12:40
In dieser Folge der "Terra X"-Reihe "Eine kurze Geschichte über ..." erklärt der Geschichts-Blogger Mirko Drotschmann - alias "MrWissen2Go" - die Welt des Mittelalters. Das Mittelalter gilt als dunkel, rückständig und grausam. Aber war es das wirklich? YouTuber Mirko Drotschmann bringt Licht ins Dunkel. Er erzählt die Geschichte einer Epoche, die erstaunlich bunt und vielgestaltig war - eine filmische Reise durch 1000 Jahre. Das Mittelalter reicht vom 5. Jahrhundert nach Christus - als die Antike mit dem Untergang des Römischen Reiches im Westen zu Ende ging - bis zur Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch den Mainzer Johannes Gutenberg. Gewaltige Burgen und mehr als 100 Meter in den Himmel ragende Kathedralen zeigen eindrücklich, zu welchen Leistungen die Menschen im Mittelalter bereits fähig waren. Computeranimationen lassen auch die Bereiche der damaligen Welt wieder sichtbar werden, die heute längst verschwunden sind oder schon immer im Verborgenen lagen. Dazu gehören auch Himmel und Hölle. Für die Menschen im Mittelalter waren sie so real wie die Welt, die sie umgab. Mirko Drotschmann erklärt, was diese Weltsicht mit den Menschen gemacht hat. Noch heute sind viele mittelalterliche Redewendungen im Sprachgebrauch. Besonders viele stammen aus der Welt der Ritter, wie zum Beispiel die Formulierung "jemandem mit offenem Visier begegnen" oder "mit offenem Visier kämpfen" oder auch "für jemanden eine Lanze brechen". Aber was hieß das eigentlich, als Ritter zu leben, Herr auf einer eigenen Burg zu sein oder für den König zu kämpfen? Aus bis zu 150 Einzelteilen bestand eine Rüstung, die den Ritter vor Lanzen, Schwerthieben oder Pfeilen schützen sollte. Um sich in die Zeit hineinzuversetzen, wird Mirko Drotschmann von Kopf bis Fuß in eine Rüstung gesteckt. Ein wissenschaftliches Experiment soll Klarheit bringen, wie beweglich ein Ritter in voller Montur noch war. Die Teststrecke ist ein 400 Meter langer Hindernisparcours. Das verblüffende Ergebnis: Die gut 30 Kilogramm schwere, auf Maß gefertigte Rüstung ermöglicht einen nahezu vollen Bewegungsumfang. Frauen führten im Mittelalter ein besonders hartes Leben. Selbst im Kloster, wo sie nicht heiraten mussten und damit vor männlicher Willkür besser geschützt waren, besaßen sie nur eingeschränkte Rechte. Zu ihren traditionellen Aufgaben gehörte die Versorgung der Kranken und Schwangeren aus den umliegenden Dörfern. Dass Nonnen aber auch in Männerdomänen eindrangen und wie Mönche im Skriptorium Bücher kopieren durften, haben Paläontologen am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte herausgefunden. Im Zahnstein einer Nonne, die vor rund 900 Jahren in einem Kloster auf dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalen begraben wurde, entdeckten sie Spuren von Lapislazuli. Aller Wahrscheinlichkeit nach gelangte der kostbare blaue Farbstoff beim Verzieren von Büchern in den Mund der Frau, beim Anlecken des Pinsels. Und das bedeutet, dass Frauen womöglich doch einen höheren Status hatten, als man bisher vermuten konnte. Das Mittelalter war alles andere als ein dunkles, düsteres Zeitalter. Vieles hat sich innerhalb der 1000 Jahre entwickelt: Städte sind wie Pilze aus dem Boden geschossen, Kathedralen in den Himmel gewachsen. Es gab große Fortschritte im Handwerk und in der Medizin. Und auch der Horizont der Menschen erweiterte sich: 1492 landete Kolumbus in der Neuen Welt, und Luthers Reformation rüttelte an der Vormachtstellung der katholischen Kirche. Die Menschen lenkten ihren Blick mehr und mehr auf das irdische Leben und stellten Überliefertes infrage. Damit war der erste Schritt auf dem Weg in die Moderne getan.
13:25
In dieser Folge der "Terra X"-Reihe "Eine kurze Geschichte über ..." beleuchtet der Geschichts-Blogger Mirko Drotschmann - alias "MrWissen2Go" - die Zeit der Hexenverfolgung. Verhöre, Folter, Scheiterhaufen - die Hexenprozesse der Vergangenheit schockieren heute. Kaum ein Thema ist so klischeebeladen wie die Hexenverfolgung. Der YouTuber Mirko Drotschmann erzählt die grausame Geschichte der Hexenjagd in Deutschland. Noch lange sind nicht alle Fragen über die dunkle Epoche der Hexenjagd in Deutschland beantwortet. Wie konnte es dazu kommen? Wer waren die Opfer, wer die Täter? Waren es wirklich vor allem Frauen, die verfolgt wurden? Und was genau geschah hinter den Mauern der Gerichtssäle und Folterkammern? Bis 1780 fielen etwa 50.000 Menschen den Hexenverfolgungen in Europa zum Opfer - über die Hälfte davon im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Mirko Drotschmann räumt mit hartnäckigen Vorurteilen auf und erklärt, was man über Hexenwahn und Hexenverfolgung wissen muss. Er schildert, wie es dazu kam, dass Nachbarn oder Bekannte plötzlich andere als Hexen bezichtigten. Und er erzählt, warum Frauen und Männer Taten gestanden, die sie nicht begangen hatten. Der Film rollt den tragischen Fall der "Bader-Ann" aus Veringenstadt auf der Schwäbischen Alb auf. Im Jahr 1680 wurde sie als Hexe verurteilt, enthauptet und dann auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Mirko Drotschmann findet im Archiv der Stadt die Verhörprotokolle und Prozessakten. Es ist eine Expedition in ein düsteres Kapitel der Geschichte: Wer einmal in die Mühlen des juristischen Apparates geriet, war kaum noch zu retten. Die Verurteilung sollte auf einem Geständnis beruhen, doch das wurde in den meisten Fällen mit Folter erzwungen. Neben dem Richter spielte vor allem der Scharfrichter eine wichtige Rolle im Prozess. Die Henker waren mehr als reine Vollstrecker. Sie kannten sich mit der menschlichen Anatomie mindestens genauso gut aus wie ein Arzt. Die perfide Aufgabe des Henkers war es, das Opfer so lange wie möglich am Leben zu halten, um das gewünschte Geständnis zu erpressen. Die Menschen der frühen Neuzeit lebten in einer Welt, die von Aberglaube und magischem Denken bestimmt war. Zudem versetzten Wetterkatastrophen, Missernten, Krieg und Pest-Epidemien viele in eine apokalyptische Stimmung. Die Archäologin Marita Genesis ist Expertin für Richtstätten - also Orte, an denen Verurteilte gehängt, gerädert oder enthauptet wurden. Sie hat Dutzende Skelette ausgegraben und herausgefunden, dass einige Tote aus Angst vor Wiedergängern mit magischem Abwehrzauber bestattet wurden. Zum Motor für die unmenschlichen Verfolgungen und massenhaften Hinrichtungen wurde ein Handbuch der Hexenjäger: der "Hexenhammer". Der Dominikanermönch Heinrich Kramer beschreibt darin detailliert, wie Hexen und Zauberer zu erkennen und zu verfolgen seien. Vor allem in Frauen sah er willfährige Opfer des Teufels. Mirko Drotschmann beschäftigt sich mit der Motivation des fanatischen Hexenverfolgers und analysiert, warum sein Werk so lang seine fatale Macht entwickeln konnte. Erst im Jahr 1775 wurde die letzte vermeintliche Hexe in Deutschland umgebracht. Doch wer glaubt, der Spuk sei heute vorüber, irrt sich. Tatsächlich gibt es auch heute noch Hexenverfolgungen, zum Beispiel in einigen Gebieten Südostasiens, Lateinamerikas und Afrikas. Auch dort ist es keine Seltenheit, dass überwiegend Frauen der Hexerei bezichtigt, verstümmelt oder sogar getötet werden. Es scheint in der Natur des Menschen zu liegen, sich einen Sündenbock zu suchen, Menschen in eine Schublade zu stecken oder Feindbilder aufzubauen. Für erlebtes Leid wird oft ein anderer verantwortlich gemacht - so wie damals die Hexen.
14:10
In dieser Folge der "Terra X"-Reihe "Eine kurze Geschichte über ..." erklärt der Geschichts-Blogger Mirko Drotschmann - alias "MrWissen2Go" - die Welt des alten Ägypten. 3000 Jahre Hochkultur am Nil. Kein Reich existierte länger, keines war seiner Zeit so weit voraus. Monumentale Tempel, die Grabanlagen im Tal der Könige und vor allem die Pyramiden von Gizeh zeugen von den Leistungen der alten Ägypter. Mirko Drotschmann erzählt ihre faszinierende Geschichte. Was war das Geheimnis dieser einzigartigen Erfolgsstory? Welche Bedeutung hatte der Totenkult? Drotschmann geht auf Spurensuche in ägyptischen Museen, trifft Mumienforscher und ist hautnah dabei, wenn Ingenieure an der Uni Kassel eine geniale Technik entschlüsseln, die für den Bau der Pyramiden genutzt wurde. Computeranimationen zeigen, wie die Pyramiden von Gizeh zur Zeit der Erbauung ausgesehen haben und welche Geheimnisse noch heute in ihrem Inneren verborgen sind. Die Geschichte des Pharaonenreiches beginnt mit einem Schatz der Natur: dem Nil. Der majestätische Strom durchquert rund 1000 Kilometer trockenste Wüste und schenkte Ägypten Fruchtbarkeit und Reichtum. An seinen Ufern entwickelte sich die ägyptische Hochkultur. Nach der Vereinigung von Ober- und Unterägypten herrschten die Pharaonen über den ersten zentral gelenkten Staat der Geschichte. Zum Kitt der Gesellschaft wurden religiöse Mythen, die vielen Götter und die gottgleichen Pharaonen. Der Film zeigt, wie die wie Götter verehrten Herrscher lebten, wie ihr Leben im Palast aussah und warum Inzest zur gängigen Heiratspolitik gehörte. Für die toten Pharaonen entstanden prachtvolle Grabbauten wie die Pyramiden von Gizeh oder die unterirdischen Gräber im Tal der Könige. Tiefe Fallschächte und Scheintüren sollten Grabräuber in die Irre führen. Doch nur die Kammer eines eher unbekannten Pharaos blieb bis Anfang des 20. Jahrhunderts unentdeckt: das Grab von Tutanchamun. Aberhunderte Beigaben wie kostbarer Schmuck, Kultobjekte, Amulette, Waffen, aber auch Alltagsgegenstände ziehen bis heute in den Bann. Mirko Drotschmann reist nach London, wo unter anderem auch dieser legendäre Grabschatz bis Mai 2020 ausgestellt wird. Die Toten im alten Ägypten wurden mit unglaublicher Akribie vor dem Verfall bewahrt. Einige Mumien sehen noch heute so aus, als wären sie erst vor wenigen Jahren gestorben und nicht vor vielen Hunderten Jahren. Für die Forscher des German Mummy Projects sind Mumien ganz besondere "Bio-Archive", die über das Leben und Leiden der alten Ägypter Aufschluss geben. Wie ernährten sie sich, wie alt wurden sie? Woran sind sie gestorben? Hat man versucht, sie zu heilen? Und welche Medikamente nahmen sie ein? Oder konsumierten sie Drogen? Der Zuschauer erfährt, dass die ägyptischen Ärzte ihrer Zeit weit voraus waren. Sie führten Operationen am Kopf und Amputationen durch und behandelten Knochenbrüche. Erfolgreich - wie Untersuchungen an Mumien beweisen. Knallharte Machtpolitik und der Totenkult hielten das Reich für rekordverdächtige 3000 Jahre zusammen. Zwar versuchten immer wieder sogenannte Fremdländer, das reiche Ägypten zu erobern, aber erst ab 500 vor Christus gelang es zunächst den Persern, dann Alexander dem Großen und schließlich den Römern, das Pharaonenland zu schwächen und schließlich in die Knie zu zwingen. Die Eindringlinge prägten die Kultur und Sprache. Aber haben sie sich auch in genetischer Hinsicht verewigt? Forschern des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte ist es erstmals gelungen, das Erbgut von altägyptischen Mumien zu entziffern. Die Ergebnisse sind verblüffend.
14:55
Archäologen haben am Westufer von Theben ein anscheinend ungestörtes Grab entdeckt. Es stammt aus einer Zeit, als die religiöse Hauptstadt des Landes von mächtigen Frauen beherrscht wurde. Im 8. Jahrhundert vor Christus bestimmten die "Gottesgemahlinnen des Amun" das Leben in Oberägypten. Sie waren die Töchter ausländischer Herrscher, die das Land am Nil unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Menschen aus ihrem Gefolge haben in Ägypten ihre letzte Ruhestätte gefunden. Der neu entdeckte Friedhof datiert in die sogenannte Spätzeit. Auf ihm wurden Menschen begraben, die ursprünglich nicht aus Ägypten stammten, sondern aus einem der ältesten Königreiche Afrikas. Lange Zeit herrschten die Pharaonen über das Land Kusch - oder Nubien, wie sie das im Süden an Ägypten angrenzende Gebiet nannten. Nubien war ein uraltes Königtum und berühmt für seine Goldvorkommen und Krieger, die dem Pharao vor allem als Bogenschützen dienten. Und nicht nur das. Die Ägypter bauten in Nubien auch zahlreiche Tempel, unter anderem für ihren höchsten Gott Amun. Dessen Tempel am nubischen Gebel Barkal galt als südliches Gegenstück zu Karnak, dem größten und wichtigsten Tempel Ägyptens. Als am Ende des sogenannten Neuen Reiches (circa 1550 bis 1070 vor Christus), der Zeitperiode, in der Ägypten zu einer Weltmacht aufgestiegen war, die Zentralmacht zerfiel, machten sich die Herrscher von Kusch dies zunutze. Sie marschierten in Ägypten ein, übernahmen die Macht und bestiegen als Könige der 25. Dynastie den Pharaonenthron. Die nötige Legitimation verschafften sie sich durch einen geschickten Schachzug. Sie setzten ihre Töchter als "Gottesgemahlinnen des Amun" ein - ein Amt, das es bereits seit Jahrhunderten gab, das aber im Laufe der Zeit fast in Vergessenheit geraten war. Unter den Kuschiten wurden die Amtsinhaberinnen zu Stellvertreterinnen des Königs, und als Gemahlinnen des höchsten Gottes Amun verschafften sie den kuschitischen Herrschern das Wohlwollen der thebanischen Priesterschaft und damit wohl auch das des ägyptischen Volkes. Zusammen mit der Herrscherfamilie kam auch ein Teil ihres Gefolges nach Ägypten. Über diesen Hofstaat ist bisher nur wenig bekannt. Das könnte sich jetzt durch den neu entdeckten Friedhof ändern, denn die Gräber stammen zum Teil aus der 25. Dynastie und stehen in engem Zusammenhang mit den "Gottesgemahlinnen des Amun".
15:55
Die Geschichte ist voll von Verrückten und Wahnsinnigen. Viele von ihnen trugen große Namen. Zeit, sich den irren Spleens und ausgefallenen Marotten der prominentesten Spinner zu widmen. Zum Beispiel Napoleon: "Vier Stunden schlafen Männer, fünf Frauen und sechs Stunden nur Idioten", soll er gesagt haben. Der kleine Mann mit dem großen Ego war ein Kurzschläfer und hatte dadurch viel Zeit, auf wilde Ideen zu kommen. Auch Leonardo da Vinci hielt Schlaf für vertane Zeit. Er schlief deswegen nur häppchenweise, wodurch er - vor allem nachts - Zeit für besondere Forschungsprojekte hatte. Zum Beispiel anatomische Untersuchungen an Leichen. Streng verboten war das. Aber Leonardos Wissensdurst war einzigartig. Egal ob Malerei, Mechanik, Geometrie, Astronomie oder Biologie, er wollte alles ganz genau wissen, und er schrieb alles auf. Diese Schreibwut war eine wirklich sonderbare Macke. Jede Idee, jede Beobachtung hielt er fest. Dumm nur, dass alle seine Beobachtungen für andere schwer zu lesen sind. Und das nicht etwa, weil er fürchterlich geschmiert hätte. Nein, er schrieb in Spiegelschrift. 6000 Blätter hat er hinterlassen, und sie alle sind rückwärts geschrieben. Irre, oder? Ein wirklicher Superspinner war aber auch Arthur Schopenhauer, der mit seinem Hund Butz Gespräche führte und dem er den Spitznamen "Atman" gab. Das aus dem Sanskrit stammende Wort bedeutet "Weltseele". Nur wenn die Weltseele auf vier Beinen mal frech wurde, bekam sie den Zorn des Herrchens zu spüren. Dann schimpfte Schopenhauer ihn das, was er ohnehin für am dümmsten hielt: "Mensch!" Unter den prominentesten Spinnern gibt es aber durchaus auch Damen. Beispielsweise Hildegard von Bingen. Sie hatte vor fast 1000 Jahren schon die Idee, dass Frauen durchaus das Zeug zu Chefinnen haben. Ein völlig verrückter Gedanke für die damalige Zeit. Manchmal ist Spinnerei eben nur der richtige Gedanke zur falschen Zeit. Wohingegen andere Eigenarten zeitlos sind: etwa der Schlankheitswahn. Weswegen Kaiserin Sisi getrost zu den Absonderlichen gezählt werden kann. Sie litt an einem krankhaften Schönheitstick. Den ganzen Tag trieb sie Sport und probierte alle erdenklichen Diäten, um ihr Fliegengewicht zu halten, das angeblich nie über 50 Kilogramm kam. Für die Dokumentationsreihe wurde keine Abstimmung durchgeführt. Die Redaktion hat eine subjektive Auswahl getroffen und sich bewusst, und ohne Anspruch auf Repräsentativität, für eine bestimmte Reihenfolge entschieden.
16:40
Die Geschichte ist voll von verrückten, schrecklichen und schönen Tagen. Manche haben den Lauf der Dinge für immer verändert. "Die krassesten Tage der Geschichte" haben es in die "Glorreichen 10" geschafft. Dazu gehört wohl auch der 15. Juli 1789. An diesem Tag gehen die mutigen Pariser Bürger für "Freiheit, Gleichheit, Bürgerlichkeit" auf die Barrikaden. Es ist ein schlechter Tag für Ludwig XVI., denn der Anpfiff zur Französischen Revolution endet in einem Europa mit Bürger- und Menschenrechten ohne Sonnenkönige. Aber bekanntlich haben die Franzosen ja die Aufklärung erfunden. Klar, dass sie ihre Ideen auch in die Tat umsetzen wollen. Läppische 200 Jahre nach den Franzosen schaffen es auch die Deutschen, eine Revolution erfolgreich durchzuziehen. Am 9. November 1989 fällt die Berliner Mauer, kurz darauf tritt die DDR der Bundesrepublik bei - Deutschland gibt es seither nur noch einmal. Feine Sache. Eher dumm gelaufen ist es am 23. Mai 1618 in Prag. Ein paar aufmüpfige Protestanten werfen die Statthalter des verhassten erzkatholischen Kaisers aus dem Fenster der Prager Burg. Die überleben, weil sie sanft auf einem Misthaufen landen. Ein Nachspiel hat der "Fenstersturz" trotzdem: Er mündet in den Dreißigjährigen Krieg. Konfession wird bald schon zur Nebensache, vielmehr prügeln sich Deutsche, Dänen, Franzosen, Schweden, Spanier und Niederländer um die Machtverhältnisse in Europa, wofür Millionen Menschen mit ihrem Leben zahlen. Vielleicht wäre es dazu gar nicht gekommen, wenn nicht knapp 100 Jahre vorher, am 18. April 1521, der liebe Luther auf dem Wormser Reichstag die Spaltung der Christenheit besiegelt hätte. Die Kirche entzweit, die Weltordnung infrage gestellt - ein echter Teufelskerl, dieser Martin. Für die Dokumentationsreihe wurde keine Abstimmung durchgeführt. Die Redaktion hat eine subjektive Auswahl getroffen und sich bewusst, und ohne Anspruch auf Repräsentativität, für eine bestimmte Reihenfolge entschieden.
17:25
"Es irrt der Mensch, solang er strebt", schrieb Johann Wolfgang von Goethe und sollte damit nicht irren. Die Geschichte ist voller Denkfehler und hat uns nicht selten eines Besseren belehrt. Beispielsweise das Automobil. Als die ersten Fahrzeuge über die Straßen holperten, kanzelte sie der Pferdeliebhaber Kaiser Wilhelm II. noch als Modeerscheinung ab. Dass die maschinellen Pferdestärken seine Vision der Zukunft durchkreuzen würden, ahnte er nicht. An den technischen Fortschritt glaubte man ohnehin nicht. Maschinen zu bauen, die schwerer als Luft sind und dennoch fliegen können, war vor ein paar Hundert Jahren noch völlig undenkbar. Ein fataler Irrtum angesichts der Eroberung des Luftraums. Getäuscht hatte sich auch Christoph Kolumbus, als er statt Indien Amerika entdeckte. Aber zumindest bewies er mit seinen Reisen, dass die Erde rund ist und keine flache Scheibe. Diesen Mythos verbreitete man ohnehin erst im Mittelalter. Schon die alten Griechen glaubten nicht mehr, dass die Erde flach ist. Sie behaupteten es nur, um die Vorfahren ein bisschen dümmer dastehen zu lassen. Und so wurde ein Irrtum geboren, der gar keiner war. Für die Dokumentationsreihe wurde keine Abstimmung durchgeführt. Die Redaktion hat eine subjektive Auswahl getroffen und sich bewusst, und ohne Anspruch auf Repräsentativität, für eine bestimmte Reihenfolge entschieden.
18:05
Barack Obama gibt Beziehungstipps, ein kleiner Junge entdeckt den Pioniergeist Amerikas und eine Pförtnerin regiert den Osten. Ganz nebenbei wird die Demokratie erfunden. Die "Sketch History" zeigt rasant und bildgewaltig die großen und kleinen Ereignisse der Weltgeschichte aus völlig neuer Perspektive. Satirisch, humorvoll und richtig schön absurd. "History repeating" kann auch positiv sein - zumindest, wenn es um eine neue Staffel "Sketch History" geht: Beim wilden Ritt durch die Jahrhunderte geht es in der vierten Staffel des Sketchcomedy-Formats unter anderem mit ABBA in den Proberaum, mit Frida Kahlo vor die Staffelei und auf Tuchfühlung mit Franz Josef Strauß und Helmut Kohl zum Beginn ihrer Karrieren. Endlich werden die letzten großen Geheimnisse der Menschheit gelüftet: Wie kam Albert Einstein auf seine Relativitätstheorie? Was trieb Bill Gates in seiner Garage? Und wie melden sich Mafiosi zur Darmspiegelung an? "Sketch History" verspricht nichts weniger als die höchste Promi-Dichte der Fernsehgeschichte: Wo sonst geben sich Barack Obama und Katharina die Große die Klinke in die Hand, trifft John Lennon auf Dr. Sommer, Jeanne d'Arc auf Robin Hood und Queen Victoria auf die Handwerker-Koryphäen Jürgen und Horst Kasallek.
18:30
Nach der Geldübergabe in einem Entführungsfall, wird ein Mann erstochen an einer entlegenen Telefonzelle gefunden. Nun stehen DI Parker und DS Cassell vor der Frage, warum er sterben musste. Bei dem Opfer handelt es sich um den Vater der entführten Clarissa Taylor. Bei Betrachtung der Indizien kommt Neville die zündende Idee: die Entführung wurde von Clarissa und ihrem Freund gestellt. Doch das erklärt noch nicht, warum ihr Vater zu Tode kam. Um dieses Rätsel zu lösen, bekommen die Polizisten Verstärkung durch ihren neuen Sergeant: Naomi Thomas.
19:20
Bradley Faircroft wird erschlagen auf der Wiese eines Golfplatzes gefunden. DI Parker untersucht den Fall und hat einen ersten Verdächtigen bereits im Visier. Parker und seinem Team wird schnell klar, dass alle Beweise zum Bruder des Opfers führen: Connor. Parkers Instinkt verrät ihm, dass etwas nicht stimmt. Als etwas später ein Überwachungsvideo des Verdächtigen auftaucht, erleben die Polizisten eine Überraschung.
20:15
Die Familien Schneider und Pielcke sind seit Jahren direkte Nachbarn in einem ruhigen Vorort. Ihre Söhne David und Marvin sind im gleichen Alter, gehen zur selben Schule und sind befreundet. Die Eltern pflegen aber nur sporadisch Kontakt. Als eine rechtspopulistische Partei die Bundestagswahl für sich entscheidet, verfallen Eva und Christoph Schneider in eine Art Schockzustand. Ulrike und Frank Pielcke hingegen feiern diesen Tag.
20:55
Der Versuch der Schneiders, auf Distanz zu den Pielckes zu gehen, wird von dem eigenen Sohn David unterwandert. Er verbringt lieber Zeit bei den Nachbarn. Während die Pielckes zunehmend optimistisch in die Zukunft schauen und erste Entscheidungen der neuen Regierung begrüßen, hadern die Schneiders immer mehr mit den neuen Verhältnissen.
21:35
Gemeinsam mit TikTok-Star Tahsim Durgun steht Jan Böhmermann am Herd und brutzelt - ohne Starköche, Spiele oder Bewertung. Eine Küche. Zwei Menschen. Und am Ende sind hoffentlich zwei leckere Gerichte fertig. Welches Rezept sein Gast mitbringt, erfährt Böhmermann erst zu Beginn jeder Folge. Auch der Gastgeber selbst wird in jeder Ausgabe etwas brutzeln. Von der Vorbereitung über die Zubereitung bis zum Verzehr - es geht ums Wesentliche und um das persönliche Verhältnis der Gäste zum Kochen und Essen. Welches Gericht Böhmermann selbst brutzeln wird? Die Antwort bleibt ein Geheimnis - aber nicht mehr lange.
22:05
Was verkaufen Fitness-Influencer uns als die ultimativen Trainingstipps - und was steckt dahinter? Was ist laut Studien das beste Training, um Muskeln aufzubauen? Brauchen wir wirklich Proteinpulver oder Kreatin? Warum ist Krafttraining besser als viele denken, und wie viele Wiederholungen müssen es wirklich sein? Welche Rolle spielt der Muskelkater beim Muskelaufbau? "MAITHINK X" klärt auf.
22:35
Debatte um Lifestyle-Teilzeit, US-Demokratie unter Druck und mangelhafter Schutz kritischer Infrastruktur. Die heute-show mit Oliver Welke ist zurück. Mit Welke am Start: Gisa Flake, Albrecht Humboldt, Fabian Köster und Olaf Schubert. Diese Sendung wird im Web und in der App mit Gebärdensprache angeboten.
23:15
Mai Thi Nguyen-Kim, Fabian Köster und Lutz van der Horst servieren uns spektakuläre Wettkämpfe wie Pfanne vs. Powerbank, Gasherd vs. Kerze und Hosts vs. gesunden Menschenverstand. Im Finale der dritten Staffel "Nicht nachmachen!" zeigt das Trio erneut, wie man Alltagsgegenstände in tickende Überraschungspakete verwandelt und dabei so tut, als wäre das alles total normal. Wie verrückt muss man sein, für einen Federball eine ganze Decke zu sprengen? Nun ja: Entweder sehr mutig, sehr schmerzfrei - oder eben Moderator*in bei "Nicht nachmachen!". Zum Abschluss gibt's dann noch Mai This kleine Abschiedsüberraschung für ihre Mitbewohner - eine Art "freundliches Bye-Bye", das irgendwo zwischen Kunstinstallation und Joker'schem Augenzwinkern liegt.
23:45
Was verkaufen Fitness-Influencer uns als die ultimativen Trainingstipps - und was steckt dahinter? Was ist laut Studien das beste Training, um Muskeln aufzubauen? Brauchen wir wirklich Proteinpulver oder Kreatin? Warum ist Krafttraining besser als viele denken, und wie viele Wiederholungen müssen es wirklich sein? Welche Rolle spielt der Muskelkater beim Muskelaufbau? "MAITHINK X" klärt auf.
00:15
01:50
Durch eine Intrige wird die Bundestagsabgeordnete Eva Blumenthal gezwungen, ihr Mandat niederzulegen. Daraufhin wechselt sie die Seiten und lässt sich von einer Lobbyagentur anwerben. Je weiter sie geht, um ihre Unschuld zu beweisen, desto mehr entfernt sich Eva von ihrer eigenen Moral - und muss feststellen, dass hinter der Intrige ein noch viel größeres Netz aus Manipulation und Korruption steckt. Wurde sie jemandem zu gefährlich? Schon bei ihrem ersten Fall in der Lobbyagentur PPC spürt Eva Blumenthal, dass es schwer wird, ihren eigenen moralischen Kompass beizubehalten: Sie soll dafür sorgen, dass das anstehende Null-Promille-Gesetz für Autofahrer noch abgewendet wird. Nur bei Erfolg lässt sie ihr neuer Chef, Wolfgang Zielert, in den inneren Kreis der Agentur vor. Ihr charismatischer Kollege Holger Thomas führt sie in die Welt des Lobbyismus ein. Obwohl sie sich auf dem politischen Parkett bestens auskennt, ist sie doch schockiert, mit welch perfiden Methoden die Lobbyagentur versucht, die Politik zu beeinflussen. Schlimmer noch: Als Wirtschaftsminister Bertram Kaiser überraschend einen Kurswechsel beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gegen die Atomindustrie verkündet, soll Eva ihn mit Beweisen seiner gefälschten Doktorarbeit erpressen. Eva steht vor der schwierigsten Wahl ihres Lebens.
02:20
Wirtschaftsminister Bertram Kaiser ist tot in der Spree gefunden worden. Eva glaubt, ihre Erpressung habe ihn in den Selbstmord getrieben. Doch ihre ehemalige Kollegin und beste Freundin Lea Koch erfährt über Kanäle im Bundestag, dass die Polizei auch Mord nicht ausschließt. Ist Bertram Kaiser von der Atomlobby ermordet worden, weil er plötzlich unbequem wurde? Parallel muss Eva für die Lobbyagentur verhindern, dass die Politik, allen voran Staatssekretärin Beate Steiner, Werbung für ungesunde Kinderprodukte verbietet. Doch Steiner wirft Eva, genau wie Umweltlobbyist Frank Rolfskind, vor, die Seiten gewechselt zu haben. Parallel fühlt sie ihrem Chef, Wolfgang Zielert, und Hugo von Bergen, dem Chef des Energieriesen E.W.O., auf den Zahn. Wen hat Bertram Kaiser kurz vor seinem Tod getroffen? Ausgerechnet Evas psychisch kranker Bruder Tom Blumenthal bringt sie am Ende auf eine heiße Spur.
02:50
Eva hat herausgefunden, dass ausgerechnet Umweltlobbyist Frank Rolfskind Wirtschaftsminister Bertram Kaiser als Letzter lebend gesehen hat. Doch Eva gegenüber streitet er das ab. Als ein Erpresser plötzlich per SMS droht, Eva öffentlich als von der Atomindustrie geschmierte Abgeordnete bloßzustellen, ist die große Frage, wer sie loswerden will. Ist es Rolfskind, weil sie ihm und seinem Geheimnis zu nah gekommen ist? Holger, weil ihm die Konkurrentin die Show stiehlt? Oder Hugo, weil Eva die Pläne der Atomindustrie durchkreuzen will? Eva gerät von allen Seiten unter Druck. Nicht zuletzt von Zielert, der endlich Ergebnisse sehen will. Ihr Verdacht gegen Rolfskind wird zunächst von Zielert bekräftigt. Rolfskind stand von seinen Verbänden massiv unter Druck, die EEG-Novelle zu verhindern. Hat er Kaiser getötet, weil der nicht nach seinen Regeln gespielt hat? Als Eva auf einem großen Empfang vor allen Anwesenden Rolfskind mit ihrem Verdacht konfrontiert, behauptet der, gar nicht unter Druck zu stehen, weil er seinen Vertrag auslaufen lasse. Wird Eva von jemand anderem erpresst? Warum wurde der E.W.O.-Chef Hugo von Bergen sechsmal von Bertram Kaiser am Tag seines Todes angerufen? Und welche Rolle spielt der Hinterbänkler Stefan Link? Der Druck auf Eva wächst.
03:20
Eva schwimmt auf einer Erfolgswelle: Sie hat das Werbeverbot für ungesunde Kinderprodukte verhindert und Frauke Hellwig zur Favoritin beim Kampf ums Wirtschaftsministerium gemacht. Ihre ehemals beste Freundin Lea Koch hingegen kann nicht glauben, was aus Eva geworden ist. Eva reagiert souverän - bis die Bombe platzt, dass sich die Partei angeblich für den atomenergie-feindlichen Otto Falk als neuen Wirtschaftsminister entscheiden wird. In der Lobby-Agentur PPC herrscht Aufruhr: Wie kann Otto Falk noch in letzter Sekunde verhindert werden? Eva versucht, ihn inhaltlich zu beeinflussen, scheitert aber. Also geht sie über den Parteivorstand Robert Paulsen. Sollte Falk Wirtschaftsminister werden, ist die Kanzlerschaft nicht fern. Paulsens Ehrgeiz ist geweckt. Ausgerechnet in der Talkshow von Lucilla Moos kommt es zur Entscheidung.
03:50
Eva wird von ihrer Vergangenheit eingeholt. Jemand hat der Presse gesteckt, dass sie Schuld daran trägt, dass ihr Bruder Tom mit 14 Jahren auf LSD hängengeblieben ist. Eva ist als Lobbyistin verbrannt. Sie wird von Zielert gefeuert und verspielt damit ihre letzte Chance, die Intrige gegen sich aufzuklären. Doch Eva gibt nicht auf. Sie verschafft sich unbefugt Zutritt zu Zielerts Büro. Dort findet sie den Code für die "Galerie", in der die Lobbyagentur PPC geheime Informationen über alle Politiker und Wirtschaftsbosse sammelt. In letzter Sekunde wird sie ertappt, bevor sie Beweise finden kann. Eva weiß, dass ihr das nur gelingen kann, wenn Zielert sie wieder einstellt. Dazu ist sie bereit, in Lucilla Moos' Talk-Sendung ihre Schuld für den Zustand ihres Bruders einzugestehen, um sich öffentlich reinzuwaschen. Doch Zielert stellt Eva trotzdem nicht ein. Wie kann sie sein Vertrauen zurückgewinnen? Der Schlüssel könnte darin liegen, den von der Atomlobby verabscheuten, designierten Wirtschaftsminister Otto Falk zu schassen.
04:20
Eva hat sich ihren Job als Lobbyistin zu einem harten Preis zurückerkämpft: Sie hat geholfen, Wirtschaftsminister Otto Falk zu stürzen, bevor er vereidigt werden konnte. Doch als sie ihre Ordner auf dem PC checkt, sind diese leer. Steckt Zielert hinter der Erpressung und der Intrige? Als Eva Zielert mit der Polizei droht, wird kurze Zeit später ein Anschlag auf sie verübt, den sie nur dank Holger Thomas überlebt. Gemeinsam versuchen sie, Zielert zu überführen. Der Schlüssel ist Umweltlobbyist Frank Rolfskind, der einen guten Grund hatte, warum er das damalige Treffen mit dem nun toten Wirtschaftsminister Bertram Kaiser geheim hielt. Wird Eva Rolfskind knacken, um ihren Lobby-Chef Zielert zu überführen?
04:50
Die 25-jährige Hanna muss aus ihrer geliebten WG ausziehen. Zufällig trifft sie dann auch noch Franzi wieder, ihre erste große Liebe. Doch die hat ihre coole neue Freundin Doro im Arm. Während Hanna ihr Leben der vergangenen fünf Jahre weiter in Kisten verpackt, löst die Begegnung mit Franzi eine Welle der Erinnerungen aus. Sie beginnt zu reflektieren, warum die beiden sich damals auseinandergelebt haben. Hanna und Franzi sind seit ihrem Abschlussjahr am Gymnasium ein Paar. Nach dem Abi sind sie gemeinsam zum Studieren nach Berlin gezogen. Dort dauert es nicht lange, bis Hanna merkt, wie unterschiedlich die beiden mit der neuen Situation umgehen. Hanna genießt die hektische Energie der Großstadt, Franzi sehnt sich zurück in die schutzgebende Kleinstadt. Bald merkt Hanna, dass sie die Beziehung mit Franzi nicht mehr glücklich macht.