kreuz & quer nah dran: Mit Charme und Chuzpe - Die jüdische Künstlerin Lea Kalisch
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ARD-alpha
18.04., 11:00
- 11:30 Uhr
Lea Kalisch, jüdische Künstlerin, Sängerin, Filmemacherin und Performerin, und ihr Mann, Rabbiner Tobias Divack Moss, haben ihr Leben bewusst aus den USA nach Wien verlegt. Lea hat lange in New York gelebt und bringt ihre offene Art, Tanz, Musik und eine klare, mutige Haltung mit. Für sie sind ihre Kunst und ihr Glaube verbunden - ihr Jüdischsein ist ein Teil ihrer Identität, ein Teil ihres Schaffens, und nichts, was sie verstecken will, sondern etwas, das sie aktiv leben möchte. Lea eckt an: Sie ist nicht das brave graue Mäuschen, sondern kämpft mit ihrer Musik, ihren Filmen und Outfits für freie jüdische Frauen, die bunt schillern dürfen und nicht devot hinter ihrem Rabbiner-Ehemann verschwinden müssen. Doch wie finden die energetische, angstfreie Sängerin und der Rabbiner hier in Wien eine neue Gemeinschaft, die sie nicht nur trägt, sondern auch inspiriert? Wie gestalten die beiden ihr Leben und das Leben der Or Chadasch-Gemeinde? Das Porträt erzählt vom Ankommen in Wien - nicht als Anpassung, sondern als aktiver Prozess des Gestaltens.
"Alles vergessen"
Im Jüdischen Museum Wien beleuchtet die Ausstellung "Alles vergessen" die Mechanismen des Vergessens. Ausgehend von dem Umstand, dass Vergessen nicht nur Verlust, sondern auch Macht, Befreiung oder Verdrängung bedeutet, zeigt die Schau kulturhistorische Beispiele unterschiedlicher Formen des Vergessens und ruft dazu auf, Vergessen nicht nur als Gegensatz zur Erinnerung zu verstehen, sondern als aktiven, komplexen Prozess mit tiefen gesellschaftlichen und existenziellen Folgen. Ob innerjüdische Bannflüche oder kollektive Vergessenskulturen nach 1945: Die Ausstellung zeigt, dass Erinnerung - Erinnerungskultur ist im Judentum zentral - und Vergessen miteinander verknüpft sind und das historische Bewusstsein prägen.