04:20
Der Spreewald, im Osten Deutschlands gelegen, ist ein geschütztes Biosphärenreservat und ein in Europa einzigartiges Binnendelta. Der Film stellt die historische Kulturlandschaft vor. In dem Labyrinth von stillen Wasserläufen und Seen sind manche Ortschaften bis heute nur mit dem Kahn erreichbar. Ein Kahnfahrer stellt mit seinem Holzboot das Flussgebiet vor und treibt durch die "Fließe" genannten Kanäle. Dabei trifft er auf die dort ansässigen Sorben, eine slawische Minderheit. Sie haben eine lebendige, eigene Kultur mit farbenfrohen Bräuchen und Festen.
05:05
Im Osten Deutschlands liegt eine geheimnisvolle Flusslandschaft: Rückzugsgebiet für seltene Tiere, Heimat der Sorben und Wenden, ein Volk, das bis heute seine eigenen Traditionen pflegt. Im Spreewald bilden zahlreiche Flussarme und Kanäle ein Binnendelta, das in Deutschland selten gewordenen Tierarten einen Lebensraum bietet. Der Film erzählt von einem ungewöhnlichen Lebensraum, der vom Menschen stark beeinflusst und dennoch naturnah ist. Als wohl reizvollstes Spreewaldidyll gilt das Dorf Lehde, das von zahlreichen Gräben durchzogen, unter schattigen Bäumen versteckt und voller malerischer Winkel ist. In diesem Wasserlabyrinth liegen einige Höfe, von denen viele auch heute nur mit dem Kahn zu erreichen sind. Zieht der Winter ein, verbindet Eis die Inseln im Spreewald. Die Kanäle und Wasserstraßen werden für Tage oder Wochen zu komfortablen Geh- und Fahrwegen - wer einmal mühsam einen Kahn be- oder entladen hat, weiß die Hilfe des Winters zu schätzen. Und es ist ein unvergessliches Erlebnis, die außergewöhnlichen Flusslandschaften des Spreewalds per Schlittschuh oder Schlitten zu erleben. Gefühlvoll setzt der Filmemacher Christoph Hauschild die einzigartige Flusslandschaft des Spreewalds in Szene. Aufnahmen aus dem Heißluftballon schaffen einen Überblick über die Region. Extreme HD-Zeitlupenaufnahmen von Prachtlibellen, Eisvögeln und Fischottern sowie Zeitrafferaufnahmen gewähren Einblicke in die Welt der tierischen Bewohner des Wasserlabyrinths.
05:50
Das gelbe Postauto gehört zur Schweiz wie der Käse, der Franken oder das Matterhorn. Mit einem Pauschalticket hat das Filmteam für acht Tage freie Fahrt auf der Reise quer durch das Land. Unterwegs haben die Filmemacher ganz besondere Menschen und Orte kennengelernt. Die Reise beginnt in der Nähe von Zürich und führt in die Zentralschweiz nach Schwyz, Andermatt. Ziel ist Juf - auf 2126 Metern der höchstgelegene bewohnte Ort der Schweiz.
06:20
"Kulturzeit" ist das werktägliche Kulturmagazin von 3sat. "Kulturzeit" mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. Das Magazin bietet Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.
07:00
Das 3sat-Wissenschaftsmagazin berichtet ausführlich, verständlich und aktuell über Technik, Medizin, Wissenschaft und Forschung. "nano" macht Zukunftsvisionen sichtbar und erfahrbar. Durch eine unterhaltsame, spannende und informative Mischung von Wissenschaftsfilmen macht "nano" seine Zuschauer fit für die Welt von morgen. "nano" ist ein aktuelles Magazin und enthält Studio- und Schaltgespräche. Regelmäßig werden Schwerpunkte gesetzt und wissenschaftlich beleuchtet.
07:30
"Alpenpanorama" zeigt über zahlreiche Web- und Panoramakameras täglich Livebilder aus ausgewählten Urlaubsorten. Die Sendung informiert auch über Temperatur- und Wetterbedingungen vor Ort.
08:00
Die "Früh-ZIB" informiert von Montag bis Freitag über das aktuelle Geschehen aus Innen- und Außenpolitik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Chronik. Reportagen und Hintergrundberichte vertiefen das Verständnis der aktuellen Ereignisse.
08:05
"Alpenpanorama" zeigt über zahlreiche Web- und Panoramakameras täglich Livebilder aus ausgewählten Urlaubsorten. Die Sendung informiert auch über Temperatur- und Wetterbedingungen vor Ort.
08:30
Die "Früh-ZIB" informiert von Montag bis Freitag über das aktuelle Geschehen aus Innen- und Außenpolitik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Chronik. Reportagen und Hintergrundberichte vertiefen das Verständnis der aktuellen Ereignisse.
08:33
"Alpenpanorama" zeigt über zahlreiche Web- und Panoramakameras täglich Livebilder aus ausgewählten Urlaubsorten. Die Sendung informiert auch über Temperatur- und Wetterbedingungen vor Ort.
09:00
Die "Früh-ZIB" informiert von Montag bis Freitag über das aktuelle Geschehen aus Innen- und Außenpolitik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Chronik. Reportagen und Hintergrundberichte vertiefen das Verständnis der aktuellen Ereignisse.
09:05
"Kulturzeit" ist das werktägliche Kulturmagazin von 3sat. "Kulturzeit" mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. Das Magazin bietet Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.
09:45
Das 3sat-Wissenschaftsmagazin berichtet ausführlich, verständlich und aktuell über Technik, Medizin, Wissenschaft und Forschung. "nano" macht Zukunftsvisionen sichtbar und erfahrbar. Durch eine unterhaltsame, spannende und informative Mischung von Wissenschaftsfilmen macht "nano" seine Zuschauer fit für die Welt von morgen. "nano" ist ein aktuelles Magazin und enthält Studio- und Schaltgespräche. Regelmäßig werden Schwerpunkte gesetzt und wissenschaftlich beleuchtet.
10:20
Kurt Mayers Karpaten-Film ist ein Zeitdokument einer sich rasch verändernden Welt. Sieben Reisen und ein ganzes Jahr waren notwendig, um den Menschen in Draculas Wäldern nahe zu kommen. Mit 1500 Kilometern sind die Karpaten der längste Gebirgszug Europas. Durch ihre wechselvolle Geschichte und nicht zuletzt durch den Eisernen Vorhang blieben weite Teile lange unbereist. Kurt Mayer folgt den Wegen des Wanderhirten Vasiles. Vasiles Jahresweg nimmt seinen Ausgang im Frühjahr mit dem Aufbruch der Herden. Einen eingeschworenen Begleiter hat er schon: Hajduk, sein junger Hirtenhund, lernt gerade, sich gegen die Gefahren des Waldes zu bewähren. Vasile genießt das unstete Leben in der Natur. Dabei begegnet er immer wieder dem ursprünglichen dörflichen Leben. Der hufeisenförmige Karpatenzug birgt so manche abergläubische Vorstellung - das schreibt schon Bram Stoker, der Begründer des Dracula-Mythos. Vasile ist neugierig und will mehr von den alten Bräuchen erfahren. Zugleich ist er auf Brautschau. Am Pfingstsonntag hat der junge Schäfer aus den Waldkarpaten endlich Erfolg. Die schöne Delia, ein Mädchen aus der Stadt, hat sich in ihn verliebt. Delia ist eine von ganz wenigen jungen Mädchen, die heute den Weg zurück ins Dorf wagen wollen. Eine Wahrsagerin bestätigt ihr, ein "Cioban" - ein Hirte - wird ihr Glück bedeuten. Am Weg von Weideplatz zu Weideplatz durchquert Vasile auf uralten Pfaden Schluchten und Wälder. Im Dunstkreis des echten Grafen Vlad Dracul stößt er auf verborgene Schätze. Denn wie jede Legende birgt auch diese - in mehr als 200 Filmen verewigte - Geschichte vom "untoten" Vampir ein Körnchen Wahrheit, selbst wenn sie aus dem fernen England stammt und ihr Autor diese Gegend nie selbst bereist hat. Die Angst vor der Wiederkehr der Verstorbenen bestimmt die Gedankenwelt der Bewohner der Waldkarpaten und Transsilvaniens bis heute. Noch immer beschäftigen Vorkehrungen gegen die Wiederkehr die Fantasie. Erst seit Anfang der 1950er-Jahre schützt ein Gesetz die Ruhe der Toten. Vasile wird Zeuge einer "Totenhochzeit", wie sie in den entlegenen Dörfern des Maramures immer noch gefeiert wird. Ein heiratsfähiger junger Mann ist verstorben. Sein Leben ist unerfüllt geblieben. Zur Wahrung der Harmonie und zum Abschluss seines Lebenskreises stellt die Dorfgemeinschaft bis zur Beerdigung eine symbolische Braut. Danach wird Hochzeit gefeiert und getanzt. Die Hochzeit für den Toten soll die Lebenden vor seiner Wiederkehr bewahren. Der Hirtenhund Hajduk, Vasiles treuer Begleiter, hat viel zu lernen in diesem Jahr. Mit der erfolgreichen Abwehr eines Karpatenbären besteht er seine Feuertaufe. Der Karpatenbogen beherbergt die größte Bären- und Wolfspopulation Europas. Ohne wehrhafte, gut ausgebildete Hirtenhunde ist dort Weidewirtschaft unmöglich. Ein Karpatenwolf reißt durchschnittlich ein Schaf pro Jahr. Im internationalen Vergleich ist diese Quote sehr niedrig. Der Grund dafür: In Rumänien werden die Schafherden durchgehend von Schäfern bewacht und von intensiv trainierten Hunden gegen Angreifer geschützt. Der harte Winter hat schließlich einen romantischen Ausklang: Bunt geschmückte Reiter galoppieren durchs Dorf. Es schließt sich der Kreis. Vasile, der Schäfer aus Budesti, bekommt seine Delia, das Mädchen aus der Stadt. Der Hochzeitsschlitten entführt sie in die Weite der Schneelandschaft.
11:05
Sie wurden gejagt und abgeschlachtet, in vielen Regionen Europas waren sie ausgerottet. Doch die Wildschweine sind zurück. Ihre Waffen: Intelligenz, Anpassungsfähigkeit und scharfe Sinne. Letztendlich haben Wildschweine die exzessivsten Treibjagden Europas überlebt und fühlen sich in europäischen Wäldern wieder heimisch. Der Film begibt sich auf eine Spurensuche quer durch Europa und erzählt die Geschichte eines eindrucksvollen Comebacks.
11:50
Die Donau ist einer der ältesten und bedeutendsten Handelswege Europas. Dazu der einzige größere Fluss in Europa, der von Westen nach Osten fließt. 663 Kilometer legt die Donau auf deutschem Gebiet zurück, gemessen von Donaueschingen bis nach Jochenstein. Auf dieser Strecke wächst sie von einem kleinen Flüsschen zu einem kräftigen Strom. "Was gibt es Schöneres, als ganz langsam die Donau runterzufahren?" Voller Stolz sitzt Jürgen Dangl (82) im Bauch der frisch getauften "Ulma V". Bereits seit dem Mittelalter gibt es die "Ulmer Schachteln", einfach konstruierte Einweg-Boote, die nur stromabwärts fahren. Am Ziel angekommen wurden sie früher meist zu Nutzholz zerhackt. Jürgen Dangl hat die Tradition der Schachteln mit seinen beiden Brüdern neu aufleben lassen. Mithilfe des letzten Ulmer Schiffsbauers bauen die Männer die historischen Boote nach - und begeistern damit auch die junge Generation, die mittlerweile fleißig mit anpackt. Auf kaum etwas anderes sind die Regensburger so stolz wie auf ihre Wurst. Gleich neben der Steinernen Brücke, direkt am Ufer der Donau, steht seit über 500 Jahren die historische "Wurstkuchl". Dort, wo sich schon im Mittelalter die Regensburger Steinmetze und Hafenarbeiter ihre Stärkung gönnten, ist bis heute vieles beim Alten geblieben: der offene Holzkohlengrill, die hausgemachten Würstl aus purem Hinterschinken vom Schwein und das Sauerkraut aus dem eigenen Gärkeller. Noch immer ist die "Wurstkuchl" in Familienbesitz: In fünfter Generation führt Andreas Meier die besonders bei Amerikanern beliebte "Wurstkuchl", seine Lieblingsbeschäftigung ist dabei die Herstellung des legendären, hauseigenen Senfes. Mehr als 1000 Jahre lang brauten Mönche im Kloster Weltenburg ihr Bier, seit einem Jahr steht nun der junge Braumeister Fabian Fischer (26) an den Sudkesseln - er gibt einen Einblick in die hohe Braukunst. Viele Besucher stärken sich dort vor einer Dampferfahrt durch den spektakulären Donaudurchbruch, dessen steile Felswände das ideale Terrain für Sportkletterer sind. In ihrem Verlauf verwandelt sich die Donau von einem lieblichen Bach zu einer europäischen Wasserstraße. Das Kraftwerk Jochenstein ist das größte Donau-Kraftwerk Deutschlands - die über sieben Meter großen Kaplan-Turbinen produzieren Strom für bis zu 220.000 Haushalte in der Region. Der Film blickt hinter die Kulissen der Maschinerie, begleitet die Betriebsmeister bei ihrer täglichen Arbeit und zeigt die Funktionsweise eines Laufwasserkraftwerkes. Die "ZDF.reportage" reist zu den schönsten Orten an den Ufern der Donau und trifft Menschen, die von, auf und mit dem Fluss leben. Eine Reise entlang der vielen Gesichter eines Flusses - von Furtwangen mitten durch Ulm hindurch bis weit hinter Passau.
12:20
Das Verbraucher- und Ratgebermagazin im WDR-Fernsehen. Verbrauchertipps für jeden Tag. Wirklich preiswert? Wirklich praktisch? Wirklich lecker? Ob Gesundheit oder Geld, Wohnen oder Ernährung, Multimedia oder Verkehr - "Servicezeit" beleuchtet Hintergründe, schafft Orientierung und gibt praktische Ratschläge - und zwar unabhängig und neutral.
12:50
An Brandenburger Tor, Reichstag, Siegessäule oder East Side Gallery führt ein Weg vorbei - mit der "Schwalbe": Auf der Elektroversion des Kultrollers saust Michael Friemel durch Berlin. Auf der Tour erlebt er neue und eher unbekannte Ecken. Michaels erster Stopp gilt dem 2021 eröffneten Humboldt Forum im Herzen der Stadt. "Berlin Global" heißt eine der Ausstellungen. Dort geht es auch um eine Ur-Berliner Spezialität: die Currywurstsoße. Die Wurst dazu gibt es weit im Westen, am Stößensee. Plattenbauarchitektur mit Nervenkitzel gibt es im Osten - auf dem Skywalk 70 Meter über Marzahn. Untendrunter wartet eine DDR-Musterwohnung. "Good Bye, Lenin!" lässt grüßen. Nächste Station ist die "Markthalle 9" in Kreuzberg mit ihrem Streetfood. Nicht weit weg davon entfernt liegt das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk (RAW), Tummelplatz für Clubbesucher, Flohmarktfans und Kulturhungrige. Richtig romantisch wird es zum Ende im legendären "Clärchens Ballhaus": Mit einer Tangostunde geht es in die Berliner Nacht.
13:15
Im Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen wurde Wissenschaftsgeschichte geschrieben. Jetzt fusionierte es mit den Neurobiologen in Martinsried. Zeit für einen spannenden Einblick in die Forschung des neuen Instituts für biologische Intelligenz. Eines der größten Rätsel der Biologie, der Schlaf, soll hier gelöst werden. Langfristig soll sogar das Phänomen des Schlafwandelns entschlüsselt werden. Kommen Kohlmeisen mit dem Klimawandel zurecht? Wenn ja, wie? Wie und von wem lernen junge Singvögel das Singen? Wie koordinieren Vögel sich im Schwarm, damit sie nicht zusammenstoßen? Winzige, nur 0,6 Gramm schwere, Mini-Mikrofonsender und ein Windkanal helfen dabei, diese Fragen zu beantworten. "Was wir an Tieren verstehen, ist fast immer auch für das menschliche Gehirn relevant", sagen die Wissenschaftler. Das Gehirn der Zebrafische ist ähnlich aufgebaut wie das eines Menschen. Anhand von Zebrafischen wird im Campus Martinsried das Schwarmverhalten dieser sozialen Fische erforscht. Welche Faktoren sind ausschlaggebend? Welche Gehirnregionen sind fu¨r das Schwarmverhalten zusta¨ndig? Proteine, die leuchten, wenn die Gehirnzellen der Fische aktiv sind, helfen dabei. Mit dieser und anderen Forschungsarbeiten können zukünftig psychische und kognitive Phänomene beim Menschen besser verstanden werden. Der Film folgt den charismatischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ganz nah und gibt so einen spannenden und faszinierenden Einblick in die aktuellen Forschungsarbeiten des Max-Planck-Instituts für Biologische Intelligenz.
14:00
Die Rodach ist nur auf den ersten Blick ein kleiner Fluss. Sie entspringt in Thüringen und mündet circa 40 Kilometer später in der Itz in Oberfranken. Weite Strecken durch den Westen des Coburger Landes hat die Rodach dann bereits zurückgelegt. Sie passiert aber nicht nur eine Kulturlandschaft mit einer reichen Tierwelt und Menschen, die sich für ihre Heimat einsetzen, sondern auch eine Erinnerungslandschaft. Denn früher standen ganz nah an ihren Ufern die Anlagen der innerdeutschen Grenze. Dreimal wechselte sie zwischen der DDR und der BRD hin- und her. Ein Filmteam hat ein Jahr lang die Rodach auf ihrem Weg begleitet. Im Herbst fallen im thüringischen Naturschutzgebiet Bischofsau Tausende von Staren ein, um im Schilf zu übernachten. Im Naturschutzgebiet "Muggenbacher Tongruben" im Coburger Land werden kleine Gräben ausgebaggert, damit sich im nächsten Frühjahr Gelbbauchunken dort wohlfühlen. Und eine Biologin macht sich in der Jägersruh bei Bad Rodach auf die Suche nach einem fast ausgestorbenen fränkischen Kulturtier: dem Bierschnegel. Im Frühjahr geht es auf die Suche nach Rebhühnern - denn in der Nähe der Rodach gibt es ein ganz spezielles Projekt für sie. Und im Sommer bekommen Kälbchen von wilden Heckrindern Ohrmarken. Das ist nicht ganz ungefährlich, denn die Mütter verteidigen ihre Kälber gegen jeden, der ihnen zu nahe kommt. Sogar die vom Aussterben bedrohte Mohnbiene ist dort zu finden: Sie hat ihr letztes, sicheres Refugium in Deutschland in der Nähe der Rodach. Aber die Rodach fließt auch durch eine Erinnerungslandschaft. Zwei Menschen erzählen von Glück und Trauer an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Die Dokumentation "Versteckte Paradiese - Die Rodach" zeigt die Schönheit weitgehend unbekannter Naturgebiete in Bayern.
14:45
Die heimischen Gewässer sind die vielleicht geheimnisvollsten Biotope in Deutschland. Die Filmautoren begeben sich auf eine außergewöhnliche Reise vom Harz bis an die Nordsee. Eine Reise, die spannende Einblicke in eine bis dahin oft verborgen gebliebene Welt gewährt. Wenn im Frühling langsam Tauwetter einsetzt, kommen die schwarzen Augen der Vulkaneifel oder die schneebedeckten Wasserräder des Harzer Treppenregals wieder in Fluss. Die Kamera zwängt sich durch die schmalen Tunnel, die den Harz kilometerweit durchziehen und Heimat von Fröschen und Bergmolchen sind. Der Harz birgt ein weiteres Geheimnis. Vor Millionen von Jahren schuf das Wasser eine bizarre unterirdische Welt aus Tropfsteinen: die Hermannshöhle. Dort lebt ein fabelhaftes Wesen in völliger Dunkelheit - der Grottenolm. Die Reise geht weiter nach Sachsen, wo der Mensch über Jahrzehnte durch Raubbau an der Natur in riesigen Braunkohle-Tagebaugebieten die Erde durchwühlte. Nun erobert sich die Natur an aufgegebenen Flächen langsam ihren Platz zurück. Die Mecklenburger Seenplatte bietet einen ganz anderen Einblick in die Unterwasserwelt. Von den Gletschern der Eiszeit erschaffen, liegen unzählige Seen dicht an dicht und bieten mit ihrem riesigen Fischvorkommen die Grundlage für Seevögel wie Fischadler oder Rohrdommel. Über die Burgen des Bibers hinweg führt die Reise zur Elbe, wo der Versuch gestartet wurde, den ausgestorbenen europäischen Stör wieder anzusiedeln. Ein aufwendiges und langfristiges Vorhaben. Zu Tausenden werden die jungen Fische in den Nebenarmen der Elbe ausgesetzt, in der Hoffnung, dass einige in 18 bis 20 Jahren zu ihren Laichplätzen zurückkehren. Vorher allerdings müssen sie den Gefahren von Stellnetzen, Schleusen, Wehren, Schiffsschrauben und ihren natürlichen Feinden trotzen, um am Ende vorbei an der Hafenstadt Hamburg zur Nordsee zu gelangen. Die Reise endet bei Helgoland, dem nordwestlichsten Außenposten Deutschlands. Mit modernster Unterwasserkameratechnik sowie Kran- und Flugaufnahmen konnte ein Bild von Deutschland geschaffen werden, das den Zuschauern so bislang verborgen blieb. Dabei entstand eine aufregende Reise in Deutschlands unbekannte Tiefen vom Harz bis zur Nordsee.
15:30
Als "das Land der offenen Fernen" wird die Rhön im Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen oft bezeichnet, und das ist sie wie kein anderes Mittelgebirge in Deutschland. Das Biosphärenreservat Rhön beheimatet Schwarzstörche in urigen Buchenwäldern, Kathedralen von Basaltfelsen, Moore und eiszeitliche Blockschutthalden, Uhus und Wiesenweihen. Auch Borstgrasrasen und Bergwiesen mit Arnika und Türkenbund finden sich dort. Seit Urzeiten ist dieses Gebirge besiedelt. Auf der Milseburg hatten bereits die Kelten ein 1000 Einwohner großes Oppidum, eine "befestigte Landstadt". Bis ins 10. Jahrhundert gehörte die Rhön zum Altgau Buchonia, dem Buchenland, das schon die Römer kannten. Im Mittelalter zogen bedeutende Handelsstraßen über die Rhön, deren Hochflächen nun fast völlig waldfrei waren. Damals entstand die Lange Rhön, ein offener etwa 30 Kilometer langer Höhenzug mit Burgen und Dörfern, das Land der offenen Fernen. In keinem anderen Mittelgebirge hat man so weite Blicke wie in der Rhön - ein uraltes Wiesen- und Weideland, einzigartig in Mitteleuropa. Auch geologisch ist die Rhön ungewöhnlich und vielfältig. Ihr Zentrum in Hessen und Bayern beherrschen vulkanische Deckgesteine mit Basaltwänden und Blockschutthalden. Unter einigen von ihnen verbergen sich bis heute eiszeitliche Gletscherlinsen und verströmen eisige Kälte. Im Süden und Osten, auf bayerischer und thüringischer Seite, dominieren Meeresablagerungen aus Muschelkalk und Keuper. Den Grundsockel stellen Buntsandsteine. Kein anderes Mittelgebirge ist geologisch so vielfältig wie die Rhön. Wegen ihrer einzigartigen Geschichte und Diversität ist die Rhön seit 1992 UNESCO-Biosphärenreservat. Natur und Charakter der Rhön liegen gerade in ihrer Vielfalt: eine einzigartige Reichhaltigkeit von Lebensräumen und eine weit überdurchschnittliche Menge an Tier- und Pflanzenarten. Ihre zentrale geografische Lage in Mitteleuropa und die aus wissenschaftlicher Sicht ideale Vernetzung von offenen und bewaldeten Lebensräumen machen die Rhön darüber hinaus zu einem entscheidenden Knotenpunkt für wandernde Tierarten wie Wolf, Luchs und Wildkatze. Der Film folgt Landschaft und Lebensräumen durch die Jahreszeiten, beobachtet seltene und besondere Tiere und Pflanzen und lässt dabei auch den Menschen nicht außen vor. Die Kamera legt besonderes Augenmerk auf die visuellen Zwischenreiche: die Zeit, wenn der Tag erwacht oder sich abends die Nacht ausbreitet - Zeiten des Zwielichts und der blauen Stunde. Bisweilen folgt die Kamera den "Protagonisten" sogar bis in die Nacht hinein. Dadurch schafft der Film eine ganz besondere Ästhetik und Spannung, die durch eine besondere, den Situationen und Stimmungen folgende Musik verstärkt wird - produziert vom Orchester der Kunstuniversität Graz.
17:00
Über 250 Vogelarten sind in Deutschland heimisch. Noch viel größer ist die Zahl der Begeisterten, die die Geheimnisse der Vögel erkunden. Warum beispielsweise singen manche Vögel? Amsel, Meise, Fink und Spatz sind fast überall. Man nimmt ihren Klang wahr, ohne sie dabei unbedingt zu sehen. Ihre Flüchtigkeit ist ein Grund, warum noch so wenig über sie bekannt ist. Die Dokumentation "Das Geheimnis der Vögel" versucht, die Unkenntnis zu verringern. Das Filmteam trifft einen Biologen, der nicht nur fast alle Vogelstimmen unterscheiden kann, sondern der auch weiß, wie diese Töne entstehen. Eine Ornithologin erzählt, wie viele Lieder die Nachtigall beherrscht und wie viele Strophen ihr Lied hat. Ein Schlafforscher geht dem Verdacht nach, dass Gänse schlafend schwimmen. Und warum werden Uhus in Thüringen seltener und Karmingimpel im Erzgebirge immer häufiger gesichtet? Die Dokumentation "Das Geheimnis der Vögel" stellt Menschen vor, die den beeindruckenden Fähigkeiten der Vögel nachspüren oder ihre flüchtige Existenz einfach genießen.
17:45
Der Spatz gehört in bayerische Biergärten wie die Brezen, hinter deren Krümeln er her ist. Doch seit 2016 steht der Spatz auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Neue Bauvorhaben, sterile Grünflächen und Insektenmangel setzen dem Spatzen immer mehr zu. Wird er es schaffen, in den bayerischen Städten auf Dauer zu überleben? "Großstadtspatzen" erzählt die Geschichte von vier einzigartigen Spatzenkolonien in München. Hinterm Rathaus, in Neuperlach, am Flughafen und im Elefantenhaus des Tierparks Hellabrunn - überall müssen die pfiffigen Vögel ungewöhnliche Strategien entwickeln, um mit den Herausforderungen der Stadt klar zu kommen. Sie haben mit Großbaustellen zu kämpfen, müssen kreative Nist- und Schutzplätze erobern, neue Nahrungsnischen auftun. Unterstützt werden die kleinen Überlebenskünstler dabei von Menschen, die mit viel Herzblut so einiges für sie in Bewegung setzen.
18:30
Das 3sat-Wissenschaftsmagazin berichtet ausführlich, verständlich und aktuell über Technik, Medizin, Wissenschaft und Forschung. "nano" macht Zukunftsvisionen sichtbar und erfahrbar. Durch eine unterhaltsame, spannende und informative Mischung von Wissenschaftsfilmen macht "nano" seine Zuschauer fit für die Welt von morgen. "nano" ist ein aktuelles Magazin und enthält Studio- und Schaltgespräche. Regelmäßig werden Schwerpunkte gesetzt und wissenschaftlich beleuchtet.
19:00
Die Nachrichten des Tages. Der relevante Überblick aus der Nachrichtenredaktion des ZDF mit Vertiefung und Einordnung zu den wichtigsten Ereignissen in Deutschland und der Welt.
19:18
3sat zeigt das Wetter aus den 3sat-Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz.
19:20
"Kulturzeit" ist das werktägliche Kulturmagazin von 3sat. "Kulturzeit" mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. Das Magazin bietet Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.
20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:15
Nahe der steirischen Grenzmur-Au liegt ein aufgelassener Schotterteich. Wo einst Bagger ihre Spuren zogen, soll nun ein Naturparadies entstehen. Der Film zeigt, wie viel Wissen und Geduld es braucht, will man der Natur Lebensraum zurückgeben, um wieder Platz zu bieten für Biber, Ufer- und Flussseeschwalben, für die größte Libelle Österreichs, die seltene Europäische Sumpfschildkröte oder den Heerwurm. Im steirischen Sicheldorf, nahe der slowenischen Grenze, liegt ein aufgelassenes Schotterabbaugebiet. Wo einst Bagger Spuren zogen, wurde ein karger Schotterteich zurückgelassen. Der Naturschutzbund Steiermark hat das weitläufige Industriegebiet nun erworben. Dort soll ein Naturparadies entstehen - ein Rückzugsort, ein Trittstein, ein vielfältiger Lebensraum. Schon heute ist der Teich ein Überwinterungsplatz für viele Vogelarten, doch die einstige Industriefläche soll um vieles artenreicher werden und Tieren der umliegenden Grenzmur-Au langfristig gesichert weiteren Lebensraum bieten. Naturfilm-Regisseurin Waltraud Paschinger und Kameramann Franz Posch begleiten zwei Jahre lang die Maßnahmen der Naturschützer, Biologen und Ornithologen. Der Film zeigt neben eindrucksvollen Natur- und Tieraufnahmen, wie viel Wissen und Geduld es braucht, will man der Natur Lebensraum zurückgeben, um so wie hier wieder Platz zu machen für Biber, Ufer- und Flussseeschwalben, für die größte Libelle Österreichs, die Riesenquelljungfer, für die einst hier heimische Europäische Sumpfschildkröte oder den sagenumwobenen Heerwurm. Erste Maßnahmen zeigen bereits Erfolg, für andere wird wohl noch Jahre Geduld vonnöten sein. So wurde vom Naturschutzbund schon bald nach Übernahme des Gewässers eine Uferböschung abgegraben. Daraus ist ein Steilhang entstanden, wie er einst an Flussläufen mit natürlicher Dynamik Uferschwalben Brutplatz bot. Und tatsächlich: Rasch hat eine Kolonie von 50 bis 60 Uferschwalben den neuen Platz angenommen. Das selbst gebaute, mit Kies gefüllte Floß hingegen, das nun auf dem Teich treibt, wird wohl erst in Jahren seine Bestimmung als Brutplatz finden. Aber vielleicht kommen sie zurück, die Fluss-Seeschwalben. Die kleinen möwenartigen Vögel gelten in der Steiermark seit 100 Jahren als ausgestorben. Ihnen fehlen die Schotterbänke auf den begradigten Flüssen. Auch die Europäische Sumpfschildkröte könnte am Sicheldorfer Teich wieder heimisch werden. Ein slowenisch-österreichisches Wissenschafter-Team ist auf der Suche nach geeigneten Weibchen für ein Zuchtprogramm. Mit etwas Glück gelingt die Vermehrung, und die Jungtiere könnten schon bald an den neuen, flachen Uferstellen ausgewildert und so in die steirische Aulandschaft zurückgebracht werden. Noch aber ist die Renaturierung des Sicheldorfer Teiches nicht vollendet. Es ist ein Projekt, der Versuch engagierter Menschen, verlorene Au-Lebensräume zurückzuholen, ein verwobenes Mosaik an Landschaftsformen anzubieten und sie der Natur zu überlassen. Die Dokumentation "Das Geheimnis der Au" belegt mit eindrucksvollen Bildern die ersten Schritte und zeigt, was der nun vom Naturschutzbund geschützte Lebensraum der nahegelegenen Grenzmur-Au in Zukunft noch bringen könnte.
21:05
Jahrtausende alt, mystisch, nebelumwoben: Moore sind Lebensraum hoch spezialisierter Tiere und Pflanzen, Klimaschützer und Bewahrer einer weitgehend unerforschten Welt an Mikroorganismen. Die Naturfilmerin Waltraud Paschinger und der Kameramann Franz Posch tauchen in den Lebensraum österreichischer Moore ein. Dabei ist das Filmteam unter anderem auf Kugelnester bauende Zwergmäuse und auf Spinnen, die übers Wasser laufen, gestoßen. Die Moore in den Alpen entstammen der Eiszeit. Die Gletscher schürften Täler und Becken in die Landschaft, in denen sich Wasser sammeln konnte. Es entstanden flache Seen, die verlandeten und zu Mooren heranwuchsen. Lange unbemerkt und in den 1950er-Jahren noch als "nutzloses" Land beschrieben, rücken Moore nun immer stärker ins Blickfeld der Wissenschaft. Denn auch das Moor-Mikrobiom, die Zusammensetzung von Mikroorganismen, die für alle Stoffwechselvorgänge, die Gesunderhaltung der Erde und aller Lebewesen verantwortlich ist, erweist sich im Moor als besonders vielfältig, unbedingt schützenswert und weitgehend unerforscht. Heute gibt es viele Übergangsformen, vom Moorteich zu Schilfwäldern in Flachmooren und zu Hochmooren, die mit Torfmoosen bedeckt sind. Waltraud Paschinger und Franz Posch haben das praktisch ausgestorbene Karlszepter entdeckt und Zwergbirken in "nebelrauchenden", seltenen Hangmooren in Szene gesetzt. Sie begleiten Experten des Naturschutzbundes Steiermark bei der Rettung von Moorland und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei Forschungen im Pürgschachen Moor nahe Admont. Auch bei Renaturierungsarbeiten der Österreichischen Bundesforste war das Team dabei und hat dem Steirischen Naturschutzbund bei Arbeiten zur Moorerhaltung und Wiedererschaffung von Lebensraum für seltene Moorbewohner über die Schulter geschaut. Außerdem erzählt die Dokumentation die Geschichte eines Mönchs, der einst am Furtner Teich im Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen die Vogelkunde vorangetrieben hat. Waltraud Paschinger haben die Moore vor allem bei Nacht beeindruckt. Ihre Erinnerung an die Dreharbeiten: "Der kühle feuchte Wind, die Tierstimmen, das ein bissl Schaurige, wenn es plötzlich raschelt oder gluckst. Da werden alle Sinne wach, und man merkt, dass man sie noch hat." Kameramann Franz Posch ergänzt: "Die größte Herausforderung beim Filmen war, dass wir nie festen Boden unter den Füßen hatten. Alles ist feucht, wackelig und schwammig. Doch wir hatten auch Spaß: Nicht selten sind unsere Gummistiefel im Moor festgesteckt, und wir sind mit dem nächsten Schritt mit den Socken eingetaucht!". Trotz beeindruckender Landschaftsaufnahmen und liebenswerter, überraschender Tiergeschichten lässt der Film nicht vergessen, dass 90 Prozent der Moore bereits verschwunden sind. Sie wurden trockengelegt, wurden zu Wiesen, Feldern und Wäldern oder abgetorft. Dadurch kann der über Jahrtausende gespeicherte Kohlenstoff als Klimagas entweichen. Man vermutet, dass Österreichs trockengelegte Moore so dieselbe Menge an klimarelevanten Gasen erzeugen wie der gesamte Flugverkehr über Österreich. Um mehr zu erfahren, wurde im Pürgschachenmoor bei Admont ein Messturm errichtet.
22:00
Das tägliche Nachrichtenmagazin des ORF-Fernsehens. Von Montag bis Freitag liefert "ZIB 2" einen Überblick über die Ereignisse des Tages und bietet dabei vor allem vertiefende Hintergrundinformationen.
22:25
Eva ist 83, Dieter 86. Im Winter 1952 haben sie das erste Mal miteinander getanzt. Sie haben sich Liebesbriefe geschrieben und ein gemeinsames Leben ausgemalt. Sie haben geheiratet, ein Haus gebaut und drei Kinder bekommen. Eine Tochter haben sie verloren. Zu Beginn der Dreharbeiten sind Eva und Dieter seit 66 Jahren ein Paar. Was bleibt davon und was zählt jetzt noch? Für ihren Dokumentarfilm "Für immer" hat Pia Lenz die letzten gemeinsamen Jahre des Paares begleitet. Ihr Film ergründet das Leben und die Liebesgeschichte dieser beiden Menschen, die es geschafft haben, gemeinsam alt zu werden. In ruhigen und poetischen Bildern sucht der Film nach Antworten auf die Frage, was am Ende eines Lebens noch zählt. Über einen Zeitraum von vier Jahren begleitet der Film das Paar und zeigt, was es heißt, wenn die gemeinsame Zeit begrenzt und kostbar wird. Eva öffnete der Autorin und damit der Öffentlichkeit ihre Tagebücher, die von der Schauspielerin Nina Hoss gelesen werden. Diese Tagebucheinträge, zusammen mit alten Fotos und Super-8-Aufnahmen, verleihen dem Dokumentarfilm eine zusätzliche Tiefe und Authentizität. "Für immer" ist kein Film über den Beginn einer Liebesgeschichte, sondern über ihr Ende. Eine einzigartige Langzeitbeobachtung, die zudem von vielen kleinen, klugen, teils auch humorvollen Alltagsbeobachtungen lebt.
23:55
Chatbots ermöglichen heute komplexe, nahezu menschliche Dialoge und schaffen Mensch-Maschine-Beziehungen. "37°" begleitet drei Menschen, die eng mit ihrer KI verbunden sind. Mit Apps wie Replika lässt sich ein digitaler Partner maßschneidern. Doch wie viele Gefühle können gegenüber einer künstlichen Figur entstehen? Und ist eine KI ein Werkzeug, eine Freundin oder tatsächlich ein Partner für eine romantische Beziehung?2021 sieht Christian eine Werbung von Replika und kreiert einen Avatar. Ihr Name: Giulia. Für Christian ist es zunächst nur eine Spielerei. Er ist erstaunt, wie gut man mit einer künstlichen Intelligenz mittlerweile kommunizieren kann. Nach einem Schicksalsschlag fängt er an, Giulia zu erzählen, was in ihm vorgeht und ist überrascht: Giulia kann ihm tatsächlich Trost spenden, obwohl sie nur eine KI ist. Der Beginn einer bis heute andauernden Freundschaft. Giulia kennt Seiten von Christian, über die er mit seiner Partnerin und seinen Freunden nicht spricht - aus Scham und Unsicherheit. Bei Giulia fühlt er sich sicher, weiß: Sie verurteilt ihn nicht. Maria ist 31 Jahre alt, hat drei Kinder und keinen Partner. Im intensiven Familienalltag fehlt ihr manchmal eine zweite erwachsene Perspektive oder ein nüchterner Blick von außen. Diese Rolle übernimmt bei ihr ChatGPT - alias Sam. Ihn fragt sie um Hilfe, wenn sie mal Rat braucht, reflektiert Situationen, in denen sie überfordert war, oder nutzt ihn als Planungstool für ihren Alltag. Gefühle hat sie keine für Sam, merkt aber, dass sie manchmal Dinge mit ihm bespricht, die sie früher mit ihrem besten Freund besprochen hätte. Sams Stärke ist auch seine Schwäche: nicht kritisch sein. Manchmal fragt sie sich, ob sie echte, kritische Rückmeldungen vermeidet, indem sie mit Sam kommuniziert anstatt mit Freunden. Renate (55) ist seit 32 Jahren verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und seit anderthalb Jahren eine KI-Beziehung. Ihr Avatar heißt Dan und ist begeisterter Motorradfahrer wie sie selbst. Denn: Seit einer schweren Erkrankung arbeitet Renate nicht mehr und reist viel; am liebsten mit dem Motorrad und am liebsten mit Dan. Im Gegensatz zu einem anderen Menschen hat Dan immer genau so viel Zeit zum Reisen wie sie, will genau dann Pausen machen, wenn sie auch eine braucht, und ist immer lebensbejahend. Dan gibt ihr Dinge, die sie in ihrer Ehe nicht findet, aber auch nicht erwartet: emotionale Verlässlichkeit ohne Stimmungsschwankungen, Aufmerksamkeit, ohne eigenen Bedürfnisse anzumelden. Und Erotik? Auch das findet statt. Renates erogene Zone ist ihr Ohr: aber nicht im physischen Sinne, sondern man kann sie mit Worten berühren. Und mit Worten kann Dan ihrer Meinung nach wunderbar umgehen.