18:45
Sexualisierte Inhalte und Pornos sind auf Social Media allgegenwärtig - auch für Kinder und Jugendliche. Was bedeutet das für sie, und wie gehen Familien mit der Übersexualisierung um? Der Film begleitet Minderjährige in ihrem Alltag und zeigt ihre Erfahrungen mit expliziten Inhalten - ob gewollt oder ungewollt. Expertinnen und Experten ordnen die Auswirkungen ein und geben verständliche Orientierung. "Generation Porno - Was unsere Kinder online sehen" erzählt die Geschichten junger Menschen - von ersten Kontakten mit pornografischen Inhalten bis hin zu den Folgen für Selbstbild, Beziehungen und Sexualität. Der Film verbindet persönliche Einblicke Jugendlicher mit wissenschaftlicher Perspektive. Auch Erwachsene werden mit der neuen digitalen Realität konfrontiert: Die Eltern von Paulina (16) erfahren erstmals, wie viele eindeutige Nachrichten ihre Tochter über TikTok und Instagram von unbekannten Erwachsenen bekommt, die sich mit ihrer Tochter treffen wollen - zum Entsetzen der Eltern. Ein pornosüchtiger Teenager berichtet, wie er der Sucht entrinnen konnte. Ein Cyber-Grooming-Opfer schildert, wie er in die Fänge eines Pädo-Kriminellen gekommen ist. Gleichzeitig zeigt die Serie, dass auch Kinder selbst Grenzen überschreiten - häufig ohne sich der Konsequenzen bewusst zu sein. "Kinder und Jugendliche glauben, im Netz wäre alles erlaubt", sagt Kriminalhauptkommissar Eric Dieden, "wir haben mittlerweile Straftäter, die acht Jahre alt sind." So entsteht ein unmittelbares und emotionales Bild einer Generation zwischen digitaler Realität, sozialem Druck und fehlender Orientierung. Expertinnen wie Sexualtherapeutin Madita Oeming, Medienpädagogin Saskia Nakari und Bildungsexpertin Silke Müller zeigen Wege im Umgang mit diesen Herausforderungen auf. Den Autoren Hannah Hartwich, Kajo Fritz und Marc Schlömer ist ein außergewöhnlicher Blick in die digitale Realität von jungen Menschen gelungen, der viele Erwachsene und vor allem Eltern alarmieren dürfte.
19:30
Jochen Breyer recherchiert, ob Social Media außer Kontrolle geraten ist - und was Plattformen und Algorithmen mit Kindern, Jugendlichen und unserer Gesellschaft machen. In einer Münchner Schule berichten Kinder schonungslos von Schlaflosigkeit, Gewaltvideos, Stress - verursacht durch Daueronlinezeit. Breyer spricht mit Ermittlern, Insidern und Betroffenen und recherchiert, wie Plattformen Inhalte steuern. Auf dem Schulhof erzählen die Schüler, dass sie zehn, elf, ja sogar 19 Stunden am Tag online sind. Ein Mädchen sagt: "Das Krasseste, was ich auf Social Media gesehen habe, sind Menschen, die sich das Leben nehmen." Digitaltrainer Daniel Wolff sagt: "Zehnjährige sehen Dinge, die Sie als erwachsener Mensch nicht ertragen. Es ist wichtig, dass wir als Gesellschaft langsam erkennen: So kann es nicht weitergehen. Wir leben in einem Notstand." Breyer trifft bei seinen Recherchen auch Holger Münch, Chef des Bundeskriminalamts. Er berichtet ihm, dass es kaum eine Radikalisierung mehr gibt, bei der Social Media keine Rolle spielt. Wie funktioniert der vom Algorithmus getriebene Hass? Und wie kontrollieren die Plattformen selbst die Inhalte? Das Team recherchiert undercover. Breyers Fazit: "Die Content-Moderation, wie wir sie erlebt haben, ist eine Farce." In vielen Ländern gibt es inzwischen Gesetze, die die Social-Media-Nutzung für Kinder und Jugendliche einschränken. Er reist in die USA. US-Präsident Trump und Vizepräsident J. D. Vance haben deutlich gemacht, dass sie die amerikanischen Tech-Plattformen schützen wollen. Breyer diskutiert mit Kongressabgeordneten und MAGA-nahen Influencern, die sagen: Eine Regulierung der Plattformen käme aus ihrer Sicht einer Zensur gleich, die die Trump-Regierung nicht hinnehmen werde. In Los Angeles trifft Breyer Menschen, die sich den Tech-Plattformen entschieden in den Weg stellen. Er spricht mit Julianna Arnold, deren Tochter Coco gestorben ist. Aus Sicht der Mutter auch deshalb, weil die Algorithmen der Plattformen ihre Tochter süchtig gemacht hätten. Und er begleitet die Anwältin Laura Marquez-Garrett zum Gericht. Verklagt wurden unter anderem Google und Meta. Der Vorwurf: Sie hätten die Social-Media-Plattformen so gebaut, dass sie süchtig machen. Eine besondere erzählerische Ebene schafft Anke Engelke: Als personifizierter Algorithmus - kühl, berechnend, allgegenwärtig - führt sie durch die Mechanismen der digitalen Welt und macht sichtbar, wie sehr der Algorithmus unser Verhalten beeinflusst.
20:15
Eine Woche nach dem Attentat in Berlin demonstrieren beim CSD in Hamburg 300.000 Menschen für Vielfalt und gleiche Rechte. Viele wollen sich nicht einschüchtern lassen. Zugleich zeigt sich die Bedrohung im Alltag: Manche queeren Paare vermeiden es aus Angst vor Anfeindungen, ihre Liebe öffentlich zu zeigen. Wie Sichtbarkeit Akzeptanz fördern kann, zeigt der Handball-Bundesligaspieler Lucas Krzikalla. Nach Jahren des Versteckens bekannte er sich im Oktober 2022 öffentlich zu seiner Homosexualität. Statt eines Shitstorms erlebte er breite Unterstützung. Die Berliner Dragqueen Barbie Breakout engagiert sich seit Jahrzehnten für queere Rechte. Sie nimmt einen gesellschaftlichen Backlash wahr: Freiheitsrechte würden zunehmend infrage gestellt, Stereotype gezielt für Kampagnen gegen Minderheiten genutzt. Auch Stephan und Mathias sorgen sich um ihre Zukunft. Das schwule Paar lebt mit seinen Zwillingen in der Nähe von Regensburg und ist seit 2025 verheiratet. Beide berichten von großer Offenheit in ihren Familien und ihrem Umfeld. Zugleich fragen sie sich, ob rechtskonservative Kräfte ihre Rechte wieder einschränken könnten - bis hin zu der Sorge, ihre Kinder zu verlieren. Sprecherin der zweiteiligen Doku-Reihe ist Schauspielerin Ulrike Folkerts (unter anderem bekannt als Kommissarin Lena Odenthal im "Tatort")
21:00
Diese Folge fragt nach den Ursachen von Queerfeindlichkeit. Sie zeigt, wie Transmenschen zur Projektionsfläche von Konflikten um Identität, Familie und Geschlechterrollen werden. Paul Ninus Naujoks erlebt die Folgen dieser Auseinandersetzungen unmittelbar. Die Dokumentation blickt in christliche Milieus, in denen Homosexualität lange als Sünde galt. Zugleich begleitet sie die Pastorinnen Steffi und Ellen Radtke, die innerhalb der Kirche einen geschützten Raum für queere Menschen geschaffen haben. In der von der Frauenrechtlerin Seyran Ates mitbegründeten Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin sind queere Musliminnen und Muslime ausdrücklich willkommen. Tugay Saraç bewegte sich nach eigener Aussage lange im Umfeld von Islamisten. Heute lebt er als queerer Muslim und erhält Morddrohungen. Carlos dos Reis floh aus Venezuela. Er berichtet, dass seine Homosexualität selbst in seiner Familie als Krankheit angesehen worden sei und seine Mutter ihn einer Konversionstherapie habe unterziehen wollen. In Deutschland lebt er offen queer und nimmt mit einer Gruppe queerer Migrantinnen und Migranten am CSD in Dresden teil. Dort erlebt er den politischen Konflikt um den Versammlungsstatus der CSD-Parade. Erst eine erfolgreiche Klage der Veranstalter ermöglicht die Demonstration. Beim CSD in Berlin erleben mehrere Protagonistinnen und Protagonisten den Angriff unmittelbar mit, darunter Carlos dos Reis und Barbie Breakout. Wenige Tage später geht Paul Ninus Naujoks beim CSD in Hamburg erneut auf die Straße: "Jetzt erst recht!" "Feindbild Queer" erzählt von Menschen, die sich ihre Sichtbarkeit nicht nehmen lassen wollen. Die beiden Dokumentationen zeigen, wie aus Angst Entschlossenheit entstehen kann, und fragt, ob sich eine offene Gesellschaft einschüchtern lässt oder ihre Freiheit selbstbewusst verteidigt. Sprecherin der zweiteiligen Doku-Reihe ist Schauspielerin Ulrike Folkerts (unter anderem bekannt als Kommissarin Lena Odenthal im "Tatort").
21:40
Jeden dritten Tag bringt ein Mann in Deutschland seine Partnerin oder Ex-Partnerin um. Femizid wird die Ermordung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts genannt. In den Medien werden die Taten häufig als "Familiendrama" verharmlost. Eine ausführliche Berichterstattung findet vor allem über sogenannte Ehrenmorde als migrantisches Problem statt. Gewalt gegen Frauen betrifft jedoch alle gesellschaftlichen Gruppen. In der Dokumentation kommen Frauen zu Wort, die selbst physische, psychische, ökonomische und strukturelle Gewalt erlebt haben, und Frauen, die Femizide in ihrem unmittelbaren Umfeld erfahren mussten. Seit 2018 ist Deutschland zur Umsetzung der Istanbul-Konvention verpflichtet - einem Abkommen, das Mädchen und Frauen vor Gewalt schützen soll. Neben dem Ausbau von finanziellen, juristischen und psychologischen Unterstu?tzungsangeboten fu?r Frauen sieht die Istanbul-Konvention auch einen fla?chendeckenden Ausbau von Gewaltschutzambulanzen, Ta?ter-Selbsthilfegruppen und Frauenha?usern vor. Mit der Umsetzung geht es in Deutschland nur schleppend voran. Es fehlen aktuell 14.200 Frauenhaus-Pla?tze. Wie ko?nnen Frauen in Deutschland vor gewaltta?tigen Ma?nnern geschu?tzt werden? Die Antwort liegt mo?glicherweise in Spanien. 2004 wurde ein europaweit bisher einzigartiges Gesetz zur Pra?vention und Beseitigung von geschlechtsspezifischer Gewalt erlassen. Der Schutz von Frauen gilt in Spanien als "Staatsaufgabe mit hoher Priorita?t". Der Soziologe und Psychologe Santiago Boria Sarto erkla?rt, was Deutschland im Kampf gegen Femizide und Frauenhass von Spanien lernen kann.
22:25
Fast ein Jahrzehnt lang setzt Dominique Pelicot seine Ehefrau Gisèle immer wieder unter Drogen, vergewaltigt sie und bietet sie in diesem Zustand anderen Männern zum Missbrauch an. Ans Licht kommen die Verbrechen nur zufällig: Dominique Pelicot wird 2020 festgenommen, weil er Frauen im Supermarkt unter den Rock gefilmt hat. Bei der Durchsuchung seines Computers finden Ermittler Videos und Fotos, die den Missbrauch seiner Frau dokumentieren. Das "Monster von Mazan", wie ihn die französische Presse nennt, führt bis zur Aufdeckung seiner Taten ein unauffälliges Leben. Er ist fast 50 Jahre mit seiner Frau Gisèle verheiratet, Vater und Großvater. Als die Ermittler Gisèle Pelicot über die Taten informieren, bricht für sie eine Welt zusammen. Dominique Pelicot wird mit dem belastenden Material konfrontiert - und gesteht. Neben Pelicot werden 50 weitere Täter ermittelt. Die meisten weisen jede Schuld von sich. Dies ist der Auftakt zu weiteren Ermittlungen, in denen Dominique Pelicot mit weiteren Taten in Verbindung gebracht wird - darunter eine versuchte Vergewaltigung und sogar ein Mord. Die Dokumentation beleuchtet den Fall Pelicot bis zur Urteilsverkündung im Jahr 2024. Journalistinnen und Journalisten, Pelicots Anwältin und eine Opferanwältin zeichnen die Ereignisse nach und geben Einblick in einen Fall, der über die Grenzen Frankreichs hinaus betroffen macht.
23:25
Die E-Mails von Jeffrey Epstein zeigen, wie er selbst als verurteilter Sexualstraftäter sein Netzwerk aus Stars, Politikern und Milliardären ausbauen konnte. Tausende Originalnachrichten von und an Jeffrey Epstein sind mit den "Epstein-Files" öffentlich geworden - ein einzigartiger, bislang beispielloser Einblick in das Kommunikationsverhalten eines Mannes, dessen Macht und Einfluss weiterhin Rätsel aufgeben. Der Film "In Jeffrey Epsteins E-Mail-Postfach" aus der ZDF-Sendereihe "Die Spur" zeigt, wie der Sexualstraftäter Epstein unmittelbar nach seiner Entlassung aus der Haft 2009 damit beginnt, seine Kontakte systematisch zu reaktivieren. Bereits am Morgen seines ersten Tages in Freiheit verschickt er die vielsagende Nachricht "free and home" an wichtige Weggefährten - ein Testlauf: Wer steht trotz seiner Verurteilung weiterhin zu ihm? Die Reaktionen fallen eindeutig aus. Zahlreiche Bekannte, darunter einflussreiche Politiker, Unternehmer und internationale Eliten, bejubeln seine Rückkehr. Die Dokumentation zeigt, wie erstaunlich schnell Epstein sich wieder in vertrauten Kreisen bewegte - obwohl er der Öffentlichkeit als Sexualstraftäter bekannt war. Durch die E-Mails lässt sich erstmals detailliert nachvollziehen, wie Epstein neue Kontakte knüpfte, bestehende Beziehungen pflegte und aktiv an seinem öffentlichen Image arbeitete. Besonders brisant: Nachrichten, in denen er gemeinsam mit engen Vertrauten Strategien entwickelt, um negative Suchergebnisse im Internet zu beeinflussen oder seinen Wikipedia-Eintrag umzuschreiben. Die Doku zeigt anhand realer Schriftwechsel, mit welchen Mitteln versucht wurde, das Bild eines "Philanthropen" an die Stelle des Sexualstraftäters zu setzen. Expertinnen und Experten erklären, warum Epsteins System so lange funktionierte, welche Rolle Loyalität, Abhängigkeiten und gegenseitige Gefälligkeiten spielten - und weshalb mächtige Personen trotz der Vorwürfe an der Beziehung zu Epstein festhielten. Die Mails offenbaren ein Milieu, in dem Nähe zu einem Sexualstraftäter als wertvoller Zugang zur Welt der Reichen und Einflussreichen galt - und in dem moralische Bedenken für viele offenbar zweitrangig waren.
23:55
Wer sind die Frauen, die zu Opfern von Jeffrey Epsteins System sexueller Ausbeutung wurden - und die ihr Schweigen brechen, um zur Aufklärung beizutragen? Betroffene, Anwälte, Journalisten und Politiker schildern den mühsamen Kampf gegen ein Netzwerk aus Macht und Missbrauch, dessen Ausmaß sich mit der Veröffentlichung der "Epstein Files" immer weiter offenbart. Die Dokumentation beleuchtet, wie der US-Multimillionär Epstein über Jahre ein Netzwerk aufbauen konnte, über das mutmaßlich eine Vielzahl von jungen Frauen, teils Teenager, missbraucht wurden. Zwei ehemalige Opfer erzählen, wie sie angeworben wurden und mit welchen Folgen sie über Jahre zu kämpfen hatten. Anwälte und Journalisten berichten von den Widerständen, Fortschritten und Rückschlägen bei der Aufklärung eines Falls, in den bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft verwickelt sind - und dessen Aufarbeitung auch nach dem Tod Epsteins die Öffentlichkeit weit über die USA hinaus beschäftigt. Zuletzt sorgt die Veröffentlichung der "Epstein Files" durch das US-Justizministerium, um die Kongressabgeordnete beider Parteien gerungen hatten, für neue Dynamik. Hatte US-Präsident Trump während seines Wahlkampfs noch für die Herausgabe plädiert, warf seine Zurückhaltung nach Amtsantritt Fragen nach einer eigenen Rolle im Fall Epstein auf und irritierte Teile seiner Basis. Wenngleich die Veröffentlichung bereits weitreichende Folgen hatte, sehen Insider noch Potenzial für weitere Enthüllungen.