12:45
Kurz vor dem Vulkanausbruch 79 nach Christus ist Pompeji eine Stadt sozialer Ungleichheit: Reichtum und Armut liegen dicht beieinander. Wie wirken sich die Gegensätze im Alltag aus? Neue archäologische Forschungen offenbaren die harte Realität hinter der glänzenden Fassade des antiken Pompeji. Funde belegen, dass einige wenige auf Kosten vieler Sklaven leben. Sie zeigen einen tiefen sozialen Riss in der Gesellschaft der römischen Stadt. Pompeji ist weit mehr als ein Ferienort der römischen Elite. Neue archäologische Funde und moderne Analyseverfahren zeichnen ein differenziertes Bild der antiken Stadt. Sichtbar wird dies in der städtischen Infrastruktur, der Wasserversorgung, der Verteilung von Wohnraum und den wirtschaftlichen Netzwerken Pompejis. Die Archäologie zeigt: Der Wohlstand der Oberschicht beruht auf Gewalt, Ausbeutung und sozialer Ungleichheit. Der Alltag der Menschen in Pompeji spielt sich zwischen extremen Gegensätzen ab - zwischen aristokratischem Luxus und großzügigen Wohnhäusern auf der einen Seite und engen Werkstätten und dem harten, fremdbestimmten Leben der Versklavten auf der anderen. Neue Ausgrabungen machen diese soziale Realität greifbar. Ein prunkvolles Marmorgrab offenbart das Selbstverständnis der städtischen Elite und ihre engen Verbindungen zur kaiserlichen Macht in Rom. Kinder-Graffitis mit Gladiatorenszenen zeigen, wie fest Gewalt im kulturellen Alltag der römischen Gesellschaft verankert ist. Funde aus einer Großbäckerei dokumentieren zudem die schweren Lebens- und Arbeitsbedingungen versklavter Menschen, die einen zentralen Teil der Wirtschaft Pompejis tragen. Die Dokumentation von ZDFinfo zeigt das antike Pompeji als eine Stadt großer sozialer Gegensätze. Die Ungleichheit schürt Spannungen und Gewalt - und der äußere Glanz kann diese Konflikte kaum verbergen.
13:30
Neue archäologische Funde in Pompeji zeichnen ein differenziertes Bild der antiken Stadt: Gewalt, soziale Spannungen und tiefgreifende Ungleichheit prägen den Alltag im Römischen Reich. Die Dokumentation beleuchtet die Schattenseiten Pompejis und verbindet aktuelle archäologische Erkenntnisse mit historischen Quellen. Im Zentrum stehen Aufstände, Unruhen und soziale Konflikte, die tief in der Stadtgesellschaft verankert sind. Archäologen und Historiker analysieren die verborgenen sozialen Strukturen Pompejis und zeigen, wie sich Kriminalität, Gewalt und Machtverschiebungen unter der scheinbar geordneten Oberfläche des römischen Alltags auswirken. Von den Nachwirkungen des Sklavenaufstandes unter Spartacus bis zu den Massenunruhen im Amphitheater von Pompeji im Jahr 59? nach Christus untersucht die Dokumentation, wie eine stark fragmentierte Gesellschaft versucht, Stabilität zu bewahren - und warum dieses Gleichgewicht dauerhaft gefährdet bleibt. Ein besonderer Fokus liegt auf neuen archäologischen Entdeckungen, die bislang wenig beachtete Lebensrealitäten sichtbar machen. Mit exklusivem Zugang zu zuvor gesperrten Arealen präsentieren Expertinnen und Experten spektakuläre Funde, darunter neu freigelegte Sklavenunterkünfte in einer Villa außerhalb der Stadtmauern. Ergänzt werden diese Befunde durch DNA-Analysen eines verstorbenen Freigelassenen, der sozialen Aufstieg bis in die Oberschicht erlangte - ein seltener, aber aufschlussreicher Ausnahmefall im sozialen Gefüge des antiken Pompeji. Die archäologischen Funde deuten darauf hin, dass Pompeji bereits lange vor dem Ausbruch des Vesuv im Jahr 79? nach Christus unter erheblichem gesellschaftlichem Druck steht. Wirtschaftliche Belastungen, tiefgreifende soziale Umbrüche und die schweren Erdbeben des 1. Jahrhunderts destabilisieren das urbane Gefüge nachhaltig. Archäologische Spuren von Unruhen, Alltagskriminalität und verstärkten Sicherheitsmaßnahmen in Privathäusern verdeutlichen, wie brüchig die soziale Ordnung ist - und wie wenig es braucht, um sie ins Wanken zu bringen. Die Dokumentation von ZDFinfo zeigt das antike Pompeji als eine Stadt großer sozialer Gegensätze. Die Ungleichheit schürt Spannungen und Gewalt - und der äußere Glanz kann diese Konflikte kaum verbergen.
14:15
Ägyptens Bestattungsrituale geben bis heute Rätsel auf. Besonders die Mumien. Wer waren die Verstorbenen? Warum wurden sie mumifiziert - und mit welchen Rezepturen? Modernste Technologie soll Antworten liefern: CT-Scans, Analysen und Detektivarbeit im Labor. Interdisziplinäre Teams aus Radiologen, Archäologen und Ägyptologen begeben sich gemeinsam auf Spurensuche. Im Jahr 2019 wird in der Nekropole Sakkara das über 4000 Jahre alte Grab des hohen Würdenträgers Chuwi aus der fünften Dynastie entdeckt. Ein Fund von historischer Tragweite. In der Grabkammer findet ein Team von Archäologen leuchtend farbige Wandmalereien, die die Jahrtausende nahezu unversehrt überdauert haben. Von der Mumie selbst sind nur noch wenige Überreste erhalten, denn das Grab wurde schon vor langer Zeit geplündert. Die Entdeckung liefert einen entscheidenden Beweis: Die Kunst der Mumifizierung war nicht allein den Pharaonen vorbehalten. Doch wie gingen die Priester und Balsamierer vor? Jüngste Analysen enthüllen eine hoch entwickelte Technik: Kostbare Leinentücher, seltene Harze und wertvolle Salben wurden verwendet. Mithilfe modernster medizinischer Scanner und experimenteller Archäologie rekonstruieren Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen die einzelnen Schritte des 70 Tage dauernden Einbalsamierungsprozesses. Mit jedem neuen Mumienfund wächst das Wissen um die geheimnisvollen Rituale der alten Ägypter. Mumien faszinieren bis heute: Sie eröffnen der Wissenschaft wertvolle Einblicke in Leben, Alltag und Glauben der Menschen im alten Ägypten. Moderne Technik lässt jahrtausendealte Geschichte lebendig werden.
15:00
2016 sorgt ein Sensationsfund in Sakkara für Aufsehen: In 13 Metern Tiefe entdecken Archäologen eine Mumifizierungswerkstatt. Kann der Fund mehr über die Praxis der Balsamierung verraten? Die Mumifizierung mit Salben und Tinkturen sollte den Verstorbenen das Weiterleben im Jenseits sichern. Grabbeigaben und kunstvolle Malereien auf Sarkophagen und in den Grabkammern sollten sie schützen auf der Reise ins Reich des Gottes Osiris. Für die alten Ägypter war die Mumifizierung mehr als ein technischer Vorgang - sie war ein spirituelles Ritual. Heute ermöglicht modernste Technik einen nie da gewesenen Blick hinter die Kulissen der jahrtausendealten Praxis. In der freigelegten Balsamierungswerkstatt finden Archäologen zahlreiche Tongefäße - die meisten leer. Doch mithilfe chromatographischer Analysen können winzige Rückstände der Substanzen identifiziert werden. Die Ergebnisse sind verblüffend: Viele der verwendeten Mittel mussten von weither nach Ägypten importiert werden. Es muss ein weit verzweigtes Handelsnetz gegeben haben, das nicht nur den gesamten Mittelmeerraum umfasste, sondern sogar bis nach Südostasien reichte. Ein weiterer Meilenstein: Ein CT-Scanner mit photonenzählenden Detektoren erlaubt erstmals, Objekte im Inneren einer Mumie sichtbar zu machen - und sogar Hieroglyphen darauf zu entziffern. Die Mumie selbst bleibt dabei unversehrt. Mumien faszinieren bis heute: Sie eröffnen der Wissenschaft wertvolle Einblicke in Leben, Alltag und Glauben der Menschen im alten Ägypten. Moderne Technik lässt jahrtausendealte Geschichte lebendig werden.
15:45
Die Faszination für das alte Ägypten lebt weiter. Bahnbrechende Entdeckungen und modernste Technik eröffnen der Forschung neue Perspektiven und liefern überraschende Erkenntnisse. Als Forscher in Kairo die Mumien der Pharaonen per CT-Scan durchleuchten, stoßen sie auf eine sensationelle Entdeckung: Die Bilder verraten die Todesursache von König Ramses III. Damit lösen sie ein jahrtausendealtes Rätsel um den Tod des mächtigen Herrschers. Der Wunsch nach Unsterblichkeit und nach Leben jenseits des Todes prägt die Kultur des alten Ägypten. Um den vertrauten Lebensstandard auch im Jenseits zu bewahren, halten die Ägypter ihren Besitz und ihre Gewohnheiten detailreich auf Wandmalereien ihrer Grabkammern fest - begleitet vom Namen des Verstorbenen, der so oft wie möglich verewigt wird. Für Ägyptologen und Ägyptologinnen bedeutet die Entzifferung dieser Hieroglyphen bis heute eine gewaltige Herausforderung. Doch nicht nur Menschen wurden mumifiziert. In der Totenstadt Sakkara fanden Forschende zahllose Tiermumien. Haustiere, die ihre Besitzer ins Totenreich begleiten sollten. Und heilige Tiere, die als Symbole göttlicher Macht galten. Ein exotisches Exemplar bewahrt das Kunstmuseum im französischen Aix-en-Provence auf: einen mumifizierten Waran. Die Faszination für das alte Ägypten erfasste in vergangenen Jahrhunderten auch Europa. Immer wieder kam es zu Wellen der "Ägyptomanie", die Raubplünderungen und den skrupellosen Handel mit Artefakten nach sich zogen. Reisende nahmen Souvenirs mit - auch Mumienteile. Heute steht eine Frage im Vordergrund: Wie lässt sich die Vergangenheit erforschen und zugleich ein ethisch verantwortungsvoller Umgang mit menschlichen Überresten in Museen gewährleisten? Mumien faszinieren bis heute: Sie eröffnen der Wissenschaft wertvolle Einblicke in Leben, Alltag und Glauben der Menschen im alten Ägypten. Moderne Technik lässt jahrtausendealte Geschichte lebendig werden.
16:30
Alexander der Große gilt als eine der schillerndsten Figuren der Geschichte. Seit mehr als 2000 Jahren fasziniert der Königssohn aus Makedonien die Menschen. Was macht ihn zum Mythos? Was trieb Alexander an, der nicht nur Eroberer und Entdecker fremder Länder war, sondern auch Gründer und Zerstörer namhafter Städte, der als Kriegstreiber in die Geschichte einging, aber auch als Vermittler zwischen den Kulturen? Er schuf in nur wenigen Jahren ein Reich, das einen großen Teil der damals bekannten Welt umfasste. Dabei hatte er eine große Vision. Sein Ziel war nichts Geringeres als die Unsterblichkeit. Auf dem Schlachtfeld galt er als Genie und Revolutionär. Wie gelang es dem jungen König, mit oft weit unterlegenen Armeen die Massenheere seiner Gegner zu schlagen? Warum sind Tausende Griechen ihrem Herrscher bis ans Ende der damaligen Welt gefolgt?
17:00
Juni 1904 - Hilbrand Gringhuis geht im Weerdinger Moor seiner Arbeit als Torfstecher nach, als er zwei dicht nebeneinanderliegende Leichen entdeckt. Opfer eines Doppelmordes? Der herbeigerufene Dorfpolizist stellt fest: Die Toten sind ihrem Zustand nach vor langer Zeit gestorben. Ihre Haut ist ledrig und die Knochen fast ganz aufgelöst. Die Neuigkeit vom Fund macht im niederländischen Weerdinge schnell die Runde. Da die kleinere Mumie auf dem rechten Arm der größeren Mumie liegt, hält man die beiden lange für ein Ehepaar und nennt sie fortan Herr und Frau Veenstra. Die mumifizierten Toten werden schließlich dem Drents Museum in Assen übergeben, wo sie sich noch heute befinden. Dort versucht man seit mehr als 120 Jahren, den Geheimnissen des etwa 2000 Jahre alten Mumienpaares auf die Spur zu kommen. Wer waren die beiden, und warum wurden sie im Moor versenkt? Ein großer Schnitt in der Brust der größeren Mumie deutet darauf hin, dass sie einen gewaltsamen Tod fand. Auf die kleinere Mumie trifft das vermutlich auch zu. Aber was war der Grund dafür? War es kaltblütiger Mord? Wurden die beiden für ein Verbrechen bestraft? Für eine verbotene Liebe? Oder wurden sie im Rahmen eines Rituals geopfert? Zwischen Mythos und Wissenschaft: Moorleichen erzählen von Gewalt, Ritualen und falschen Legenden. Moderne Untersuchungsmethoden liefern Hinweise auf Geschlecht, Alter, Datierung und Verletzungen.
17:40
Als Arbeiter 1835 in Dänemark auf die Leiche einer Frau stoßen, gehen sie zunächst von einem Verbrechen oder einem Vermisstenfall aus. Doch dann nimmt alles eine unerwartete Wendung. Nach der Untersuchung im Krankenhaus von Vejle steht fest: Die Tote ist vor langer Zeit gestorben. Daraufhin macht eine faszinierende Geschichte über ihre Identität die Runde. Wurde im Moor nahe des Gutshofs Haraldskär eine Wikinger-Königin geborgen? Der dänische Historiker Niels Matthias Petersen ist überzeugt, dass es sich bei der Frau um Königin Gunhild aus dem 10. Jahrhundert handelt, die der Legende nach vom dänischen König Harald I. "Blauzahn" nach Dänemark gelockt, getötet und im Moor versenkt wurde. Diese Deutung ist so populär, dass König Friedrich VI. sie bald nach ihrem Auffinden in einem Kiefernholzsarg in der Kirche von Vejle beisetzen lässt. Doch es gibt auch Gegenstimmen. Nach Auffassung des jungen Archäologen Jens Jacob Asmussen Worsaae stammt die Tote aus der Eisenzeit und könnte Opfer einer rituellen Tötung gewesen sein. Aus welcher Epoche sie stammt, kann lange Zeit nur spekuliert werden. 1977 soll eine Altersbestimmung mittels Radiokohlenstoffdatierung Gewissheit bringen. Laut dieser Untersuchung stammt die Tote aus der vorrömischen Eisenzeit. Eine neuere Messung datiert eine Probe mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Zeitraum 409 bis 263 vor Christus; eine weitere Probe ergab 200 bis 50 vor Christus. Eines belegen die Untersuchungen allerdings eindeutig: Die Frau fand einen gewaltsamen Tod. Kann die Wissenschaft das Rätsel um die mysteriöse Tote von Haraldskär lösen? Zwischen Mythos und Wissenschaft: Moorleichen erzählen von Gewalt, Ritualen und falschen Legenden. Moderne Untersuchungsmethoden liefern Hinweise auf Geschlecht, Alter, Datierung und Verletzungen.
18:20
Im Mai 1897 arbeiten zwei Torfstecher im Moor in der Nähe des niederländischen Ortes Yde, als sie auf die Überreste einer Moorleiche stoßen. Neun Tage nach dem Fund informiert der Bürgermeister das Provinzialmuseum in Assen. Die folgenden Untersuchungen ergeben, dass es sich um die Leiche eines etwa 15- bis 16-jährigen Mädchens handelt. Sie wird bis heute das "Mädchen von Yde" genannt. Fast ein Jahrhundert nach ihrer Entdeckung liefern moderne Untersuchungsmethoden neue Erkenntnisse über das Mädchen und seinen Tod. Warum hatte das Mädchen einen zur Hälfte kahlen Schädel? Warum wurde sie so brutal getötet? Und wie mag ihr kurzes Leben im Alltag ausgesehen haben? Dank Radiokarbonuntersuchungen lässt sich feststellen, dass sie zwischen 42 vor Christus und 59 nach Christus gelebt hat. Zu dieser Zeit fanden die römischen Feldzüge in Germanien statt. Einige niederländische Experten vermuten, dass ihr Tod im Zusammenhang mit der römischen Invasion stehen könnte und sie den Göttern geopfert wurde. Zu Beginn der 1990er-Jahre wird eine Gesichtsrekonstruktion für die Moorleiche angefertigt. Sie zeigt ein junges Mädchen im Teenageralter. Durch die Rekonstruktion wurde das "Mädchen von Yde" zu einer der berühmtesten Moorleichen Europas. Zwischen Mythos und Wissenschaft: Moorleichen erzählen von Gewalt, Ritualen und falschen Legenden. Moderne Untersuchungsmethoden liefern Hinweise auf Geschlecht, Alter, Datierung und Verletzungen.
19:00
1959 entdecken Torfstecher bei Dätgen in Schleswig-Holstein die kopflose Leiche eines Mannes. Sein Kopf wird erst Monate später im Moor gefunden - drei Meter vom Leichenfundort entfernt. Der Mann wurde nicht nur enthauptet, sondern auch erstochen und mit spitzen Holzpfählen fest im Moor verankert. Wer ist der Unbekannte aus der fernen Vergangenheit? Warum wurde er so grausam getötet? Und welche rituelle Bedeutung hatte seine Niederlegung im Moor? Als die Moorleiche entdeckt wird, halten die Torfstecher sie zunächst für einen Tierkörper, doch schnell wird klar, dass es sich bei dem Fund um einen Menschen handelt. Leider wird die Leiche unter anderem bei der Ausgrabung und anschließenden Konservierung beschädigt. Immerhin ergibt die Radiokarbondatierung, dass der Mann von Dätgen in der sogenannten Römischen Kaiserzeit gestorben ist, irgendwann zwischen den Jahren 135 und 385 nach Christus. Ein im Moor erhalten gebliebener Haarknoten könnte außerdem darauf hinweisen, dass er in seiner Gemeinschaft einen hohen Rang einnahm. Doch über die Hintergründe seiner brutalen Tötung lässt sich nur spekulieren: Hatte er sich unter seinen Leuten Feinde gemacht? Handelt es sich vielleicht sogar um ein Menschenopfer, um die Götter zu besänftigen? Und was haben seine Niederlegung im Moor, die Enthauptung und die spitzen Holzpfähle mit dem Glauben der damaligen Menschen und dem Mythos vom Wiedergänger zu tun? Zwischen Mythos und Wissenschaft: Moorleichen erzählen von Gewalt, Ritualen und falschen Legenden. Moderne Untersuchungsmethoden liefern Hinweise auf Geschlecht, Alter, Datierung und Verletzungen.
19:40
Oliver Welke wirft einen Blick auf diese Themen: Donald Trumps USA vor den Midterm-Wahlen, die Europa-Politik der AfD und die Energiestrategie der Bundeswirtschaftsministerin. Unterstützt wird Welke diesmal von: Katjana Gerz, Christian Ehring und Albrecht Humboldt. Diese Sendung wird im Web und in der App mit Gebärdensprache und Audiodeskription angeboten.
20:15
Kugeln sind allgegenwärtig. Sie finden sich in Kulturen weltweit. Harald Lesch erkundet die unterschiedlichen Funktionen der wahrscheinlich weit verbreitetsten geometrischen Form. Überall finden sich kreisrunde Gebilde, die für die unterschiedlichsten Zwecke eingesetzt werden. Die Bandbreite reicht dabei vom Geschoss über den Ball bis hin zum wahrscheinlich ältesten Kugellager der Welt. Kugeln sind aus unserer Welt nicht wegzudenken. Schon unsere Ur-Ur-Ur-Ahnen waren von der Form fasziniert, wie Ausgrabungen auf verschiedenen Kontinenten zeigen. So fanden Archäologen etwa in Israel und Spanien bearbeitete Steinkugeln, deren Alter sie auf 1,3 Millionen Jahre schätzen. Sehr viel jünger sind die Kautschukbälle, mit denen in Mesoamerika seit dem 15. Jahrhundert vor Christus anscheinend auch um Leben und Tod gespielt wurde. Mehr als 1500 Ballspielplätze, die zum Teil auch in Tempelbezirken der Maya auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko liegen, hat man bisher dort gefunden, und wahrscheinlich existieren noch viele weitere, bisher unentdeckte im Urwald Mittelamerikas. Bis heute spielen die Nachfahren der indigenen mesoamerikanischen Kulturen Ulama oder Pok-ta-Pok, bei dem ein Ball nur mit Hüfte und Schultern durch kreisrunde Öffnungen geschossen werden muss. Bei den bisher gefundenen Ballspielplätzen befindet sich jeweils ein steinerner Ring an den Seitenmauern des Spielfeldes. Die Größe des Platzes, die Form der Seitenmauern wie auch die Höhe der Anbringung der steinernen Ringe können variieren. Reliefs an den Mauern legen nahe, dass auf einigen Plätzen auch Menschenopfer dargebracht wurden. Weniger tödlich, aber nicht weniger feierlich ging es wohl auf dem Nemisee zur Zeit des römischen Kaisers Caligula im ersten Jahrhundert nach Christus zu. Mithilfe des wohl ältesten bekannten Kugellagers ließ der Imperator wahrscheinlich eine Statue der Göttin Diana "tanzen".
21:00
Schrift ist eine der genialsten Erfindungen der Menschheit. Durch sie lebt die Vergangenheit fort. Harald Lesch begibt sich auf die Spur geheimnisvoller Schriften weltweit. Schrift wurde an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten immer wieder neu erfunden. Um sie entziffern zu können, muss man mehr über die Sprache und Kultur der Menschen wissen, die sie erfanden. Manche Schriften gelten bis auf weiteres als unentzifferbar. Bei der Entstehung von Schrift stehen am Anfang oft einzelne Zeichen, die sich erst im Laufe der Zeit zu komplexen Systemen entwickeln. Einige Zeichen sind eigentlich Bilder des Dargestellten, andere stehen für Silben oder einzelne Laute. Und selbst wenn man die Schrift lesen kann, heißt das noch lange nicht, dass man sie auch versteht. So etwa bei der Linear-A-Schrift aus Kreta. Sie wurde von den Minoern entwickelt, der ersten Hochkultur in Europa. Anhand von Parallelen in einer späteren Schrift konnten Wissenschaftler den Zeichen Laute zuordnen. Es fehlt ihnen aber die Kenntnis der zugrunde liegenden Sprache. Deshalb konnten die Zeichen ihre magische Fähigkeit, das in ihnen gespeicherte Wissen zu vermitteln, noch nicht ausüben. Anders beim Rongorongo, der Schrift der Rapa Nui auf Rapa Nui (Osterinsel). Linguisten sind davon überzeugt, dass die zugrunde liegende Sprache nur die der Einwohner der Osterinsel sein kann, die diese bis heute sprechen, wenn auch in einer späteren Sprachstufe. Und dennoch haben die 600 bekannten Schriftzeichen ihr Geheimnis noch nicht preisgegeben. Nur so viel scheint sicher, dass die auf Holztafeln überlieferten Texte sehr wahrscheinlich in einer Art Wechselgesang vorgetragen wurden. Sie könnten wichtige Hinweise zur Kultur der Rapa Nui und ihrer geheimnisvollen Moai-Skulpturen enthalten. Mehr Erfolg hatte ein Team von Wissenschaftlern um die Sprachwissenschaftlerin Svenja Bonmann. Ihnen gelang der Durchbruch bei der Entzifferung der Kuschana-Schrift, einer Schrift und Sprache, die wohl nur von einer kleinen Minderheit in dem ehemaligen zentralasiatischen Großreich gesprochen wurde. Zuhilfe kam ihnen dabei eine sogenannte Bilingue, die auf einem Felsen in Tadschikistan in 3000 Meter Höhe eingemeißelt wurde. Hier wurde derselbe Text einmal in Baktrisch und einmal in Kuschana aufgeschrieben. Der Vergleich mit der lesbaren baktrischen Inschrift erlaubte es den Forschern anhand von Wortwiederholungen auch Zeichen und Wörter in der Kuschana-Inschrift zu identifizieren. So wie sie haben es sich Wissenschaftler weltweit zur Aufgabe gemacht, noch unbekannte Schriften zu entziffern und damit Türen in die Vergangenheit aufzustoßen, die bislang verschlossen blieben.
21:40
"Verschollenes" fasziniert die Menschen seit jeher. Harald Lesch macht sich auf die Suche nach Siedlungen, Flotten und ganzen Heeren, die im Laufe der Geschichte spurlos verschwanden. Im 16. Jahrhundert wird die erste englische Kolonie in Amerika gegründet. Doch nur wenige Jahre später fehlt von Roanoke und seinen Bewohnern jede Spur. Nun scheint das Rätsel gelöst. - Nur eine der Geschichten, die "Terra X" beleuchtet. Im Jahr 2016 gelingt einer Gruppe von Wissenschaftlern um den Unterwasserarchäologen Graf Sandizell die Aufklärung eines jahrhundertalten Rätsels. Am 4. März 1650 verschwand eine Flotte von fünf Schiffen der niederländischen Ostindien-Kompanie scheinbar spurlos in den Gewässern vor Süd-Sulawesi. Die gesamte Besatzung, 581 Mann, überlebte. Auch ein Teil der Ladung konnte gerettet werden, aber die Schiffe verschwanden danach spurlos. Bis Taucher sie, nach akribischen Recherchen in Bibliotheken und Archiven, innerhalb von nur vier Tagen vor der Küste des heutigen Indonesien lokalisierten. Dagegen fehlt noch immer jede Spur vom Heer des persischen Königs Kambyses, das im Jahr 524 vor Christus nach einem Sandsturm in der ägyptischen Wüste umgekommen sein soll. Aber können 50.000 Soldaten tatsächlich spurlos verschwinden? Ausgangspunkt und Ziel des Feldzuges waren bekannt. Doch der Weg führte durch die unwirtliche Wüste Sahara. Sind die Überreste dieses riesigen Heeres unter meterhohen Sanddünen verborgen, oder gibt es vielleicht noch einen anderen Grund dafür, dass die Suche bis heute erfolglos blieb? Diese und weitere rätselhafte Geschehnisse stellt Harald Lesch in dieser Folge "Terra X - Ungelöste Fälle der Archäologie: Verschollen" vor. Wie schon in den vorherigen Staffeln liegt das Hauptaugenmerk auf archäologischen Ausgrabungen und Forschungen. Neben der Präsentation von zum Teil scheinbar Unerklärlichem bleibt viel Raum für die Begleitung von Forschenden vor Ort.
22:25
Weltweit gibt es immer wieder rätselhafte Funde. Auch in dieser Staffel von "Terra X - Ungelöste Fälle der Archäologie" sucht Harald Lesch nach neuen Antworten auf alte Fragen. Seit Jahrtausenden errichten Menschen verschiedenste Bauten. Sie dienen als Wohnungen, Gotteshäuser oder zu Zwecken, die bis heute unbekannt sind. Manche wurden bewusst versteckt errichtet, andere gerieten in Vergessenheit und wurden zufällig wiederentdeckt. Überall auf der Welt finden sich Bauwerke, die Rätsel aufgeben. Die Fragen reichen vom Sinn und Zweck der Monumente über ihre Erbauer bis hin zur Art und Weise ihrer Errichtung. Seit seiner Erbauung strahlen die hellen Mauern des Castel del Monte weithin über die Landschaft Apuliens im Süden Italiens. Errichtete Kaiser Friedrich II. hier eine steinerne Krone, oder verstecken sich in den Mauern Hinweise auf ganz andere Gebäude, wie die Cheopspyramide, die Kathedrale von Notre-Dame in Paris oder der Felsendom in Jerusalem? Mehr als 1000 Jahre in Vergessenheit geriet hingegen der größte buddhistische Tempel weltweit: Borobudur. Erbaut zwischen 750 und 850 nach Christus, wurde die Anlage bereits im 10. Jahrhundert verlassen und erst im frühen 19. Jahrhundert wiederentdeckt. Noch sehr viel älter, aber nicht weniger geheimnisvoll, sind 170 regelmäßig angeordnete Steinhügel, die Wissenschaftler auf dem Grund des Bodensees fanden. Sie stammen wohl aus der Jungsteinzeit, ihr Verwendungszweck aber gibt Rätsel auf. Ein Objekt auf dem Boden der Ostsee datiert dagegen in die jüngste Vergangenheit und findet sich trotzdem in keiner einschlägigen Datenbank. Seine Spur führt zurück in die Zeit des Kalten Krieges, als Deutschland noch ein geteiltes Land war.
23:10
In der vierten Staffel "Terra X - Ungelöste Fälle der Archäologie" begibt sich Harald Lesch auf die Spur längst vergessener Techniken und des sagenhaften Volkes der Amazonen. Vor 4500 Jahren wurden in Ägypten die Pyramiden gebaut und in Südamerika erdbebensichere Gebäude. 2000 Jahre später berechneten griechische Ingenieure den Vortrieb eines Tunnels so exakt, dass sich die Arbeitstrupps tatsächlich mitten im Berg trafen. Im Jahr 1882 machte ein Abt auf der Insel Samos eine spektakuläre Entdeckung. Mithilfe der Beschreibungen des antiken Geschichtsschreibers Herodot gelang ihm die Lokalisierung des Südeinganges des sogenannten Eupalinos-Tunnels, durch den eine Wasserleitung floss, die die Stadt Samos seit dem 6. Jahrhundert vor Christus mit Frischwasser versorgte. Benannt nach dem Architekten Eupalinos von Megara ist der Tunnel ein Wunderwerk antiker Ingenieurskunst. Während der 8 bis 15 Jahre währenden Bauzeit wurde der Tunnel von beiden Enden zugleich in den Berg getrieben; auch das überliefert Herodot. Der Bau des Tunnels markiert die erste Blütezeit der Geometrie im antiken Griechenland. Die Bandbreite dieser Folge "Ungelöste Fälle der Archäologie" reicht von der Frage, welche Berechnungen die antiken Mathematiker anstellten, über die Werkzeuge, mit denen die alten Ägypter anscheinend wie mit Zauberhand selbst härteste Gesteine bearbeiten konnten, bis hin zu den Hilfsmitteln, die mittelamerikanische Völker wahrscheinlich beim Errichten ihrer Großbauten nutzten. Viele Fragen lassen sich beantworten, aber manche Artefakte haben ihr Geheimnis bis heute bewahrt - wie etwa die gallo-römischen Dodekaeder, deren Verwendung bis heute Rätsel aufgibt.
23:55
Forscher weltweit stoßen immer wieder auf rätselhafte Funde. In dem Zweiteiler "Terra X - Ungelöste Fälle der Archäologie" sucht Harald Lesch nach neuen Antworten auf alte Fragen. Es gibt Menschen, die glauben, dass es Spuren Außerirdischer auf unserem Planeten gibt. Als Beweis gelten ihnen Funde aus Ägypten, Felszeichnungen in Italien und Darstellungen mittelamerikanischer Völker, die angeblich Erinnerungen an diese Besuche sind. Anhänger der Prä-Astronautik sind davon überzeugt, dass intelligente außerirdische Wesen die Erde in der Frühzeit besuchten und die Entwicklung der Menschheit maßgeblich beeinflussten. Bestimmte Darstellungen oder Artefakte, für die es keine eindeutige Erklärung gibt oder deren Verwendung bis heute unbekannt ist, erklären sie als Erinnerung an den Besuch dieser Außerirdischen. So wurden etwa einige der sogenannten Nasca-Linien in Peru oder die prähistorischen Schleifrillen auf der Insel Malta als Relikte alter Landebahnen gedeutet und Darstellungen von Gestalten mit einer Art Helm bei den Maya oder auf Felszeichnungen in Italien als Astronauten. Eine Steinscheibe aus einem mehr als 4000 Jahre alten Grab in Ägypten wurde sogar als möglicher Raumschiffantrieb identifiziert. Für "Terra X" untersucht Harald Lesch diese angeblich brisanten Funde.