21:00
Im Mai 1969 verschwinden zwei Jungen in Eberswalde. Als sie wenige Wochen später tot aufgefunden werden, beginnt in der DDR eine bis dahin beispiellose Fahndung nach dem Täter. Volkspolizei und Stasi ermitteln auf Hochtouren. Erstmals lässt die Polizei ein psychologisches Täterprofil erstellen. Dafür beschafft die Stasi sogar Unterlagen zum westdeutschen Kindermörder Bartsch. Doch die entscheidende Spur fehlt und die Angst wächst. Aus politischen Gründen wird der Fall weitgehend unter Verschluss gehalten, schließlich stellt die Polizei die Fahndung ein. Doch mehr als zwei Jahre später schlägt der Täter erneut zu. Am "Tag der Republik" verschwindet ein zwölfjähriger Junge. Wenig später wird auch er tot aufgefunden. Eberswalde ist im Ausnahmezustand: Eltern lassen ihre Kinder nicht mehr allein auf die Straße, ein ganzer Stadtteil steht unter Polizeibewachung. Der Druck auf die Ermittler steigt von Tag zu Tag. Dann bringt die Aussage eines Jungen die entscheidende Wende. "XY history" rekonstruiert einen Fall, der die Menschen weit über Eberswalde hinaus erschüttert. Moderator Sven Voss trifft Zeitzeugen wie den damaligen Ermittler Wolfgang Mücke und enge Schulfreunde der Opfer. Mit Experten wie der forensischen Psychologin Dr. Gilda Giebel und Kriminalautor Marko Kregel zeichnet die Dokumentation die jahrelange Suche nach dem Serienmörder nach. Und sie zeigt, wie die Ermittlungen selbst einen Überwachungsstaat wie die DDR an die Grenzen seiner Möglichkeiten brachten. Originaldokumente und aufwendig inszenierte Spielszenen zeichnen einen Fall nach, der als früher Meilenstein moderner Fallanalyse in Deutschland gilt.
21:45
Informativ, hintergründig, analytisch: die Nachrichten des Tages aus Deutschland und der Welt. Mit Berichten, Reportagen und Interviews aus Politik, Gesellschaft und Kultur.
22:15
- Die Bären sind los Tödliche Gefahr in US-Nationalparks - Alltag im Bombenhagel Neue Front Kiew? - Lula oder Bolsonaro Brasilien hat die Wahl
22:45
Brandanschläge, Sabotage und Einflusskampagnen. Nach Einschätzung von Behörden versucht Russland das westliche Europa zu schwächen und damit auch die Unterstützung für die Ukraine. Die Angriffe aus Russland treffen verstärkt auch Deutschland. Vermehrt werden dabei von den Geheimdiensten unausgebildete "Low-Level-Agents" eingesetzt, verächtlich auch "Wegwerfagenten" genannt. Sie werden häufig nur für eine Aktion angeheuert. Angeworben werden sie über soziale Netzwerke und Messenger-Dienste. Sie erhalten einfache Aufträge und fungieren als austauschbare Werkzeuge eines verdeckten Krieges. Der Autor Rainer Fromm zeichnet anhand konkreter Ermittlungsfälle nach, wie diese neue Form der Rekrutierung funktioniert und welche Rolle digitale Plattformen dabei spielen. Internationale Experten, Nachrichtendienstler und Ermittler erläutern die Strategien hinter den Angriffen und warnen vor der zunehmenden Nutzung sozialer Netzwerke und Messengerdienste zur Anwerbung und Steuerung der "Low-Level-Agenten". "Während Russland (...) einen konventionellen Krieg in der Ukraine führt, führt es gleichzeitig einen unkonventionellen Krieg gegen Europa" - fasst der britische Sicherheitsexperte Charlie Edwards vom International Institute for Strategic Studies (IISS) die Attacken auf die Infrastruktur und die europäischen Demokratien zusammen. Aus militärischer Sicht wolle Russland die logistischen Lieferketten in die Ukraine unterbrechen, was die Angriffe gegen Eisenbahnlinien und Lagerhäuser erkläre. Das zweite Ziel sei, "Zwietracht und Unsicherheit in der europäischen Bevölkerung zu säen".
23:15
- Thorsten Frei, Unionsfraktionschef Der CDU-Politiker äußert sich zu den Reformplänen bei Rente und Pflege, zur Führungskrise in der Union und zum Beschaffungsprogramm der Bundeswehr. - Christine Dankbar, Journalistin Die Politikchefin der "Frankfurter Rundschau" analysiert den Umgang der CDU mit den jüngsten Wahlschlappen und den Rückzug Jens Spahns aus dem Haushaltsausschuss. - Christian Schweppe, Journalist Der investigative Reporter erhielt mit der Redaktion des ZDF-Magazins "frontal" exklusive Einblicke in bislang kaum bekannte Klauseln der Waffendeals zwischen Deutschland und der US-Regierung.