Fenster zum Sonntag: Gen Z und Gott Fenster zum Sonntag: Gen Z und Gott

Fenster zum Sonntag: Gen Z und Gott

SRF1 SRF1 06.06., 16:35 - 17:10 Uhr
202635 Minuten 
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Ein bemerkenswerter kultureller Wandel zeichnet sich ab: Fragen des Glaubens und der Spiritualität erfahren unter jungen Menschen der sogenannten Generation Z eine neue, unerwartete Aufmerksamkeit. Was lange als randständig oder gar tabu galt, wird heute zunehmend offen diskutiert. In zahlreichen christlichen Kirchen und Gemeinden ist ein signifikanter Anstieg junger Besucherinnen und Besucher zu verzeichnen. Diese Entwicklung wirft zentrale Fragen auf: Was bewegt diese Generation? Wonach suchen junge Menschen in religiösen Räumen - und welche Erwartungen bringen sie mit?

Ein besonders dynamisches Beispiel für diese Entwicklung bieten ICF Zürich und Bless Thun - zwei überkonfessionelle Kirchen, die neue Formen der Glaubensvermittlung erproben. Mit zeitgemässen Gottesdienstformaten, moderner Musik und einer offenen Ansprache erreichen sie gezielt junge Menschen. Die steigenden Besucherzahlen bestätigen den Erfolg dieses Ansatzes. Vor Ort zeigt sich: Für viele Jugendliche sind diese Veranstaltungen mehr als nur religiöse Rituale - es sind Orte der Gemeinschaft, der Orientierung und der persönlichen Sinnsuche.

Wissenschaftlich eingeordnet wird dieses Phänomen unter anderem von Eva Baumann-Neuhaus, Religionswissenschaftlerin und Ethnologin sowie wissenschaftliche Projektleiterin am Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut in St. Gallen. In Gesprächen betont sie, dass das wachsende Interesse am Glauben in der Gen Z eng mit grundlegenden Fragen nach Identität, Zugehörigkeit und Sinn verknüpft sei. In einer zunehmend komplexen und unsicheren Welt biete Religion für viele junge Menschen einen stabilisierenden Anker.

Wie individuell und prägend diese Glaubenssuche verlaufen kann, zeigt das Beispiel von Salvatore Latino. Der heute 16-Jährige nahm 2025 an «The Voice Kids Germany» teil und beeindruckte dort mit einem «Vierer-Buzzer-Auftritt». Für besondere Aufmerksamkeit sorgte jedoch ein selbstkomponierter Song über seinen Glauben an Gott. Diesen entdeckte er erst vor zwei Jahren durch sein persönliches Umfeld. Seither hat sich sein Leben spürbar verändert - eine Entwicklung, die sich auch in seiner Musik widerspiegelt.

Auch Aurora Pallone aus Luzern steht exemplarisch für diesen Trend. Die 21-Jährige studiert Psychologie und Religionspädagogik. Sie wurde zwar katholisch getauft und kirchlich sozialisiert, beschreibt Religion in ihrer Familie jedoch als wenig präsent. Erst mit 18 Jahren erlebte sie einen Wendepunkt: Getrieben von der Frage nach der Existenz Gottes begann sie, sich intensiv mit dem Glauben auseinanderzusetzen. Die Antworten, die sie fand, führten dazu, dass sie sich bewusst auf diesen Weg einliess.

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Bildquellen: SRF 2, SRF 1