Jesu, meine Freude: Bach-Motette mit dem BR-Chor
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BR Süd
01.11., 10:00
- 10:20 Uhr
Trotz dem alten Drachen! Kaum ein Werk Bachs erzählt so packend vom Ringen zwischen Angst und Zuversicht wie die Motette "Jesu, meine Freude" BWV 227. In seiner umfangreichsten Motette verwebt Bach alle sechs Strophen von Johann Francks Kirchenlied mit Versen aus dem Römerbrief. Dabei malt er mit Tönen: Auf "Tobe, Welt" toben die Bässe in wilden Koloraturen, auf das Wort "nichts" folgen Stille und ein leises Echo. "Da ist es wirklich so, als ob ein Donner über uns hereinstürzt", sagt Peter Dijkstra, Künstlerischer Leiter des BR-Chors. Gleich darauf legt sich der Sturm, und die Musik findet Halt.
Für Dijkstra ist diese Motette eine der gefühlvollsten und inhaltlich tiefgreifendsten, die es überhaupt gibt: "Ich denke, dass diese Musik vor allem tröstlich ist. Im Trubel der jetzigen Zeit braucht man so einen Ruhepunkt."
Gesungen wird im lichten, klassizistischen Lichthof des Diözesanmuseums Freising. Sechs Kameras folgen dem Chor in ruhigen, fließenden Bewegungen. Licht in den Arkaden, Gegenlicht und farbige Flächen machen die Musik auch für das Auge erfahrbar. Zwischen den Sätzen treten die Sängerinnen und Sänger in stillen Tableaux vivants aus ihrer Rolle und werden selbst zum Spiegelbild für Bachs tröstliche Botschaft. So entsteht ein Film über Chormusik im Augenblick ihres Entstehens.