Das Glück der Hausfrau

Das Glück der Hausfrau

'Eine Hausfrau legt im Durchschnitt täglich neun Kilometer zurück; in 40 Jahren geht eine Hausfrau mehr als drei Mal rund um die Erde!', das rechnete ein Werbespot aus den 50er Jahren nach. In der zweiteiligen Dokumentation 'Das Glück der Hausfrau' erzählen wundervolle Frauen aus ihrer ganz persönlichen Perspektive von den Höhen und Tiefen des Hausfrauendaseins. Von der großen Wäsche, die anfänglich mühsam im befeuerten Kupferkessel gekocht und mit bloßen Händen ausgewrungen werden musste, ehe die ersten Maschinen Erleichterung brachten. Von ihren ersten Kochversuchen im frischgegründeten Hausstand, deren Folge Nudelbrei, verbrannte Koteletts oder versalzener Apfelkuchen waren. Von Prüderie und nicht erfolgter Aufklärung, die zum Rätsel um die Ursache der Schwangerschaft führte: Ob die Kinder aus dem Bauchnabel oder vom Küssen kommen? Die Frauen sind in den 40er und 50er Jahren geboren, Familie gründeten sie in den 60er und 70er Jahren. Mit ihren Stimmen stehen sie für eine ganze Generation. Die mussten sich nicht nur am Ideal der perfekten Hausfrau abarbeiten, sondern auch an der rauen Wirklichkeit. Es war eine Frau, die bereits 1949 die Gleichberechtigung von Mann und Frau in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland schreiben ließ, doch im Alltag - vor allem im Westen Deutschlands - war für diese Frauen die Gleichberechtigung noch weit entfernt. Die Mutterschaft wurde als größtes Glück der Weiblichkeit gepriesen, zugebilligt wurden dem Weib die Wirkungsstätten Heim und Herd. Einher ging damit, dass ihr zumindest die Werbeindustrie gerne die Intelligenz absprach. So hieß es in der Reklame einer Firma für Backzutaten aus den 50ern: 'Eine Frau kennt zwei Lebensfragen: Was ziehe ich an? Und was koche ich heute?' Das Gesetz erlaubte es dem Ehemann, seiner Angetrauten das Arbeiten zu verbieten; das Gesetz regelte ebenfalls, dass sie ihm jederzeit sexuell zur Verfügung stehen musste. In der DDR hingegen war die Gleichheit von Frau und Mann selbstverständlich.

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