21:45
Nachrichten - Berichte - Wettervorhersage
22:00
Wie gut ist der schwedische Möbelriese? Es gibt fast keinen Haushalt in Deutschland ohne irgendein Teil von Ikea. Ob Betten, Schränke, Lampen oder Geschirr, beim schwedischen Möbelgiganten gibt es scheinbar alles, was das Herz begehrt, zu günstigen Preisen. Einziger Haken: Wer dort Möbel kauft, muss sie selbst zusammenbauen. Das soll nun einfacher werden. Denn Ikeas beliebtes Schranksystem "Pax" soll mit einem Stecksystem von einer einzigen Person schnell und unkompliziert aufgebaut werden können. Stimmt das? Ein Fernsehteam findet es heraus und checkt auch die Qualität der Möbel. Wie gut ist sie im Vergleich zur Konkurrenz? Und: Woher kommt das Holz für die vielen Möbel? Wie sind die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Ikea? Wie gut ist der Aufbauservice? Und: Enthalten Ikea-Möbel Schadstoffe? Dafür werden Ikea-Möbel im Labor getestet.
22:45
Spektakuläre Landschaft und eine archaische Kultur voller Gastfreundschaft, diese Mischung hat den Südtiroler Bergführer Martin Plankensteiner so fasziniert, dass er in jahrelanger Arbeit mit den Bauern vor Ort eine Trekkingroute zusammengestellt hat, die es so in Europa kein zweites Mal gibt. BR-Autorin Kathrin Denk und ihr Team begleiten ihn und drei junge bayerische Tour-Teilnehmerinnen in eine abenteuerliche Bergwelt voller Überraschungen. Übernachtet wird in Gästehäusern und Bauernhöfen von Einheimischen. Die "Malsore", die Menschen aus den Bergen in Nordalbanien, sind ein besonderer Menschenschlag: stolz, mutig, eigenständig. So auch die 24-jährige Marjana Koçeku, die dort eine ganz besondere Unterkunft führt. Der Luxus, den sie bietet: ein traumhafter Blick auf den türkisfarbenen See und die wilde Bergkulisse. Vor allem aber Ruhe und die Möglichkeit einzutauchen in ein Leben wie aus einer anderen Zeit. Gekocht wird über dem Feuer; auf den Tisch kommt, was im Garten wächst. Marjana Koçeku ist überzeugt, dass im Miteinander von Gästen und Einheimischen ein Tourismus entstehen kann, dem es gelingt, den Charakter und die Schönheit der Gegend zu bewahren. "Neomalsore" nennt sie dieses Konzept, das anknüpft an die Tradition, diese aber neu interpretiert.
23:30
26. April 1986. Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl explodiert, ein Super-GAU mitten im Kalten Krieg. Das Sowjetsystem vertuscht und spielt auf Zeit. Eine radioaktive Wolke breitet sich nach Westen aus. Niemand ist auf so etwas vorbereitet, keiner weiß, was zu tun ist. Der Film erzählt unmittelbar ab dem Moment der Explosion, wie sich die Ereignisse überschlagen. Versucht man in Tschernobyl mit Feuerwehrleuten und Soldaten, den größten anzunehmenden Unfall unter Kontrolle zu bringen, liefern sich Politiker in Deutschland einen Kampf um die Deutungshoheit der Lage. In der DDR wird verharmlost, die Aktuelle Kamera meldet kurz und knapp, was die Parteiführung sagt, die Bundesrepublik dagegen rund um die Uhr, auf allen Kanälen. Viele sind verunsichert, verlieren das Vertrauen, plötzlich kippt die Stimmung. Ein junger hessischer Umweltminister von den Grünen fordert den Atomausstieg und attackiert den Bundeskanzler. Zum 40. Jahrestag der Nuklearkatastrophe erzählt "Tschernobyl 86" erstmals zu 100 Prozent mit Archivmaterial aus dem Schreckensjahr 1986, direkt und nur mit Original-Kommentar. Zu erleben sind politische Akteure und Experten, die überfragt und überfordert sind; Menschen, die ihre Angst zeigen und entschlossene Männer und Frauen, die sich in Lebensgefahr begeben, um zu retten, was nicht zu retten ist. Vier Jahrzehnte später wirken diese Bilder erschreckend aktuell. Wieder verlaufen Grenzen und Konflikte zwischen Ost und West, wieder ist der Krieg zurück in Europa, belauern sich Atommächte gegenseitig und rüsten gegeneinander auf. Die Angst vor einer Gefahr, die man weder sehen, noch riechen, noch hören oder schmecken kann, ist mit dem Corona-Virus zurückgekehrt. Gesellschaftliche Polarisierung und Meinungsmache werden in Krisen zu Brandbeschleunigern. Die Angst vor dem unbekannten Schrecken entfacht eine Dynamik, die sich kaum beherrschen lässt. Nach "Gladbeck: das Geiseldrama" (Netflix), "Schockwellen" und "Berlin 1945" (beide ARD), ist "Tschernobyl 86 - Der Super-Gau" der neue Dokumentarfilm von Regisseur Volker Heise.