22:25
Halloren-Kugeln, Kathi-Backmischungen und Malzkaffee: Viele DDR-Produkte gibt es heute noch. Was drinsteckt - und wie viel sie noch mit den Originalen zu tun haben, zeigt Sebastian Lege. Sebastian Lege nimmt vier Kultprodukte der DDR genauer unter die Lupe. Dabei zeigt er, wie die Menschen in der DDR mit wenigen verfügbaren Rohstoffen kreative Lösungen fanden - und welche dieser Tricks die Lebensmittelindustrie bis heute nutzt. Halloren-Kugeln waren in der DDR eine Rarität - sogenannte "Bückware", die Verkäufer nur unter dem Ladentisch hervorholten. Die Rezeptur ist laut Hersteller seit DDR-Zeiten unverändert. Sebastian Lege zeigt, was drinsteckt und wie die Masse langfristig sahnig und cremig bleibt. Bei einer Verkostung in Leipzig zeigt sich: Die Halloren-Kugeln wecken bei vielen Ostdeutschen nostalgische Erinnerungen, die Meinungen zur Rezeptur sind gemischt. Soljanka, die tomatige Suppe mit Fleisch und sauren Gurken, war in der DDR ein echter Klassiker. Ursprünglich als kreative Resteverwertung gedacht, ist sie heute als Fertigprodukt erhältlich. Sebastian Lege zeigt, wie die Industrie mit nostalgischen Verpackungen wirbt, während die Inhaltsstoffe mit der traditionellen Zubereitung kaum noch etwas gemeinsam haben. Statt frischer Zutaten setzt die Industrie-Soljanka auf günstige Zusatzstoffe für Haltbarkeit und Konsistenz. So entsteht ein perfekt gesteuertes Produkt mit extrem vielen Zutaten. Im Vergleich dazu demonstriert der 71-jährige Koch Erich Klukas, wie eine authentische DDR-Soljanka mit frischen Zutaten zubereitet wird. Als Kaffee in der DDR knapp war, bot der Malzkaffee "Im Nu" eine Alternative. Sebastian Lege erklärt, wie aus Gerste, Roggen und Gerstenmalz ein kaffeeähnliches Getränk entsteht. Beim Rösten karamellisiert der Malzzucker und erzeugt eine braune Farbe sowie einen süßlich-intensiven Geschmack. Der Ersatzkaffee hat auch heute noch seine Berechtigung: Er ist koffeinfrei, hat eine bessere CO?-Bilanz als echter Kaffee und weckt bei vielen nostalgische Erinnerungen an die Kindheit. 1953 entwickelte Käthe Thiele das erste Tortenmehl Deutschlands - eine Innovation, die berufstätigen Frauen den Haushalt erleichtern sollte. Heute bietet die Firma Kathi Dutzende verschiedener Backmischungen an, darunter auch Torten, die ganz ohne Backen auskommen. Sebastian Lege zeigt am Beispiel einer Erdbeertorte, wie die Industrie mit Aromen, Farbstoffen und Ersatzstoffen arbeitet. Bei einer Verkostung möchte Sebastian Lege herausfinden: Fällt das überhaupt auf? Sebastian Lege zeigt in dieser Folge, wie die Menschen in der DDR mit wenigen Rohstoffen viel möglich gemacht haben. Einige dieser Tricks nutzt die Lebensmittelindustrie bis heute. Während die Produkte damals aus der Not heraus entstanden, stellt sich heute die Frage: Warum werden die Rezepturen nicht verbessert, obwohl alle Zutaten verfügbar sind?
23:10
Sebastian Lege deckt die Tricks der Lebensmittelindustrie auf. Chicken Wings - aufgepumpt mit Flüssigwürze, teure Mini-Pizzen und Chili-Cheese-Nuggets mit wenig Käse und noch weniger Chili. Sebastian Lege checkt die Tiefkühltruhen deutscher Supermärkte. Er zeigt in seiner Werkstatt, wie beliebte Lebensmittel optimiert werden. Im Cornetto Eis von Langnese steckt Alginat - dadurch wird das Eis cremiger und schmilzt später. Chicken Wings sind marinierte und frittierte Hühnerflügel. Ab Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts entwickeln sie sich zum beliebten Snack in den USA. Allein zum Superbowl 2025 aßen US-Amerikaner 1,5 Milliarden Chicken Wings - an einem Tag. Bei uns liegen Chicken Wings tiefgekühlt im Supermarkt - und bestehen meist nur zu 92 Prozent aus Hühnerfleisch. Sebastian Lege zeigt in seiner Werkstatt, wie die Industrie arbeitet. Mit Flüssigwürze und einem knusprigen Mantel werden Hähnchenflügel zum Kassenschlager. Wagner hat Mini-Pizzen groß gemacht und unter dem Namen Piccolinis auf den Markt gebracht. Sie gelten als abwechslungsreich und unkompliziert, ein kleiner Snack für zwischendurch. Sebastian Lege backt kleine Pizzen in seiner Werkstatt und zeigt, wie profitabel Piccolinis für Wagner sind. Langnese hat mit seinem Cornetto ein höchst beliebtes Eis im Sortiment. Dahinter stecken eine ganze Menge cleverer Tricks: Die knusprige Waffel darf nicht aufweichen und die feine Eiscreme soll lange lagerfähig sein und in der Sonne nur langsam schmelzen. Langnese setzt unter anderem Kakaoglasur und Hilfsstoffe wie Natriumalginat ein.
23:55
Wraps, Kartoffelpüree, Fischfrikadellen oder Zwiebelringe - Fast Food ist schnell bestellt, beliebt und überall zu haben. Sebastian Lege deckt auf, was dahintersteckt. Fast Food verspricht schnelle Sättigung, gleichbleibenden Geschmack und günstige Preise. Doch Burger King, McDonald's, Nordsee oder KFC nutzen ein ausgeklügeltes System, um ihre Produkte günstig, standardisiert und attraktiv zu machen. Der McWrap von McDonald's soll frisch und leicht wirken, ist in Wirklichkeit aber ein kalorienreiches Produkt-Recycling: Statt Brötchen wird ein dünner Fladen genutzt, der dank Öl, Zusatzstoffen und Panierung sogar mehr Kalorien liefert als der vergleichbare Burger McChicken Classic. Auch bei Kentucky Fried Chicken setzt man auf Effizienz statt Frische. Das beliebte Kartoffelpüree mit Bratensoße besteht nur zu einem kleinen Teil aus Kartoffeln. Den Großteil machen Kartoffelflocken, Bindemittel und weitere Pulver aus, die sich weltweit identisch zubereiten lassen. Die Fischfrikadelle von Nordsee klingt nach Tradition und Handwerk, enthält aber nur die gesetzlich vorgeschriebene Mindestmenge an Fisch. Reisgrieß, Kartoffeln und Panierung strecken die Masse und sorgen für gleichbleibende Konsistenz. Ähnlich bei den Onion Rings von Burger King: Statt ganzer Zwiebelscheiben kommt pürierte Zwiebelmasse zum Einsatz, geformt, paniert und frittiert - ein günstiger Rohstoff, perfekt in Szene gesetzt. Sebastian Lege zeigt, wie Fast-Food-Ketten mit einfachen Zutaten und viel Fett, Salz und Zucker den sogenannten Bliss Point treffen - den Punkt maximaler geschmacklicher Zufriedenheit. Das Ergebnis: Produkte, die überall gleich schmecken. Schnell, effizient - und vor allem profitabel.