GEO-Reportage

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ReportagereiheD / F  

Ousmane Dodo, der einzige ausgebildete Krankenpfleger und Geburtshelfer in der Ténéré-Wüste in Niger, bereitet sich auf eine seiner mehrwöchigen Touren am Fuße des Aïr-Gebirges vor. Zu seinem Gepäck gehört ein großer Vorrat an Malaria-Medikamenten. Diese Krankheit tritt besonders stark an den Wasserlöchern auf, die den Nomaden als Rastplätze dienen. Jeder Zweite von ihnen ist mit dem Erreger infiziert. So auch die 60-jährige Takafert Uandogam, deren Clan aber keine Rücksicht auf sie nehmen kann. Wenn die Wasserlöcher verschmutzt sind oder zu versiegen drohen, muss der Clan weiterziehen, damit die Herden nicht verdursten. Ousmane Dodo folgt dem Clan der Frau, bis er ihn eingeholt hat. Nicht selten kommt der Wüstendoktor zu spät. Dennoch zieht Ousmane Dodo diese Arbeit dem geregelten Alltag in einem Krankenhaus vor. Er weiß, dass sich außer ihm niemand um die etwa 18.000 Nomaden kümmern würde. Nicht nur, weil die Wege lang und steinig sind, sondern auch, weil es weder Telefon noch Ambulanzen für Notfälle gibt. Meist müssen sich die Tuareg selber helfen. Ihren traditionellen Heilpflanzen vertraut auch der Wüstendoktor. Bei Skorpion- und Schlangenbissen etwa bereitet er einen Tee aus den Blättern der Madalanfou-Pflanze, der Lähmungserscheinungen bekämpft. Ein Beispiel für jene Art von Wissen, die lebenswichtig bleibt, um die Zukunft der Tuareg zu sichern.

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