12:50
Die Lüneburger Heide macht Laune - lila Laune. Jedes Jahr Ende August, wenn die Heide blüht, zieht es viele Besucher in die Region zwischen Hamburg und Hannover. Sie müssen allerdings im Naturpark auf den Rad- und Wanderwegen bleiben. Auch Moderatorin Simin Sadeghi hat sich auf Entdeckungstour begeben. Für Simin geht es mitten in die geschützte Landschaft - zusammen mit Schäfer William Michell und seinen 430 Heidschnucken. Simin Sadeghi erfährt, was diese Schafrasse so besonders macht und warum es ohne die zotteligen Tiere die Lüneburger Heide gar nicht mehr gäbe. Mit einem Heide-Ranger wandert sie früh morgens auf den Wilseder Berg und zu dem Punkt, der sogar Instagrammer begeistert. Wer mehr will, kann den riesigen Naturpark auch in 13 Etappen durchwandern: Der "Heidschnuckenweg" führt über 223 Kilometer von Hamburgs Süden bis nach Celle. Norddeutsche Natur pur - mit mehr als einem Hauch Exotik. In der Heide versteckt sich Europas größte Ginseng-Farm. Eine Wurzel, die auch Simin begeistert. Und wer rechnet schon damit, dass vor der Ferienunterkunft Giraffen vorbeispazieren? Mit diesen und anderen Tieren geht Simin Sadeghi im Serengeti-Park Hodenhagen auf Tuchfühlung. Asien? Afrika? In der der neuesten Heide-Attraktion geht es einmal um die ganze Welt. Höchste Eisenbahn also, den Modellbauwelten in Bispingen einen Besuch abzustatten. Denn die Modelleisenbahnanlage hat mit ihren 20 Kilometern Schienen prompt einen Weltrekord aufgestellt.
13:20
Ob Wanderwege entlang felsiger Klippen, historische Orte oder azurblaues Meer - Sardinien hat seinen Besuchern viel zu bieten. Nicht zuletzt die sardische Kultur mit ihren uralten Traditionen. Je nach Region und Ort variieren in Sardinien die religiösen Bräuche, Musik, kulinarischen Spezialitäten und sogar die Sprache der Menschen stark - bis heute geprägt von einer meist einfachen und typisch mediterranen Lebensweise zwischen Meer und Bergen. Nahe der Ostküste Sardiniens liegt eine der "blauen Zonen" der Erde: Dort werden ungewöhnlich viele Menschen sehr alt, nicht selten über hundert Jahre. Das Geheimnis der alten Sarden liegt in einer Kombination aus einfacher Lebensweise mit viel Bewegung an der frischen Luft und der mediterranen Ernährung mit Hülsenfrüchten, Gemüse, Kräutern, Fisch und dem typisch sardischen Pecorino, also Hartkäse aus Schafsmilch.
13:50
Ligurien liegt zwischen Gebirge und Küste. Die Region begeistert mit ihrer rauen Schönheit, in der Natur und Mensch in einzigartiger Harmonie zusammenleben. Willkommen in den Cinque Terre - fünf bunte Dörfer, die sich zwischen Himmel und Meer an die Felsen schmiegen. Jedes besitzt eigenen Charme, Geschichte und lebendige Traditionen. La Spezia, mit seinem Golf und den grünen Bergen, bildet das pulsierende Herz der Region und das Tor zu dieser faszinierenden Landschaft. Pastellfarbene Häuser, alte Kirchen und Palazzi erzählen von einer jahrhundertealten Kultur. Die Küstenorte und das bergige Hinterland spiegeln die tiefe Verbindung der Menschen zur Natur wider. Der Nationalpark Cinque Terre erstreckt sich über 15 Kilometer und umfasst die Dörfer Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore. Einst nur über Fußwege verbunden, ziehen sie heute Besucher aus aller Welt an - auf der Suche nach einem Ort, an dem Mensch und Natur im Einklang leben. Grüne Hügel und das blaue Meer verschmelzen dort zu einer Landschaft, die Künstler, Dichter und Träumer seit jeher inspiriert. Die Reihe "Traumorte" präsentiert die schönsten Reiseziele der Erde. Die Palette reicht vom Traumstrand über beeindruckende Naturlandschaften bis hin zu architektonischen Sehenswürdigkeiten.
14:35
Im Herzen des Mittelmeers entfaltet der maltesische Archipel sein einzigartiges Erbe: spektakuläre Natur, beeindruckende Geschichte und uralte Traditionen, die bis heute gepflegt werden. Zwischen eindrucksvollen Festungen, beschaulichen Gassen und filigranem Handwerk zeigen die maltesischen Inseln ihr mannigfaltiges Gesicht - genau wie die Einwohner, die ihre Traditionen mit Hingabe und Leidenschaft lebendig halten. An kaum einem anderen Ort treffen Einflüsse verschiedener Kulturen und Sprachen so deutlich aufeinander wie auf den maltesischen Inseln. Sie wurden geprägt von den Arabern, den Phöniziern, den Spaniern, den Römern, den Briten und den Ordensrittern der Johanniter. So extrem dieser Kontrast auch erscheinen mag: Auf dem maltesischen Archipel scheinen all diese Einflüsse miteinander zu harmonieren. Die Reihe "Traumorte" präsentiert die schönsten Reiseziele der Erde. Die Palette reicht vom Traumstrand über beeindruckende Naturlandschaften bis hin zu architektonischen Sehenswürdigkeiten.
15:20
Lanzarote ist aus den Tiefen des Atlantiks vor Millionen Jahren aus mehreren Vulkaneruptionsphasen entstanden - die letzte erst vor rund 200 Jahren. Die Ausbrüche hinterlassen eine karge Mondlandschaft aus schroffen Vulkanbergen und schwarzen Lavafeldern. Dem Menschen begegnet die Natur der Insel wie ein kohärentes Kunstwerk. Es ist ein Ort, der wie aus einer anderen Welt zu sein scheint. Mit Beständigkeit haben die Bewohner über viele Generationen hinweg die Landschaft der Insel geprägt. Salzbauer Jose Medina Caraballo ist einer der letzten Salineros auf den Kanaren. Die Salzgärten, in denen er Tag für Tag seine Arbeit verrichtet, geben der Küste im Süden von Lanzarote ein fremdes, bizarres Aussehen. Salzaffine Algen färben die rechteckigen Flächen gleich einem riesigen Puderkasten. In der flachen Ebene des benachbarten Weinanbaugebiets La Geria bestellt die Familie von Ascensión Robayna ihre Felder. Es ist geprägt von trichterförmigen Gruben. Darin wachsen die Reben auf fruchtbaren Aschebrocken, den sogenannten Lapilli. Sie stammen vom letzten großen Ausbruch im Jahr 1730. In jedem Trichter wächst nur eine einzelne Weinrebe. Alle Arbeiten müssen mit der Hand gemacht werden. Es ist die perfekte Symbiose von Mensch und Natur. Wissenschaftler erforschen die Energie der Hitze der Vulkane inmitten des Timanfaya-Nationalparks. Es ist eine Suche nach dem größeren Nutzen einer riesigen Magmablase nur wenige Hundert Meter direkt unter der Erdoberfläche. Sie alle haben es verstanden, dieses harte Land zu kultivieren, seine Schönheit zu zeigen und die Natur zu bewahren.
16:05
Trockene Wüsten, satte, grüne Landschaften und eine außergewöhnliche Artenvielfalt sind auf den beiden Kanareninseln Gran Canaria und Fuerteventura beheimatet. Die Inseln liegen in direkter Nachbarschaft, und doch können sie kaum unterschiedlicher sein. Gran Canaria beherbergt 14 Klimazonen auf engstem Raum und ist geprägt durch das Vulkangebirge, das sich von der Inselmitte bis zur Küste auftürmt. Dort verfangen sich die Passatwinde und bringen Regen in den grünen Nordwesten, in dem sich der Tamadaba-Wald erstreckt. Der Wald ist Teil des UNSECO-Biosphärenreservats, das mehr als die Hälfte von Gran Canaria unter Naturschutz stellt. Die Landschaft ist von der endemischen Kanarischen Kiefer geprägt. Der Nadelbaum hat sich der Vulkanlandschaft angepasst und ist widerstandsfähiger und hitzebeständiger als neuere, eingeschleppte Baumarten. Wissenschaftler, Biologen und private Organisationen haben sich die Erhaltung des Ökosystems zur Lebensaufgabe gemacht, um die grüne Lunge der Insel am Leben zu erhalten. Fuerteventura hingegen ist eins der trockensten Gebiete Europas. Die Wolken ziehen über das flache Relief der Insel hinweg und hinterlassen eine scheinbar unwirtliche Wüste. Oft treibt der Wind die sandige, heiße Luft der Sahara bis zu dem Archipel. Der "Calima" bringt den weißen Sand mit sich, der große Teile der Insel bedeckt und in dem sich nur Spezialisten wie die kanarischen Kamele oder Schmutzgeier zu Hause fühlen. Die Bewohner beider Inseln versuchen, die Natur ihrer Heimat zu schützen und zu bewahren.
16:45
In den Tiefen des Atlantiks türmten vor Millionen von Jahren Unterwasservulkane eine Insel auf: Teneriffa. Der Vulkankegel des Teide mit seinen 3715 Metern ist heute Teneriffas Wahrzeichen. Zudem ist er der höchste Berg Spaniens. Der letzte gewaltige Ausbruch auf der Insel ist 185.000 Jahre her. Doch noch heute erzählen auf der ganzen Insel vulkanische Relikte von erdgeschichtlichen Dramen. Das Feuer prägte die Insel. Und aus dem Feuer wuchs das Leben. Teneriffa ist die artenreichste Insel des gesamten Atlantiks. Viele Pflanzen wachsen nur dort. Noch heute bebt auf Teneriffa regelmäßig die Erde. Denn der Inselvulkan lebt. Jeden Monat kommen Mitarbeiter des "Instituto Volcanológico de Canarias" (INVOLCAN) in den Krater des Teide, um die vulkanische Aktivität zu überwachen. Sie sind für die Gefahrenabwehr auf dem Inselarchipel zuständig. Die Kegelform der Vulkaninsel ist verantwortlich für ein besonderes Mikroklima. 300 wolkenfreie Tage im Jahr machen den Teide zu einem idealen Ort für Sonnenbeobachtung. In der Caldera del Teide stehen wissenschaftliche Einrichtungen von Weltrang, darunter auch das größte Sonnenteleskop Europas: "GREGOR". Auf den Kanarischen Inseln ist eins der weltweit letzten Refugien für einen seltenen Unterwasserbewohner: den Engelhai. Ausgerechnet vor den Toren der Hauptstadt Teneriffas an einem künstlich angelegten Badestrand liegt seine Kinderstube. Meeresbiologen vom "Angel Shark Project" erforschen dort Jungtiere und beraten die Regierung. Mit großem Erfolg: Heute steht der Engelhai unter maximalem Schutz.
17:30
Tiefseevulkane ließen vor Millionen von Jahren die beiden kleinsten Inseln der Kanaren, El Hierro und La Gomera, über die Meeresoberfläche wachsen. Damals waren sie leer und ohne Leben. Sie wurden von Tieren und Pflanzen besiedelt, die zufällig über das Meer gelangten. Auf den Inseln leben Arten wie vor Millionen von Jahren, die dem Aussterben wie durch Wunder entgangen sind. Die El-Hierro-Rieseneidechse ist eine naturgeschichtliche Sensation. Sie galt bereits als ausgestorben und wurde vor fast 50 Jahren von Hirten wiederentdeckt. Noch heute ist sie das am stärksten bedrohte Reptil Europas. Im Herzen La Gomeras liegt der Garajonay-Nationalpark, ein urzeitliches Relikt. Ein ähnlicher Wald bedeckte vor Millionen von Jahren die gesamte Mittelmeerregion. Doch während in Mitteleuropa die Eiszeit wütete und viele Arten auslöschte, blieb dieser Klimaumbruch auf den Kanaren aus. Isolation und Anpassung an neue Gegebenheiten waren Motoren der Evolution und schufen Arten, die weltweit einzigartig sind. Fast die Hälfte der Pflanzen auf La Gomera wachsen nur dort. Steil sich auftürmende Lavamassen schufen zwischen den Vulkaninseln Meerestiefen von 2000 bis 3000 Metern. Viele Tiefseetiere sind dort zu Hause. Zwischen La Gomera und der Nachbarinsel Teneriffa liegt das erste Walschutzgebiet Europas: Teno-Rasca. Weltweit ist es das dritte. Dort leben 22 Walarten, und die mehr als 350 Grindwale bilden eine der weltweit größten Kolonien der seltenen Spezies.
18:15
Mit gewaltiger zerstörerischer Kraft brach im Herbst 2021 auf La Palma ein neuer Vulkan aus. Tausende Häuser und Flächen wurden zerstört. Doch der Vulkan erschafft zugleich neues Leben. Vor zwei Millionen Jahren türmten Unterwasservulkane gewaltige Mengen Magma auf, bis mitten im Atlantik eine Insel aus leblosem Lavagestein entstand. La Palma war geboren. Ein isoliertes neues Stück Erde, das erst vom Leben erobert werden musste. Heute beheimatet die grünste der Kanarischen Inseln ein überwältigendes und nur dort vorkommendes Artenspektrum. Und noch immer kann man dort der Evolution bei der Arbeit zuschauen. Biologe Severin Irl erforscht auf La Palma, wie Artenvielfalt entsteht. Alle Arten, die dort vorkommen, müssen über das Meer einwandern und treffen auf voneinander isolierte Lebensräume. Es beginnt ein Prozess der Anpassung und Veränderung. In jeweils neuen Nischen entwickelt sich das Leben isoliert von der Ursprungsart weiter. Die Meeresbiologin Sara Gonzalez untersucht, wie die Vulkane der Insel Lebensräume verändern. Sie findet Bedingungen im Meer, wie sie der Klimawandel in einigen Jahrzehnten erwarten lässt. Wie werden die Arten der Weltmeere darauf reagieren? Fünf Prozent der Inseloberfläche sind jünger als 500 Jahre. Auf diesen jüngsten Flächen unseres Planeten wird sich das Leben seine Räume erobern. La Palma ist ein beeindruckendes Labor der Evolution. Auf "Europas Galapagos" ist die Entstehungsgeschichte der Erde hautnah zu erleben.
19:00
Die Nachrichten des Tages. Der relevante Überblick aus der Nachrichtenredaktion des ZDF mit Vertiefung und Einordnung zu den wichtigsten Ereignissen in Deutschland und der Welt.
19:18
3sat zeigt das Wetter aus den 3sat-Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz.
19:20
Bearbeitete Fassung Johnny Depp ist einer der facettenreichsten Charakterdarsteller aller Zeiten. Doch 2016 kommt eine neue Seite des Schauspielers ans Licht, die kostet Hollywoods Bad Guy fast die Karriere. "The True Story of Johnny Depp" analysiert die Biografie eines gefeierten Hollywoods Stars, der als verrückter Pirat in die Filmgeschichte eingeht. Doch Johnny Depp verliert die Kontrolle. Über sich selbst und über sein Leben. Als Captain Jack Sparrow schreibt er Filmgeschichte. Doch Johnny Depp ist mehr als nur der schräge Pirat. Mit Exzentrik und Genialität verleiht er unzähligen Film- und Seriencharakteren eine einzigartige Strahlkraft und erkämpft sich so seinen Weg in den Olymp Hollywoods. Doch eigentlich träumt der Junge aus Kentucky nicht von dem großen Auftritt auf der Kinoleinwand. Schon in der Kindheit hat Johnny Depp mit den Auswirkungen eines gewaltgeprägten Elternhauses zu kämpfen, flüchtet sich in Drogen und Alkohol. Der einzige Lichtblick: die Musik. Mit gerade einmal 16 Jahren bricht Johnny Depp die Schule ab, zieht mit seiner Band nach Los Angeles und hofft auf den großen Durchbruch. Musikalisch lässt der aber bis heute auf sich warten. Finanziell versucht sich Johnny Depp mit Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten, bis er Mitte der 80er dank Vitamin B auf die Castinglisten Hollywoods gelangt. Dank der Rolle des verdeckten Ermittlers Tom Hanson bei "21 Jump Street" wird Johnny Depp über Nacht zum absoluten Teenieschwarm. Doch erst als "Edward mit den Scherenhänden" ist Johnny Depp das goldene Ticket nach Hollywood sicher und als Captain Jack Sparrow schreibt er 2002 endgültig Filmgeschichte. Doch fernab der Leinwand befindet sich der Schauspieler in einer Abwärtsspirale aus Drogen, Alkohol und Schulden. Zum Verhängnis wird ihm schlussendlich die Beziehung und spätere Ehe mit der Schauspielerin Amber Heard. Die Ehe endet 2022 in einer medialen Schlammschlacht vor Gericht und kostet den Schauspieler fast seine Karriere.
20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:15
Baden in unberührter Natur ist in der Schweiz keine Seltenheit. Ob türkisfarbene Bergseen, tiefe Felsschluchten oder wilde Flüsse: Die Schweiz bietet eine Fülle an wilden Bademöglichkeiten. Wo einst Gletscher gewaltige Wasserlandschaften formten, erfrischen sich heute die ganz Mutigen in eisigen Naturpools, die über Jahrtausende in den Fels geschwemmt wurden. Am Caumasee in Graubünden schimmert das Wasser in surrealem Türkis. Diese Lagune ist längst eine Internet-Berühmtheit und zieht Touristinnen und Touristen aus aller Welt an. In den Flimserbergen auf der Alp Mora reihen sich Strudeltöpfe aneinander wie eine Perlenkette. Bei gerade mal sieben Grad Wassertemperatur kostet das Bad in den glasklaren Natur-Whirlpools ein wenig Überwindung. Die steinernen Klippen an der Maggia im Tessin ziehen die wagemutigsten Highdiver der Welt an. Aus 18 Metern springen sie in die glasklaren Wasserbecken der Maggia, des einzigen Flusses, dessen hohe Klippen und tiefe Wasserbecken perfekte natürliche Bedingungen für diese Sportart bietet. Das Reuss-Delta ist ein gelungenes Beispiel für das Miteinander von Mensch und Natur: Künstlich geschaffene Badeinseln laden zum Verweilen ein, während sich die Natur ungestört entfalten kann. Und im Tessiner Onsernone-Tal versteckt sich ein frei zugängliches Thermalbad mitten im Kastanienwald, gespeist von warmen Quellen. Wildbaden lädt ein, die sinnlich-ursprüngliche Seite der Schweiz zu erkunden.
21:05
Die Schweiz hat nah am Wasser gebaut. Viele der Schweizer Städte laden mit tiefblauen Seen, glasklaren Brunnen und froschgrünen Weihern inmitten der urbanen Landschaft zum Baden ein. Diese Oasen sind weit mehr als Rückzugsorte - sie sind lebendige Treffpunkte gesellschaftlichen Miteinanders, Teil einer gelebten und innig geliebten Alltagskultur. Im Wasser ist die Schweiz in ihrem Element. An der legendären Riviera von Montreux pulsiert das Leben vor allem entlang der Stadtstrände am Genfersee. Seit Jahrzehnten Sehnsuchtsort für Reisende wie Einheimische, weiß die Stadt mit ihrer französisch-inspirierten Lebensart zu punkten. Seine Bahnen ziehen kann man in Schweizer Städten aber längst nicht nur in Seen: So etwa erfreut sich in Basel das Brunnenbaden größter Beliebtheit. Die großzügigen Trinkbrunnen der Stadt werden im Sommer zu Pools umfunktioniert, in denen Hitzegeplagte Abkühlung finden. Die künstlich angelegten "Drei Weiher" in St. Gallen wiederum sind nicht nur ein beliebter Erholungsort, sondern auch wertvolles Biotop und damit ein wahres Juwel der Biodiversität. In die morgendliche Stille des Genfersees klingen barocke Harmonien: Man begrüßt die aufgehende Sonne im Sommer mit Konzertreihen direkt am Wasser, bevor halb Genf sich in die Fluten bei den legendären "Bains de Paquis" stürzt - stets begleitet von einem spektakulären Blick auf den Jet d'Eau. In Zürich ist man besonders stolz auf seine historischen Badeanstalten aus Holz. Seit über 100 Jahren schaukeln sie auf dem Wasser, einst als Orte der Reinlichkeit genutzt, sind sie längst zu Orten der Erholung geworden, die den Sommer über kleine Fluchten aus dem Alltag ermöglichen. Das Stadtbaden ist Teil eines Lebensgefühls.
22:00
Das tägliche Nachrichtenmagazin des ORF-Fernsehens. Von Montag bis Freitag liefert "ZIB 2" einen Überblick über die Ereignisse des Tages und bietet dabei vor allem vertiefende Hintergrundinformationen.
22:25
Persönlich und politisch erzählt Regisseur Samir von der Transformation, die aus Arbeitenden Ausländerinnen und Ausländer machte - ein vielschichtiger Blick auf Migration und Identität. SP und Gewerkschaften prägten über hundert Jahre eine solidarische Schweizer Arbeiterkultur. Was einst als gemeinsame Klassenidentität galt, wurde in den 70er-Jahren zunehmend durch eine nationalistisch geprägte Integrationsdebatte ersetzt. Der Dokumentarfilm von Samir beleuchtet diese tiefgreifende gesellschaftliche Veränderung in der Schweiz. Samir, selbst als Migrantenkind in Dübendorf im Kanton Zürich aufgewachsen, verwebt persönliche Erinnerungen mit historischen Analysen und innovativer Bildsprache. Er erzählt eindrücklich, dass der Aufschwung der Schweizer Wirtschaft in der Nachkriegszeit auch auf dem Rücken von ausländischen Gastarbeitern erreicht wurde. Diese arbeiteten oft im Bau- und Gastgewerbe und verrichteten Arbeiten, die die Schweizer Bevölkerung nicht mehr machen wollte. Meist durften die Betroffenen ihre Familien nicht mitbringen und mussten unter miserablen Bedingungen arbeiten. Der Film verknüpft Archivmaterial, Interviews und Animationen zu einem Kompendium über die politische Instrumentalisierung von Migration. Mit dokumentarischer Akribie und aus persönlicher Perspektive, erzählt der Filmemacher wie die Schweizer Gesellschaft jene Menschen ausgrenzte, die sie wirtschaftlich dringend brauchte - damals wie heute.