14:45
Mit viel Eigeninitiative und professioneller Unterstützung kann auch mit einem kleinen Budget ein Traumgarten entstehen. Das eigene grüne Paradies. Zwei Garten- und Landschaftsbauer präsentieren einer Familie Konzepte für den Gartenumbau. Der Fokus liegt dabei auf günstigen Alternativen zu hochwertigen und teuren Baustoffen oder Pflanzen - zum Beispiel durch das Wiederverwerten vorhandener Materialien. Um Kosten zu sparen, wird die Familie aktiv in den Umbau mit eingebunden - unter Anleitung des Gartenprofis. Fünf Folgen "Duell der Gartenprofis - Meim grünes Paradies" werden sonntags um 14.45 Uhr gesendet.
15:25
Egal, ob Politik, Wirtschschaft, Kultur oder Gesellschaft - das Nachrichtenmagazin informiert kurz und knackig über aktuell relevante Themen.
15:30
Countdown für das Fußball-Highlight des Jahres: die WM 2026. Die größte Weltmeisterschaft ever. Und obendrein noch nachhaltig. So die FIFA. Es soll ein nachhaltiges Fußballfest werden - mit 48 Teams und 104 Spielen in 3 Ländern: Mexiko, Kanada, USA. Wird die FIFA ihrem Anspruch gerecht? Für Nachhaltigkeit ist sie bislang eher nicht bekannt. Umweltreporter Sherif Rizkallah macht den Videobeweis. Schon die Weltmeisterschaft 2022 in Katar bewarb die FIFA als "klimaneutral". Was sie dann aber doch nicht war. Das Landgericht Berlin beurteilt die Behauptung der FIFA als "irreführend", zuvor rügte bereits die Schweizer Lauterkeitskommission. Dieser Fall fügt sich für Sherif Rizkallah nahtlos in eine Reihe von Negativschlagzeilen rund um Turniervergaben, Korruptionsskandale oder beste Beziehungen zu autoritären Regimen ein. Was er bisher nicht mit der FIFA in Verbindung gebracht hat, sind Dinge wie nachhaltige Stadioninfrastruktur, Klimaneutralität und soziale Verantwortung. Aber entscheidend ist ja bekanntlich, was auf dem Platz passiert. Der Platz ist in diesem Falle das legendäre Aztekenstadion in Mexiko City. Zwei WM-Eröffnungsspiele hat es bereits gesehen, zuletzt 1986. Nun soll hier erneut die WM eröffnet werden, quasi ein Triple. Das gab es noch nie. Bis dahin allerdings braucht das Stadion eine komplette Renovierung. Und diese müsse laut FIFA auf die lokalen kulturellen Faktoren und die verfügbaren Ressourcen abgestimmt werden. Und dann gibt es da noch einen der Hauptsponsoren der FIFA: Saudi Aramco, größter Ölkonzern der Welt. Ein Unternehmen mit gigantischem CO2-Fußabdruck, das riesige Raffinerieanlagen betreibt. Unter anderem in Port Arthur, Texas, im WM-Gastgeberland USA. Doch die Einhaltung der eigenen Nachhaltigkeitskriterien fordert der Weltfußballverband auch von seinen Partnern und Sponsoren. Wie kann eine Firma wie Saudi Aramco das erfüllen? Auf der Spur der FIFA-Nachhaltigkeitsziele reist Sherif Rizkallah schließlich nach Zürich und trifft den ehemaligen FIFA-Boss Sepp Blatter. Während seiner Amtszeit hat die FIFA-Nachhaltigkeitskriterien definiert und entwickelt. Aber hat die FIFA das je ernst gemeint? Tut sie es heute? Kann eine Fußball-WM überhaupt nachhaltig sein?
16:15
Die passionierte Taucherin Maren Grimm wird tot am See aufgefunden. Alles deutet darauf hin, dass sie ertränkt wurde. Die Kommissare Stadler und Bach beginnen mit den Ermittlungen. Sie nehmen Roland Grimm ins Visier, den Ehemann des Opfers. Es hatte in der Ehe mächtig gekriselt. Verdächtig ist auch Sven Kirchbach, mit dem Maren regelmäßig tauchen war. Sie hatte aus seinem Haus wertvolle Goldmünzen seines Vaters gestohlen. Und welche Rolle spielt Sophia Bergmüller, die Verlobte von Sven Kirchbach? Keine leichte Aufgabe für die Kommissare Stadler und Bach. Unterdessen kauft Achtziger bei Jo eine Flasche Rotwein als Geschenk für den Kulturdezernenten. Damit Achtziger sich bei dem ausgewiesenen Weinkenner nicht blamiert, behauptet Jo, dass der Wein deutlich billiger sei, als er tatsächlich ist - und bringt sich so selbst in Schwierigkeiten.
17:00
17:15
Kaum eine Rolle ist aufgeladener als die der Mutter. In "Terra Xplore" fragt Psychologe Leon Windscheid: Was bedeutet Muttersein wirklich, und wie sehr prägen uns unsere Mütter? Leon trifft Schauspielerin Rhea Harder-Vennewald. Seit knapp 20 Jahren spielt sie in der ZDF-Serie "Notruf Hafenkante" und ist Mutter von drei Kindern. Sie spricht über Nähe und Erschöpfung und den Druck, zwischen Drehalltag und Familie "gut genug" zu sein. Rheas Freundin Nina Bott, selbst vierfache Mutter, erzählt im Gespräch mit Leon, wie ihre eigene belastete Kindheit mit einer suchtkranken Mutter zugleich Liebe, Verantwortung und Überforderung bedeuten kann - und wie sich der Blick auf die eigene Mutter mit den Jahren verändert. Mutterliebe gilt als bedingungslos und einfach da. Doch Mutterliebe ist kein Naturgesetz, erklärt Psychologin Prof. Dr. Helga Krüger-Kirn. Überhöhte Ideale und Perfektionsansprüche setzen Mütter maßlos und vor allem unnötig unter Druck. In einem bewegenden Studioexperiment sprechen zwölf Mütter, Töchter und Söhne das aus, was sonst häufig ein Leben lang ungesagt bleibt: Dankbarkeit, Enttäuschung, Loyalität, Kontaktabbrüche, Gewalt- und Traumaerfahrungen. Dabei wird klar: Manche Kinder wurden getragen, andere verletzt. Manche Mütter konnten lieben, andere waren selbst überfordert oder traumatisiert. Mutterliebe ist kein Garant für eine gute Beziehung - und ihr Fehlen kein persönliches Versagen. Mit der Bindungsforscherin Prof. Dr. Fabienne Becker-Stoll spricht Leon Windscheid darüber, wie Bindung entsteht - nämlich dort, wo Menschen verlässlich da sind und zwar unabhängig von Biologie oder Geschlecht.
18:00
Am Morgen nach der Eröffnung einer kulturellen Begegnungsstätte in München wird Robert Tillich, der Architekt des Hauses, tot aufgefunden. Voss und sein Team finden die Vereinskasse leer geräumt vor. Wurde Robert Opfer eines Raubüberfalls? Barbara Wegmann, die Vorsitzende des Vereins, und ihre Mitarbeiterin Astrid Mayr glauben nicht, dass es jemand auf den beliebten Architekten abgesehen haben könnte. Es stellt sich jedoch schnell heraus, dass der Schein trügt. Auf den ersten Blick scheint das Leben von Robert Tillich perfekt gewesen zu sein: Der erfolgreiche Architekt lebte gemeinsam mit seiner kleinen Tochter Sina und seiner Lebensgefährtin Nathalie ein von Geldsorgen unberührtes Leben. Auf der Eröffnungsfeier wurde er sogar für sein soziales Engagement gefeiert. Doch wie Voss und seine Kollegen schnell aufdecken, war Tillich nicht der selbstlose und rundum beliebte Wohltäter. Wo hatte Tillich überall seine Hände mit im Spiel, und wieso hat seine Ex-Frau Sabine einen Privatdetektiv auf ihn angesetzt? Lenny findet schnell heraus, dass die Kursbücher des Vereins manipuliert wurden und Robert in Wirklichkeit kein Architekt war. Wurde er vielleicht wegen eines Betrugsdelikts ermordet? Die Spur führt die Kommissare zu Denis Winkler, der sich wie Robert Tillich für Oldtimer interessiert und eine kriminelle Ader hat. Doch Denis streitet den Mord ab, scheint aber Robert und Nathalie seit langer Zeit zu kennen. Als Dokumente des Privatdetektivs ausgewertet werden, wird Voss, Tom und Annabell klar, wie manipulativ Robert seinen Mitmenschen gegenüber gewesen sein muss, und sie finden darin die Spur zum Täter.
18:55
Vivien Bauer liebt Fahrräder - privat und beruflich. Sie arbeitet im SOMO Bikeshop in Gernsbach, einem Inklusionsbetrieb. Vivien ist hier im Verkauf und in der Werkstatt im Einsatz.
19:00
Die Nachrichten des Tages. Der relevante Überblick aus der Nachrichtenredaktion des ZDF mit Vertiefung und Einordnung zu den wichtigsten Ereignissen in Deutschland und der Welt.
19:10
In der Magazinsendung "Berlin direkt" berichten Parlamentskorrespondenten hintergründig über aktuelle Themen und Entwicklungen der Bundespolitik. Studiogespräche mit Spitzenpolitikern vertiefen das politische Top-Thema. Während der parlamentarischen Sommerpause werden die "Sommerinterviews" gesendet.
19:30
Das Mittelmeer scheint uns vertraut. Doch unter Wasser beginnt eine andere Welt: Hier leben Wale und Haie, Robben und andere Tiere. Doch sie sind stark bedroht. Wie geht es unserem Meer? "Terra X"-Moderator Uli Kunz reist von Spanien bis zu den griechischen Inseln. Begegnet Tieren, die vom Aussterben bedroht sind und Menschen, die sich für ihren Schutz einsetzen. Unser Urlaubsmeer ist ein Hotspot der Artenvielfalt und ein Brennpunkt der Umweltprobleme. Der Finnwal ist der größte Bewohner im Mittelmeer und der zweitgrößte auf unserem Planeten. Die Tiere können über 20 Meter lang und 70 Tonnen schwer werden. Im Frühsommer ziehen sie die spanische Küste entlang Richtung Atlantik. Meeresbiologe Uli Kunz ist zusammen mit einem Team von Walforschern unterwegs, um mehr über die Wale und ihre Wanderungen herauszufinden. Wie zum Beispiel lässt sich verhindern, dass Wale immer wieder mit Schiffen kollidieren? Im Laufe der Jahrmillionen ist im Mittelmeer ein einzigartiges Ökosystem entstanden. Im Naturpark Cap de Creus ganz im Osten der Iberischen Halbinsel ist die Natur unter Wasser noch einigermaßen intakt. Die Felswände sind mit leuchtend roten Gorgonien, Anemonen und Schwämmen bewachsen: ein idealer Laichplatz und Versteck für zahlreiche Fischarten. Eine reiche Unterwasserwelt, die es so fast nur noch in streng geschützten Schutzgebieten existiert. Jedes Jahr zur Sommerzeit setzt eine Massenbewegung Richtung Mittelmeer ein. Jeder dritte Tourist weltweit verbringt seinen Urlaub am Mittelmeer. Allein auf Mallorca urlauben jedes Jahr mehr als 10 Millionen Menschen. Doch auch hier gibt es noch unberührte Natur: an Land und im Wasser. Einige Seegraswiesen rund um die Balearen sind fast 100.000 Jahre alt. Mit Agustí Torres von der Haischutzorganisation Shark Med startet Uli Kunz zu einer mehrtägigen Tour. Tatsächlich leben im Mittelmeer etwa 40 verschiedene Haiarten: Sogar Weiße Haie und Hammerhaie gibt es noch, auch wenn ihr Bestand um über 90 Prozent eingebrochen ist. "Verantwortlich dafür sind die Überfischung und unsere Angst vor dem Hai", sagt der Haiexperte Torres. Schönheit und Magie prallen am Mittelmeer unmittelbar auf massive Umweltprobleme. Doch die meisten Arten sind noch da: etwa die Mittelmeer-Mönchsrobbe, eine der seltensten Robbenarten der Welt. Noch vor wenigen Jahren stand sie kurz vor dem Aussterben - doch ganz langsam erholt sich der Bestand. Eine Erfolgsgeschichte. Die Natur am Mittelmeer verändert sich rasant: "In welche Richtung es geht, liegt an einer einzigen Art: an uns", so das Fazit von Uli Kunz.
20:15
Stromausfall im Alten Land. Plötzlich geht gar nichts mehr, kein Licht, kein PC, kein Wasser. Und Beke ist zufällig im Auge des Orkans. Sie ist bei einem Termin bei Hanse-Strom. Beke begleitet den Azubi Jona bei dessen Aufgaben. Ihr wird schnell klar, dass der junge Mann mehr auf dem Kasten hat als Zähler abzulesen. Jona entpuppt sich als Umweltaktivist und freut sich diebisch über den Stromausfall. Hat er etwas damit zu tun? Ohne Strom bricht im Alten Land das Chaos aus und die Altländer Zeitung gibt alles, um die Menschen über den Stand der Dinge zu informieren. Norbert richtet einen Piratensender ein und freut sich, dass Beke quasi live vom Tatort berichten kann. Jona findet den Stromausfall super. Endlich begreifen die Menschen, wie abhängig sie vom Strom sind und wie verschwenderisch sie mit der Natur umgehen, um ihn zu erzeugen. Beke runzelt die Stirn. Steckt etwa Jona hinter dem Stromausfall? Beke gelingt es, ihn zu stellen und spitzt damit die Situation unfreiwillig zu. Jona nimmt Beke als Geisel. Er wird sie erst freilassen, wenn sie bereit ist, aller Welt seine Botschaft zu übermitteln. Paul und David, die sich zufällig auf dem Rieper-Hof getroffen haben, machen sich besorgt auf, um Beke zu finden, die mit Engelszungen versucht, ihren Bewacher zum Aufgeben zu überreden. Je länger der Strom wegbleibt, desto ungeduldiger werden die Jorker. Heide richtet zwar ein Notquartier ein, jedoch wird es von keinem genutzt. Vielmehr kaufen die Jorker den Supermarkt leer und "vergessen" dabei zu bezahlen. Danach kommen sie auf den Rieper-Hof, um dort die letzten käuflich erwerbbaren Lebensmittel abzugreifen. Renate und Gerd kennen ihre eigentlich so netten Nachbarn kaum wieder. Aber Heide findet die richtigen Worte, um sie zur Räson zu bringen. Letzte Folge "Neuer Wind im alten Land"
21:45
Informativ, hintergründig, analytisch: die Nachrichten des Tages aus Deutschland und der Welt. Mit Berichten, Reportagen und Interviews aus Politik, Gesellschaft und Kultur.
22:15
Mit seinem selbstzerstörerischen Verhalten setzt Roman seine berufliche und private Zukunft aufs Spiel. Doch dann entdeckt er eine neue Spur. Bekommt er eine zweite Chance? Als Roman im TV zufällig die Stimme von Dieter Adriaansens hört, dessen Tochter vermisst wird, ist ihm sofort klar, dass es sich bei diesem um "Lennon" handelt. Nico lässt den Mann daraufhin festnehmen. Und Adriaansens bietet den Ermittlern einen verlockenden Deal an. Roman (Bart Kelchtermans) steckt in einer Krise: Caro(Sigrid ten Napel) will nichts mehr mit ihm zu tun haben, nachdem er infrage gestellt hat, ob er überhaupt Vater werden will. Und darüber hinaus wurde er auch noch bei der Kriminalpolizei suspendiert. Unterdessen ermittelt die Kripo in einem Fall, der auf den ersten Blick zunächst nichts mit der Jagd nach "McCartney" zu tun hat. Eine junge Frau namens Selina ist spurlos verschwunden. Offenbar wurde sie entführt. Als Roman durch Zufall in einem TV-Bericht die Stimme ihres Vaters Dieter Adriaansens (John Buijsman) hört, kommt sie ihm sofort bekannt vor: Es handelt sich bei diesem Mann um den mysteriösen "Lennon". Noch in derselben Nacht wird Adriaansens verhaftet. Im Verhör berichtet dieser, dass "McCartney" seine Tochter entführt habe. Er müsse ihm übermorgen eine Entschädigung für den gestohlenen Drogencontainer zahlen. Dann käme Selina wieder frei. Adriaansens bittet die Polizei, das Treffen wie geplant stattfinden zu lassen. Danach wolle er gegen "McCartney" aussagen. Die Kripo lässt sich auf den Deal ein und bereitet einen Großeinsatz vor. Ein Teil des Teams postiert sich rund um ein Café in einer Markthalle, das als Treffpunkt für Adriaansens und "McCartney" dienen soll. Doch es kommt alles anders, als es sich die Ermittler vorgestellt haben.
23:00
Roman hat Yaqub dazu gebracht, die Kriminalpolizei bei der Ergreifung von "McCartney" zu unterstützen. Der Showdown soll auf einem Pfannkuchenschiff stattfinden. Die Ermittler nehmen das Schiff ins Visier. Roman und Nico sind undercover an Bord. Eigentlich ist alles für den Zugriff vorbereitet, doch der gesuchte "McCartney" taucht nicht auf. Stattdessen gibt es eine große Überraschung. Die Kripo Rotterdam soll den Fall an Interpol abgeben. Roman will das nicht einfach so hinnehmen und wagt einen weiteren Alleingang. Nachdem Roman eindringlich mit ihm gesprochen hat, bietet der Verbrecher Yaqub (Sinan Eroglu) der Polizei seine Unterstützung bei der Ergreifung von "McCartney" an. Es soll ein konspiratives Treffen mit dem Hauptdrahtzieher auf einem Pfannkuchenschiff geben. Roman erklärt sich zu einem gefährlichen Einsatz bereit: Er wird sich undercover in direkter Nähe zu den Kriminellen an einen Tisch setzen. Über ein Abhörmikrofon in seinem Blindenstock können die Ermittler das Gespräch mithören. Meryem (Aysegül Karaca) kehrt zudem als Usbekisch-Dolmetscherin ins Team zurück. Im Umfeld des Schiffs sind mehrere Polizeiteams platziert. Auch Nico (Frank Lammers) ist undercover mit an Bord. Der große Zugriff scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Doch als die Abfahrt des Schiffes unmittelbar bevorsteht, fehlt von "McCartney" noch immer jede Spur. Stattdessen setzt sich eine Person an den Tisch, mit der niemand gerechnet hat. Letzte Folge "Blind Sherlock"
23:40
Öffentliche Denker sind der moralische Kompass von Gesellschaften. Doch im großen Rauschen des Internets werden sie kaum gehört. Darüber diskutiert Richard David Precht mit Juli Zeh. Jürgen Habermas und Alexander Kluge sind unlängst gestorben. Welche Rolle hatten diese und andere Denkerinnen und Denker in unserer Gesellschaft. Welche Rolle spielen Intellektuelle heute und wie können sie im digitalen Zeitalter überhaupt noch durchdringen? Ist in unserer gegenwärtigen Gesellschaft überhaupt noch Platz für Intellektuelle, die sich mit den Konflikten der Zeit auseinandersetzen und sich selbstbewusst einmischen? Juli Zeh ist davon überzeugt: Die Menschen sehnen sich gerade heute nach klugen Köpfen, die unsere Krisen und das Chaos in der Welt nicht nur einordnen können, sondern auch laut über Auswege nachdenken. Das Vertrauen in die Institutionen sei gesunken. Gerade deshalb suche man bei freien Denkern und Denkerinnen nach Orientierung. In den 1960er- und 1970er-Jahren erhielt die Politik von den Intellektuellen der Zeit deutlich mehr Impulse für gesellschaftliche Veränderungen. Heute stagniere dieser Diskurs in einer allzu breiten Mitte, so Precht. Während damals eine allgemeine Aufbruchstimmung herrschte, fürchtet man sich heute primär vor Verlusten. Es mangele heute an einer substanziellen Vision von gemeinsamer Zukunft, attestiert Juli Zeh. Diese wird nun vermehrt von den radikalen Rändern beschworen - jedoch als eine rückwärtsgewandte Vision und kaum als eine konstruktive Vorstellung eines demokratischen Morgens. Möglicherweise braucht die Gesellschaft mehr als nur eine rationale Einsicht in den Wert der Demokratie, so Zeh. Demokratie beruhe auf Voraussetzungen, die sie selbst nicht schaffen kann, so definierte es schon Ernst-Wolfgang Böckenförde. Geteilte Tradition, geteilte Lebenswelten, ähnliche Erfahrungen - alles Elemente, die in einer hochindividualisierten Gesellschaft verloren gehen.