit Behinderung untergebracht sein. Als junge Studentin entdeckt sie bei einem Praktikum das sogenannte Arbeitgebermodell: 24-Stunden-Assistenz, selbst organisiert. Mit Anfang 20 wird sie Arbeitgeberin ihrer eigenen Assistenten. Heute engagiert sich Kristina als Vorsitzende des Verbands behinderter ArbeitgeberInnen - Selbstbestimmt Leben e.V. dafür, dass dieses Modell mehr Menschen offensteht. Nach dem Tod ihrer Eltern verliert sie ihre wichtigste Stütze. Doch sie merkt, dass ihr Assistenzteam mehr ist als Hilfestellung im Alltag - es ist für sie wie Familie.
22:45
Der Kaiser ist auf seine Bischöfe angewiesen: Die Regierungsgeschäfte werden komplexer, und er ist viel unterwegs. Deshalb braucht er vor Ort Verbündete, die das Reich in seinem Sinne regieren. Ein neues Staatsverständnis entwickelt sich: Der Kaiser gibt einen Teil seiner Macht und Souveränität an Bischof und Bistum ab. Aber nicht nur der Ausbau einer Landeshoheit nach außen, auch der Aufbau einer Landesherrschaft im Innern des entstehenden Territoriums ist im vollen Gange. Hierzu benötigt der Bischof treue und fähige Dienst- und Gefolgsleute. Der Lehnsmann bekommt ein Stück Land, das er bewirtschaftet - dafür leistet er seinem Lehnsherrn Dienste, darunter auch Waffendienst. Viele Ritter sind rücksichtslose Kämpfer, die die Straßen unsicher machen. Um dieser rohen Gewalt Einhalt zu gebieten, ruft die Kirche den "Gottesfrieden" aus, von mittwochs bis sonntags herrscht Waffenruhe. Wer sich nicht daran hält, wird bestraft und aus der Gemeinschaft ausgestoßen. Mit der Zeit kristallisiert sich eine neue Ritterideologie heraus, in der das Schwert nicht mehr nur eine Waffe darstellt, sondern durch seine Kreuzform auch als Zeichen des Guten gilt. Das Beschützen von Armen und Schwachen wird zum ritterlichen Ideal. Geschicklichkeit wird in Ritterspielen erprobt, das erste deutsche Ritterturnier 1127 vor Würzburg ausgetragen. Ein neues ritterliches Selbstbewusstsein entwickelt sich, das Ansehen der nunmehr edlen und tugendhaften Ritter steigt. Überhaupt ändern sich die Sitten, "Höflichkeit" heißt das neue Ideal bei Hofe, angefangen bei feineren Tischsitten bis zur höfischen Kultur der Minne mit Minnedichtung und -gesang, in der die unerfüllte Liebe zur angebeteten Hohen Frau gepriesen wird. Das Fürstbistum Würzburg erringt im 12. Jahrhundert seine Eigenständigkeit, die es 650 Jahre lang bewahren kann: Der Kern eines Würzburger Selbstbewusstseins, das bis heute nachwirkt.
23:30
Den Anfang macht ein filmischer Rückblick von Schriftsteller und BR-Autor Fritz Meingast von 1964 aus der Hallertau- oder wie die Einheimischen sagen "Holledau". Sein schwarzweißer Film zeigt eine Welt kurz vor dem großen Wandel. Auf vielen Höfen wird der Hopfen noch von Hand geerntet, "gebrockt" wie die Bauern sagen. Heerscharen von "Hopfazupfa", Erntehelferinnen und -helfer kommen im Spätsommer in die Holledau. Wenn ein Hof abgeerntet ist, gibt es ein gemeinsames "Hopfenmahl" - mal schlicht, mal üppig, je nach Hofgröße und Großzügigkeit des Bauern. Die Bilder erzählen vom Rhythmus eines Hopfenjahres, von den grünen Hopfenfeldern bis zu leeren Gerüsten nach der Ernte, von den ersten Maschinen, die die Handarbeit ablösen, über das Trocknen, Schwefeln und Pressen des Hopfens bis zur Sortierung nach Güteklassen und dem begehrten Hopfensiegel. Dazu kommen Szenen aus dem Frühjahr: Umpflügen, Düngen, Spritzen gegen Ungeziefer und, sogar Nistkästen für Stare an den Hopfenstangen. So entsteht das Porträt einer Landschaft, die vom Hopfen lebt - und sich unter dem Druck der Maschinisierung verändert. Ein weiterer Rückblick führt in das Jahr 1975 zur Bier-Qualitätsprüfung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) in Frankfurt. 238 Brauereien aus der Bundesrepublik und Westberlin stellen sich freiwillig dem Urteil der Prüfer, 470 Flaschen- und Dosenbiere werden getestet. Im Fokus stehen die Eigenschaften, die den Biergenuss ausmachen: Geschmack, Schaum und Klarheit. Und die Frage, wie lange diese Eigenschaften stabil bleiben. Schließlich geht es in die Biergärten Münchens Anfang der 70er-Jahre. 1973 sorgt eine Neuerung für hitzige Debatten: Plastikmaßkrüge. Läutet der Plastikkrug eine neue Generation des Biertrinkens ein oder ist er ein Affront gegen die Tradition. Gäste, Wirte und Tester nehmen die neuen Krüge kritisch unter die Lupe und vergleichen: Wie steht es um Haptik, Temperatur, Schaum und Geschmack und vor allem um das Gefühl, eine echte Maß in der Hand zu halten?