22:00
Informativ, hintergründig, analytisch: die Nachrichten des Tages aus Deutschland und der Welt. Mit Berichten, Reportagen und Interviews aus Politik, Gesellschaft und Kultur.
22:30
Oliver Welke kommentiert die Vorwürfe vom "faulen Deutschen", blickt auf die angeblich nachhaltigsten Winterspiele aller Zeiten und zeigt, wie die AfD sich weiter radikalisiert. Diesmal in Welkes Team: Kriemhild Hausten, Christian Ehring und Martin Klempnow. Diese Sendung wird im Web und in der App mit Gebärdensprache angeboten.
23:00
Zur Einstimmung auf die hundertste Ausgabe im Juli blickt das Anstaltsensemble in zwei Sonderausgaben noch einmal auf den Status quo der prägendsten Sendungsthemen. Ist die Rente seit dem Besuch von Norbert Blüm sicherer geworden? Wie steht es um die Entwicklung der AfD und ein mögliches Verbot? Diesen und weiteren Fragen gehen Maike Kühl, Max Uthoff und Claus von Wagner in ihrer satirischen Bestandsaufnahme auf den Grund.
23:30
Gastgeberin Thea Dorn diskutiert im "Literarischen Quartett" mit Christian Berkel, Xaver von Cranach und Marlene Knobloch über vier Bücher. Besprochen werden: Jon Fosse: "Vaim", Bodo Kirchhoff: "Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt", Richard Price: "Lazarus Man" und David Szalay: "Was nicht gesagt werden kann". "Das Literarische Quartett" wird im Foyer des Berliner Ensembles am runden Tisch aufgezeichnet.
00:15
Die aktualisierte Spätausgabe des "heute journal" rundet den Nachrichtentag im ZDF ab - mit den neuesten Nachrichten, Hintergrundberichten, Schaltgesprächen und Interviews.
00:30
Zehntausende Frauen leben in Deutschland als Zwangsprostituierte. Sie sind Sex-Sklavinnen. Es könnten sogar Hunderttausende sein: Seit der Pandemie hat sich die Zahl vergrößert. ZDF-Rechtsexpertin Sarah Tacke trifft Betroffene, erzählt ihre Geschichten und folgt ihren Schicksalen. Die Frauen und Mädchen verrichten ihre Dienste oft in unauffälligen Mietwohnungen oder in online gebuchten Appartements. Wer ist von Zwangsprostitution betroffen? Es sind Frauen, die niemand kennt. Ohne privates Umfeld, ihre Familien und Freunde leben häufig in Osteuropa. Wie geht die Polizei gegen Zwangsprostitution vor? Das Milliardengeschäft ist fest in der Hand organisierter Banden, die verschwiegen und skrupellos agieren. Und die meisten ihrer Opfer scheuen belastende Aussagen, weil sie brutale Gewalt fürchten müssen. Die Reportage blickt hinter die Kulissen einer kriminellen Branche, die Menschenleben zerstört. Psychisch und körperlich. ZDF-Reporterin Sarah Tacke spricht mit Ermittlern im In- und Ausland und will herausfinden: Warum floriert der moderne Sklavenhandel ausgerechnet in Deutschland so ungehemmt - praktisch direkt vor unseren Augen?
01:15
Es sind Schlager, die noch heute mitreißen - von Zarah Leander, Heinz Rühmann oder Hans Albers. Doch waren ihre Lieder so harmlos, wie sie schienen? Welchem Zweck dienten sie im NS-Staat? "Terra X History" erzählt die Geschichte berühmter Hits unterm Hakenkreuz wie "Davon geht die Welt nicht unter" oder "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern". Vor mehr als 80 Jahren waren sie Gassenhauer und auch Instrumente der NS-Propaganda. Im NS-Staat entsteht eine Vielzahl von Schlagern, Filmmusiken und Soldatenlieder. Einige Künstlerkarrieren kommen jetzt erst so richtig in Schwung wie die von Marika Rökk und Zarah Leander. Ihre Songs sollen für gute Stimmung sorgen - gerade in Kriegszeiten. Jüdische Künstler hingegen werden ausgegrenzt und verfolgt. Wer kann, emigriert und versucht, sein Leben zu retten. NS-Propagandachef Joseph Goebbels bringt die Musik- und Unterhaltungsbranche unter seine Kontrolle. Trotzdem regt sich vereinzelt heimlicher Widerstand in der Musikszene. Hans Albers gelingt Ende 1944 mit "Einmal muss es vorbei sein" ein mehrdeutiger Hit. Im Film kommen Max Raabe, Leiter des Palast Orchesters, sowie der deutsche Chansonnier Tim Fischer zu Wort.
02:00
Der Film zeichnet die dramatische Geschichte von Schiffbrüchigen nach, die in den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts auf den unwirtlichen, subpolaren Aucklandinseln strandeten. Innerhalb weniger Monate wurden zwei Bootscrews auf dieselbe Insel verschlagen, ohne einander zu bemerken. Während die Besatzung der "Grafton" trotz der schwierigen Umstände überlebte, starben fast alle Schiffbrüchigen der "Invercauld". Was war der Grund? 1872 kommt es in Paris zu einer denkwürdigen Begegnung: Auf Anregung seines Verlegers trifft sich der weltberühmte Schriftsteller Jules Verne mit seinem Landsmann François Raynal. Der Erfinder von "Kapitän Nemo" ist in einer Schaffenskrise und sucht einen neuen, fesselnden Stoff. Und den kann François Raynal aus erster Hand bieten. Die Begegnung der beiden liefert die filmische Rahmenhandlung für die Geschichte von Raynal und seinen Gefährten, die es 1864 als Schiffbrüchige auf die Aucklandinseln verschlägt. Im dichten Seenebel erkennen die Männer zu spät, dass sie auf eine Steilküste zuhalten. Der Segler kentert auf einer Klippe und muss aufgegeben werden. Immerhin haben sie Glück im Unglück, dass sie in Ufernähe havariert sind. So können sie das Wrack ausschlachten und überlebenswichtige Dinge an Land retten. Ohne auf die vage Hoffnung zu vertrauen, von einem zufällig vorbeikommenden Schiff gerettet zu werden, beginnen sie, sich auf einen langen Aufenthalt einzurichten, bauen eine Behausung und stellen Regeln für ihr Zusammenleben auf, die von allen respektiert werden. Durch Einfallsreichtum und Kooperation gelingt es ihnen sogar, aus Teilen des Wracks ein seetüchtiges Boot zu bauen, das sie zurück nach Neuseeland trägt. Ganz anders verläuft das Schicksal der Mannschaft der "Invercauld", die nur wenige Monate nach der "Grafton" vor den Aucklandinseln auf Grund läuft. Auch das Schicksal dieser Schiffbrüchigen, die ihren Leidensgenossen auf der anderen Seite der Insel nie begegnen werden, ist durch den Bericht eines Überlebenden gut dokumentiert. Anders als die Männer der "Grafton" steuern sie von Anfang an auf eine Katastrophe zu. Schon nach kurzer Zeit spaltet sich die Gruppe aufgrund von Streitigkeiten auf, was ihre Überlebenschancen minimiert. Ihre Gemeinschaft zerfällt zusehends. Das liegt nicht zuletzt am Versagen des Kapitäns, dem es an natürlicher Autorität, Willenskraft und Verantwortungsgefühl fehlt. Die Männer überlassen nicht nur Kranke und Verwundete ihrem Schicksal, sie verfallen sogar in Kannibalismus. Als ein zufällig vorbeikommendes Schiff die Gestrandeten nach Monaten entdeckt, sind von ursprünglich 28 Männern nur noch drei am Leben. Eine Laune des Schicksals hat die unwirtliche Inselgruppe am Rand der Welt zum Schauplatz unfreiwilliger Überlebensexperimente gemacht, zu einer zeitlosen Geschichte über menschliches Verhalten unter extremen Bedingungen. Dabei zeigt sich, dass Gemeinschaftssinn, solidarisches Handeln und Empathie am Ende der Schlüssel zum Überleben sind - und nicht egoistisches Verhalten, das nur kurzfristig Vorteile bringt. Das beweist auch ein drittes Unglück, das sich nur ein Jahr nach den geschilderten Ereignissen an demselben Ort abspielt. Die havarierte "General Grant" hat australische Goldsucher und ihre Familien an Bord. Unter den wenigen Überlebenden des Schiffbruchs befindet sich diesmal sogar eine Frau. Wie den Männern der "Grafton" gelingt es auch diesen Gestrandeten, eine solidarische Gemeinschaft aufrechtzuerhalten. So schaffen sie es, mit den einzigen beiden trockenen Streichhölzern ein Feuer zu entzünden und während der nächsten 18 Monate nicht mehr ausgehen zu lassen. Sie bauen Behausungen, stellen sich Kleidung aus den Fellen erbeuteter Seehunde her und Werkzeuge aus Knochen. Am Ende werden auch sie von einem Schiff aufgespürt und gerettet. Um den Untergang der "General Grant" rankt sich bis heute ein Geheimnis. Denn im Bauch des Schiffes befand sich eine tonnenschwere Goldladung, die aus Sicherheitsgründen als Messing deklariert war. Trotz vieler Versuche bis in die jüngste Zeit, den wertvollen Schatz zu finden, ruht er bis heute auf dem Meeresgrund. Raynals Abenteuer aber inspirieren Jules Verne zu seinem Roman "Die geheimnisvolle Insel", in dem er der menschlichen Erfindungsgabe in der Not und der Kameradschaft ein Denkmal setzt.
02:45
Musik ist die universelle Sprache der Gefühle - eine ständige Verbündete mit direkter Wirkung auf Herz und Hirn. "Terra X" entdeckt die emotionale Wechselwirkung von Musik und Lebensgefühl. Musik erzählt von Liebe und Glück, von Trauer und Wut. Musik kann verführerisch sein, Ängste schüren oder vertreiben. Rhythmus, Klang und Melodie besitzen eine magische Kraft. Forscher erklären, wie Musik entstanden ist und warum sie uns so viel bedeutet. Als Wissenschaftler den Urknall hörbar machen, entdecken sie auch die Geburtsstunde der Musik. Der erste Sound der Welt ist so alt wie das Universum selbst. Vor mehr als 165 Millionen Jahren erzeugen Grillen den ersten Rhythmus. Vor rund 30.000 Jahren folgt die Melodie - als Singsang der Mutter für ihr Kind. Seit der Mensch angefangen hat, aus Geräuschen, Rhythmen und Klängen Melodien zu erschaffen, beeinflusst Musik das Leben jedes Einzelnen - vom Mutterleib bis zum Tod. Zu den stärksten Motiven der Musik gehört die Liebe. Das älteste bekannte Liebeslied haben Forscher in einem ägyptischen Grabmal gefunden. Den Teilnehmern der "Endurance"-Expedition von Ernest Shackleton hilft Musik, um ihre katastrophale Situation zu überstehen. Als ihr Schiff im Eis der Antarktis stecken bleibt, singt die Crew im Bauch des Schiffes allabendlich zum Banjo. Nur so, berichten viele später, hätten sie die Krise überlebt. Der griechische Philosoph Pythagoras gilt als Pionier der systematischen Auseinandersetzung mit Musik. Er experimentiert mit Klängen und dem Verhältnis der Töne zueinander. Damit legt er den Grundstein der Musiktheorie in der westlichen Welt. Heute haben Akustiker das Wissen um Klänge und Raum längst perfektioniert. Brian Katz von der Pariser Sorbonne kann nach dem Brand des Dachstuhls von Notre-Dame die einmalige "Stimme" der Kathedrale mit akustischen Messungen und Computersimulationen rekonstruieren. Mit dem ersten Druck von Noten, für die Ottaviano Petrucci 1502 in Venedig das Patent anmeldet, nimmt die Verbreitung von Musik an Fahrt auf. Mit dem Phonographen von Thomas Edison, mit Vinyl und Radio beschleunigt sich diese Entwicklung rasant. Heute sind Abermillionen Songs und Kompositionen jederzeit verfügbar. Die erste Folge dieser "Terra X"-Reihe sucht nach den Ursprüngen der Musik und erzählt, warum sie eine solche Macht über uns hat. Wissenschaftler und Musiker wie Moby und die Hornistin der Berliner Philharmoniker, Sarah Willis, thematisieren in Interviews die einzigartige Wirkkraft von Musik. Lillo Scrimali, einer der bekanntesten deutschen Arrangeure der Pop-Gegenwart, und Musiker von den "Die fantastischen Vier" und "The Voice of Germany" begleitet die Doku instrumental. Es singen die Soul-Interpreten Rachel Scharnberg und Jeffrey Amankwa.
03:30
Als der norddeutsche Pastor Hans-Uwe Petersen erfährt, dass seine Kirchengemeinde Toestrup mit der Nachbargemeinde Norderup zusammengelegt werden soll, gerät er unter Druck. Er würde die Verantwortung für beide Dörfer gern übernehmen, doch der Posten ist an eine Bedingung geknüpft: Er soll endlich seine Lebensgefährtin Petra Koslowski heiraten, mit der er in wilder Ehe lebt. Petra hält von der Idee nichts - sie glaubt weder an Gott, noch sieht sie sich als Pfarrersfrau beim Ausrichten von Seniorennachmittagen und Gemeinde-Flohmärkten. Doch Pröbstin Frederike Murrmann macht unmissverständlich klar, dass Hans-Uwe seine privaten Verhältnisse in Ordnung bringen muss, sonst wird der Kirchenvorstand von Norderup dem Plan nicht zustimmen. Allen voran der konservative und einflussreiche Großbauer Dietrich Bosefeld schaut mit Skepsis auf das Paar - zumal die unkonventionelle Petra nicht als standesgemäß gilt. Hans-Uwes berufliche Existenz steht auf dem Spiel: Wenn er den neuen Posten nicht bekommt, wird er seine Gemeinde verlieren. Er braucht Petra. Als sie endlich so weit ist, doch über ihren Schatten zu springen, taucht ihr Sohn Mikis auf, zu dem sie ein angespanntes Verhältnis hat. Im Schlepptau hat er seinen Vater Dimitris - Petras Jugendliebe aus Griechenland.