WeltWeit: Männlichkeit in der Krise. Braucht es neue Rollenbilder?
ORF 2
06.03., 23:20
- 23:50 Uhr
In einer Welt, in der der mächtigste Mann, der Präsident der USA, toxische Männlichkeit salonfähig gemacht hat, ist ein deutlicher Anstieg an Frauenfeindlichkeit nicht überraschend. Mädchen sehen sich immer öfter mit sexualisierter Gewalt und mit Hass im Netz konfrontiert. "Patriarchat tötet" ist auf einem Schild bei einem Gedenk-Marsch für die Opfer männlicher Gewalt zu lesen. 3 Frauen wurden in Österreich allein seit Anfang des Jahres getötet. Vor allem rechte Bewegungen verbreiten die alte Vorstellung von den Geschlechterrollen, vielen jungen Burschen fehlen alternative Vorbilder, an denen sie sich orientieren können.
Starker Mann - schwache Frau: Der "Maskulinismus" ist eine neue, reaktionäre Bewegung, die in Frankreich offiziell als Gefahr für die Demokratie und Gleichstellung gesehen wird. Maskulinisten verbreiten ihre weitgehend frauenfeindlichen Positionen bevorzugt online ? manche verdienen damit sogar ihren Lebensunterhalt. Cornelia Primosch hat in Cannes den 33-jährigen Ryan Mehsein getroffen, der als "Manfluencer" Ratschläge für "echte" Männer liefert. Doch "Manfluencer" können auch unmittelbar Schaden anrichten, wie im Fall der Künstlerin Marion Séclin: nach einem feministischen Video erhielt sie 40.000 Hassbotschaften und Vergewaltigungsdrohungen.
Spanien ist Vorzeigeland in Sachen Gleichstellung. Lena Hager besucht in einem Vorort von Sevilla einen Workshop für junge Fußballspieler, in dem ein faires, kooperatives Männlichkeitsbild und ein gleichberechtigter, respektvoller Umgang vermittelt werden. Workshop-Leiter Juan Moreno will den Burschen neue Wege aufzeigen und sie zu selbstständigem Denken erziehen. Für ein alternatives Männlichkeitsbild setzt sich auch der Österreicher Jakob Horvat ein. Im entspannten Umfeld Südspaniens bietet er sogenannte "Männer-Kreise" an, in denen es viel um den Kontakt zu den eigenen Emotionen und um Männerfreundschaften geht. Auch die "Vaterrolle" wird immer öfter zum Thema.
Auf den Philippinen sind die Rollenbilder oft noch klar verteilt: Männer sorgen für das Einkommen, Frauen für den Haushalt und Kinder. Doch die Mehrheit der zwei Millionen im Ausland Arbeitenden sind inzwischen Frauen. Sie sind als Pflegekräfte, Hausangestellte oder im Servicebereich tätig. Viele sehen ihre Familien nur selten. Damit beginnt sich auch die traditionelle Rollenverteilung zu verändern. Isabella Purkart besucht im Großraum Manila den vierfachen Vater Alexander Caiña. Seit seine Frau in Dubai arbeitet, ist er für Haus und Kinder verantwortlich. Was anfangs eine große Umstellung war, ist heute Teil seiner täglichen Routine. Eine neue Erfahrung für Alexander, der sich viele Jahre über seine Rolle als "Familien-Ernährer" definiert hat.
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