19:05
Die Geschichte ist voller Irrungen und Wirrungen. Nicht selten stecken fürchterlich dumme Deals dahinter. Höchste Zeit, die schlechtesten Geschäfte der Geschichte unter die Lupe zu nehmen. Putin beißt sich vermutlich noch heute in den Hintern: Einer seiner Vorgänger, Zar Alexander II., hatte Flausen im Kopf und wollte tatsächlich die Unterdrückung seines Volkes beenden. Aber Reformen sind teuer, also verkaufte er kurzerhand Alaska an die USA. Die bezahlten für den "Kühlschrank mit ein paar Bären" 7,2 Millionen Dollar - und wurden verspottet. Doch wer zuletzt lacht: Alaska entpuppte sich bald als wahre Schatzkammer mit reichen Edelmetall- und Erdölvorkommen. Sorry, Wladimir, dass dieses Schätzchen ausgerechnet an den Erzfeind ging. Um ein etwas kleineres und nicht ganz so mit unterirdischem Reichtum gesegnetes Gebiet handelt es sich bei Helgoland. Den heutigen Außenposten unserer Republik tauschte Kaiser Wilhelm II. mit den Briten gegen das tropische Eiland Sansibar. Wie bitte? Schön doof! Doch Moment: Sansibar gehörte Deutschland gar nicht, die Insel war gar keine echte Kolonie. Das Deutsche Reich bekam Helgoland allein für den Verzicht auf Gebietsansprüche. Insofern war's eher ein schlechter Deal für die Briten. Die Reihe der krummen und weniger krummen Tauschgeschäfte ließe sich endlos fortsetzen. Auch Kunst und Literatur sind voll davon: Man denke an Fausts Pakt mit dem Teufel oder den Rattenfänger von Hameln, der, weil er nicht bezahlt wird, mit seinem Flötenspiel nicht nur die Ratten, sondern auch alle Kinder auf Nimmerwiedersehen aus der Stadt lockt. Ein wirklich dickes Ding der jüngeren Vergangenheit sind dagegen die falschen Hitler-Tagebücher - 9,3 Millionen Mark für 69 gefälschte Tagebücher. Chapeau, Konrad Fischer alias Konrad Kujau! Ein mieseres Geschäft hat ein Verlag wohl nie abgeschlossen. Was sonst noch an dummen Deals abgeschlossen wurde? "Die glorreichen 10" hat die möglicherweise schrecklichsten zusammengestellt. Für die Dokumentationsreihe wurde keine Abstimmung durchgeführt. Die Redaktion hat eine subjektive Auswahl getroffen und sich bewusst, und ohne Anspruch auf Repräsentativität, für eine bestimmte Reihenfolge entschieden.
19:50
Die John-Lennon-Verschwörung: mit wem steckte er unter einer Decke? Außerdem: Aliens in der Kaffeepause, eine geheimnisvolle Mafiosa und ein falscher Heiland. Die "Sketch History" zeigt rasant und bildgewaltig die großen und kleinen Ereignisse der Weltgeschichte aus völlig neuer Perspektive. Satirisch, humorvoll und richtig schön absurd. "History repeating" kann auch positiv sein - zumindest, wenn es um eine neue Staffel "Sketch History" geht: Beim wilden Ritt durch die Jahrhunderte geht es in der vierten Staffel des Sketchcomedy-Formats unter anderem mit ABBA in den Proberaum, mit Frida Kahlo vor die Staffelei und auf Tuchfühlung mit Franz Josef Strauß und Helmut Kohl zum Beginn ihrer Karrieren. Endlich werden die letzten großen Geheimnisse der Menschheit gelüftet: Wie kam Albert Einstein auf seine Relativitätstheorie? Was trieb Bill Gates in seiner Garage? Und wie melden sich Mafiosi zur Darmspiegelung an? "Sketch History" verspricht nichts weniger als die höchste Promi-Dichte der Fernsehgeschichte: Wo sonst geben sich Barack Obama und Katharina die Große die Klinke in die Hand, trifft John Lennon auf Dr. Sommer, Jeanne d'Arc auf Robin Hood und Queen Victoria auf die Handwerker-Koryphäen Jürgen und Horst Kasallek.
20:15
Bauunternehmer Damian Hale ist alt und krebskrank. Um dem Tod von der Schippe zu springen, sucht er die Hilfe der geheimnisumwitterten Organisation "Phoenix". Die transferiert sein Bewusstsein in einen jungen Körper. Als Damian wissen will, in wessen Körper er jetzt lebt, gerät er in Lebensgefahr. Regisseur Tarsem Singh verpackte den alten Menschheitstraum von der Unsterblichkeit in einen packenden Thriller. New York. Bau-Tycoon Damian Hale (Ben Kingsley) ist alt und krebskrank. Es bleiben ihm noch knapp sechs Monate zu leben. Doch er hat Geld und eine Visitenkarte: Die geheimnisvolle Organisation "Phoenix" verspricht skrupellosen und zahlungskräftigen Kunden ein neues Leben in einem jungen Körper mittels eines Bewusstseins-Transfers in einer MRT-artigen Maschine. Das Verfahren nennt "Phoenix" "shedding". Um den Transfer machen zu können, simuliert Damian in einem New Yorker Restaurant öffentlichkeitswirksam und ohne Rücksicht auf seine erwachsene Tochter Claire (Michelle Dockery) den eigenen Tod. Danach reist er im Privatjet nach New Orleans, wo er Dr. Albright (Matthew Goode), Chef von "Phoenix", trifft, der den ungewöhnlichen Eingriff vornimmt. Damian (jetzt: Ryan Reynolds) glaubt, sein neuer Körper sei in einem Genlabor gezüchtet worden. "Phoenix" versieht Damian mit einer neuen Identität. Nach dem gelungenen Eingriff ist er nicht mehr der sieche Baulöwe, sondern der 1980 geborene Edward (Eddy) Kidner. Damian alias Edward bleibt zunächst in New Orleans, wo er auf der Straße scheinbar zufällig die Bekanntschaft Antons (Derek Luke) beim Baseball macht. Einmal die Woche muss Damian/Edward eine rote Tablette schlucken. Denn der Transfer hat Nebenwirkungen der unangenehmen Sorte: In ruckartigen Flashbacks sieht sich Damian/Edward mit Szenen aus einer Vergangenheit konfrontiert, die nicht Teil seines Lebens war. Das Bewusstsein des Menschen, der dem Körper natürlich innewohnte, versucht, sich seine Behausung zurückzuerobern. Mit gutem Grund: Der Körper wurde nicht im Labor gezüchtet, sondern einem lebenden Menschen unter Druck von "Phoenix" "abgekauft". Was Damian/Edward außerdem nicht ahnt: Anton ist ein Mitarbeiter von "Phoenix". "Phoenix" kontrolliert seine Kunden, um die illegalen Vorgänge unter Dr. Albrights Ägide geheim zu halten und das elitäre Unternehmen nicht in Gefahr zu bringen. Damian/Edward stellt zu viele Fragen: Dr. Albright verordnet ihm einen Urlaub auf Hawaii. In seinen Halluzinationen hatte Damian/Edward eine junge Frau und ein Kind, ein kleines Mädchen, gesehen. Ein deutlich sichtbarer Wasserturm im Hintergrund der Flashbacks hatte ihn auf die richtige Spur geführt. Von Hawaii reist Damian/Edward ohne Aufenthalt in eine Kleinstadt namens Brighton in der Nähe von St. Louis, Missouri. Hier ist der Ort, aus dem sein Körper stammt. Der Körper gehörte einem Mann namens Mark. Mark lebte in Brighton mit seiner Frau Madeline (Natalie Martinez) und seiner sechsjährigen Tochter Anna (Jaynee-Lynne Kinchen). Mark hatte seinen Körper an "Phoenix" verkauft, um den teuren Krankenhausaufenthalt seines Kindes finanzieren zu können. Das Programm von "Phoenix" sieht vor, dass niemand, der den Transfer macht, erfährt, woher sein neuer Körper kam. Die Häscher von "Phoenix" verfolgen Damian/Edward bis nach Brighton. Nach einer wilden Schießerei, bei der Madelines Haus in Flammen aufgeht, flieht Damian/Edward mit Madeline und Anna vor dem langen Arm von "Phoenix". Ryan Reynolds wurde 2009 an der Seite von Sandra Bullock mit dem Film "Selbst ist die Braut" weltberühmt. Er war außerdem der erste Ehemann von Kollegin Scarlett Johansson. Nacktfotos, die Johansson Reynolds per Handy sandte, gerieten vor ein paar Jahren ins Netz, weil ihr Handy gehackt wurde. Mittlerweile ist Ryan Reynolds mit Kollegin Blake Lively verheiratet, mit der er zwei kleine Töchter hat. Tarsem Singh, in Indien geborener Hollywood-Regisseur, sagt über den Film: "Die Menschheit verschiebt pausenlos die Grenzen der Wissenschaft, sei es durch Fortschritte beim Klonen, bei animatronischen Prothesen und durch die Philosophie des Transhumanismus. Bewusstseinsverpflanzung ist gar nicht so weit hergeholt. Wir präsentieren diese Story-Elemente in einem realistischen Rahmen, sodass es glaubwürdig genug wirkt, um damit die Zuschauer zum Nachdenken zu bringen. Nach dem Motto: 'Falls ich es noch erleben sollte, dass es so was gibt, und ich das nötige Kleingeld hätte, dann würde ich vielleicht ...'". Zit. aus dem dt. Presseheft zum Film Ben Kingsley, 2001 von Königin Elizabeth II. von England zum "Sir" geadelt, über Singh: "Tarsem Singh war der perfekte Regisseur für diese Story. Er hat indische Wurzeln, und wir haben viel über Indiens Kulturreichtum gesprochen. Besonders über den Glauben an Reinkarnation, die in der Vorstellung der Menschen dort einen großen Raum einnimmt, auf uns im Westen aber eher befremdlich wirkt." Wer umsonst einen Blick in den New Yorker Wohnsitz von US-Präsident Donald Trump werfen möchte - hier ist es möglich: Laut Danksagung im Abspann wurden die Szenen, die Ben Kingsley in seinen vorwiegend prunkvoll in Gold gestalteten Privaträumen zu Beginn des Filmes zeigen, im New Yorker "Trump Tower" gedreht.
22:00
Zwei FBI-Agenten haben es mit einer bizarren Mordserie zu tun. Zur Lösung des komplizierten Falls wird ein ehemaliger Kollege reaktiviert, der über seherische Fähigkeiten verfügt. Tatsächlich kann der Psychoanalytiker wichtige Informationen geben, jedoch erweist sich der Killer als ebenbürtiger Gegner. Packender Psychothriller mit Jeffrey Dean Morgan, Anthony Hopkins und Colin Farrell in den Hauptrollen. Die FBI-Agenten Joe Merriwether (Jeffrey Dean Morgan) und Katherine Cowles (Abbie Cornish) tappen bei ihren Ermittlungen zu einer Serie mysteriöser Mordfälle völlig im Dunkeln. Es gibt weder ein nachvollziehbares Motiv noch einen Verdächtigen. Aus diesem Grund beschließt Merriwether, Kontakt zu einem alten Freund aufzunehmen: Der hellseherisch begabte Psychoanalytiker Dr. Clancy (Anthony Hopkins) hat in der Vergangenheit bereits zur Lösung des ein oder anderen kniffligen Falls beigetragen und könnte auch diesmal den entscheidenden Hinweis liefern. Obwohl Clancy sich nach dem Tod seiner Tochter zurückgezogen hat, willigt er schließlich ein, dem FBI zu helfen. Seine "Vorsehungen" führen tatsächlich zu neuen Erkenntnissen, und es zeichnet sich endlich ein logisches Muster ab, das die Mordopfer miteinander verbindet. Doch auch der Killer verfügt über besondere Fähigkeiten und spielt mit den Ermittlern ein perfides Spiel, an dessen Ende ein unausweichlicher Mord auf sie wartet. Auf dem Regieposten nahm der brasilianische Regisseur Afonso Poyart ("2 Coelhos") Platz, der mit "Die Vorsehung" sein internationales Debüt gab. Entstanden ist ein düsterer Mystery-Thriller, der neben einer wendungsreichen Handlung auch optisch ansprechend inszenierte Visionsszenen zu bieten hat und von seinen charismatischen Darstellern profitiert.
23:35
In naher Zukunft: Alles, was ein Mensch sieht, liegt als Aufzeichnung im Äther. Nach der Ermordung mehrerer Personen erkennt ein Cop, dass die Aufzeichnungen der Opfer manipuliert wurden. Manipuliert in der Absicht, den Mörder zu verbergen. Aber ist der geniale Hacker auch selbst der Täter? "Gattaca"-Regisseur Andrew Niccol entwirft eine düstere Zukunftsversion, in der sein Star Clive Owen nur schwer zwischen Schein und Sein unterscheiden kann. In nicht allzu ferner Zukunft in New York. Mittels eines biosynthetischen Chips, der in jeden Menschen eingepflanzt ist, wird sein Leben aus seiner Perspektive aufgezeichnet. Die Polizei hat Zugang zu den Daten, die wie Filme im sogenannten Äther gespeichert sind. Sal Frieland (Clive Owen), Cop bei der New Yorker Polizei, kann also bei einem Verbrechen mit eigenen Augen sehen, was die Opfer oder andere Personen sahen. Entsprechend ist die Verbrechensrate stark gesunken. Doch eine Mordserie unterbricht Frielands Erfolgsbilanz. Zwar sieht der routinierte Cop immer noch die letzten Minuten der Opfer in Form ihrer Aufzeichnung im Äther, doch der oder die Mörderin bleibt verdeckt. Frieland erkennt, dass er das fast Unmögliche vor sich hat - eine manipulierte Opfer-Aufzeichnung. Um dem Hacker und vermeintlichen Mörder auf die Spur zu kommen, ermittelt Sal undercover. Denn die Polizei hat bereits einen Verdacht. Vor einiger Zeit war Sal auf der Straße eine Frau aufgefallen, die versuchte, in die Aufzeichnungen von Passanten einzudringen, die ihr ins Gesicht gesehen hatten. Sal hatte die Manipulation bemerkt. Er erhält von seinem Vorgesetzten, Charles Gattis (Colm Feore), die Möglichkeit, der Frau eine Falle zu stellen. Sal gibt vor, ein Banker zu sein, der einen One-Night-Stand mit einer Prostituierten löschen lassen will. Seine Freundin soll den Fehltritt nicht bemerken, wenn sie seine Aufzeichnung sehen will. Sal bestellt die Frau, die ihm auf der Straße aufgefallen war, in ein von der Polizei angemietetes Appartement. Sie heißt Anon (Amanda Seyfried). Anon erklärt ihrem vermeintlichen Kunden, unter allen Umständen in der realen Welt anonym bleiben zu wollen. Ihr Zuhause ist die Cyberwelt. Sie verdient ihr Geld damit, Menschen, die etwas verbergen wollen, im Äther Alibis zu verschaffen. Ihre Auftraggeber, mittlerweile jedoch fast alle ermordet, hatten in der Regel etwas Kriminelles getan, zum Beispiel Börsenkurse manipuliert oder gefälschte Bilder als echt ausgegeben. Anon zeigt Sal, wie perfekt sie ihr manipulatives Handwerk beherrscht. Aber ist sie deshalb auch der Mörder, nach dem Sal sucht? Zwischen Sal und Anon beginnt ein Katz-und Maus-Spiel, das seine Existenz bedroht. Denn nach kurzer Zeit hat sich jemand in Sals Augen gehackt, gaukelt ihm Dinge vor, die nicht da sind, treibt ihn an den Rand des Wahnsinns. Immer weniger kann Sal seine Realität und die manipulierte Aufzeichnung seiner Realität unterscheiden. Als er in Verdacht gerät, seinen Nachbarn ermordet zu haben und vom Dienst suspendiert wird, muss er Anon wiederfinden, obwohl sie längst weiß, dass er ein Cop ist. Andrew Niccol inszenierte seine Zukunftsversion vom Verlust jeglicher Privatsphäre als Krimi mit den Stilmitteln des Film noir. Um zwischen der realen Welt und der Aufzeichnung zu unterscheiden, wechselte der Regisseur zwischen zwei verschiedenen Bildformaten.
01:00
Zwei FBI-Agenten haben es mit einer bizarren Mordserie zu tun. Zur Lösung des komplizierten Falls wird ein ehemaliger Kollege reaktiviert, der über seherische Fähigkeiten verfügt. Tatsächlich kann der Psychoanalytiker wichtige Informationen geben, jedoch erweist sich der Killer als ebenbürtiger Gegner. Packender Psychothriller mit Jeffrey Dean Morgan, Anthony Hopkins und Colin Farrell in den Hauptrollen. Die FBI-Agenten Joe Merriwether (Jeffrey Dean Morgan) und Katherine Cowles (Abbie Cornish) tappen bei ihren Ermittlungen zu einer Serie mysteriöser Mordfälle völlig im Dunkeln. Es gibt weder ein nachvollziehbares Motiv noch einen Verdächtigen. Aus diesem Grund beschließt Merriwether, Kontakt zu einem alten Freund aufzunehmen: Der hellseherisch begabte Psychoanalytiker Dr. Clancy (Anthony Hopkins) hat in der Vergangenheit bereits zur Lösung des ein oder anderen kniffligen Falls beigetragen und könnte auch diesmal den entscheidenden Hinweis liefern. Obwohl Clancy sich nach dem Tod seiner Tochter zurückgezogen hat, willigt er schließlich ein, dem FBI zu helfen. Seine "Vorsehungen" führen tatsächlich zu neuen Erkenntnissen, und es zeichnet sich endlich ein logisches Muster ab, das die Mordopfer miteinander verbindet. Doch auch der Killer verfügt über besondere Fähigkeiten und spielt mit den Ermittlern ein perfides Spiel, an dessen Ende ein unausweichlicher Mord auf sie wartet. Auf dem Regieposten nahm der brasilianische Regisseur Afonso Poyart ("2 Coelhos") Platz, der mit "Die Vorsehung" sein internationales Debüt gab. Entstanden ist ein düsterer Mystery-Thriller, der neben einer wendungsreichen Handlung auch optisch ansprechend inszenierte Visionsszenen zu bieten hat und von seinen charismatischen Darstellern profitiert.
02:35
In naher Zukunft: Alles, was ein Mensch sieht, liegt als Aufzeichnung im Äther. Nach der Ermordung mehrerer Personen erkennt ein Cop, dass die Aufzeichnungen der Opfer manipuliert wurden. Manipuliert in der Absicht, den Mörder zu verbergen. Aber ist der geniale Hacker auch selbst der Täter? "Gattaca"-Regisseur Andrew Niccol entwirft eine düstere Zukunftsversion, in der sein Star Clive Owen nur schwer zwischen Schein und Sein unterscheiden kann. In nicht allzu ferner Zukunft in New York. Mittels eines biosynthetischen Chips, der in jeden Menschen eingepflanzt ist, wird sein Leben aus seiner Perspektive aufgezeichnet. Die Polizei hat Zugang zu den Daten, die wie Filme im sogenannten Äther gespeichert sind. Sal Frieland (Clive Owen), Cop bei der New Yorker Polizei, kann also bei einem Verbrechen mit eigenen Augen sehen, was die Opfer oder andere Personen sahen. Entsprechend ist die Verbrechensrate stark gesunken. Doch eine Mordserie unterbricht Frielands Erfolgsbilanz. Zwar sieht der routinierte Cop immer noch die letzten Minuten der Opfer in Form ihrer Aufzeichnung im Äther, doch der oder die Mörderin bleibt verdeckt. Frieland erkennt, dass er das fast Unmögliche vor sich hat - eine manipulierte Opfer-Aufzeichnung. Um dem Hacker und vermeintlichen Mörder auf die Spur zu kommen, ermittelt Sal undercover. Denn die Polizei hat bereits einen Verdacht. Vor einiger Zeit war Sal auf der Straße eine Frau aufgefallen, die versuchte, in die Aufzeichnungen von Passanten einzudringen, die ihr ins Gesicht gesehen hatten. Sal hatte die Manipulation bemerkt. Er erhält von seinem Vorgesetzten, Charles Gattis (Colm Feore), die Möglichkeit, der Frau eine Falle zu stellen. Sal gibt vor, ein Banker zu sein, der einen One-Night-Stand mit einer Prostituierten löschen lassen will. Seine Freundin soll den Fehltritt nicht bemerken, wenn sie seine Aufzeichnung sehen will. Sal bestellt die Frau, die ihm auf der Straße aufgefallen war, in ein von der Polizei angemietetes Appartement. Sie heißt Anon (Amanda Seyfried). Anon erklärt ihrem vermeintlichen Kunden, unter allen Umständen in der realen Welt anonym bleiben zu wollen. Ihr Zuhause ist die Cyberwelt. Sie verdient ihr Geld damit, Menschen, die etwas verbergen wollen, im Äther Alibis zu verschaffen. Ihre Auftraggeber, mittlerweile jedoch fast alle ermordet, hatten in der Regel etwas Kriminelles getan, zum Beispiel Börsenkurse manipuliert oder gefälschte Bilder als echt ausgegeben. Anon zeigt Sal, wie perfekt sie ihr manipulatives Handwerk beherrscht. Aber ist sie deshalb auch der Mörder, nach dem Sal sucht? Zwischen Sal und Anon beginnt ein Katz-und Maus-Spiel, das seine Existenz bedroht. Denn nach kurzer Zeit hat sich jemand in Sals Augen gehackt, gaukelt ihm Dinge vor, die nicht da sind, treibt ihn an den Rand des Wahnsinns. Immer weniger kann Sal seine Realität und die manipulierte Aufzeichnung seiner Realität unterscheiden. Als er in Verdacht gerät, seinen Nachbarn ermordet zu haben und vom Dienst suspendiert wird, muss er Anon wiederfinden, obwohl sie längst weiß, dass er ein Cop ist. Andrew Niccol inszenierte seine Zukunftsversion vom Verlust jeglicher Privatsphäre als Krimi mit den Stilmitteln des Film noir. Um zwischen der realen Welt und der Aufzeichnung zu unterscheiden, wechselte der Regisseur zwischen zwei verschiedenen Bildformaten.
04:05
Bauunternehmer Damian Hale ist alt und krebskrank. Um dem Tod von der Schippe zu springen, sucht er die Hilfe der geheimnisumwitterten Organisation "Phoenix". Die transferiert sein Bewusstsein in einen jungen Körper. Als Damian wissen will, in wessen Körper er jetzt lebt, gerät er in Lebensgefahr. Regisseur Tarsem Singh verpackte den alten Menschheitstraum von der Unsterblichkeit in einen packenden Thriller. New York. Bau-Tycoon Damian Hale (Ben Kingsley) ist alt und krebskrank. Es bleiben ihm noch knapp sechs Monate zu leben. Doch er hat Geld und eine Visitenkarte: Die geheimnisvolle Organisation "Phoenix" verspricht skrupellosen und zahlungskräftigen Kunden ein neues Leben in einem jungen Körper mittels eines Bewusstseins-Transfers in einer MRT-artigen Maschine. Das Verfahren nennt "Phoenix" "shedding". Um den Transfer machen zu können, simuliert Damian in einem New Yorker Restaurant öffentlichkeitswirksam und ohne Rücksicht auf seine erwachsene Tochter Claire (Michelle Dockery) den eigenen Tod. Danach reist er im Privatjet nach New Orleans, wo er Dr. Albright (Matthew Goode), Chef von "Phoenix", trifft, der den ungewöhnlichen Eingriff vornimmt. Damian (jetzt: Ryan Reynolds) glaubt, sein neuer Körper sei in einem Genlabor gezüchtet worden. "Phoenix" versieht Damian mit einer neuen Identität. Nach dem gelungenen Eingriff ist er nicht mehr der sieche Baulöwe, sondern der 1980 geborene Edward (Eddy) Kidner. Damian alias Edward bleibt zunächst in New Orleans, wo er auf der Straße scheinbar zufällig die Bekanntschaft Antons (Derek Luke) beim Baseball macht. Einmal die Woche muss Damian/Edward eine rote Tablette schlucken. Denn der Transfer hat Nebenwirkungen der unangenehmen Sorte: In ruckartigen Flashbacks sieht sich Damian/Edward mit Szenen aus einer Vergangenheit konfrontiert, die nicht Teil seines Lebens war. Das Bewusstsein des Menschen, der dem Körper natürlich innewohnte, versucht, sich seine Behausung zurückzuerobern. Mit gutem Grund: Der Körper wurde nicht im Labor gezüchtet, sondern einem lebenden Menschen unter Druck von "Phoenix" "abgekauft". Was Damian/Edward außerdem nicht ahnt: Anton ist ein Mitarbeiter von "Phoenix". "Phoenix" kontrolliert seine Kunden, um die illegalen Vorgänge unter Dr. Albrights Ägide geheim zu halten und das elitäre Unternehmen nicht in Gefahr zu bringen. Damian/Edward stellt zu viele Fragen: Dr. Albright verordnet ihm einen Urlaub auf Hawaii. In seinen Halluzinationen hatte Damian/Edward eine junge Frau und ein Kind, ein kleines Mädchen, gesehen. Ein deutlich sichtbarer Wasserturm im Hintergrund der Flashbacks hatte ihn auf die richtige Spur geführt. Von Hawaii reist Damian/Edward ohne Aufenthalt in eine Kleinstadt namens Brighton in der Nähe von St. Louis, Missouri. Hier ist der Ort, aus dem sein Körper stammt. Der Körper gehörte einem Mann namens Mark. Mark lebte in Brighton mit seiner Frau Madeline (Natalie Martinez) und seiner sechsjährigen Tochter Anna (Jaynee-Lynne Kinchen). Mark hatte seinen Körper an "Phoenix" verkauft, um den teuren Krankenhausaufenthalt seines Kindes finanzieren zu können. Das Programm von "Phoenix" sieht vor, dass niemand, der den Transfer macht, erfährt, woher sein neuer Körper kam. Die Häscher von "Phoenix" verfolgen Damian/Edward bis nach Brighton. Nach einer wilden Schießerei, bei der Madelines Haus in Flammen aufgeht, flieht Damian/Edward mit Madeline und Anna vor dem langen Arm von "Phoenix". Ryan Reynolds wurde 2009 an der Seite von Sandra Bullock mit dem Film "Selbst ist die Braut" weltberühmt. Er war außerdem der erste Ehemann von Kollegin Scarlett Johansson. Nacktfotos, die Johansson Reynolds per Handy sandte, gerieten vor ein paar Jahren ins Netz, weil ihr Handy gehackt wurde. Mittlerweile ist Ryan Reynolds mit Kollegin Blake Lively verheiratet, mit der er zwei kleine Töchter hat. Tarsem Singh, in Indien geborener Hollywood-Regisseur, sagt über den Film: "Die Menschheit verschiebt pausenlos die Grenzen der Wissenschaft, sei es durch Fortschritte beim Klonen, bei animatronischen Prothesen und durch die Philosophie des Transhumanismus. Bewusstseinsverpflanzung ist gar nicht so weit hergeholt. Wir präsentieren diese Story-Elemente in einem realistischen Rahmen, sodass es glaubwürdig genug wirkt, um damit die Zuschauer zum Nachdenken zu bringen. Nach dem Motto: 'Falls ich es noch erleben sollte, dass es so was gibt, und ich das nötige Kleingeld hätte, dann würde ich vielleicht ...'". Zit. aus dem dt. Presseheft zum Film Ben Kingsley, 2001 von Königin Elizabeth II. von England zum "Sir" geadelt, über Singh: "Tarsem Singh war der perfekte Regisseur für diese Story. Er hat indische Wurzeln, und wir haben viel über Indiens Kulturreichtum gesprochen. Besonders über den Glauben an Reinkarnation, die in der Vorstellung der Menschen dort einen großen Raum einnimmt, auf uns im Westen aber eher befremdlich wirkt." Wer umsonst einen Blick in den New Yorker Wohnsitz von US-Präsident Donald Trump werfen möchte - hier ist es möglich: Laut Danksagung im Abspann wurden die Szenen, die Ben Kingsley in seinen vorwiegend prunkvoll in Gold gestalteten Privaträumen zu Beginn des Filmes zeigen, im New Yorker "Trump Tower" gedreht.