13:20
- Der Run aufs Maibaumstüberl Dauerparty als neues Brauchtum - Mit Abitur ins Handwerk? Studium kein Garant mehr für Job - Müde Nation, wachsender Markt Ist Schlafen der neue Luxus? - Vom Gewerbe zu Wohnraum Eine gute Idee stockt in der Praxis - Keine Hilfe für Betroffene Schutzstatus des Bibers neu prüfen?
14:05
Ob alte Musikinstrumente, original eingerichtete Handwerkstätten aus dem 19. Jahrhundert oder eine mobile Lazarett-Zahnarztpraxis aus dem Ersten Weltkrieg - Hermann Geiger sammelt seit Jahren. Alles rund um seine Heimat Unterbrunn im Landkreis Starnberg trägt er auf seinem Bauernhof zusammen und ist dafür überregional bekannt. Ob Filmrequisiteure, Heimatpfleger oder Besucher seiner Ausstellungen, seine Expertise ist gefragt. Der leidenschaftliche Sammler kennt zu jedem seiner Objekte die Geschichte "dahinter". Manche halten ihn für "gspinnert", aber für seine Gemeinde ist dieses Engagement von unschätzbarem Wert. Hermann Geiger ist sogar Ehrenbürger Unterbrunns und wurde vom Bayerischen Ministerpräsident für seinen ehrenamtlichen Einsatz ausgezeichnet.
14:35
Das Hafenbild aus dem 17. Jahrhundert wird laut Expertise dem Maler Simon de Vlieger zugeschrieben. Können dies die Experten von Kunst + Krempel bestätigen? Außerdem unter anderem: eine Schutzengelgruppe aus dem 18. Jahrhundert und ein Spielzeugdackel.
15:05
Karl Ploberger führt in die prachtvollen Gärten von Schloss Hof, gibt praktische Tipps zur Aussaat und erklärt, wie Mikroorganismen den Gartenboden lebendig und gesund halten. "Kräuterhexe" Uschi Zezelitsch widmet sich dem beliebten Bärlauch - kulinarisch wie heilkundlich. Auf der "Garten Tulln" zeigen die Gärtnerinnen, wie man Gemüsebeete optimal für die neue Saison vorbereitet. Diesmal führt die Reise in die historischen Barockgärten von Schloss Hof. Die Anlage im niederösterreichischen Marchfeld verbindet Gartengeschichte, Handwerk und Naturerlebnis - ein inspirierender Ort, der zeigt, wie prachtvoll traditionelle Gartenkultur bis heute wirken kann. Wenn die ersten Sonnenstrahlen den Garten kitzeln und die Sehnsucht nach frischem Grün erwacht, ist es Zeit, mit der Aussaat zu beginnen. Damit die kleinen Pflänzchen kräftig und gesund wachsen, hat Karl Ploberger zehn bewährte Tipps. Bei Uschi Zezelitsch dreht sich alles um den kraftvollen Bärlauch. Sie zeigt, worauf man bei der Ernte achten muss, spricht über Heilwirkungen und ihre persönliche "Bärlauch-Frühlingskur". Außerdem zaubert sie bärenstarke Bärlauch-Makis - ein frisches, würziges Fingerfood für jedes Frühlingsbuffet. Damit im Gemüsegarten eine reiche Ernte gelingt, ist ein gesunder Boden das A und O. Die Gärtnerinnen der "Garten Tulln" kümmern sich um die Bodenvorbereitung: von der richtigen Auflockerung über Gründüngung und Bodenhilfsstoffe bis zum Schutz vor Austrocknung und Unkraut. Schritt für Schritt zeigen sie, wie man Gemüsebeete optimal in die Saison startet. Karl Ploberger beantwortet die Gartenfrage der Woche: Was bewirken Mikroorganismen? Redaktionshinweis: Die weiteren neun Folgen der neuen zehnteiligen Reihe "Natur im Garten" zeigt 3sat an den kommenden Samstagen gegen 15.00 Uhr.
15:30
Hoch im Norden Deutschlands, direkt an der dänischen Grenze, liegt die Flensburger Förde - eine Urlaubsregion mit maritimem Flair und skandinavischer Gemütlichkeit. Mal waren die Gebiete an der Ostsee dänisch, mal deutsch. Moderatorin Tamina Kallert sucht nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten der Kulturen.
16:00
"Sie heißt Autobahn der Freiheit, weil sie uns mit dem Westen verschmelzen lässt", meint Fernfahrer Adam. Die A2 wurde Symbol des Wirtschaftsaufschwungs in Polen seit dem EU-Beitritt 2024. Aber auf ihr wird auch demonstriert - gegen Vorschriften aus Brüssel. Das Filmteam folgt der Straße quer durchs Land, vom Grenzübergang Swiecko über Warschau bis an die EU-Außengrenze in Terespol. Czesc Polska! Der Film taucht ein in das Leben von Polinnen und Polen entlang einer der wichtigsten Verkehrsadern des Landes - der Autostrada Wolnosci, auf deutsch: Autobahn der Freiheit. Die - bislang unvollendete - Straße ist ein Symbol des Aufschwungs. Seit 2024 ist Polen Teil der Europäischen Union und profitiert von den offenen Grenzen nach Westen. Mit Hilfe von Geldtransfers aus Brüssel konnte das Land seine Infrastruktur modernisieren und die Wirtschaftsleistung verdoppeln. Die Gehälter steigen dort schneller als anderswo in Europa. Die Polinnen und Polen gehören nach wie vor zu den Befürwortern des europäischen Staatenverbunds. Aber viele erwarten mehr von der Gemeinschaft. Filmemacher Lutz Pehnert und sein Team folgen der Autobahn der Freiheit (A2) von der deutsch-polnischen Grenze über Warschau bis an die EU-Außengrenze und treffen dabei Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Perspektiven auf Europa und ihr Land im Wandel blicken.
17:30
Die Scheidungsanwälte Elvira und Millosch sind nicht nur erbitterte Konkurrenten. Sie lieben es, einander zu hassen, und nutzen jede Gelegenheit, sich nach allen Regeln der Kunst zu ärgern. Der Seniorchef der Kanzlei Dr. Mertens kann die Fehde zwischen seinen Mitarbeitern oft zu seinem Vorteil nutzen. Diesmal scheint alles schief zu laufen: Maertens' Neffe, der frisch verheiratete Thomas, hat seiner jungen Gattin Julia eine dumme Notlüge aufgetischt. Die sensible Julia leidet unter der Scheidung ihrer Eltern, und so flunkert Thomas ihr vor, wenigstens er stamme aus einer glücklichen Familie. Als Julia darauf brennt, die Traum-Schwiegereltern kennen zu lernen, gerät Thomas in Schwierigkeiten, denn auch seine Eltern sind geschieden. In seiner Not wendet Thomas sich an seinen Onkel Dr. Maertens. Der alt eingesessene Kanzleichef "bittet" nun die in seinen Diensten stehende Anwältin Elvira, in die Rolle der Mutter zu schlüpfen. Zunächst widerwillig, dann mit Wohlwollen spielt Elvira bei der Komödie mit. Der Imagewechsel wirkt überaus belebend auf die sauertöpfische Juristin, die sich auf Kosten des Chefs ein schickes neues Outfit zulegt. Doch Elviras wundersame Verwandlung von der Raupe zum Schmetterling und die konspirativen Sitzungen im Büro des Chefs erscheinen dem Kollegen Millosch höchst verdächtig. Als Elvira in geheimer Mission nach Mallorca reist, wo Julia und Stefan sich kirchlich trauen wollen, wittert Millosch eine Verschwörung und folgt seiner Kollegin. Als er auf Julia trifft, die ihn für Elviras liebenswerten Ehemann hält, ist auch Milloschs schauspielerisches Talent gefragt. Die beiden Streithähne müssen nun zwangsweise nett zueinander sein - und kommen dabei gegen ihren Willen auf den Geschmack.
19:00
Die Nachrichten des Tages. Der relevante Überblick aus der Nachrichtenredaktion des ZDF mit Vertiefung und Einordnung zu den wichtigsten Ereignissen in Deutschland und der Welt.
19:18
3sat zeigt das Wetter aus den 3sat-Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz.
19:20
Raffael steht wie kaum ein anderer Künstler für das Ideal der Renaissance. Seine Kunst vereint Harmonie, Anmut und zeitlose Schönheit, die bis heute fasziniert. Zwischen Florenz und Rom entstehen seine größten Werke: Madonnen, Fresken und Porträts von außergewöhnlicher Präzision. Sie zeigen meisterhafte Perspektiven, subtile Lichtführung und eine künstlerische Klarheit, die Maßstäbe für Generationen von Künstlern setzt. Raffaello Sanzio da Urbino (1483-1520) wächst in Urbino in einem Umfeld auf, das von Humanismus und höfischer Kultur geprägt ist. Schon früh zeigt sich sein außergewöhnliches Talent, das ihn rasch zu einem der gefragtesten Maler Italiens macht. Die kleine Stadt wird so zu seiner künstlerischen Wiege, in der er Techniken, Perspektive und Komposition erlernt - Grundlagen, die sein gesamtes Schaffen prägen. In Florenz studiert er die Meisterwerke Leonardo da Vincis und anderer zeitgenössischer Meister, bevor er nach Rom berufen wird, wo er im Auftrag mehrerer Päpste arbeitet. Im Vatikan entstehen Fresken von ikonischer Bedeutung, die man später "die Stanzen des Raffael" nennen wird. Mit meisterhafter Komposition, subtiler Lichtführung und dynamischen Szenen schafft der Maler ein Bild der Renaissance, das Humanismus, Idealismus und künstlerische Vollendung vereint. Auch seine Madonnenbilder strahlen eine unvergleichliche Ausdruckskraft aus: Technische Perfektion und emotionale Tiefe machen seine Werke europaweit zu Vorbildern. Raffaels früher Tod mit nur 37 Jahren beendet eine außergewöhnliche Karriere, doch sein Werk bleibt Maßstab und Inspiration. Es zeigt die perfekte Harmonie zwischen Form, Ausdruck und Komposition - eine Bildsprache, die seit Jahrhunderten Künstler und Betrachtende begeistert. Raffael wird so zum Inbegriff der Renaissance - ein Künstler, dessen Einfluss weit über seine Zeit hinausreicht.
20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:15
Von Leonie Böhm und Julia Riedler Lichtdesign: Ines Wessely Dramaturgie: Matthias Seier Fräulein Else vom Wiener Volkstheater erzählt von seelischem Druck und gesellschaftlichen Erwartungen. Arthur Schnitzlers innerer Monolog wird zum intensiven Theatererlebnis. Im Zentrum steht die junge Else, die sich in einer existenziellen Ausnahmesituation wiederfindet. Zwischen familiären Verpflichtungen, moralischen Zumutungen und eigenen Sehnsüchten entfaltet sich das Porträt einer Frau am Rand des Erträglichen. Die Inszenierung am Wiener Volkstheater konzentriert sich ganz auf die innere Bewegung der Figur. Mit reduzierter, präziser Bildsprache entsteht ein Raum, in dem Gedanken, Zweifel und Affekte unmittelbar erfahrbar werden. Sprache, Körper und Rhythmus verdichten sich zu einem psychologischen Kammerspiel von großer Nähe. Julia Riedler gestaltet die Figur der Else mit eindringlicher Präsenz und feiner Genauigkeit. Für ihre Darstellung wurde sie von "Theater heute" 2025 zur Schauspielerin des Jahres gewählt. "Fräulein Else" nach Arthur Schnitzlers gleichnamiger Novelle von 1924 zeigt, wie gesellschaftlicher Druck und persönliche Abhängigkeiten ineinandergreifen - und stellt Fragen nach Autonomie und Grenzüberschreitung, die bis heute nachwirken. Redaktionshinweis: Als Medienpartner des Berliner Theatertreffens zeigt 3sat vier "Starke Stücke" vom 63. Berliner Theatertreffen (1.-17.5.2026). Den Auftakt macht "Fräulein Else" vom Volkstheater Wien. Am Samstag, 9. Mai, um 20.15 Uhr folgt "Mephisto", inszeniert von Jette Steckel für die Münchner Kammerspiele, am Samstag, 16. Mai, um 20.15 Uhr "Il Gattopardo" ("Der Leopard"), inszeniert von Pinar Karabulut für das Schauspielhaus Zürich. Das vierte "Starke Stück", "Wallenstein", inszeniert von Jan-Christoph Gockel für die Münchner Kammerspiele, ist ab Samstag, 10. Mai, zusammen mit den drei anderen "Starken Stücken" in der 3satMediathek abrufbar.
21:45
Vor 250 Jahren entstand das Hofburgtheater, Vorläufer des Burgtheaters. Zum Jubiläum besucht Karl Hohenlohe eine Ausstellung mit Artefakten aus der langen Geschichte des Hauses. Karl Hohenlohe erzählt, wie sich das Theater im Lauf der Jahrhunderte verändert hat. So war es einst ein Ort der Unterhaltung für die kaiserliche Familie, in dem auch nur Französisch gesprochen wurde, wie es am Hof damals üblich war. Natürlich darf auch nicht die Geschichte des misslungenen Neubaus am Ring von Semper und Hasenauer fehlen, eine Fehlplanung, die nur mit viel Geld und Geschick wieder repariert werden konnte.
22:30
(Originalfassung mit deutschen Untertiteln) Anderthalb Jahre, nachdem er aus Russland geflohen ist, nimmt der junge queere Filmemacher Maksim Kontakt mit seinem nationalistisch gesinnten Vater am Telefon auf. Maksim hatte sich schon immer mit seinem Vater gestritten, aber seit 2022 herrschte zwischen ihnen aufgrund der strikten Ablehnung der Positionen des jeweils anderen und der radikal entgegengesetzten Wahrnehmung der Realität lang anhaltendes Schweigen. Der kurze Dokumentarfilm wurde 2025 mit dem 3satNachwuchspreis im Deutschen Wettbewerb der "Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen" ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es: "Der Film ist eine Reflexion über das Filmemachen selbst - als Akt des Empowerments und als Versuch, über das Unsagbare zu sprechen. In einer dokumentarischen Annäherung zwischen zwei Generationen wird ein Telefonat mit Familienvideos verflochten und zu einem vielschichtigen Spiegel familiärer, politischer und emotionaler Spannungen. Die Suche nach Verständigung wird zur Auseinandersetzung mit tradierten Werten und ideologischen Konstrukten, ohne einfache Antworten zu liefern. Durch das präzise Zusammenspiel von Ton und Bild, Gegenwart und Erinnerung, Nähe und Distanz entsteht ein offener Raum für Dialog, Zweifel und Transformation." Maksim Avdeev wurde in der russischen Kleinstadt Agryz geboren. Er lebte in St. Petersburg, schloss die Schauspielschule ab und begann nach seinem Umzug nach Berlin aufgrund der zunehmenden Gefahr für queere Menschen in Russland eine Karriere als Filmemacher, Autor und Regisseur. "Monument" ist Maksim Avdeevs Debütfilm. Redaktionshinweis: "Monument" ist der erste Beitrag eines fünf Filme umfassenden Kurzfilmprogramms, mit dem 3sat die 72. "Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen" (28.4.-3.5.2026) als Medienpartner begleitet, darunter drei TV-Premieren.
22:45
(Originalfassung mit deutschen Untertiteln) Der experimentelle Kurzfilm zeigt das Trauma eines Todes, der von dem Staat, der ihn verursacht hat, unsichtbar gemacht wird. Was bedeutet es, die eigene Mutter an das Quarantäneregime eines Staats zu verlieren, inmitten einer globalen Pandemie? Die Nachwuchsregisseurin Jingyan Luo nähert sich dieser Frage anhand des Falls einer chinesischen "Selbstmordspringerin" an. "Chrysanthemum" erhielt bei den "Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen" 2025 den Förderpreis des NRW-Wettbewerbs. Aus der Begründung der Jury: "Eine ohnmächtige Trauer, verschwiegen und verdeckt von staatlicher Zensur. Eine Annäherung aus der Distanz. Feinsinnige Animationen und wiederholende Bewegungsmuster schaffen einen poetischen Versuch, das Ungreifbare in Gedenken zu wandeln." Jingyuan Luo, geboren 1996, ist eine transmediale Künstlerin und studiert an der Kunsthochschule für Medien Köln. Ihr Werk hinterfragt anhand einzelner, intimer Momentaufnahmen die Funktionsweise von Gesellschaft in der Krise. 3sat zeigt "Chrysanthemum" als TV-Premiere im Rahmen seines alljährlichen Kurzfilmprogramms, das die Medienpartnerschaft von 3sat und den "Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen" begleitet.
22:55
Ein Sohn nimmt Abschied, ist auf Spurensuche. Zu früh ist seine Mutter gestorben. Sie gibt ihm keine Zeit mehr, Fragen zu stellen. Was weiß er schon von ihr jenseits ihrer Mutterrolle? Ausgehend vom zerstörten Grab der Mutter des Filmemachers beginnt eine Suche nach den verbleibenden Erscheinungen. Trauerzeremonie, Erinnerungsbewegung, Wiederbelebungsversuche. Das Filmmaterial zersetzt sich wie ein kranker Körper. Die Bilder verblassen, lösen sich auf. So reflektiert der selbst entwickelte 16-mm-Film in seiner Materialität und dessen Beschädigung den gescheiterten Versuch, das Verlorene festzuhalten. "ghosting mother" erhielt bei den "Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen" 2025 eine lobende Erwähnung der Jury des NRW-Wettbewerbs sowie den Preis der WDR Westart-Zuschauerjury. Aus den Begründungen der Jurys: "Was wissen wir voneinander? Welche Erinnerungen bleiben? Ein sehr persönlicher Film. Zutiefst berührend. Experimentell. Auf der Suche nach Erinnerung porträtiert der Filmemacher nicht nur seine Mutter, sondern auch den Versuch, ein eigenes Ritual der Trauer zu schaffen." Bernard Mescherowsky, geboren 1996, wuchs in Belgien und Deutschland auf. 2021 nahm er sein Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln auf. Zwischen Ausstellungsraum und Kino kreisen seine Arbeiten um Fragen der Identität, Erinnerung, der sozialen Strukturen und der Medialität des Gedächtnisses. 3sat zeigt "ghosting mother" als TV-Premiere im Rahmen seines alljährlichen Kurzfilmprogramms, das die Medienpartnerschaft von 3sat und den "Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen" begleitet.
23:10
(Originalfassung mit deutschen Untertiteln) Tijuana/Mexiko: Wenn der Nebel kommt, sind die Chancen am größten, den Grenzzaun zu überwinden. Isna und Miche aus Haiti sowie der Mexikaner José Luís versuchen immer wieder ihr Glück. In einer kunstvollen Verflechtung von Fotografien, Animationen und Tonaufnahmen erzählt der kurze Dokumentarfilm von vier Menschen in der Grenzstadt Tijuana, die in unterschiedlicher Verbindung zur Grenze zwischen Mexiko und den USA stehen. So lernen die Zuschauer Isna und Miche kennen, zwei aus Haiti Geflohene. Sie nahmen den Weg durch elf Länder bis nach Mexiko auf sich, um ihrem "American Dream" ein Stu¨ck näher zu kommen. Sie begegnen José Luís, einem Mexikaner, der nach acht gescheiterten Grenzübertritten auf den nächsten Nebel wartet, um es erneut zu versuchen. Sie treffen auf Gustavo, einen Rettungsschwimmer, der Migrantinnen und Migranten aus den Fluten holt, wenn sie das gefährliche Wagnis eingehen, die Grenze durch das Meer zu umschwimmen. "Wenn der Nebel kommt" wurde bei den "Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen" 2024 sowie auf zahlreichen weiteren Festivals gezeigt und ausgezeichnet. Die Filmemacherin Laurentia Genske hat an der Kunsthochschule für Medien KHM studiert, sie lebt und arbeitet in Köln. Für ihre langen Dokumentarfilme "Am Kölnberg" (2014) und "Zuhurs Töchter" (2021) wurde sie gemeinsam mit Ko-Regisseur Robin Humboldt mehrfach ausgezeichnet. Ihr Kurzfilm "El Manguito" erhielt 2017 bei den "Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen" den 3sat-Förderpreis.
23:35
Was, wenn dein Körper dich auffrisst? Wenn der Kampf gegen dich selbst deinen Alltag, deine Beziehungen und deine Freiheiten überschattet? "Trübes Wasser" ist ein kurzer Animationsfilm über den Kampf gegen eine Autoimmunkrankheit und innere Dämonen. Eine an Neurodermitis leidende Frau isoliert sich in ihrer Wohnung und befindet sich damit in einem Dilemma aus erdrückender Sicherheit und sozialer Abschottung. Während sie ihren Alltagsroutinen nachgeht, wird deutlich, wie sehr die Krankheit bereits ihr Leben bestimmt. Das Leiden scheint nicht nur sie selbst zu erdrücken, sondern auch ihre Partnerschaft. Um ihren Zustand zu akzeptieren, muss sie sich schließlich mit ihren inneren Dämonen auseinandersetzen. Der Animationsfilm der Nachwuchsregisseurin Elena Wiener wurde 2021 bei den "Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen" mit dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.
23:45
Ein Jahr nach dem Abitur weiß Elsa, 21, noch immer nicht, wer oder was sie sein soll. Ihr Freund winkt mit der großen Freiheit im Ausland, die Eltern erwarten ein Studium. Doch was will Elsa? Sie ist unentschlossen und überfordert, es gibt so viele Optionen. Inzwischen muss Elsa babysitten und die Wohnung renovieren, die ihr Freund vollkommen chaotisch hinterlassen hat. Der Druck wird immer größer. Alle ihre Freunde scheinen sich schon entschieden zu haben: Freiwilliges Soziales Jahr, Weltreise, Studium ... Elsa kriegt das einfach nicht hin. Mit ihrem Freund führt Elsa eine On-Off-Beziehung. Timon ist Koch und arbeitet seit seinem 16. Lebensjahr täglich 16 Stunden. Jetzt hat er gekündigt und ist nach Fuerteventura abgehauen, und Elsa soll nachkommen. Aber vorher muss sie noch die gemeinsame Wohnung in Hamburg auflösen. Währenddessen organisiert Elsas Mutter einen Termin zum Berufscoaching. Doch Elsa verbringt ihre Tage lieber mit schlafen, lesen und nachdenken. Elsa übt passiven Widerstand gegen die Anforderungen von außen, auf der Suche nach ihrem ganz eigenen Weg. Katharina Pethke und Christoph Rohrscheidt haben mit Elsa eine junge Frau im Dazwischen porträtiert. Wie viele ihrer Generation aus dem gehobenen Mittelstand in den westlichen Industrieländern steht sie vor der Frage, was sie mit den vielen Zukunftsoptionen anfangen kann, die ihr diese Gesellschaft bietet. Katharina Pethke ist Absolventin der Kunsthochschule für Medien in Köln und Dokumentarfilmerin. Ihre sechsjährige Professur an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg hat sie für das Dilemma der 20-Jährigen sensibilisiert. Christoph Rohrscheidt hat an der Filmuniversität Babelsberg 2015 sein Kamerastudium abgeschlossen und seitdem zahlreiche Dokumentarfilme fotografiert. "Dazwischen Elsa" ist ihr erster gemeinsamer Film. 3sat zeigt den Dokumentarfilm "Dazwischen Elsa" im Rahmen der Reihe "Ab 18!", in der Regisseurinnen und Regisseure mit außergewöhnlichen filmischen Handschriften Geschichten vom Erwachsenwerden erzählen.