19:30
In Floridas Küstenstadt treffen Rennsport, Bikertradition und spektakuläre Shows aufeinander: Sie ist regelmäßig Schauplatz von Großevents und teils skurrilen Wettkämpfen. Allein die Bike Week zieht jedes Frühjahr rund eine halbe Million Besucher an. Motorradfahrer und ihre Maschinen bestimmen dann das Stadtbild. Es wird ausgiebig gefeiert, und Motorradhändler machen gute Geschäfte. Doch nicht nur Bike-Fans kommen auf ihre Kosten. Am Strand von Daytona Beach findet der größte nationale Wettbewerb für College-Cheerleading in den USA statt. Für viele der studentischen Athletinnen und Athleten bedeutet dieses Event mehr als nur eine weitere Meisterschaft: Es ist der Höhepunkt ihres Jahres, oft verbunden mit langer Vorbereitung und persönlichen Comebacks, zum Beispiel nach einer Verletzung. Denn die Choreografien sind ebenso waghalsig wie gefährlich. Die Sieger rennen traditionsgemäß direkt in den Atlantik - glücklich und völlig erschöpft. Weiter südlich von Daytona Beach erwartet das Publikum ein ganz anderes Spektakel: das legendäre "Coleslaw Wrestling", auf Deutsch "Krautsalat-Ringen" - seit Jahren absoluter Kult. Die Teilnehmerinnen steigen auf eine Fläche voller Krautsalat und Öl und liefern der johlenden Menge eine Mischung aus Wettkampf, Show und Spaß. Der Gewinnerin winkt eine Geldprämie. Noch weiter draußen, im Vorort Spruce Creek, dreht sich alles ums Fliegen. In den Garagen des rund 5000 Einwohner zählenden Ortes stehen meist keine dicken Autos, sondern Privatflugzeuge. Und an der Tankstelle stauen sich Flieger wie andernorts Autos im Berufsverkehr. Statt Ampeln regeln Funkgeräte den Vortritt, alles organisiert von der Flieger-Community selbst. Extravaganz und Exzess: In Daytona Beach liegen sie nah beieinander.
20:15
Vom Spross der einflussreichen Kennedy-Dynastie zum politischen Außenseiter: Robert F. Kennedy Jr. ist das schwarze Schaf des demokratischen Clans. Heute steht er an der Seite von Donald Trump. RFK Jr. wächst privilegiert auf. Doch sein Leben ist bereits in jungen Jahren von Tragödien und Skandalen geprägt: die Attentate auf seinen Onkel JFK und seinen Vater Robert, Drogensucht, der Tod seines Bruders David durch eine Überdosis und der Suizid seiner Frau. Der erste Teil der zweiteiligen Dokumentation beleuchtet die ersten Jahrzehnte des Lebens von Robert F. Kennedy Jr., das in einem ständigen Spannungsverhältnis steht: zwischen Privilegien und Erwartungen, Rampenlicht und Einsamkeit, Vorbild und Außenseiter. RFK Jr. wächst als eines von elf Kindern in einer der berühmtesten Familien der westlichen Welt auf. Schon früh ist sein Leben geprägt von öffentlicher Aufmerksamkeit, Erwartungen und Privilegien einerseits - und Tragödien andererseits. Nach der Ermordung seines Vaters 1968 durchläuft der junge Robert mehrere Privatschulen - doch er entwickelt eine schwere Drogensucht. Heroin, Kokain, LSD und Marihuana - RFK Jr. nimmt es über viele Jahre nicht nur selbst, sondern stellt es nach Angaben seiner Cousine Caroline Kennedy auch seinen Familienmitgliedern ständig zur Verfügung. Trotz allem stürzt er nicht ab und studiert schließlich an der renommierten Harvard-Universität. Sein Familienname ist nicht nur die Eintrittskarte zur Eliteuniversität, er wird später auch zum Freischein, als sein Kokainkonsum öffentlich wird. RFK Jr. muss nicht ins Gefängnis, sondern wird zu Bewährung, Sozialarbeit und Therapie verurteilt. Mit Ende 20 - nach Erfüllung der Auflagen - wird er zum angesehenen Umweltschützer, heiratet erneut und bekommt mit Mary Richardson vier Kinder. Als Anwalt geht er gegen große Chemiekonzerne vor. Doch erneut gerät er auf Abwege. Das Bild vom perfekten Kennedy-Erben wird zerstört, als seine Sexsucht und seine vielen Affären ans Licht kommen. Seine Frau nimmt sich nach der Trennung von Robert das Leben. RFK Jr. zieht schließlich von der Ostküste der USA nach Kalifornien, bricht mit seiner Familie, verstrickt sich zunehmend in Verschwörungserzählungen und positioniert sich als politischen Außenseiter. Als neue Galionsfigur der Impfgegner nutzt er das populistische Momentum der Covid-Pandemie. Die zweiteilige Dokumentation erzählt die Geschichte des Aufstiegs von Robert F. Kennedy Jr. - wie ein Spross der Kennedy-Dynastie zum umstrittenen politischen Außenseiter wurde.
21:05
Robert F. Kennedy Jr. wird zu einer polarisierenden Figur in der amerikanischen Öffentlichkeit. Er verbreitet Verschwörungstheorien und wird zum schwarzen Schaf der Kennedys. Dabei bricht er mit seiner Familie und der Demokratischen Partei, wird zum Gesicht der sogenannten MAHA-Bewegung und 2025 schließlich zum US-Gesundheitsminister in der neuen Trump-Regierung. In den Augen seiner Kritiker für die Gesundheitspolitik eine Katastrophe. Nach einer Jugend voller Verluste, Skandale und persönlicher Krisen schlägt Robert F. Kennedy Jr. seinen eigenen Weg ein. Als Anwalt engagiert er sich für Umwelt- und Gesundheitsthemen. Er nutzt seinen bekannten Namen, um auf Missstände aufmerksam zu machen, und wird zugleich zu einer polarisierenden Figur in der amerikanischen Öffentlichkeit. Immer wieder vertritt er wissenschaftlich umstrittene oder längst widerlegte Behauptungen und kritisiert staatliche Institutionen. Statt in die Fußstapfen der traditionell demokratischen Kennedys zu treten, gibt RFK Jr. 2023 auf einer Kundgebung in Philadelphia offiziell bekannt, dass er seine Kandidatur für die Demokratische Partei beendet. Bei den US-Wahlen 2024 tritt er zunächst als unabhängiger Kandidat an. Ohne realistische Chancen auf einen Wahlsieg erklärt er schließlich seinen Rückzug aus dem Wahlkampf und seine Unterstützung für Donald Trump im Rennen gegen Kamala Harris. Der zweite Teil der Dokumentation beleuchtet den politischen Aufstieg von Robert F. Kennedy - vom Verschwörungstheoretiker und Impfskeptiker zum Gesicht der "Make America Healthy Again"-Bewegung und schließlich zum US-Gesundheitsminister. Seine Unterstützer sehen in ihm einen unbequemen Wahrheitsfinder, der sich um die Gesundheit der Amerikaner sorgt. Für seine Kritiker ist RFK Jr. weniger ein engagierter Aktivist, sondern vielmehr ein umstrittener Akteur, der vor allem in seiner Rolle als US-Gesundheitsminister großen Schaden anrichtet. Die zweiteilige Dokumentation erzählt die Geschichte des kontroversen Aufstiegs von Robert F. Kennedy Jr. - wie ein Spross der Kennedy-Dynastie zum umstrittenen politischen Außenseiter wurde.
22:00
Führt der russische Geheimdienst eine Akte über US-Präsident Donald Trump? Welchen Stellenwert nehmen Russlands Interessen in der amerikanischen Außenpolitik ein? Gibt es eine Verbindung? Fakt ist: Donald Trump pflegt schon seit Jahrzehnten Beziehungen zu Russland. Ex-KGB-Spione sowie Mitarbeiter von FBI und CIA geben Einblicke in die Welt der Spionage, die Zeit des Kalten Krieges und in Trumps weitverzweigtes Netz von Verbindungen nach Russland. Während des Kalten Krieges infiltrieren zahlreiche russische Geheimagenten verschiedenste politische und wirtschaftliche Organisationen in den USA. Neben Industriespionage steht auch die Annäherung an wichtige politische Einflussnehmer im Vordergrund der Missionen. Trumps Verbindungen nach Russland reichen bis in diese Zeit zurück. 1987 reist er mit seiner damaligen Frau Ivana erstmals nach Moskau, um dort einen Deal zum Bau eines Luxushotels auszuhandeln. Nach seiner Rückkehr macht er mit einem ganzseitigen offenen Brief in drei großen US-amerikanischen Tageszeitungen auf sich aufmerksam, in dem er Russlands Sicht auf die NATO vertritt. Semjon Mogilewitsch, der Boss der Bosse der russischen Mafia, ist einer der ersten Investoren des New Yorker Trump Tower. Diverse russische Geschäftsleute, auch Mitglieder der russischen Mafia, wohnen und arbeiten in dem Gebäude. Während des Wahlkampfs 2016 verfolgt Donald Trump gleichzeitig Pläne zum Bau eines Trump Tower in Moskau. Ermittlungen der Behörden über eine mögliche Einmischung des Kremls in die Präsidentschaftswahl ergeben: Über ein Dutzend Mitglieder des republikanischen Wahlkampfteams hatten Verbindungen nach Russland. Mit dem Krieg gegen die Ukraine verkompliziert sich die Lage zusätzlich. Putin hat großes Interesse an einem Verbündeten, der die Ukraine schwächt und ihm zum Sieg verhelfen kann.
22:45
Mit der Amtseinführung des 47. US-Präsidenten zieht nicht nur Donald Trump ins Weiße Haus. Ein Clan aus Familienmitgliedern und Superreichen bildet das neue Machtzentrum der USA. Für die Trumps ist Politik ein Familiengeschäft: Söhne, Töchter, Schwiegerkinder - sie alle spielen eine Rolle in der zweiten Amtszeit des Präsidenten. Sogar Trumps Enkeltochter Kai wird als junge Influencerin eingespannt, um die Gen Z anzusprechen. Ein Blick auf Trumps Kabinett macht deutlich, dass für den neuen US-Präsidenten bedingungslose Loyalität und Reichtum wichtiger sind als politische Erfahrung und Expertise. So wird der Impfskeptiker und Verschwörungstheoretiker Robert F. Kennedy Jr. Trumps Gesundheitsminister, und die neue Bildungsministerin ist die Wrestling-Ikone Linda McMahon. Auch ein elitäres Netzwerk wohlhabender Unterstützer sichert sich einflussreiche Posten. Präsident Trumps Anwesen Mar-a-Lago in Florida wird zur politischen Schaltzentrale. Dort geben sich finanzkräftige Verbündete wie Bill White oder der exzentrische Milliardär Elon Musk die Klinke in die Hand. Für ihre Loyalität und finanzielle Unterstützung werden sie vom Präsidenten belohnt: Während Bill White ohne jegliche diplomatische Erfahrung US-Botschafter in Belgien werden soll, räumt Elon Musk als Leiter des "Department of Government Efficiency" (DOGE) den Regierungsapparat auf und sorgt vorgeblich für "Effizienz". Die Dokumentation gewährt Einblicke in die Verflechtungen von Politik, Geld und Vetternwirtschaft. Sie zeigt, wie die Trump-Dynastie Amerika regiert.
23:30
Welche Wegmarken waren prägend für Donald Trump auf seinem Weg zur Macht? Vom Immobilienmogul und Reality-TV-Star wird er zum US-Präsidenten und damit zum mächtigsten Mann der Welt. Der Drill im Militärinternat weckt seinen Kampfgeist. Mit dem Trump Tower baut er sich ein Statussymbol. Trotz Millionenpleiten gilt er als Wirtschaftsgenie. "The Apprentice" macht ihn zum TV-Star. Und aus dem Attentat auf ihn schlägt er politisches Kapital. Donald Trumps Vater Fred Trump ist erfolgreicher Bauunternehmer in Brooklyn, der aus der Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg Kapital schlägt. Keines seiner Kinder kann es ihm recht machen. Da sein mittlerer Sohn Donald ständig über die Stränge schlägt, schickt er ihn auf die New York Military Academy, damit er dort durch militärischen Drill Kampfgeist und Disziplin erlernt. Gleich nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften steigt Donald Trump in das Immobilienimperium seines Vaters ein. Er schafft den Sprung nach Manhattan und lässt mit Unterstützung des berüchtigten Mafia-Anwalts Roy Cohn den Trump Tower errichten, mit dem er sich in New York einen Namen macht. Nach einer Welle von Insolvenzen in den 1990ern gelingt ihm 2004 ein beachtliches Comeback: Er wird das Gesicht der Realityshow "The Apprentice", in der sich Kandidaten für eine Stelle in einem seiner Unternehmen bewerben, bis sie mit Trumps berühmtem Satz "You're fired!" rausfliegen. Als einer der führenden Köpfe der sogenannten Birther-Bewegung behauptet Trump, US-Präsident Barack Obama sei nicht in den Vereinigten Staaten geboren und damit zu Unrecht Präsident geworden. Dieser nimmt ihn in seiner Rede beim White House Correspondents' Dinner 2011 ins Visier und liefert zur Belustigung seines Publikums einige Pointen auf Kosten Trumps. Ob er sich nach dieser Schmach aus Trotz als Präsidentschaftskandidat aufstellen lässt, ist Spekulation. Bei dem Attentat während einer Wahlkampfveranstaltung am 14. Juli 2024, bei dem er von einem Schützen am Ohr verletzt wird, reagiert er geistesgegenwärtig. Das symbolträchtige Foto, auf dem er vor der amerikanischen Flagge mit hochgereckter Faust "Fight, fight, fight" ruft, geht um die Welt. Der Vorfall dürfte ihm einige Wählerstimmen mehr eingebracht haben.