NZZ Standpunkte: Intelligenz aus der Maschine: Ist KI Frankensteins neues Monster?
SRF1
26.09., 13:25
- 14:25 Uhr
Es ist lange her, dass Computer den Mensch in Schach geschlagen haben. Die Schlagzeilen aus der Partie zwischen Garri Kasparow und Deep Blue im Jahr 1997 rückten bald in den Hintergrund und die weitere Entwicklung der künstlichen Intelligenz verlief, mit Ausnahme kleinerer Wasserstandsmeldungen, ohne Beachtung der Öffentlichkeit.
Das änderte sich schlagartig, als OpenAI im November 2022 ihr ChatGPT auf den Markt brachte. Auf einmal wurde einem breiten Publikum bewusst, wie sprachmächtig eine künstliche Intelligenz werden kann.
Inzwischen sind einige Jahre vergangen. Für viele Leute ist der Einsatz von generativer KI Teil des Alltags geworden, und die Modelle selbst haben beeindruckende Fortschritte gemacht - genauso wie die Aktienkurse der grossen Tech-Unternehmen.
Demgegenüber steht eine ganze Reihe von Sorgen und Befürchtungen: Vor Arbeitsplatzabbau, Finanzblasen und den Risiken einer ungebremsten KI-Entwicklung. Inzwischen ist bekannt, dass diesen Sommer mehrere Modelle ihre Testumgebung verlassen und sich Lösungen für gestellte Aufgaben im Internet gesucht haben.
Ist das der Anfang einer Welt, in der die Menschheit die Kontrolle über die Rechner verliert? Ist der Hype doch übertrieben? Und wie sähe das aus: Mit der Maschine ein neues Zusammenleben zu lernen?
Markus Gabriel ist deutscher Philosoph. Zuletzt veröffentlichte er das Buch «Ethische Intelligenz: Wie KI uns moralisch weiterbringen kann» (2026). Der NZZ-Chefredaktor Eric Gujer spricht mit ihm über die KI als Herausforderung und Chance.