14:47
Fjorde und Wasserfälle, Gletscher und Hochebenen: An der Seite von Moderatorin Tamina Kallert wird der Westen Norwegens zu einem beeindruckenden Naturkino für die Augen. Die Stationen der Reise sind Fjaerland am Jostedalsgletscher, das Weltkulturerbe Närøyfjord, die Aussichtsplattform Stegastein und der Nationalpark Hardangervidda, Europas größte Hochebene. Und in Bergen trifft Tamina die norwegische Starviolinistin Ragnhild Hemsing. Norwegens Westen ist modern und zugleich nahe an der eigenen Vergangenheit. Tamina Kallert erkundet die Bautechnik der 850 Jahre alten, hölzernen Stabkirche Borgund und spricht mit den "Bewohnern" eines Wikinger-Freilichtmuseums über den Glauben an Trollgeister. Sie trifft einen Hotelbesitzer, der sich selbst als "Nationalromantiker" bezeichnet, und eine Biobäuerin verrät, wie man in nur sechs Monaten ausreichend Gemüse hochzuziehen kann. In Bergen geht es um das ehemalige Hanseviertel Bryggen und um den Komponisten Edvard Grieg. Stargeigerin Ragnhild Hemsing spielt auf der Hardangerfiddel und erklärt Tamina Kallert den Aufbau des norwegischen Nationalinstruments. Die Fjorde im Westen Norwegens sind UNESCO-Weltnaturerbe - und die Norwegerinnen und Norweger begreifen sie als Geschenk, auf das man gut aufpassen muss. Das tun sie. Auf dem engsten und schönsten Fjord, dem Närøyfjord zwischen Flam und Gudvangen, fährt Tamina Kallert mit der ersten Elektrofähre der Welt: lautlos und ohne Abgase. Das Bücherdorf Fjaerland liegt am Fuß des Jostedalsbreen, des zweitgrößten Gletschers in Europa. Dort hält Tamina 1000 Jahre altes Eis aus der Wikingerzeit in den Händen, das vom Gletscher heruntergespült wurde. Der von Einheimischen und Touristen mitgetragene Respekt vor der Natur macht das "Jedermannsrecht" möglich: Übernachten in der Natur und Fischen im Salzwasser ist jederzeit überall erlaubt. Das WDR-Funkhausorchester unterstreicht die atemberaubenden Bilder mit einem außergewöhnlichen Sound, komponiert von dem Australier Gordon Hamilton. Entstanden ist ein Film, der unter die Haut geht.
16:16
Türkisfarbenes Wasser, weiße Strände, hohe Klippen - und das im hohen Norden! Vor der Nordspitze Norwegens, weit jenseits des Polarkreises, liegen die Lofoten. Rund 80 Inseln, eingebettet ins Europäische Nordmeer, ein Randmeer des Arktischen Ozeans. Die wichtigsten Inseln sind über Brücken und Inseln verbunden, andere erreicht man nur per Boot. Das Leben der Menschen wird bestimmt vom Wetter und den Jahreszeiten. Seit weit über 1000 Jahren sind die Lofoten eine Hochburg der Kabeljau-Fischerei. Von Januar bis April ziehen riesige Schwärme aus der Barentssee in diese Gewässer und locken Fischer aus dem ganzen Land auf die Lofoten. Einer der jüngsten ist der 20-jährige Jonas. Zusammen mit seinem Bruder Elias hat er einen kleinen Kutter gekauft. Jetzt hoffen die zwei auf den "ganz großen Fang". Rund ein Viertel des Fischfangs landet zum Trocknen auf Leinen. Nur wenn das Wetter im Frühling gut ist und der Fisch richtig durchtrocknet, ist es ein gutes Jahr für Unternehmer wie Harald. Er ist in vierter Generation dabei und will das Geschäft einmal weitergeben an seine Tochter Sara. Die ist gerade einmal zehn, aber verdient schon jetzt etwas dazu: mit dem Herausschneiden der Fischzungen. Die sind dort eine echte Delikatesse und werden von den Einheimischen gern verspeist. Rund 5000 Euro Taschengeld verdiene sie so im Jahr, erzählt Sara nicht ohne Stolz. Neben dem Fisch ist der Tourismus die zweitwichtigste Einnahmequelle. Auch Ragna und seine Frau kümmern sich um Gäste aus aller Welt. Die beiden betreiben ein kleines Hotel mit Café im Zentrum von Henningsvej. Ragna ist im Ort bekannt wie ein bunter Hund. Das liegt nicht nur an seinen Stadtführungen und Bootsausflügen, sondern vor allem an seiner Lieblingsrolle, in die er an Weihnachten schlüpft: den Santa Claus von Henningsvej. "Es ist einfach wahnsinnig schön, hier zu Hause zu sein. Das vergisst man manchmal. Aber das Interessante ist, dass einem die Gäste wieder klar machen, wo wir eigentlich leben". Kari ist mehrfache Weltmeisterin im Kitesurfen und Zugezogene. Sie hat ihr komfortables Leben in Südnorwegen aufgegeben und ist in ein Wohnmobil auf die Lofoten gezogen. Zusammen mit Hund Truls. "Ich habe mich für ein sehr einfaches Leben entschieden: Mir genügt der Camper, eine Hütte oder ein Zelt. Ich will keinen Nine-to-five-Job. Für mich ist Freiheit wichtiger als ein großes Haus." Um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, hat sie ein Wassersportzentrum eröffnet. Wenn mal keiner da ist, zum Beispiel weil es regnet, schnappt sich Kari ihr SUP-Board und geht selbst raus in die Natur. Truls darf natürlich mit. Die Lofoten sind dünn besiedelt. Nur 24.000 Menschen leben dort. Unstad ist mit 15 Einwohnern einer der kleinsten Orte, aber auch eine echte Berühmtheit. Dort befindet sich das nördlichste Surfcenter der Welt. Jedes Jahr bereitet die Truppe um Kristoffer das "Lofoten Surf Festival" vor. Dazu reisen Surfer aus ganz Norwegen an. Eigentlich geht es aber nicht um Höchstleistungen, sondern mehr um eine Performance der anderen Art: Es gewinnt, wer beim Surfen im Bären- oder Weihnachtsmannkostüm den größten Spaß hat.
17:45
Die dänische Insel Møn wurde vor 70 Millionen Jahren durch eine tektonische Bewegung aus dem Wasser gehoben. Zum Vorschein kam ein Superlativ: die höchsten Kreidefelsen Dänemarks. Die weißen Klippen sind bis zu 143 Meter hoch und erstrecken sich über sechs Kilometer an Møns Ostküste. An einer Stelle führt eine steile Treppe mit 497 Stufen zum Meer hinunter, eine Attraktion, aber auch ganz schön anstrengend. Vor allem im Sprinttempo bergauf. Lone Fogsgaard Rasmussen nimmt am alljährlichen Møn-Lauf teil: 50 Kilometer ist die Strecke inklusive dreimal die Treppe hoch. Wenn der Wind aus Nordwest bläst und frisches Seegras angespült wurde, macht sich Kurt Schierup mit Bagger und Anhänger auf an den Strand. Er ist einer der letzten Seegrasbauern Europas. Rund 400 Tonnen erntet er im Jahr und liefert es in die ganze Welt: als Dämmmaterial, Dünger oder zum Dachdecken. Die Kirchen auf Møn sind berühmt für ihre Kreidezeichnungen. In einem der Kirchenchöre zu singen, ist für die Bewohnerinnen und Bewohner Ehrensache und hat eine lange Tradition. Im Hauptort Stege bereitet sich die zwölfjährige Asta Helene auf einen besonderen Auftritt vor: Ihr Mädchenchor ist der älteste Dänemarks. Und schon Astas Urgroßmutter, Großmutter und Mutter haben dort gesungen. Nun steht eine Premiere bevor - Asta und ihre Großmutter treten gemeinsam auf. Für Lotte Vinge ist der Herbst die Hauptsaison. Dann ist ihr Hopfen reif zur Ernte. Lotte ist die Bierbrauerin der Insel. Die Rezeptur stammt von ihrer Großmutter. Die hatte ausschließlich für Nachbarn und Freunde starkes Bier gebraut und war dadurch zur Insellegende geworden. Der unscheinbare Hofladen ist bis heute ein Geheimtipp, den nur Einheimische kennen. In Nyord hat William Houman eigentlich immer ein Platzproblem. Er leitet das kleinste Museum Dänemarks. In einem rund vier Quadratmeter großen Lotsenausguck hat er ein Museum eröffnet. Königin Margrethe II. weihte das Museum bei einem Besuch der Insel im Jahr 2013 ein. Nun steht eine Sonderausstellung an: ein altes Fernrohr, ein altes Lotsenbuch und ein paar Postkarten. Viel mehr Exponate kann William beim besten Willen nicht unterbringen, schließlich müssen auch noch Besucherinnen und Besucher Platz finden. Rekord waren 23 Personen.
18:30
Das 3sat-Wissenschaftsmagazin berichtet ausführlich, verständlich und aktuell über Technik, Medizin, Wissenschaft und Forschung. "nano" macht Zukunftsvisionen sichtbar und erfahrbar. Durch eine unterhaltsame, spannende und informative Mischung von Wissenschaftsfilmen macht "nano" seine Zuschauer fit für die Welt von morgen. "nano" ist ein aktuelles Magazin und enthält Studio- und Schaltgespräche. Regelmäßig werden Schwerpunkte gesetzt und wissenschaftlich beleuchtet.
19:00
Die Nachrichten des Tages. Der relevante Überblick aus der Nachrichtenredaktion des ZDF mit Vertiefung und Einordnung zu den wichtigsten Ereignissen in Deutschland und der Welt.
19:22
3sat zeigt das Wetter aus den 3sat-Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz.
19:24
"Kulturzeit" ist das werktägliche Kulturmagazin von 3sat. "Kulturzeit" mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. Das Magazin bietet Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.
20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:15
Egal ob Reichtum, Persönlichkeit, Gesundheit oder Liebe - für jeden nur erdenklichen Bereich des Lebens gibt es Coaches, die ein erfolgreiches und erfülltes Leben versprechen. Coaching boomt. Man muss nur das richtige Mindset haben, wie es im Fachjargon heißt, die richtige Einstellung, dann schafft man es spielerisch zu Glück und Wohlstand. - Eine Reportage über viele falsche Erfolgsversprechen in der boomenden Coachingszene. Immer mehr Menschen vertrauen Coaches und sind bereit, in kurzer Zeit Tausende Euros zu bezahlen. Reporterin Nora Zoglauer hat in der österreichischen Coachingszene recherchiert. Sie hat Investmentpunk Gerald Hörhan getroffen, aber auch Menschen besucht, die auf der Suche nach Glück, Reichtum und Erfolg viel Geld verloren haben. "Die Beschäftigung mit dem verunsicherten 'Ich' ist in unübersichtlichen Zeiten ein lukratives Geschäft geworden", sagt Ulrike Schiesser, Leiterin der österreichischen Bundesstelle für Sektenfragen. Einen seriösen von einem unseriösen Coach zu unterscheiden, ist oft kaum möglich, da die Berufsbezeichnung "Coach" nicht geschützt ist. Jeder kann in Österreich als Coach sein Geld verdienen.
21:05
Hand auflegen, Aura reinigen, Energieblockaden lösen - alles Dienstleistungen, die äußerst gefragt sind. "Am Schauplatz" hat sich in der österreichischen Energetiker-Branche umgesehen. Für den Gewerbeschein braucht man keinerlei Ausbildung. Energetiker kann jeder sein, wenn er oder sie sich berufen fühlt. Während die einen auf die Kräfte der Energetiker schwören, reden die anderen von Abzocke und Geschäftemacherei. Doch was stimmt? Petra Steinacker ist Energetikerin im steirischen Bad Gleichenberg. Sie behandelt ihre Klienten gern mit technischen Gerätschaften: "Einmal hat mich eine Freundin angerufen, deren Mann starke Zahnschmerzen bekommen hat. Obwohl die beiden gerade im Regenwald waren und ich in Österreich, waren die Zahnschmerzen nach 15 Minuten weg." Petra Strasser ist eigentlich Wirtin im oberösterreichischen Ried im Innkreis. In einem Wifi-Kurs in Wels hat sie sich zur Energetikerin ausbilden lassen: "Wir haben uns dort die Chakren gereinigt, die Meridianbahnen gezogen, und wir haben gelernt, wie man als Energetikerin einen guten Business-Plan erstellt." Jetzt erzeugt Frau Strasser daheim Aura-Sprays, die auf Esoterik-Messen guten Absatz finden. Doch leben kann sie von dem Verkauf nicht. Am Abend kellnert sie im Kaffeehaus. Wie viele andere betreibt sie ihr Energetiker-Geschäft nur im Nebenerwerb. "Wenn die Kinder größer sind und man den beruflichen Wiedereinstieg wagen möchte, ist der Job verlockend", sagt Charly Lechner, Sprecher für die Energetiker in der Wirtschaftskammer. Auch deshalb seien vier von fünf Energetikern Frauen. Dass keine der Methoden medizinisch nachweisbar funktioniert, beschäftigt in der Energetiker-Branche niemanden. "Kein Wunder, den Energetikern geht es um ihren Profit. Es handelt sich um Scharlatane, die einfach auf ihr Geschäft schauen", sagt der Buchautor und Ethnologe Christian Kreil, der sich seit vielen Jahren mit der Branche beschäftigt.
22:00
Das tägliche Nachrichtenmagazin des ORF-Fernsehens. Von Montag bis Freitag liefert "ZIB 2" einen Überblick über die Ereignisse des Tages und bietet dabei vor allem vertiefende Hintergrundinformationen.
22:29
Karla, eine starke, sinnliche und lebenserfahrene Frau, erfährt, dass sie unheilbar an Krebs erkrankt ist. Nach einem wilden Leben als Fotografin bleiben ihr nur noch wenige Monate. Die Mitsechzigerin hat keine Lust auf Sentimentalitäten. Sie will mit ihrem Schicksal allein bleiben und plant einen würdevollen Abgang. Die Hilfe des ehrenamtlichen Sterbehelfers Fred, ein alleinerziehender Verkehrsplaner, der es immer gut meint, lehnt sie ab. Doch Freds Sohn Phil, ein schüchterner Teenager mit viel Sinn für Poesie, gelingt der Zugang zu der todkranken Künstlerin. Er darf ihre Konzertfotos für die Nachwelt archivieren - und lernt dabei die flippige Studentin Rona kennen. Indem sich Fred, Phil und Karla einander öffnen, entsteht eine wunderbare Freundschaft. Glaubten Vater und Sohn anfangs noch, Karla beim Sterben zu begleiten, passiert auf einmal das Gegenteil: Die beiden lernen von ihr zu leben. In eine eindrucksvolle Charakterrolle schlüpft Iris Berben in dem Fernsehfilm "Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster": Grandios verkörpert die preisgekrönte Schauspielerin eine starke Künstlerin, die selbst kompromisslos über sich und ihr Werk bis in den Tod bestimmt. An ihrer Seite spielen Godehard Giese und Claude Heinrich berührend zwei Menschen, die eine freundschaftliche Nähe zu der vereinsamten Protagonistin aufbauen. Mit feinem Gespür für Gefühlslagen verzichtet Regisseur Till Endemann auf Pathos in der Verfilmung des Romans von Susann Pásztor. Das Berliner Großstadtleben liefert das Setting für eine Geschichte über das Sterben, die auf ungewöhnliche Weise das Leben feiert.
23:59
"10 vor 10" ist eine Informationssendung von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Vertiefende Berichte, Reportagen, Porträts und Live-Gespräche informieren über die wichtigsten Themen des Tages aus der Schweiz und der Welt.