Jetzt 20:15 22:30
Zeit auswählen
Datum auswählen
Mo Di Mi Do Fr Sa So 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15

TV Programm für ZDFinfo am 02.02.2026

Jetzt

Aufgeklärt - Spektakuläre Kriminalfälle 22:30

Aufgeklärt - Spektakuläre Kriminalfälle: Tod einer Pfarrersfrau

Recht und Kriminalität

Braunschweig 1997: Die Pfarrersfrau Veronika G. wird tot aufgefunden. Schon früh verdächtigt die Polizei ihren Ehemann. Doch Beweise fehlen - und der beliebte Pastor beteuert seine Unschuld. In der kleinen Gemeinde Beienrode will keiner glauben, dass Pastor Klaus G. - aktiv in der Friedensbewegung - seine Frau erschlagen haben könnte. Doch die Ermittler finden immer mehr Indizien, die das tadellose Image und auch das Alibi des Pfarrers zum Wackeln bringen. Das Pastorenpaar ist nicht nur in seiner Gemeinde sehr geschätzt und bekannt. Die beiden engagieren sich auch über die Region hinaus in der Friedensbewegung und der "Aktion Sühnezeichen". Doch nach dem grausamen Tod von Veronika Geyer schauen sich die Ermittler das Alibi des Pastors und das Verhältnis zu seiner Frau genauer an. 25. Juli 1997: Pastor Geyer sucht am Tag des Verschwindens seiner Frau in Braunschweig nach ihr und wird dabei auch gesehen. Kurz darauf meldet er sie als vermisst. Das Alibi des Pastors scheint auf den ersten Blick wasserdicht. Doch die Polizei erfährt, dass er in der Nacht des Verschwindens seiner Frau eine Geliebte zu Besuch hatte. Stand es um die Ehe der beiden schlechter als gedacht? Die Ermittlungen offenbaren nach und nach mehrere Seitensprünge und Liebschaften des Pastors. Hinzu kommt: Zeugen sagen aus, den Pastor in der Nähe des Leichenfundortes gesehen zu haben. In seinem Kofferraum werden Gummistiefel mit Erdanhaftungen von dort und ein Brecheisen gefunden. Eine mögliche Tatwaffe? Alles Indizien - doch ein Beweis fehlt. Klaus Geyer bestreitet vehement, seine Frau erschlagen zu haben. Am 2. Februar 1998 beginnt in Braunschweig der aufsehenerregende Prozess gegen den Pastor. Ein wahres Verbrechen - noch einmal aufgerollt von der Psychologin Katinka Keckeis und dem Profiler Axel Petermann. Was macht den einen zum Täter, den anderen zum Opfer? Die Doku-Reihe erzählt bei großen Kriminalfällen der deutschen Historie parallel die Geschichten von Tätern und Opfern.

Danach

Aufgeklärt - Spektakuläre Kriminalfälle 23:10

Aufgeklärt - Spektakuläre Kriminalfälle: Der LKW-Mörder

Recht und Kriminalität

Spanien 2006. Eine Prostituierte wird ermordet. Die Spur führt zu einem deutschen Lkw-Fahrer, der schon als Jugendlicher wegen gefährlicher Angriffe auf zwei Frauen verurteilt wurde. Die Polizei enthüllt nach und nach die Geschichte eines Serienkillers. Volker E. tötete mindestens sieben Prostituierte in mehreren Ländern Europas. Alle Morde weisen ein gemeinsames Merkmal auf: Der Täter nimmt abgeschnittene Haarsträhnen seiner Opfer als Trophäe. In den Vernehmungen gesteht Volker E. überraschend, schon in jungen Jahren zum ersten Mal getötet zu haben. 1974 ermordet er im sächsischen Plauen eine 14-jährige Mitschülerin - weil er den unzähmbaren Drang verspürt, in ihren Haaren zu wühlen. Es gelingt ihm, den Tod des Mädchens als Suizid zu tarnen. Aber die seltsame Obsession begleitet und treibt ihn. 1994 hat Volker E. eine zwölfjährige Haftstrafe wegen zwei gefährlicher Angriffe auf Frauen verbüßt - und beginnt danach seine Mordserie. Als Lkw-Fahrer ist er in ganz Europa unterwegs, und immer wählt er als Opfer Prostituierte, deren Verschwinden nicht sofort auffällt. Kurz vor seinem Prozess 2007 erhängt sich Volker E. in seiner Zelle. Wie viele Frauen er tatsächlich auf dem Gewissen hat, bleibt ungeklärt. In der Crime-Reihe "Aufgeklärt" rekonstruieren die Psychologin Katinka Keckeis und der Profiler Axel Petermann spektakuläre Kriminalfälle.

Aufgeklärt - Spektakuläre Kriminalfälle 23:55

Aufgeklärt - Spektakuläre Kriminalfälle: Der Klinik-Killer

Recht und Kriminalität

Er ist verantwortlich für eine beispiellose Mordserie: Krankenpfleger Niels H. Mindestens 85 Menschen sterben, weil er Herr über Leben und Tod spielt. Niels H. ist süchtig nach Aufmerksamkeit. Er verabreicht Patienten lebensbedrohliche Medikamente, um sie dann zu reanimieren. Eine Vielzahl überlebt nicht und fällt dem "Todespfleger" zum Opfer. 2018 erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn. 2005 lässt ein Vorfall die tödlichen Machenschaften des Krankenpflegers auffliegen. Ein Patient, der eigentlich auf dem Weg der Besserung ist, muss plötzlich reanimiert werden. Eine Krankenschwester wird misstrauisch und nimmt dem Patienten nach der gelungenen Reanimation Blut ab. Darin findet sich das hochgefährliche Medikament Gilurytmal, welches der Patient gar nicht verschrieben bekommen hatte. Niels H. hatte es ihm verabreicht. Nachdem der Patient einen Tag später stirbt, wird der Pfleger überführt. Und ein schrecklicher Verdacht keimt auf: Hat Niels H. möglicherweise nicht zum ersten Mal getötet? Im Laufe der Jahre kommt die Polizei einer beispiellosen Mordserie auf die Spur. Offenbar bringt der Krankenpfleger jahrelang Patienten in lebensbedrohliche Situationen - nur, um sie anschließend reanimieren zu können. Weil er die Bewunderung von Ärzten und Kollegen braucht - und weil er es genießt, Herr über Leben und Tod zu sein. Der Profiler Axel Petermann und die Psychologin Katinka Keckeis rekonstruieren den spektakulären Kriminalfall. Sie treffen Ermittler und Angehörige der Opfer. Und sie gehen der Frage nach, wie viele Menschen Niels H. wirklich auf dem Gewissen hat.

heute journal 00:40

heute journal

Nachrichten

Informativ, hintergründig, analytisch: die Nachrichten des Tages aus Deutschland und der Welt. Mit Berichten, Reportagen und Interviews aus Politik, Gesellschaft und Kultur.

Soldaten im Knast 01:10

Soldaten im Knast: Freigang, Sex, Fahnenflucht

Recht und Kriminalität

Sexualstraftäter haben einen schweren Stand im MCTC - auch ihre Mitgefangenen haben Frauen und Töchter. Kann Häftling Koro ihnen und dem Personal beweisen, dass er seine Tat ernsthaft bereut? Zwei Deserteure, die jahrelang auf der Flucht waren, warten nach ihrer Festnahme auf ihre Militärgerichtsverfahren. Wird ihr Hoffen auf eine milde Bestrafung erhört, oder bekommen sie die volle Wucht des Gesetzes zu spüren? Und Sergeant McHenry hat einen ungewöhnlichen Plan für den jährlichen Pace-Sticking-Wettbewerb der Militärpolizei-Brigade: Er will mit einem Team antreten, zu dem auch zwei Häftlinge gehören. Können die beiden beweisen, dass sie trotz ihrer Vergehen nicht nur gute, sondern hervorragende Soldaten sind? Das Armeegefängnis MCTC im britischen Colchester ist keine gewöhnliche Haftanstalt. Die Insassen: Soldaten. Dort können sie sich beweisen. Wer hat das Zeug, in der Armee zu bleiben, und wer muss am Haftende gehen?

Soldaten im Knast 01:50

Soldaten im Knast: Gewalt, Frust, Sucht

Recht und Kriminalität

Das Personal im Armeegefängnis MCTC hat es mit schwierigen Fällen zu tun: einem notorischen Trinker, einem Schläger und einem frustrierten Koch, der seine Aggressionen an Kameraden auslässt. Trunkenheit im Dienst ist oft ein Problem, aber Ben Johnson konnte nicht einmal im Kampfeinsatz die Finger vom Alkohol lassen. Declan Jones legt sich ständig mit dem Personal an, und Travis Norbert hat keine Lust mehr auf seinen Alltag bei der Army. Johnson sträubt sich, seine Alkoholsucht als Problem zu sehen. Bekommt er sie in den Griff, und kann er zurück zur Truppe, oder ist er ein zu großes Risiko für seine Kameraden? Travis Norberts Begeisterung für den Dienst soll durch Spezialkurse wie Häusernahkampf wieder geweckt werden. Declan Jones weiß, dass er aus der Army geworfen wird und nimmt Disziplin und Befehle deshalb nicht ernst. Kann Sergeant McHenry ihn so weit auf das Zivilleben vorbereiten, dass er nicht sofort wieder Ärger bekommt? Das Armeegefängnis MCTC im britischen Colchester ist keine gewöhnliche Haftanstalt. Die Insassen: Soldaten. Dort können sie sich beweisen. Wer hat das Zeug, in der Armee zu bleiben, und wer muss am Haftende gehen?

Soldaten im Knast 02:35

Soldaten im Knast: Handys, Drill, Deserteure

Recht und Kriminalität

Militärische Ausbildung ist teuer. Deshalb wäre es unklug, jeden verurteilten Soldaten aus der Armee zu entlassen. Doch was, wenn die Verurteilten nicht mehr beim Militär bleiben wollen? Jacob Morris hat sich unerlaubt von der Truppe entfernt, Reece Wood sitzt eine Strafe wegen Betrugs ab. Beide sind sich sicher: Die Armee ist nichts für sie. Zwei schwierige Fälle für die Ausbilder am Armeegefängnis MCTC. Lassen sich die Männer überzeugen, dass das Militärleben ihnen durchaus etwas zu bieten hat und womöglich nicht die Ursache, sondern sogar eine mögliche Lösung ihrer Probleme ist? Das Personal muss die Unterkünfte auf den Kopf stellen, auf der Suche nach einem eingeschmuggelten Mobiltelefon. Einer der Häftlinge soll damit seine Ex-Freundin belästigt haben. Das Armeegefängnis MCTC im britischen Colchester ist keine gewöhnliche Haftanstalt. Die Insassen: Soldaten. Dort können sie sich beweisen. Wer hat das Zeug, in der Armee zu bleiben, und wer muss am Haftende gehen?

Knast in Deutschland 03:15

Knast in Deutschland: Jung, weiblich, kriminell

Gesellschaft und Soziales

Jung, weiblich, straffällig - was bedeutet die Haft für junge Frauen? Die Doku begleitet sie im Jugendvollzug - zwischen Alltag und dem Wunsch nach Veränderung. Nur rund vier Prozent der Inhaftierten im Jugendstrafvollzug sind weiblich. Die Doku zeigt den Alltag der 16- bis 21-Jährigen zwischen Schule, Kontrollen und Zukunftsplänen - und gibt seltene Einblicke in das Innenleben des weiblichen Jugendstrafvollzugs. In der JVA Zweibrücken und der JVA für Frauen in Berlin-Lichtenberg leben junge Frauen zwischen 16 und 21 Jahren, die zum Teil schwere Straftaten begangen haben. Die Dokumentation begleitet sie durch einen Alltag, der wenig mit ihrem Leben draußen gemein hat - geprägt von festen Abläufen, klaren Regeln und Kontrolle. Samira sitzt in der JVA für Frauen Berlin-Lichtenberg. Am Anfang wollte sie nur raus. "Die ersten Monate waren sehr, sehr schwer. Ich hab lange gebraucht, um mich hier einzugewöhnen." Der Verlust der Freiheit traf sie hart - besonders der Kontakt zu ihrer Familie und ihrem Freund fehlt ihr. Ohne Handy und Social Media sind Telefonate aus dem Haftraum ihr einziger Kontakt nach draußen. In der JVA Zweibrücken geben sich die Zwillingsschwestern Anna und Emmi gegenseitig Halt. Anna wurde zuerst inhaftiert, fast zwei Jahre später folgte Emmi. Draußen fehlte beiden jede Struktur: "Ich bin morgens erst nach Hause gekommen und hab dann bis 16.00 Uhr geschlafen. Hab Scheiße gebaut", sagt Emmi. Jetzt arbeiten sie regelmäßig, erleben erstmals einen geregelten Alltag - mit festen Zeiten, Aufgaben und klaren Grenzen. Neben den jungen Frauen kommen die Justizvollzugsbeamtinnen Renate Render und Sabine Eckert zu Wort. Sie sprechen über Nähe und Distanz und das tägliche Ringen um Struktur, Sicherheit und Erziehung. Denn Streit, Drogenspürhunde und Suchterkrankungen gehören ebenso zum Gefängnisalltag wie Kochabende, Sport und erste Liebesgeschichten. "Knast in Deutschland" zeigt das Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Entwicklung, zwischen Abschottung und Zusammenhalt - und lässt diejenigen zu Wort kommen, die meist nur eine Randnotiz in den Strafvollzugsstatistiken sind und oft übersehen werden.

Knast in Deutschland 04:05

Knast in Deutschland: Frauen, Gitter, Hoffnung

Gesellschaft und Soziales

Wenn Frauen in Haft kommen, verlieren sie oft mehr als ihre Freiheit. Der Kontakt zur Familie bricht ab. Doch in der JVA Frankfurt III gibt es für einige eine Chance auf einen Neuanfang. Nur etwa sechs Prozent der Inhaftierten in Deutschland sind Frauen. Viele sind suchtkrank oder traumatisiert. Die JVA Frankfurt III ist eine der größten Frauenhaftanstalten des Landes und bietet alle Haftarten, von kurzen Strafen bis zur lebenslangen Haft. "Wir kommen mit allen Straftaten in Kontakt", sagt Justizvollzugsbeamtin Reetz. Doch hinter jeder Strafakte steckt eine individuelle Geschichte. Lisa M. zum Beispiel. Die 33-Jährige ist drogenabhängig und sitzt unter anderem wegen Betrugs und Diebstahl in Haft. Ihre drei Töchter sieht sie seit Jahren nicht. Im Gefängnis macht sie eine Ausbildung in der Systemgastronomie - eine Chance für einen Neustart. Doch der Alltag bleibt hart: Haftraumkontrollen, feste Abläufe, die Trennung von der Familie. Regine S. kennt dieses Leben. Die 49-Jährige ist ebenfalls drogenabhängig, zum zweiten Mal in der JVA inhaftiert und mittlerweile clean: "Ich hoffe, dass mir die Leute draußen noch mal eine Chance geben." Für Mütter, die ihre Kinder mit in den Vollzug bringen, gibt es in Frankfurt ein Mutter-Kind-Heim. Im geschlossenen Bereich können Kinder bis zu drei Jahren mit ihren Müttern zusammenleben. Auch Katarina A. lebt dort mit ihrem Baby. Ihr Kind kam während ihrer Haft per Kaiserschnitt zur Welt. "Mein Mann durfte nicht bei der Geburt dabei sein, stattdessen waren Justizbeamte im Raum", erzählt sie. Während ihr Neugeborenes mit ihr in Haft ist, wachsen ihre älteren Kinder beim Vater auf. "Mein großer Sohn weiß, wo ich bin. Der Kleine denkt, ich bin in einer Therapieeinrichtung." Neben dem Alltag der Inhaftierten beleuchtet die Dokumentation auch die Arbeit der Justizvollzugsbeamten und Sozialarbeiter. In Frankfurt kümmern sich rund 170 Mitarbeitende um die Inhaftierten. Sozialarbeiterin Marjorie Schol arbeitet mit Frauen, die schwere Gewaltverbrechen begangen haben. "Es ist wichtig, die Frauen in ihren Geschichten ernst zu nehmen - aber auch ihre Verantwortung nicht aus den Augen zu verlieren." Die Dokumentation zeigt die Herausforderungen, Ängste und Hoffnungen der Frauen hinter Gittern. Ein Blick auf ein Leben, das für viele nicht vor, sondern erst in der Haft wirklich beginnt.

Knast in Deutschland 04:50

Knast in Deutschland: Gewalttäter im Fokus

Gesellschaft und Soziales

Der Strafvollzug sieht für Schwerstkriminelle wie Mörder und Vergewaltiger Therapien und Deradikalisierungsprogramme vor, in der Hoffnung, dass sie danach weniger gefährlich sind. Auch politisch oder religiös motivierte Straftäter sind "tickende Zeitbomben" mit hohem Rückfallrisiko. Viele werden im Knast noch radikaler oder sind ohne Einsicht in ihre Taten. ZDFinfo zeigt, was hinter Gittern mit diesen gefährlichen Straftätern passiert. "Ich bin pädophil", bekennt Tim D. Der 28-Jährige ist verurteilter Sexualstraftäter und zum vierten Mal in Haft. Diesmal verbüßt er eine mehrjährige Haftstrafe für den Besitz von Kinderpornografie. Bereits als 13-Jähriger war er auffällig und bekennt freimütig: "Kleine Mädchen erregen mich sexuell." Zusammen mit 33 anderen Gewaltstraftätern ist er im Hafthaus 1 in der sogenannten Sozialtherapie der JVA Aachen inhaftiert. Einige haben Mord oder Totschlag begangen, die Mehrzahl sind aber Sexualstraftäter. "Es ist die Intensivstation der Therapie", erklärt eine Therapeutin der Abteilung. Eine offene Wohngruppe, zwei Flure, auf denen sich die Gewaltstraftäter frei bewegen können. Eine abgeschirmte Welt innerhalb des Gefängnisses. Aus gutem Grund, denn Sexualstraftäter sind im Knast die unterste Kategorie, erleben viel Gewalt der Mithäftlinge, so wie Tim D. "In der letzten Haft wurden mir von einem Mithäftling die Zähne eingeschlagen." Dort haben die Gewaltstraftäter einen geschützten Raum und mehrmals die Woche Gruppen- und Einzeltherapie. "Therapie ist harte Arbeit", erklärt die Therapeutin, denn die Straftäter müssen ihre monströsen Taten und Abgründe verstehen und sich verändern wollen. Ändern will auch die JVA Dieburg in Hessen Inhaftierte. Dort setzt man auf NeDis, ein Deradikalisierungsprojekt für Straftäter, die rechts- oder linksradikale oder islamistisch motivierte Straftaten begangen haben. Auch Reichsbürger, die im Knast landen, werden damit ins Visier genommen. Yassin L. hat in seiner Jugendhaft erlebt, wie schnell junge Männer wie er hinter Gittern auf Hassprediger reinfallen und radikalisiert werden. Heute will er davon nichts mehr wissen und vertraut in seiner zweiten Haft auf den Imam der JVA Dieburg. Der ist eine Art Seelsorger für muslimische Gefangene, radikalen Ansichten setzt er etwas entgegen, prüft Koranschriften und merkt bei der wöchentlichen Teestunde mit Freitagsgebet, wenn Gefangene radikale Ansichten entwickeln. Um diese Netzwerke im Gefängnis zu erkennen, sind auch spezialisierte Beamte, sogenannte Strukturbeobachter, im Einsatz. Wie ein Puzzle setzen sie Beobachtungen zusammen: Wer spricht mit wem, welche Außenkontakte hat der Gefangene, verhält sich der Häftling plötzlich merkwürdig, oder hat er seine Zelle verändert? All das hat der Strafvollzug im Blick.