20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:16
Mit ihrer wilden Landschaft ist die Bretagne ein Sehnsuchtsziel in Europa. Der Westen Frankreichs ist umrandet vom Meer. Stürmisches Wetter und ein raues Klima verleihen ihm eigenen Charme. Im Binnenland liegen tiefe Wälder und hügelige Heide, an den Küsten zerklüftete Steilhänge mit bizarren Felsformationen, dazwischen karibisch anmutende Strände mit weißem Sand. Kein Ort ist weiter als 80 Kilometer von der Küste entfernt. Die meisten Bretonen leben von und mit dem Meer. Der Film von Elke Bille erzählt die Geschichte typischer Bretonen. Sie zeigen ihren Alltag und ihre Herausforderungen. Die Reise beginnt am Mont Saint-Michel. Der liegt zwar offiziell in der Normandie, ist aber in Sichtweite der Bretagne. Das Örtchen Cancale ist berühmt für seine Austern. Familie Raccine betreibt an der Promenade ein kleines Restaurant, in dem es ausschließlich Austern aus der eigenen Zucht gibt. Die Bänke, auf denen die Austern wachsen, stehen mitten im Meer und sind mit dem Trecker nur bei Ebbe erreichbar. Jedes Mal ein Wettlauf mit den Gezeiten, denn nur knapp sechs Stunden haben sie Zeit, Austern zu ernten und sich um die Zucht zu kümmern, dann setzt die Flut mit starker Strömung wieder ein. In Saint-Malo gibt es das Phänomen der Springflut, die "grande marée", die besonders bei Sturm den ufernahen Häusern mit hohen Wellen heftig zusetzt. In der Nähe von Saint-Malo liegt das Gezeitenkraftwerk La Rance, das 1966 gebaut wurde und mehr als 40 Jahre lang das größte Kraftwerk seiner Art war. Die Bretagne ist berühmt für Buchweizen. Früher ein Arme-Leute-Getreide, heute dagegen eine kulinarische Spezialität des Landes, besonders als Zutat von Galettes. Im Mittelalterstädtchen Vitré dreht sich fast alles um den Buchweizen: Landwirt Immanuel Guardon baut ihn vor den Toren der Stadt an, der Müller Arnaud Chenard mahlt ihn in der ältesten Mühle der Gegend zu Mehl, das Nadine Keroudan in ihrem Food-Truck für Galettes auf dem Markt verwendet. In Lamballe liegt ein Nationalgestüt aus Napoleonischer Zeit. Dort ist die Hengststation für die berühmte Zugpferderasse der Bretagne, Postier Breton. Kutscher Stephane Baillif trainiert die Pferde und bildet sie aus. Und er geht mit ihnen zur Arbeit, mitten in Lamballe. Etwas weiter westlich liegt Brocéliande. Der Sage nach soll dort Merlin begraben sein. Typisch bretonisch sind die Epagneul Bretons, eine bretonische Jagdhundrasse. Patrick Morin züchtet mit großem Erfolg, doch jedes Mal, wenn ein Kunde ein Tier abholt, steht der Züchter vor einer besonderen Herausforderung: Wird der Hund das neue Herrchen akzeptieren? In Carantec betreibt Jean Marie Jezequel eine kleine Werft, in der ausschließlich Holzboote gebaut werden. Schon der Urgroßvater baute an der Bucht von Morlaix kleine Jachten. Später übernahmen der Großvater und dann der Vater die Werft. Heute ist Jean-Marie der Chef in einer der letzten Werften in Frankreich, die Holzjachten baut. Etwas weiter an der Küste Richtung Westen liegt im Finistère das Örtchen Plouguerneau. Dort züchtet Sylvain Huchette mitten im Atlantik Abalonen, also Seeohren, eine Schneckenart. Er ist der erste Züchter dieser Schnecken in Europa und beliefert Pariser Gourmetrestaurants. Ouessant ist die westlichste Insel Frankreichs. Sie ist berühmt für ihre fünf Leuchttürme und liegt sehr einsam weit draußen vor dem Festland. Dort lebt Charlene Creac'h, eine junge Schäferin, die sich vor vier Jahren mit ihrer Milchschafherde selbstständig gemacht hat. Eine große Aufgabe mit viel Verantwortung, sagt sie, aber sie wollte unbedingt auf Ouessant leben, denn nirgendwo gibt es mehr Freiheit und Zusammenhalt als auf dieser Insel. Von Ouessant geht es über Crozon weiter nach Quimper. Dort baut Marin Lhopiteau ganz besondere Instrumente: keltische Harfen in echt. Eine filmische Entdeckungsreise zum Staunen und Träumen entlang der Küste und quer durch die magische Bretagne.
21:45
Verträumte Dörfer in den Hügeln, mediterrane Küche und ein super Klima - die Provence ist ein Sehnsuchtsort. Etwas abseits der touristischen Hauptrouten, östlich von Marseille, liegt die Provence Verte. "Erlebnisreisen" erkundet diese Region in Südfrankreich.
22:00
Das tägliche Nachrichtenmagazin des ORF-Fernsehens. Von Montag bis Freitag liefert "ZIB 2" einen Überblick über die Ereignisse des Tages und bietet dabei vor allem vertiefende Hintergrundinformationen.
22:29
"Wie die Liebe geht" ist ein beobachtender Dokumentarfilm, der den Verlauf der Liebes- und Lebensgeschichten von drei Paaren aus Deutschland über sieben Jahre - 2016 bis 2023 - erzählt. Die Protagonisten-Paare - Nici und Benni aus Berlin, Nicola und Mirko aus Bremen, Patty und Sarah aus NRW - sind zu Beginn der filmischen Beobachtung allesamt bis über die Ohren verliebt und überzeugt, dass sie ihr Leben fortan gemeinsam verbringen möchten. Sie heiraten, gründen Familien, schreiben Doktorarbeiten und träumen von einer heilen schönen Zukunft. Bis der stressige Alltag, ein zuweilen etwas glanzloses Elternsein und ein Liebesungleichgewicht in der Beziehung zu Herausforderungen werden, die nicht jedes Paar bewältigen kann. Ein Paar wird zudem völlig unvorhersehbar von einem Schicksalsschlag getroffen und muss nicht nur die Liebe, sondern das ganze Leben von Grund auf neu sortieren. Auf dem ereignisreichen Weg dieser sieben Jahre geht Liebe verloren, aber sie transformiert sich auch zu etwas Neuem und bleibt in anderer Form bei allen bestehen. Sie trägt sich weiter in den Kindern, die am Ende zu kleinen Persönlichkeiten herangewachsen sind und enthüllt angesichts größter Herausforderungen einen schönen wahren Kern, der die Zuschauer wehmütig und dennoch hoffnungsvoll in die eigene private Zukunft entlässt. Gemacht wurde dieser berührende Langzeitdokumentarfilm von Judith Keil und Antje Kruska, zwei Berliner Regisseurinnen und Produzentinnen.
23:59
"Ich bin eine Überwinderin", sagt Yemisi. Ein Satz, der durch diesen Film führt - in ein Leben zwischen Triumph und tiefem Zweifel, zwischen Stadionlärm und innerer Stille. Als die Kugelstoßerin am 9. August 2024 in Paris den Ring betritt, ist sie dort den Blicken von 80.000 Menschen ausgesetzt. Yemisi ist Außenseiterin - und doch steht sie dort mit einer Gewissheit. Und gewinnt olympisches Gold für Deutschland. Doch schon vor ihrer Sportkarriere musste sie Hürden überwinden. Yemisis Mutter ist Deutsche, ihr Vater stammt aus Nigeria. Yemisi wird in Deutschland geboren und wächst in der Pfalz auf. Sie fühlt sich dennoch fremd: Mobbing, Ausgrenzung und rassistische Sticheleien prägen ihre Schulzeit. Sätze wie "Du bist zu groß!", "Deine Haare sind hässlich!", "Du gehörst nicht dazu!" graben sich tief in das Selbstbild des jungen Mädchens ein. Die Traurigkeit hatte sie in eine Folie des Schweigens gepackt. Die damals 12-Jährige zieht sich zurück, überlegt sogar, ob es nicht einfacher wäre, wenn sie gar nicht mehr da ist. Sie will nur, dass sich etwas ändert. Es ändert sich erst etwas als Yemisi auf Abigail trifft, die Jugendleiterin in der Kirchengemeinde. Und sie ist es, die das Seelengift neutralisiert und Yemisi im Glauben einen Halt finden lässt. Seitdem gibt ihr der Glaube Halt und Sicherheit: "Gott liebt Dich mit Höhen und Tiefen. Seine Liebe ist bedingungslos", so Yemisi. Am Höhepunkt ihrer Karriere fängt Yemisi auf der Pressekonferenz spontan an zu singen: "I almost let go" heißt der Soundtrack. "Ich hätte fast aufgegeben, aber Gott half mir." Es ist der Soundtrack des Moments, ihrer Olympischen Spiele in Paris. Denn zunächst - beim 1. Stoß im Finale - stürzt Yemisi: "Ich bin gefallen. Das bin ich oft in meinem Leben. Wieder aufzustehen ist die Kunst." Aus dem Sturz wächst Kraft, aus Angst und Konzentration, aus Schmerz und Bewegung. Im entscheidenden sechsten Versuch fliegt die Vier-Kilo-Kugel auf magische 20 Meter. Gold! So wird aus der Geschichte einer Olympiasiegerin ein universeller Film über Zugehörigkeit, seelische und körperliche Kraft, über die Kunst, immer wieder aufzustehen, über die Freude am Sport und dem Leben. Ein poetisches Porträt über das Aufstehen, über Würde, Glaube und über die Kraft, sich immer wieder selbst neu zu erschaffen. Und vielleicht ist genau das das eigentliche Gold ihres Lebens. Yemisi hat nach den Dreharbeiten geheiratet. Aus Yemisi Ogunleye wird Yemisi Mabry: ein neuer Name für ein Leben, das sich immer wieder neu erfindet.