17:30
Die Inkastadt Machu Picchu hoch in den Anden, brodelnde Vulkane, eisbedeckte Bergriesen: So überwältigend ist in Peru die Natur, dass die Berge immer noch als Gottheiten verehrt werden. 16 aktive Vulkane gibt es dort, sie sind Teil des Pazifischen Feuerrings. Der Kondor ist selten geworden in den Anden, doch im Süden Perus kann man ihn noch beobachten. Spektakulär ist der Titicacasee, der auf 4000 Metern Höhe höchstgelegene schiffbare See der Welt. Die Menschen in den peruanischen Anden führen ein hartes Leben inmitten einer grandiosen Natur. Vor jedem Aufstieg wird ein Opfer gebracht: Kokablätter für die Berggötter. Auch die Lastenträgerin Margot Kandori hält an dem Ritual fest. Die Mutter dreier Kinder arbeitet für Reisegruppen auf dem "Inca-Trail", schleppt bis zu 15 Kilogramm schwere Rucksäcke die Berge hinauf. Antonio Milla überquert mit einem betagten Lkw zweimal pro Woche einen 4700 Meter hohen Andenpass, um Nachschub für seinen Dorfladen zu holen. Dabei passiert er den Huascarán - mit 6768 Metern Perus höchsten Berg. Den Ausblick genießen kann er nicht. Er konzentriert sich auf die Serpentinen und hofft, dass die Bremsen halten. Grisaida Suyllo, Bäuerin aus der Gegend von Cuzco, versorgt unter der Woche ihre Familie und Tiere. Doch am Wochenende verwandelt sie sich in die Mittelstürmerin einer Frauenfußballmannschaft. Auf dem Platz in 3600 Meter Höhe hat ihr Team Heimvorteil: Gegnerischen Spielerinnen bleibt da schnell die Luft weg. Von der Karibik bis zum ewigen Eis: Mit rund 7500 Kilometern sind die Anden das längste Gebirge der Welt. Es verläuft von den Tropen bis weit in die sogenannten Außertropen. In fünf Folgen stellt die Dokumentationsreihe diese unbeschreiblich vielfältige Welt vor: unberührte Natur, spannende Menschen und eine faszinierende Tierwelt, alte Kulturen, Bräuche und Mythen sowie moderne Lebenswelten der Stadt.
18:15
Sie klettern, zwängen sich durch Spalten, durchbeißen Bleirohre und erobern ihr Umfeld immer wieder aufs Neue. Eine wissenschaftliche Entdeckungsreise in die Welt der Ratten. Seit Jahrtausenden gehasst und gejagt, sind Wanderratten eines der am meisten verbreiteten Lebewesen auf unserem Planeten - unsichtbar, aber allgegenwärtig. Doch kaum bekannt ist, mit welch erstaunlichen Fähigkeiten sie zu Überlebenskünstlern der Evolution wurden. In der "Rat City" New York geht der städtische Nagetierforscher Bobby Corrigan auf eine Tour durch begehrte Rattenimmobilien. Die Ratten dort haben gelernt, in Abwasserkanälen und Wolkenkratzern zu leben. Auf den unterirdischen Autobahnen der U-Bahn-Linien haben Ratten in jedem Bezirk der Stadt ihre "Pfoten im Spiel" und tauchen auf Friedhöfen, in Baumgruben und mitunter in der einen oder anderen Toilette auf. Ratten springen bis zu eineinhalb Meter hoch. Sie können bis zu 15 Meter tief fallen, ohne sich zu verletzen, und schwimmen problemlos durch kommunale Abwassersysteme und moderne Rohrleitungen. Mit ihren kräftigen Kiefern und scharfen Schneidezähnen bearbeiten sie härteste Materialien. Trotz ihrer hohen Anpassungsfähigkeit hat sich aber auch herausgestellt, dass der Abenteuerlust der Ratte Grenzen gesetzt sind. Kaylee Byers, Biologin für Wildtiergesundheit, ist an vorderster Front in Vancouvers städtischem Rattenreich tätig. Sie hat eine beachtenswerte Entdeckung gemacht: Die Rattenpopulation von Vancouver ist kein Gebilde wie ein Staat, sondern über die gesamte Stadt verteilt in verschiedenen Clans organisiert. Die Mitglieder dieser Clans entfernen sich selten mehr als 100 Meter von ihrem Zuhause - ein Verhalten, das nicht zuletzt dazu beitragen kann, die Übertragung von Krankheiten zu verhindern. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen auch, dass Verhaltensforschung mit Ratten für den Menschen von großem Nutzen sein kann. Kelly Lambert, Neurowissenschaftlerin an der Universität Richmond, trainiert Ratten, Miniaturautos zu fahren. Sie und ihr Team haben entdeckt: Das Fahren dient den Ratten nicht nur zum Stressabbau, sondern verbessert auch die Fähigkeit ihres Gehirns, sich zu verändern und anzupassen. Diese Ergebnisse könnten zu einem besseren Verständnis zahlreicher neurodegenerativer Störungen und Krankheiten wie ADHS und Alzheimer führen.
19:00
Die Nachrichten des Tages. Der relevante Überblick aus der Nachrichtenredaktion des ZDF mit Vertiefung und Einordnung zu den wichtigsten Ereignissen in Deutschland und der Welt.
19:18
3sat zeigt das Wetter aus den 3sat-Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz.
19:20
"Kulturzeit" ist das werktägliche Kulturmagazin von 3sat. "Kulturzeit" mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. Das Magazin bietet Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.
20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:15
Hinter der weißen Jugendstilfassade des Hotels Dreesen tobt ein Machtkampf um die Zukunft des florierenden Rheinhotels. Juniorchef Emil Dreesen setzt auf Amüsement, Glamour und Weltoffenheit. Ganz anders sind die Vorstellungen seines nationalkonservativen Vaters Fritz. Emils Idee, den Filmstar Charlie Chaplin als Gast einzuladen, erweist sich als geniale PR-Maßnahme. Auch in Familienangelegenheiten setzt sich Emil gegen seine Eltern Fritz und Maria durch. Als seine jüngere Schwester Ulla das uneheliche Kind des senegalesisch-französischen Soldaten Bakary Diarra zur Welt bringt, sorgt Emil entschlossen dafür, dass der Junge in der Familie aufwachsen kann und dem Rassismus nicht tatenlos begegnet wird. Auf den "guten Ruf" im erzkatholischen Bad Godesberg nimmt Emil ohnehin keine Rücksicht. Er engagiert die Sängerin Claire Deltour aus Paris, deren freizügiges Varietéprogramm für Aufsehen sorgt und gefährliche Stammgäste brüskiert: Adolf Hitler und seine Entourage, die das Hotel als Hauptquartier am Rhein nutzen. Während Emils Eltern die Wertschätzung des aufstrebenden Machtpolitikers suchen, verweigert der Juniorchef ihm beharrlich den "Führergruß". Als ihm jedoch eine Verhaftung durch einen örtlichen SA-Mann droht, muss Emil seine eigenen Grundsätze verraten - nicht ohne Folgen. Der zweiteilige Fernsehfilm erzählt vom Überlebenskampf einer regimekritischen und teils jüdischen Hoteliersfamilie in Bonn über drei Generationen nach der Katastrophe des Ersten Weltkriegs. Das historische TV-Epos wirft einen ungewöhnlichen Blick auf die "Wilden Neunzehnzwanziger" jenseits von Berlin und thematisiert die damaligen Konflikte um Demokratie, Freiheit und Frauenbilder.
21:45
"Erlebnisreisen" sind die Zusammenfassung von Magazinbeiträgen oder kürzere exklusive Reportagen. Die Attraktivität der dargestellten Reiseziele steht im Vordergrund. Es werden praktische Tipps und konkrete Anregungen gegeben. Die Routen und Ziele sind nachvollziehbar beschrieben.
22:00
Das tägliche Nachrichtenmagazin des ORF-Fernsehens. Von Montag bis Freitag liefert "ZIB 2" einen Überblick über die Ereignisse des Tages und bietet dabei vor allem vertiefende Hintergrundinformationen.
22:25
New York 1978: Ein Trickbetrüger-Paar wird von einem ehrgeizigen FBI-Agenten gezwungen, als Lockvögel für ihn zu arbeiten. Sein Ziel ist es, ein paar Politiker der Korruption zu überführen. Zu diesem Zweck erfindet man einen arabischen Scheich, der angeblich üppig in die marode Casino-Metropole Atlantic City investieren will. Doch als der Ermittler nebenbei auch noch die Mafia in seine Falle locken möchte, wird das Eis für alle Beteiligten gefährlich dünn. Obwohl der Wäschereibesitzer und erfolgreiche Trickbetrüger Irving Rosenfeld und seine neue Partnerin und Geliebte Sydney Prosser ihr Metier beherrschen, müssen sie nach ihrer Entlarvung den windigen FBI-Mann Richie DiMaso bei einem größenwahnsinnigen Plan unterstützen: Um den angesehenen, grundehrlichen Bürgermeister Carmine Polito und ein paar andere Politiker aus New Jersey der Bestechlichkeit zu überführen, konstruiert man - nach einer schiefgelaufenen Aktion - schließlich die ganz große Falle: Ein als arabischer Scheich auftretender mexikanischer FBI-Agent soll einen Großinvestor spielen, der die marode Glücksspielmetropole Atlantic City zu neuer Größe führen und deshalb ein paar Geldkoffer verteilen wird. Doch in DiMasos Gleichung gibt es leider ein paar Unbekannte, zu denen an vorderster Front Irvings unberechenbare Ehefrau Rosalyn gehört. Die begnadete Neurotikerin erpresst Irving erfolgreich mit ihrem Sohn aus einer anderen Beziehung, den Irving abgöttisch liebt und durch eine Trennung keinesfalls verlieren will. Vor allem aber wünscht die blonde Granate ihrer Nebenbuhlerin Sydney die Pest an den Hals. Also drängt sie sich vehement in das Leben ihres Mannes zurück, in dem sie umgehend größere Flurschäden anrichtet. Das gelingt ihr besonders gut, als man die Mafia mit ins Boot holt, ohne deren Glücksspiel-Know-how und Beziehungen in Atlantic City nichts zu machen ist. Während Irving, DiMaso, der falsche Scheich und der ahnungslose Bürgermeister Polito mit der eigens aus Florida angereisten Mafia-Größe Victor Tellegio verhandeln, flirtet die frustrierte Rosalyn heftig mit Mafioso Pete Musane aus Tellegios Entourage. Eine Beziehung, die zur Zeitbombe wird, weil die völlig unberechenbare Rosalyn sich fast pausenlos im Angriffsmodus befindet und nie den Mund halten kann. Als DiMaso in seinem Übereifer endlich einen groß angelegten Deal bei seinen FBI-Vorgesetzten durchgesetzt hat, um das Netzwerk aus Politik und Mafia auffliegen zu lassen, plappert Rosalyn bei ihrem neuen Lover natürlich alles aus, was sie nebenbei so aufgeschnappt hat. Ab sofort herrscht Alarmstufe Rot, denn die Mafia versteht in Geldangelegenheiten nun mal wenig Spaß. "American Hustle" ist eine raffinierte Satire über "Abscam", eine zweifelhafte Geheimoperation des FBI, die Ende der 1970er-Jahre den Trickbetrüger Melvin Weinberg verpflichtete, um korrupte Politiker zu überführen. Nach der Gründung einer Scheinfirma von Geschäftsmännern aus dem Nahen Osten gingen dem FBI sechs Kongressabgeordnete und der Bürgermeister von Camden in die Falle. Das Codewort "Abscam" setzte sich dabei aus Abdul, dem Namen des falschen Scheichs, und "Scam" (Betrug) zusammen. Frei nach dieser realen Begebenheit schickt Regisseur David O. Russell seine notorisch hochstapelnden Figuren in eine perfekt nachgebaute 1970er-Jahre-Welt, gespickt mit monströsen Frisuren, Wahnsinns-Klamotten und der "Alles-ist-möglich"-Energie der Disco-Ära. Was die verwegenen Frisuren betrifft, hat man selten in einem Film dermaßen viele Frisiertechniken thematisiert - von der Herren-Dauerwelle über konventionelle Lockenwickler bis zu abenteuerlichen Toupé-Konstruktionen. Eine Betrugs-, aber auch eine große Liebesgeschichte, in der fast jeder jeden über den Tisch zieht, komplex erzählt und unglaublich gut gespielt. Nominiert für zehn Oscars, ohne einen einzigen dann tatsächlich zu gewinnen. Das von "Hektik" über "Gedrängel" bis zu "Betrug" vielseitig verwendbare, schillernde englische Wort "Hustle" könnte man mit so etwas wie "geschäftiges Treiben" übersetzen.