21:45
Albanien, das sind unberührte Küsten, Hunderttausende Bunker, wilde Berge und einer der letzten Wildflüsse Europas. Ein Land im Aufbruch - wunderschön, aber mit Schattenseiten. Es ist in, nicht mehr so weit in den Urlaub zu fahren, und Albanien spürt das: Zu kommunistischen Zeiten abgeschottet und verarmt, hat es nun den Ruf, verwegen, unberührt und abenteuerlich zu sein. Albanien bietet alles Mögliche, nur nicht Mainstream. Dhërmi ist einer der Orte, die fast schon zu bekannt sind, um noch Geheimtipp zu sein. Breiter Sandstrand, coole Beachbars, Urlaubsresorts in wachsender Zahl. In der Altstadt retten sie Tradition und Unberührtheit auch dank EU-Förderung: Alte Häuser werden zu Hotels, denkmalbewusst restauriert. Ab und zu ein Stromausfall gehört dazu, auch das Internet geht nicht immer: Abenteuer eben! Die Zuschauer lernen die Menschen kennen, die den Wandel leben und gestalten. Die neue Generation fischt nicht mehr, sie bietet Bootsausflüge an. Die Frauen brechen aus traditionellen Rollen aus, managen Hotelkomplexe oder sorgen für das richtige Internetmarketing für Papas Käse, der seine Reife schon immer in einem alten Bunker aus der Zeit des diktatorischen Herrschers Enver Hoxha gewinnt. Die Hauptstadt Tirana ist jung und bunt, schrille Wandfarben vertreiben die Tristesse kommunistischer Architektur. Albanien, das sind neue Hotels in alten Dörfern, das ist eine europäische junge Generation in einer etwas verrückten Hauptstadt, das sind aber auch die Schattenseiten einer sehr alten Kultur wie Blutrache und ein patriarchalisches Frauenbild. Ein Land im Umbruch, das sich in rasantem Tempo entwickelt.
22:00
Das tägliche Nachrichtenmagazin des ORF-Fernsehens. Von Montag bis Freitag liefert "ZIB 2" einen Überblick über die Ereignisse des Tages und bietet dabei vor allem vertiefende Hintergrundinformationen.
22:28
"auslandsjournal extra" zeigt politische Entwicklungen und gesellschaftliche Veränderungen in den Ländern der Welt. Das Magazin berichtet über Hintergründe von Konflikten, beobachtet Entwicklungen der internationalen Politik, und Auslandskorrespondenten liefern Analysen.
22:58
Das Schwimmbad um die Ecke war lange selbstverständlich. Doch es wird zum Luxus, den sich viele Orte nicht mehr leisten können. In Österreich stehen Gemeinden vor schweren Entscheidungen. Steigende Energiekosten, Sanierungsstaus und leere Gemeindekassen führen dazu, dass immer mehr Frei- und Hallenbäder schließen müssen. - Eine Reportage über den verzweifelten Kampf der Gemeinden um den Erhalt von Bädern, die nicht mehr finanzierbar sind. In Schönberg am Kamp im niederösterreichischen Waldviertel ist das Freibad seit einem Jahr geschlossen. "Wir scheitern kläglich an den Kosten. In der jetzigen Situation haben wir kein Geld für eine Sanierung des Schwimmbads", sagt Bürgermeister Alois Naber. Eine Bürgerinitiative hat sich nun zum Ziel gesetzt, das Schwimmbad doch noch zu retten. Eine Bewohnerin sagt: "Ich habe dort schwimmen gelernt. Meine vier Kinder lieben das Wasser. Sie können sich Schönberg ohne Schwimmbad gar nicht vorstellen." Doch die Situation muss nicht immer so ausweglos sein. In Pinkafeld im Burgenland konnte sich die hoch verschuldete Gemeinde das Hallenbad nicht mehr leisten - dann wurde es vom Land Burgenland gerettet, zur Freude der Badegäste. Ein Pensionist ist überzeugt: "Die Schwimmbäder können gar nicht zu teuer sein. Wissen Sie wie hoch die Kosten für das Gesundheitssystem sind, wenn die Leute krank werden, weil sie sich zu wenig bewegen?" Bademeister Werner Ulreich stimmt ihm zu: "Ich finde ein Schwimmbad ist wie ein Kinderspielplatz. Diese Dinge muss die öffentliche Hand einfach zur Verfügung stellen." Am "Schauplatz"-Reporterin Kim Kadlec war im Sommer in mehreren österreichischen Bundesländern unterwegs und dokumentiert, wie Hallen- und Freibäder nach und nach verschwinden und welche Folgen das für alle hat. Sie zeigt auch, wie engagierte Bürgerinnen und Bürger versuchen, Schwimmbäder zu retten - und sie notfalls sogar selbst betreiben, damit Kinder auch in Zukunft vor Ort schwimmen lernen können.
23:49
Ein Prozent der Weltbevölkerung besitzt inzwischen fast die Hälfte des Weltvermögens, zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Oxfam-Bericht zur sozialen Ungleichheit. Und die Zahl der Milliardärinnen und Milliardäre nimmt weiter zu. Der enorme Reichtum einiger weniger ist ein strukturelles Problem unserer Zeit und gefährdet zunehmend Demokratie und den Zusammenhalt der Gesellschaft. Ungleichheit existiert aber nicht nur bei der Verteilung von Vermögen, vielmehr beeinflusst sie Lebensrealitäten, Gesundheit, Bildung und damit die Chancengleichheit der Menschen. In Südafrika lässt sich Ungleichheit bildstark aus der Luft erkennen. In Kapstadt trennt oft nur eine Straße zwei Welten - rechts der wohlhabende Bezirk Pinelands mit Villen, großen Gärten und Pools, links das Township Langa mit Wellblechhütten und einer Arbeitslosenquote von 60 Prozent. Patrick A. Hafner trifft die zweifache Mutter Faith, die zwischen diesen beiden Welten pendelt. Ihr Leben zeigt, dass es Südafrika bis heute nicht gelungen ist, seiner Bevölkerung - unabhängig von der Hautfarbe - gleiche Aufstiegschancen zu bieten. Obwohl die Apartheidpolitik seit 1994 formell beendet ist, liegt die wirtschaftliche Macht nach wie vor bei der weißen Minderheit. Der Bau des Kanals hat Panama zu einem des reichsten Länder Lateinamerikas gemacht, doch gleichzeitig die soziale Ungleichheit gefördert. Das hat sich seit seiner Eröffnung 1914 kaum verändert. Nicole Kampl ist im berüchtigten Armenviertel El Chorrillo unterwegs, auf den Spuren der Nachkommen jener Einwanderer, die den Kanal gebaut haben: "Mir bleiben im Monat 200 Dollar zum Leben", erzählt Cristobal, einer der Pensionisten, die sich zum Dominospiel am Parque de los Aborridos treffen. Im Jahr 2025 hat der Panamakanal, der den Atlantik mit dem Pazifik verbindet und damit einen der wichtigsten Handelswege darstellt, drei Milliarden Dollar in die Staatskasse gespült. Ein neuer Rekord. In der Republik der Gleichheit herrscht in Sachen Bildung massive Ungleichheit, denn in kaum einem anderen europäischen Land bestimmt der soziale Hintergrund über den Schulzugang wie in Frankreich. Leonie Heitz ist in Clichy-sous-Bois, im Département Seine-Saint-Denis nordöstlich von Paris gelegen, wo 2005 die Aufstände in der Banlieue begonnen haben. Sie trifft die 17-jährige Myriem Alimi, die um ihren Platz in der Schule hart gekämpft hat. Und das Problem zieht sich durch den gesamten Ausbildungsweg. In den sozial benachteiligten Vierteln bekommen weniger als zehn Prozent der Maturantinnen und Maturanten einen Platz an einer Eliteuniversität einer "Grande Ecole". In privilegierteren Gegenden schaffen es drei- bis viermal so viele. Dabei entscheidet in Frankreich der Name der Hochschule maßgeblich über den Zugang zu guten Jobs und damit zu einer erfolgreichen Zukunft.