22:15
Möglichst lange leben und gesund bleiben: Der Longevity-Trend ist längst in Deutschland angekommen und bestimmt das Leben von Daniel, Merle und Felix. Was bedeutet die harte Disziplin für sie? Eine rasant wachsende Szene versucht, mithilfe moderner Forschung, mit Ernährung, Mikronährstoffen und Bewegung den ewigen Jungbrunnen zu finden und richtet mit viel Disziplin den Alltag danach aus - geleitet vom Glauben an die "richtige" Lebensweise. Daniel (53) will gesund alt werden und im Hier und Jetzt das intensive Leben spüren. Sein Highlight: ohne Atemmaske und Neoprenanzug in einem Gletschersee zu tauchen. Nachdem er als Architekt und Unternehmer zwei Burn-outs hatte, fing er an, sich intensiv mit seinem Körper zu beschäftigen. Durch tägliches Eisbaden, eine spezielle Atemtechnik, asiatische Kampfkunst, ein diszipliniertes Leben und diverse Nahrungsergänzungsmittel regt er die Zellerneuerung an. Seine Verjüngung konnte sogar wissenschaftlich nachgewiesen werden. Seine Herzvariabilitätsrate (HVR) entspricht der eines 34-Jährigen. Merle (46) will herausfinden, wie sie ein gesundes und langes Leben führen kann. Nach einer schweren Krebserkrankung und anschließender Chemotherapie, von der sie sich lange nicht erholte, recherchierte sie und testete alles, was moderne Forschung hergibt. Dann hängte sie ihren Job als Fernsehjournalistin an den Nagel, machte eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin und zog mit der Familie an den Schliersee. Seither lebt sie strikt nach Longevity-Regeln. Vor kurzem hörte sie von den Blue Zones, den sagenumwobenen Regionen der Welt, in denen die Menschen sehr alt werden, und reiste auf die abgelegene griechische Insel Ikaria. Wird sie hier den Geheimnissen eines Lebens voller Gesundheit, Glück und Zufriedenheit näherkommen? Felix will unsterblich werden. Dafür beschließt der 47-Jährige, ein neues, gesundes Leben zu beginnen. Doch er kann sich die teuren Longevity-Anwendungen kaum leisten. Deshalb konzentriert er sich auf die günstigen Basics seines Vorbilds Bryan Johnson: Täglich viel Gemüse und Hülsenfrüchte, Sport und Bewegung sowie strikte Schlafhygiene - alles penibel eingehalten. Das Wichtigste: die Kryokonservierung. Nach seinem Ableben soll ihn eine Firma bei - 196 Grad Celsius so lange aufbewahren, bis eine Therapie für die Todesursache gefunden ist; dann soll er aufgetaut, behandelt und unsterblich werden. Um mehr Geld zu verdienen und die Forschung mittels KI voranzubringen, gründet er gerade ein Start-up. Außerdem möchte der Unternehmer mehr für soziale Kontakte tun, die ja auch für die Gesundheit wichtig sind. Wo findet er Gleichgesinnte und eine Partnerin? "37° geht der Frage nach, was diese Menschen antreibt? Was bleibt vom guten Leben, wenn sich alles nur noch um Gesundheit dreht und der Alltag von Entbehrung, Disziplin und Vermessen bestimmt ist?
22:45
Der Urknall soll aller Anfang sein: des Universums, unserer Erde, von uns Menschen. Doch noch ist längst nicht alles geklärt. Harald Lesch macht sich auf die Suche nach dem wahren Big Bang. Wissenschaft und Kirche ringen seit Jahrhunderten um die Frage nach dem Ursprung des Universums. Trotz Widersprüche gibt es mehr Übereinstimmungen, als man denkt. Doch ein Rätsel bleibt: Welche Rolle spielt die geheimnisvolle dunkle Materie? Alles, was existiert, geht aus einem unvorstellbar dichten, heißen Anfangszustand hervor - dem Urknall. Diese Vorstellung revolutionierte vor weniger als 100 Jahren die Astrophysik und stellte zugleich alte religiöse Schöpfungsbilder infrage. Lassen sich Naturwissenschaft und Glaube heute wieder vereinbaren? Obwohl die Big-Bang-Theorie vieles erklärt, bleiben entscheidende Fragen unbeantwortet: Wenn die Wucht des Urknalls das Universum auseinandertreibt - was hält es dennoch zusammen? Es muss etwas geben, das eine anziehende Kraft ausübt und die Entstehung der großräumigen Struktur des Kosmos ermöglichte. Forschende vermuten: Es ist dunkle Materie, die einen Großteil der Masse im Universum ausmacht und deren Gravitation alles zusammenhält. Doch wie lässt sich etwas nachweisen, von dem man nichts weiß und das man nicht sehen kann? Im Laboratori Nazionali del Gran Sasso in Italien forscht man an der dunklen Materie. Das Versuchslabor liegt 1400 Meter tief im Fels, um es vor jeglicher Störung abzuschirmen. Harald Lesch erkundet diesen Ort nahezu perfekter "Stille" und trifft Forscherinnen und Forscher, die hier nach Signalen suchen, die von dunkler Materie stammen könnten. Harald Lesch zeigt, wie sich unser kosmisches Weltbild im Laufe der Geschichte verändert hat und erlebt vor Ort, wie durch ungewöhnliche Experimente immer neue Kapitel in der Erforschung des Urknalls beginnen - des Ursprung unseres Seins.
23:15
- Sigmar Gabriel, Ex-Vizekanzler Der frühere Außenminister (SPD) äußert sich zum Ringen um einen Frieden zwischen den USA und dem Iran. Zudem blickt er auf den Zustand der Demokratie in Deutschland. - Kristina Dunz, Journalistin Die Politikexpertin des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" analysiert die Krise der SPD und äußert sich zudem zu den Reformen, die die Bundesregierung bis zum Sommer umsetzen will. - Peter Neumann, Politologe Der Londoner Professor spricht über die Situation am Persischen Golf sowie über die Gefahr einer schleichenden Erosion des Parlamentarismus in Europa. - Susanne Petersohn, Journalistin Bei massiven russischen Angriffen auf Kiew wurde am Wochenende auch das dortige ARD-Studio schwer beschädigt. Die Korrespondentin des Senders informiert über die angespannte Lage vor Ort.