22:00
Leidenschaft und Talent kann man nicht wirklich lernen - Max Mutzke hat beides im Überfluss. Er hat die Gabe das Publikum in seinen Bann zu ziehen und stellt das eindrucksvoll unter Beweis. Wenn dann dieses Kraftpaket auf die Grammy-nominierte SWR Big Band trifft, entsteht daraus ein energiegeladenes Spektakel aus Talent und Können, das wortwörtlich von den Sitzen reißt. Die unbändige Spielfreude schenkt dem Publikum ein exklusives Erlebnis. "Soul viel mehr" bietet einen Mix aus Mutzke-Hits wie "Welt hinter Glas", "Can't wait until tonight", oder "Marie" sowie aus Soul- und Hip-Hop-Klassikern wie "Me & Mrs. Jones" und Songs von Alicia Keys, Will Smith, Anderson Paak oder Sly & The Family Stone. Freuen Sie sich auf ein besonderes Konzert mit einer charismatischen Stimme, verpackt im vollen Big Band Sound auf der Höhe der Zeit.
23:00
Beim "Baltic Soul Weekender"-Festival 2025 am Weißenhäuser Strand der Gemeinde Wangels in Schleswig-Holstein trat die britische Band Incognito als Headliner auf. Seit den 1980er-Jahren ist die Gruppe rund um Sänger Jean-Paul "Bluey" Maunick eine der wichtigsten Formationen der R&B- und Acid-Jazz-Szene. Incognito stehen seit mehr als vier Jahrzehnten für eine stilprägende Verbindung aus Soul, Jazz-Funk und Groove. Mit Titeln wie "Always There", "Still a Friend of Mine", "Nothing Makes Me Feel Better" oder dem Stevie-Wonder-Cover "Don't You Worry'Bout a Thing", prägte die Band um Mastermind Jean-Paul "Bluey" Maunick die britische Acid-Jazz-Bewegung nachhaltig und erreichte ein internationales Publikum weit über die Clubszene hinaus. 3sat zeigt das Konzert der britischen Acid-Jazz-Formation beim "Baltic Soul Weekender" 2025. Das Festival zählt seit Jahren zu den bedeutendsten Soul- und Funk-Events Europas und bringt internationale Künstlerinnen und Künstler sowie ein musikbegeistertes Publikum zum Weißenhäuser Strand an die Ostsee. Beim ausverkauften "Baltic Soul Weekender" 2025 präsentierte die zwölfköpfige Band ein mitreißendes Set aus Klassikern und neueren Produktionen - getragen von virtuoser Musikalität, markanten Bläsersätzen und einem energiegeladenen Sängertrio.
23:45
Donbass 2014: Eine schwangere Frau weigert sich, ihr Haus an der umkämpften ukrainisch-russischen Grenze zu verlassen, obwohl im Wohnzimmer anstelle der Wand ein riesiges Loch klafft. Im Spannungsfeld zwischen einfühlsamem Familiendrama und schonungslosem Antikriegsfilm siedelt Maryna Er Gorbach das Psychogramm einer Frau mit ihrer sehr persönlichen Perspektive auf den Krieg in der Ukraine an. Im Donbass 2014: Irka und Tolik leben in einem kleinen Dorf an der ukrainisch-russischen Grenze. Sie erwarten ihr erstes Kind und machen sich die üblichen Gedanken werdender Eltern. Gleichzeitig sehen sie sich jedoch mit den immer intensiver werdenden kriegerischen Handlungen zwischen separatistischen Milizgruppen, die von Russland unterstützt werden, und der ukrainischen Armee konfrontiert. Während eines Angriffs verlieren sie sogar die Wohnzimmerwand ihres beschaulichen Hauses und leben fortan mit einem Blick in die offene Landschaft, in der Unvorstellbares geschieht. Allen Widrigkeiten zum Trotz weigert sich Irka, ihr Zuhause zu verlassen, obwohl Tolik sie drängt, in der Stadt Sicherheit zu suchen. Tolik wiederum wird von Irkas Bruder massiv angegriffen, weil dieser ihn der Kollaboration mit den Separatisten beschuldigt. Selbst als der international für Bestürzung sorgende Abschuss der Passagiermaschine MH17 in ihrer direkten Nähe die Lage verschärft und Tolik zwischen die Fronten gerät, plant Irka stur das Leben mit ihrem Kind weiter. Bis die Separatisten Tolik vor eine grausame Entscheidung stellen. Der Spielfilm "Klondike" der ukrainischen Regisseurin Maryna Er Gorbach ist von einer beklemmenden Aktualität, denn er zeigt rückblickend die "Geburtsstunde" eines Konflikts, der immer noch die gesamte Welt schockiert. In ebenso eindringlichen wie vielschichtig komponierten Bildern, die an klassische Malerei und Western-Szenarien erinnern, erzählt "Klondike" vom Widerstand einer schwangeren Frau gegen die brutalen Realitäten eines Kriegs, in dem die Konfliktparteien in ihrem ideologischen Kampf um die "richtige" Zugehörigkeit Familien auseinanderreißen und die Lebensgrundlage der Menschen zerstören. Die meisterliche Inszenierung, die spannungsvoll und irritierend zwischen Realismus, surrealen Momenten und allegorischer Kraft oszilliert, und nicht zuletzt das brillante Schauspiel von Oxana Cherkashyna als Irka verleihen der Geschichte vom Überleben im Krieg ihre stille Wucht. Durch seine Menschlichkeit und universelle Aussage wird der Film auch noch weit jenseits aktueller Berichterstattung und Breaking News über die Grausamkeit des Kriegs Bestand und Relevanz haben. "Klondike" wurde 2022 auf dem "Sundance Film Festival" mit dem Regiepreis und auf der Berlinale im Panorama-Programm mit dem Preis der ökumenischen Jury ausgezeichnet. Außerdem erhielt er auf dem Festival im schweizerischen Fribourg den "Großen Preis", den Kritikerpreis sowie den Preis der Jugendjury, in Seattle den "Grand Jury Price" und beim Friedenspreis des Deutschen Films einen Spezialpreis.