21:45
2025 handeln El Salvadors Präsident Nayib Bukele und Donald Trump einen Deal aus: El Salvador nimmt in seinem Megagefängnis CECOT Abschiebehäftlinge aus den USA auf. Was steckt dahinter? Für Trump eine günstige Abschiebemöglichkeit, für Bukele ein lukrativer Deal. Doch er soll dazu die Auslieferung von salvadorianischen Bandenchefs gefordert haben. Aussagen vor US-Gerichten könnten ihm nach Recherchen der Zeitung "El Faro" gefährlich werden. Nach seinem Amtsantritt 2019 gelingt es Nayib Bukele binnen kurzer Zeit, die Mordrate in El Salvador nach Regierungsangaben dramatisch zu senken. Doch mit welchen Maßnahmen? Mit "mano dura" - einer Sicherheitspolitik der "harten Hand" - greift Bukele seit März 2022 durch. Er verhängte in El Salvador den Ausnahmezustand, der bis heute anhält. Diese Notfallmaßnahme räumt Bukele weitreichende Befugnisse ein: Willkürliche Massenverhaftungen sind an der Tagesordnung - rund 80.000 Erwachsene und Jugendliche seien laut der Regierung von El Salvador seitdem inhaftiert worden, viele allerdings ohne ordnungsgemäßes Verfahren. Dass es dabei nach Schätzungen der NGO Socorro Jurídico Humanitario auch rund 20.000 Unschuldige trifft, nimmt die Bevölkerung und die Regierung in Kauf. El Salvador ist damit das Land mit der weltweit höchsten Inhaftierungsrate, gilt nun aber als eines der sichersten Länder Lateinamerikas. Die Erleichterung über mehr Ruhe und Ordnung in den Gemeinden scheint gegenüber der Bedenken zu überwiegen. Viele der festgenommenen Bandenmitglieder landen in CECOT, dem modernen Megahochsicherheitsgefängnis für "terroristische Gefangene". Es fasst bis zu 40.000 Menschen. Ein riesiger Betonbau, gesichert von Stacheldrahtzäunen, Stahltoren und schwer bewaffneten Wächtern. Die Haftbedingungen sind extrem, die Ausstattung minimal. Es gibt keinen Kontakt zur Außenwelt. In dieses Riesengefängnis wurden laut Präsident Bukele nun auch die mutmaßlichen Bandenmitglieder aus Venezuela gebracht, die US-Präsident Donald Trump nach El Salvador abschieben ließ. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP zahlen die USA El Salvador für die in beiden Ländern hoch umstrittene Aktion sechs Millionen US-Dollar. Kritiker fürchten, dass Bukeles innen- und außenpolitische Strategien Hand in Hand mit seinem eigentlichen Ziel gehen: dem Streben nach institutioneller Kontrolle, Autoritarismus und dem eigenen Machterhalt. Tatsächlich höhlt Bukele die Demokratie immer weiter aus, schwächt Justiz, Opposition und Pressefreiheit. Zahlreiche Grundrechte sind außer Kraft gesetzt. Durch eine tiefgreifende Verfassungsreform, die am 31. Juli 2025 beschlossen wurde, kann Bukele nun unbegrenzt zum Präsidenten wiedergewählt werden. Er selbst nennt sich den "coolsten Diktator der Welt". Nach Recherchen von Journalisten der unabhängigen lateinamerikanischen Investigativplattform "El Faro", die inzwischen im Exil leben, soll der salvadorianische Machthaber offenbar vor seiner Wahl mit den berüchtigten Gangs verhandelt haben. Als Gegenleistung für Unterstützung im Wahlkampf sollen die Banden hohe Summen erhalten haben. Zudem habe Bukele inhaftierten Gangbossen Privilegien zugesagt, wenn diese im Gegenzug für einen deutlichen Rückgang der Mordrate sorgen würden. Bukele selbst hat erklärt, die Rückführung von MS-13-Bandenmitgliedern würde El Salvador helfen, "die Informationsbeschaffung abzuschließen und die letzten Reste" der Bande zu verfolgen. Doch Journalisten und Insider vermuten einen Vertuschungsversuch. Bukele wolle vor allem verhindern, dass die in US-Haft befindlichen Bandenführer Details ihrer früheren Geschäfte mit Bukeles Regierung preisgeben. In der Dokumentation beleuchten die Investigativjournalisten Carlos und Óscar Martínez, was hinter dem umstrittenen Abschiebeabkommen zwischen Bukele und Trump steckt; und welche Vorteile sich beide Staatsoberhäupter davon versprechen.
22:30
Wer ist Donald Trump, der die Menschheit in Atem hält, und was genau will er? Sein Land und die Welt retten? Oder nur seine Gier nach Macht, Reichtum und Ansehen befriedigen? Ein Jahr nach seinem Amtsantritt bringt der US-Präsident die Säulen der amerikanischen Demokratie ins Wanken: Er ignoriert Beschlüsse des Parlaments, und über missliebige Gerichtsurteile setzt er sich einfach hinweg. Seine schwer bewaffneten, vermummten Agenten jagen und deportieren zigtausend Zuwanderer. Mit Strafzöllen und Drohungen schüchtert er die Welt ein und sprengt die regel- und wertebasierte Ordnung. Nebenbei bereichert er sich und seine Familie. Seine Wähler erleben in ihrem Alltag die unmittelbaren Auswirkungen der trumpistischen Politik. Der Widerstand wächst, aber noch sitzt der 47. Präsident der Vereinigten Staaten fest im Sattel, und noch steht das Urteil aus, ob er sein Versprechen vom goldenen Zeitalter für Amerika erfüllen kann. Elmar Theveßen und Annette Brieger analysieren das Denken und Handeln eines Mannes, der unterschiedlichste Persönlichkeiten in sich vereint, von seinen Helfern und Anhängern bedingungslose Gefolgschaft fordert und an Andersdenkenden, die sich ihm in den Weg stellen, Rache übt. Die Dokumentation beschreibt, wie das System Trump funktioniert, und erkundet nah an den Menschen im Land die Folgen der Politik des Präsidenten. Da sind die Shrimp-Fischer in South Carolina und Trump-Fans im ländlichen Kentucky, die seine Handels- und Einwanderungspolitik gut finden. Es kommen Menschen in North Carolina zu Wort, die sich die hohen Lebensmittelpreise nicht leisten können und Angst um ihre Krankenversicherungen haben. Die Autoren besuchen außerdem deutsche Unternehmer, die unter den Strafzöllen leiden. Das ZDF-Team zeigt auch den selbst ernannten Widerstand aus der demokratischen Partei und aus der amerikanischen Gesellschaft. Unter den Gesprächspartnern sind neben einem Vordenker des Trumpismus die frühere Pressesprecherin des Präsidenten, Alyssa Farrah Griffin. Sein ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater John Bolton kommt ebenso zu Wort wie der Ex-General Randy Manner. Das Porträt Donald Trumps ist ein kritischer Blick auf den Zustand der amerikanischen Demokratie kurz vor ihrem 250. Geburtstag.
23:15
In seiner zweiten Amtszeit nutzt Donald Trump das Präsidentenamt wie nie zuvor als Bühne für große Deals - doch wo endet Politik und wo beginnen private Interessen? Diese Doku folgt den Spuren von Geld und Einfluss: von New Yorks Immobilienwelt über Washington bis zu internationalen Hotspots wie Singapur, Südostasien und einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen. Der Film zeigt, wie Trump ohne Trennung von seinem Geschäftsimperium regiert und politische Entscheidungen, wirtschaftliche Interessen und persönliche Netzwerke ineinandergreifen. Bei Krypto-Konferenzen, Bauprojekten und Regulierungen, die Loyalität über Kompetenz stellen, scheinen Politik und persönliche Interessen zu verschmelzen. Gleichzeitig werden durch die Demontage der Korruptionsbekämpfung und den Umbau des Justizministeriums Transparenz und Gewaltenteilung untergraben. Eine Entwicklung, die im Trump-Lager allerdings gänzlich anders beurteilt wird. Mike Johnson, der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, ist überzeugt: "Unter Biden ist das alles in den Hinterzimmern passiert. Die ganze Biden-Familie war damit beschäftigt, alle auf die Lohnliste zu kriegen. Was Präsident Trump auch immer tut, läuft offen und transparent ab. Sie versuchen nichts zu verbergen." Neben Trump-Befürwortern kommen renommierte Journalisten und Analysten aus den USA und Deutschland zu Wort. Sie ordnen die Entwicklungen ein und stellen sie in einen historischen und politischen Kontext, darunter Anne Applebaum, Marci Shore, Jacob Silverman und Cathryn Clüver Ashbrook. Auch der frühere Regierungsbeamte Miles Taylor, gegen den die Trump-Administration ermittelte, sowie der ehemalige deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ordnen die Geschehnisse ein. Einblicke aus Trumps unmittelbarem Umfeld liefert zudem sein ehemaliger Weggefährte und persönlicher Anwalt Michael Cohen, der die internen Denkweisen und Mechanismen des politischen Systems beschreibt, das Trump geprägt hat. So zeichnet der Film das Porträt eines Präsidenten, dessen Amtsverständnis neuartige Fragen aufwirft - und stellt zur Diskussion, was diese Entwicklungen langfristig für die amerikanische Demokratie bedeuten könnten.
23:55
Den Weg zurück ins Weiße Haus schaffte Donald Trump auch mithilfe einiger Milliardäre aus dem Silicon Valley. Was versprechen sich Musk, Zuckerberg, Bezos und andere von diesem Präsidenten? KI, Bitcoin, ein neues Internet - Tech-Giganten sind in Goldgräberstimmung, seit die regulierungsfreudige Regierung Joe Bidens abgewählt ist. KI könnte den größten Boom der Technikgeschichte auslösen, hoffen sie. Andere sehen große Gefahren für die Demokratie. "Noch nie in der Weltgeschichte hatten Konzerne eine solche Macht", erklärt die renommierte Harvard-Professorin Shoshana Zuboff mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen in Washington. "Trump und Musk können machen, was sie wollen." Und das scheinen sie durchaus auch zu tun. Kahlschlag bei den Behörden und massive Investitionsschübe für die künstliche Intelligenz. Dazu Deregulierung und offener Druck auf Staaten, die eine ungebremste Tech-Branche kritisch sehen. Zudem scheinen die Grenzen zwischen Regierungswirken und Wirtschaftsinteressen eingerissen, wenn selbst der Präsident mit seiner eigenen Kryptowährung Geld verdient und die Tech-Bosse sich gleich nach der Wahl in Mar-a-Lago die Klinke in die Hand gaben, um das Land in ihrem Sinne umzugestalten. ZDF-Autor Gert Anhalt verfolgt den Aufstieg der Superhirne und Superreichen von den Garagen des Silicon Valley bis in die Wandelgänge von Washington. Was bewog die einst für eher liberal gehaltenen Unternehmer, sich so sehr für Donald Trump einzusetzen? Welche Wechselbeziehungen gab es zwischen den diversen Regierungen und den Konzernen? Und hatte Joe Biden recht, als er in seiner Abschiedsrede vor einer Oligarchie in Amerika warnte?