22:30
Nach seinem Sieg bei Issos 333 vor Christus zieht Alexander weiter nach Ägypten, einer strategisch wichtigen Satrapie des Perserreichs. Dort trifft er kaum auf Widerstand. Viele Ägypter empfangen Alexander als Befreier von der persischen Herrschaft. Er lässt sich als Pharao einsetzen und gründet 331 vor Christus die Stadt Alexandria, die zum politischen und kulturellen Zentrum wird. Kurz darauf reist er zum Orakel von Siwa. Die Reise zum Orakel von Siwa ist beschwerlich. Antiken Berichten zufolge wird er dort als Sohn des Gottes Zeus-Amun anerkannt. Für Alexander ist das mehr als ein religiöses Zeichen: Es stärkt seinen Anspruch auf Herrschaft. Währenddessen bereitet Persiens König Dareios III. eine letzte Entscheidungsschlacht vor, um sich Alexander erneut entgegenzustellen. Bei Gaugamela im Norden des heutigen Irak wählt er bewusst offenes Gelände und lässt es ebnen, um seine Kavallerie und die Sichelwagen - Streitwagen mit scharfen Klingen an den Rädern - optimal einsetzen zu können. Trotz zahlenmäßiger Unterzahl gelingt Alexander erneut ein Sieg, vor allem durch flexible Taktik, disziplinierte Truppen und den Einsatz seiner makedonischen Phalanx mit ihren langen Sarissen. Der Sieg öffnet Alexander den Weg ins Zentrum des Persischen Reiches. Babylon und Susa ergeben sich kampflos, während Persepolis wenig später in seine Hände fällt. Die gewaltigen Schätze der Städte sichern die Finanzierung des weiteren Feldzugs und festigen Alexanders Machtstellung. Mit nur 20 Jahren besteigt Alexander der Große den Thron Makedoniens. In einem beispiellosen Eroberungszug besiegt er das Persische Reich, gründet zahlreiche Städte und errichtet eines der größten Imperien der Antike.
23:15
Nach dem Sieg bei Gaugamela flieht Dareios III. Richtung Osten. Alexander verfolgt ihn, doch als er den persischen König einholt, ist er bereits tot. Ermordet von seinen Gefolgsleuten. Alexander bestraft die Verantwortlichen und erhebt selbst Anspruch auf das Erbe der persischen Großkönige. Aus dem Eroberer wird der König von Asien. Doch je weiter er nach Osten zieht, desto brüchiger wird seine Herrschaft. Eine Verschwörung um Philotas, einem seiner engsten Vertrauten, wird aufgedeckt. Philotas wird gefoltert, verhört und schließlich hingerichtet. Auch dessen Vater Parmenion, ein erfahrener makedonischer General, wird zum Tode verurteilt. Diese Ereignisse markieren eine Wende. Alexander handelt zunehmend misstrauisch und brutal. Seine Motive werden in historischen Quellen unterschiedlich bewertet. Gleichzeitig versucht er, seine Macht politisch zu festigen - etwa durch die Heirat mit Roxane, einer baktrischen Prinzessin. Die Verbindung nutzt er strategisch, um neue Verbündete an der Nordostgrenze seines Reiches zu gewinnen. Von dort setzt er seinen Feldzug in Richtung Punjab fort. Nach dem Sieg am Hydaspes im Jahr 326 vor Christus (im heutigen Pakistan) verweigern ihm seine erschöpften Truppen jedoch die Gefolgschaft. Sie verlangen die Rückkehr nach Makedonien und erzwingen die Umkehr. Im Jahr 323 vor Christus stirbt Alexander schließlich in Babylon. Die genaue Todesursache ist bis heute umstritten. Mit nur 20 Jahren besteigt Alexander der Große den Thron Makedoniens. In einem beispiellosen Eroberungszug besiegt er das Persische Reich, gründet zahlreiche Städte und errichtet eines der größten Imperien der Antike.
23:55
"Terra X" forscht nach den Wurzeln des modernen Europa. "Große Völker - Die Karthager" schildert die Geschichte der einflussreichsten Handelsmacht in der Antike. Die meisten Berichte über die Karthager stammen von ihren Konkurrenten - den Griechen und Römern - und sind wenig objektiv. Die Karthager gelten als verschlagene Händler und grausame Kindsmörder. Doch Forscher haben herausgefunden: Sie waren besser als ihr Ruf. Die Geschichte der Karthager setzt vor rund 3000 Jahren ein, als phönizische Siedler ihre Mutterstädte im heutigen Libanon verlassen, um im Mittelmeerraum neue Kolonien zu gründen. Sie entstehen an den Küsten Nordafrikas, auf Sizilien, Sardinien, Korsika, den Balearen und im Süden Spaniens. Die prächtigste und mächtigste aber wird Karthago - eine blühende Metropole mit einem Hafen, den damals die ganze Welt bestaunt. Dort bauen die Karthager wendige Kriegsschiffe, aber auch schnelle Segler, die sie als Expeditionsschiffe einsetzen. Auf der Suche nach weiteren Handelsplätzen - und vor allem nach wertvollen Metallen - gelangen sie über die Grenzen der damals bekannten Welt hinaus: durch die Straße von Gibraltar bis nach Westafrika und vielleicht sogar bis nach England. Wo immer sie auftauchen, werden sie berühmt und berüchtigt - mal als kunstfertig gepriesen, dann wieder als geldgierig beschimpft. Voller Neid schaut man auf die Kaufleute, die "wie Fürsten auftreten", wie es heißt. Auch sollen sie grausame religiöse Rituale pflegen, ihre Erstgeborenen töten und an speziellen Orten - den sogenannten Tophets - den Göttern opfern, um von ihrem Volk Krieg und Hungersnot abzuwenden. Davon berichten zumindest die Griechen und Römer. Lange hat man ihnen geglaubt, auch weil Funde von Kinderknochen ihre Überlieferungen gestützt haben. Aber inzwischen betrachten Forscher die Texte mit äußerster Vorsicht, denn die Karthager waren die größten Rivalen im Mittelmeerraum und womöglich Opfer von Verleumdungen. Heute tendiert man dazu, die Tophets als Begräbnisorte für tot geborene oder früh verstorbene Kinder zu sehen. 1000 Jahre lang beherrschen die Karthager als Händler die antike Welt. Dann übernimmt der Erzfeind Rom die Macht und zerstört Karthago - das Herz des phönizischen Kulturkreises. Doch da sind die Samen dieses großen Seefahrervolkes längst aufgegangen. Denn durch ihren Fernhandelsverkehr haben sie die Länder rund ums Mittelmeer zu einem Kulturraum geformt, in dem nicht nur Waren, sondern auch Ideen und Know-how frei hin- und herströmen. Sie haben die ersten Städte auf europäischem Boden gegründet - Keimzellen einer urbanen Kultur, die bis heute unser Leben prägt. Von ihnen stammt der Entdeckergeist, der Generationen nach ihnen beflügelt hat, wie Forscher erklären. Und sie liefern das nötige technische Wissen, um Schiffe für weite Fahrten über die Meere zu konstruieren. Ein Wissen, das sie zunächst an Griechen und Römer weitergeben und das sich dann in die ganze Welt verbreitet. Das Wichtigste aber, was von ihnen bleibt, ist die phönizische Schrift, die in wenigen Jahrhunderten die Welt erobert und Ursprung aller westlichen Alphabete ist.