19:30
Der Film handelt von der unglaublichen und gefährlichen Flucht dreier Freunde mit einer Raupe über die innerdeutsche Grenze. Die Dokumentation nimmt Bezug auf eine Grundtatsache des Lebens in der DDR: das Bewusstsein, eingeschlossen zu sein. Die innerdeutschen Sperranlagen waren in der Wahrnehmung der Menschen stets präsent. Die einen arrangierten sich damit oder wollten die Gedanken daran verdrängen, andere suchten nach Wegen, auszureisen oder die Grenze zu überwinden. Genau das wollte der Staat mithilfe eines gigantischen Grenzregimes verhindern, ließ den "Eisernen Vorhang" mit großem Aufwand sichern. Bis zu 40.000 Mann dienten in den DDR-Grenztruppen. Geschätzt starben rund 1000 Menschen bei dem Versuch, die DDR illegal zu verlassen. Drei Wagemutige aus einem kleinen Dorf bei Magdeburg riskierten es trotzdem: Wolfgang Hilgert und die Brüder Hans-Joachim und Jürgen Zorn lebten eigentlich ganz zufrieden in der DDR. Die drei Tüftler hatten ein lukratives Hobby. Durch das Schrauben und Schweißen an Autos konnten sie Tauschgeschäfte betreiben, kamen so an heiß begehrte Luxusartikel. Trotzdem wuchs der Frust über den Sozialismus, und das Westfernsehen verhieß mit verlockenden Bildern ein Eldorado jenseits der Grenze. Die drei hatten die Nase voll von Mangelwirtschaft, Bevormundung und Restriktionen. Aus einer Bierlaune heraus planten die jungen Männer schließlich die lebensgefährliche Flucht über den Todeszaun. Mit einem äußerst ungewöhnlichen Fluchtfahrzeug: einer klapprigen und schwerfälligen Planierraupe. Die Männer riskierten alles, um im Westen ein freies Leben zu führen. Der Coup mit der Raupe glückte. Ihre Familien jedoch blieben in der DDR zurück, litten unter den Schikanen der Stasi. War es das wert? Sieben Jahre später fiel die Mauer.
20:15
DDR, 1978. Zwei Familien halten die Repressionen des SED-Regimes nicht länger aus. Ihr waghalsiger Plan: Sie wollen mit einem selbst gebauten Heißluftballon in den Westen fliehen. Doch keiner von ihnen hat Erfahrung mit Luftfahrt. Und wie sollen sie unbemerkt an rund 800 Quadratmeter Stoff gelangen? In einem Staat, in dem die Stasi jeden Schritt der Bürger überwacht. Trotz aller Risiken wollen es die befreundeten Familien versuchen. Die Freunde Günter Wetzel und Peter Strelzyk sind Elektromechaniker und beginnen, heimlich zu tüfteln. Ballonhülle, Gondel, Gebläse, Brenner - alles entsteht in improvisierter Eigenarbeit, ohne jegliche Vorkenntnisse. Der Ballon muss groß genug sein, um die zwei Familien mit vier Kindern lange genug zu tragen, damit sie die Grenze überfliegen und sicher im Westen landen können. Die Eltern verschweigen ihren Kindern den Plan. Denn selbst im Kindergarten könnten Spitzel sitzen; jede Andeutung wäre lebensgefährlich. Nach Monaten voller Angst, Rückschlägen und mühseliger Bauarbeit ist es schließlich so weit: Der Ballon steht. Doch kurz nach ersten Tests wächst die Furcht, entdeckt worden zu sein. In letzter Minute zerstören die Familien ihre eigene Konstruktion. Während die Wetzels ihr Fluchtvorhaben aufgeben, arbeiten die Strelzyks im Geheimen weiter. Ein zweiter Ballon entsteht - größer, stabiler, noch sorgfältiger gebaut. Und eines Nachts ist die Gelegenheit da: günstiger Wind, völlige Dunkelheit. Die Strelzyks steigen ein und heben ab. Zwanzig Minuten später beginnt der Ballon zu sinken. Der Absturz in einem Waldstück endet abrupt. Waren sie lange genug in der Luft, und haben sie es über die Grenze geschafft? Die zweiteilige ZDFinfo-Dokumentation rekonstruiert eine der spektakulärsten Fluchtgeschichten aus der DDR - und erzählt von Mut, Verzweiflung und der unbedingten Sehnsucht nach Freiheit.
21:00
Sommer 1979. Fliegt der Fluchtplan der Familie Strelzyk auf? Mitten im Sperrgebiet stürzt ihr Ballon an der innerdeutschen Grenze ab. Gelingt es ihnen, von der Stasi unentdeckt zu bleiben? In panischer Angst erreichen sie ihr Auto und fahren nach Hause. Dort versuchen sie, ihren Alltag wieder aufzunehmen, als sei nichts geschehen. Doch längst hat die Stasi den abgestürzten Ballon im Wald gefunden. Die Lage spitzt sich zu. Sofort beginnt eine groß angelegte Fahndung. Nach dem gescheiterten Versuch schließen sich die beiden befreundeten Familien erneut zusammen. Sie wagen einen letzten Fluchtversuch: Ein neuer Ballon muss her. Günter Wetzel näht Nacht für Nacht an der riesigen Hülle, während Familie Strelzyk Material beschafft und die Ballonkonstruktion baut. Am 15. September 1979 kündigt der Wetterbericht endlich günstigen Wind an. Jetzt zählt jede Minute. Günter Wetzel näht die letzten Stoffbahnen; Peter Strelzyk belädt das Auto. Es ist der Moment der Entscheidung: jetzt oder nie. Auf einer Lichtung im Thüringischen Wald richten sie den Fluchtballon auf. Während der Startvorbereitungen fängt der Ballon Feuer - doch die Familien brechen nicht ab. Der Heißluftballon hebt tatsächlich ab, mit allen acht Personen an Bord. Während des Aufstiegs geraten sie in den Lichtkegel eines Grenzwachturms. Unter den Soldaten, die sie entdecken, ist auch Peter Richter. Er richtet den Scheinwerfer direkt auf den Ballon und schlägt Alarm. Kurz darauf wird der Verteidigungsminister der DDR informiert. Die zweiteilige ZDFinfo-Dokumentation rekonstruiert eine der spektakulärsten Fluchtgeschichten aus der DDR - und erzählt von Mut, Verzweiflung und der unbedingten Sehnsucht nach Freiheit.
21:45
1949 wird die DDR gegründet. Auf den jungen Staat richten sich große Hoffnungen. Doch schon vier Jahre nach der Gründung kulminieren Wut und Enttäuschung in einem Volksaufstand. Für die einen ist ihre Gründung der Beginn eines Aufbruchs - für die anderen ist die DDR schon früh gescheitert. Die DDR will ein Gegenentwurf zur Bundesrepublik Deutschland sein. Ein besseres Deutschland - ganz nach sowjetischem Vorbild. Am 7. Oktober 1949, nicht einmal ein halbes Jahr nach der BRD, wird die Deutsche Demokratische Republik gegründet. Mit großen Erwartungen: In der DDR soll ein gerechter "sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern" entstehen. Doch die Wirtschaft kommt schwer in Gang. Die Reparationsleistungen, die Einführung der Planwirtschaft und die Konzentration auf die Schwerindustrie führen schon bald in die Mangelwirtschaft. Aus zunehmendem Unmut kommt es am 17. Juni 1953 zu einem Volksaufstand. Ohne den Einsatz sowjetischer Panzer hätte die Geschichte der DDR hier bereits enden können. Immer mehr Menschen fliehen, bis die Berliner Mauer ab 1961 jeden Fluchtweg versperrt. Die dreiteilige ZDFinfo-Doku-Reihe "Das war die DDR" beleuchtet die über 40-jährige Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik. Dabei kommen prominente Zeitzeugen und Historiker zu Wort.
22:30
Die 1960er-Jahre stehen nach dem Mauerbau im Zeichen der Erneuerung. Mit Reformen will die SED die DDR modernisieren und stabilisieren. Aber wie erfolgreich sind sie tatsächlich? Ambitionierte Wirtschaftsreformen sollen die DDR zu einer modernen Industriegesellschaft umbauen. Doch schnell regt sich Widerstand innerhalb der Partei. Der Beginn eines erbitterten Ringens um die ideologische Führung zwischen Konservativen und Reformern. Anfang der 1960er-Jahre steht es schlecht um das sozialistische System der DDR: Die Industriebetriebe sind kaum leistungsfähig, das Wirtschaftswachstum ist gering. Der Unmut innerhalb der Bevölkerung nimmt zu. Parteichef Walter Ulbricht reagiert: Mit Reformen will er die Wirtschaft neu aufstellen, die wissenschaftlich-technische Revolution vorantreiben. Auch die Kunst und vor allem die Jugend sollen mehr Freiheiten erhalten. Im Fokus des Reformpakets steht die Wirtschaft: 1963 wird das sogenannte "Neue Ökonomische System der Leitung und Planung" beschlossen. Es soll Betrieben mehr Entscheidungs- und Gestaltungsspielraum ermöglichen und die wirtschaftliche Leistungskraft der DDR erhöhen. Doch schon zwei Jahre später formieren sich die Gegner der Reformen in der Partei. Auf dem 11. Plenum der Führung der SED werden die Freiheiten Stück für Stück wieder zurückgenommen. 1969 feiert die Partei das 20-jährige Bestehen ihrer Republik. Doch der Gegensatz zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist für viele weiterhin spürbar. Es herrscht Mangel im Land, die Wirtschaftsreformen gelten als gescheitert. Ein Machtwechsel scheint unabwendbar: 1971 übernimmt Erich Honecker das Amt des Parteichefs von Walter Ulbricht. Die dreiteilige ZDFinfo-Doku-Reihe "Das war die DDR" beleuchtet die über 40-jährige Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik. Dabei kommen prominente Zeitzeugen und Historiker zu Wort.
23:15
Der Machtantritt Erich Honeckers stimmt optimistisch. Besonders die DDR-Jugend hofft auf Lockerungen. Doch der neue Parteichef setzt zwar auf Sozialreformen, bleibt aber stets linientreu. Mit der "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik" will Honecker den Lebensstandard in der DDR verbessern. Die sozialen Reformen scheinen zunächst zu fruchten. Doch die Hoffnung auf eine neue Zeit schwindet schnell. Mit der Erhöhung der Sozialleistungen und Konsummöglichkeiten will der neue Parteichef Erich Honecker die Akzeptanz des SED-Regimes innerhalb der DDR-Bevölkerung steigern. Ein gewaltiges Wohnungsbauprojekt soll die Wohnungsnot in der DDR mindern, Lohn- und Rentenerhöhungen den Lebensstandard verbessern. Um die Preise für die Grundbedürfnisse stabil zu halten, sind steigende Subventionen notwendig. Die DDR lebt zunehmend über ihre Verhältnisse und ist bereits Anfang der 80er auf Kredite angewiesen. Auch die Zukunftsversprechungen bleiben unter Honecker unerfüllt: Statt mehr Freiheiten zu gewähren, wird die politische Überwachung ausgebaut, jegliche Kritik unterdrückt. Immer mehr Menschen wenden sich vom System ab oder wollen das Land verlassen. Die Proteste nehmen zu. Am 4. November 1989 findet auf dem Alexanderplatz in Ostberlin die bislang größte Demonstration auf deutschem Boden statt. Fünf Tage später fällt die Mauer. Das Volk erkämpft sich den Weg zu freien Wahlen. Im März 1990 beschließt das erste frei gewählte Parlament der DDR den Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland. Die dreiteilige ZDFinfo-Doku-Reihe "Das war die DDR" beleuchtet die über 40-jährige Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik. Dabei kommen prominente Zeitzeugen und Historiker zu Wort.