Hitler und Stalin
Ullrich H. Kasten (1938-2024) zählte zu den bedeutendsten Dokumentarfilmern Deutschlands. Er arbeitete von 1962 bis 1991 als Regisseur und Autor beim DFF, dem Deutschen Fernsehfunk der DDR in Berlin-Adlershof. Er hatte es nicht leicht in dieser Zeit, wurde angefeindet, denunziert, landete im Gefängnis und in der psychiatrischen Anstalt. Seit 1992 konnte er beim Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB, später RBB) als fest angestellter Redakteur weiterhin bis zu seiner Pensionierung als Regisseur und Autor Filme machen.
In seinen Werken setzte sich Ullrich H. Kasten insbesondere mit kulturellen Traditionen auseinander. Immer wieder hat er filmische Biografien großer Persönlichkeiten erarbeitet. In seinen Produktionen "Mein Leben ist so sündhaft lang" sowie "Und so ist alles schwankend" zeichnet er die Geschichte Victor Klemperers nach. 2001 erhielt Kasten den Kultur-Sonderpreis des Landes NRW für "Über den Abgrund geneigt", ein Porträt des frühen Expressionisten und späteren DDR-Staatsdichters Johannes R. Becher.
Die Wochenzeitung "Freitag" schrieb 2002: "Ullrich Kasten ist so etwas wie das künstlerische Gedächtnis des 20. Jahrhunderts." Für "Hitler & Mussolini" und "Hitler & Stalin" ist Ullrich Kasten zum politisch-ästhetischen Gedächtnis der Geschichte des 20. Jahrhunderts geworden. Beide Filme wurden vom Grimme-Preisträger Gunnar Dedio produziert.