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TV Programm für ZDFinfo am 23.10.2026

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Leschs Kosmos 19:15

Leschs Kosmos: Die Erde, die unsere Welt rettet - Landwirtschaft neu denken

Wissenschaft

Die Erde im Boden ist unscheinbar und nichts Besonderes. Eine braune und recht schmutzige Masse. Aber sie ist so viel mehr als nur Dreck. Sie hat das Potenzial, die Welt zu retten. Egal, ob Klimakatastrophe, Artensterben, Wassermangel oder Bodenerosion. Mit diesem Wundermittel zu unseren Füßen lässt sich all das bekämpfen. Nicht umsonst heißt der Planet, auf dem wir leben, "Erde". Der Boden unter unseren Füßen ist ein geheimer Ort, ein noch nahezu unerforschtes Reich. Das, was so leblos erscheint, ist voller Wunder: In einer Handvoll Erde stecken mehr Lebewesen, als es Menschen auf der Erde gibt. Und einer hält da unten das Ökosystem Boden zusammen: der Regenwurm. Er könnte sogar im Kampf gegen den Klimawandel helfen. Das klingt komisch, schließlich können Regenwürmer nicht viel mehr als schlängeln und fressen. Und doch verändern Regenwürmer das Erdreich fundamental. Indem sie Pflanzenreste zersetzen und im Boden verteilen, sind sie maßgeblich an der Bildung von Humus beteiligt. Und Humus ist der größte terrestrische Speicher für organischen Kohlenstoff. Böden speichern rund viermal so viel Kohlenstoff wie die oberirdische Vegetation und mehr als doppelt so viel wie die Atmosphäre. Könnte man sich diese Tatsache zunutze machen, um mehr Kohlenstoff in den Boden zu bringen und damit der Atmosphäre zu entziehen - ganz natürlich? "Humusaufbau" ist das neue Zauberwort. Wie das mit der Landwirtschaft gelingen kann und welche Schwierigkeiten sich dabei ergeben, beleuchtet Harald Lesch mit dem Agrarwissenschaftler und Landwirt Felix Prinz zu Löwenstein. Gesunde Böden zu erhalten und aufzubauen muss uns aber auch aus anderen Gründen interessieren. Böden sind sehr unterschiedlich. Die Bodendecke Deutschlands ist ein Flickenteppich verschiedener Bodentypen. Für die landwirtschaftliche Nutzung ist neben dem Humusgehalt immer auch die Bodenart entscheidend, die bestimmt, wie viel Wasser und Nährstoffe gespeichert werden können - aber auch, wie anfällig ein Boden gegenüber Erosion ist. Harald Lesch geht der Frage nach, warum gerade Nord- und Ostdeutschland besonders gefährdet sind. Wenn Staubstürme die fruchtbare Erde davontragen, ist sie für immer verloren - und kann zu einem ernst zu nehmenden Problem werden. Das zeigt ein Massenunfall 2011 nahe Rostock auf der A19 mit vielen Toten und Schwerverletzten - ausgelöst durch einen Sandsturm aus Ackerboden. Eine schicksalhafte Verkettung? Die Lage ist ernst, vor allem in den trockensten Regionen Deutschlands. Im Osten Brandenburgs sind die Landwirte gleich mehrfach benachteiligt. Sie kämpfen hier nicht nur gegen die nährstoffarmen, ausgelaugten und sandigen Böden, sondern auch gegen dramatisch veränderte Witterungsbedingungen. Dafür hat Benedikt Bösel seinen Job als Investmentbanker an den Nagel gehängt. Der Landwirt und sein Team möchten zeigen, dass man guten Boden auch in diesem Winkel Deutschlands aufbauen kann. Wenn es hier klappt, dann kann es auch an fast jeder anderen Stelle in Deutschland funktionieren. Ausgerechnet die vermeintlichen Klimakiller Kühe helfen ihm auf dem Weg der Ackerbodenreparatur. Was sind weitere Geheimnisse seines über 3000 Hektar großen Real-Labors? Harald Lesch untersucht, wie die Landwirtschaft uns helfen kann, die großen Probleme der Zukunft anzugehen. Der Boden unter unseren Füßen ist ein wahres Wunder. Wir müssen unsere Erde nur zu schätzen und zu schützen wissen.

Danach

Leschs Kosmos 19:45

Leschs Kosmos: Hitzestress im Mittelmeer - wenn es tropisch wird .

Wissenschaft

Die Klimaerwärmung hat das Mittelmeer fest im Griff: Im Juli 2023 wurden durchschnittlich fast 29 Grad Celsius an der Wasseroberfläche gemessen. Das Mittelmeer wird tropisch. Ändern sich die Lebensbedingungen der Meeresbewohner, bedeutet das für sie puren Stress. Gerade die Allerkleinsten, das Phytoplankton, bleiben von den Folgen des Wandels nicht verschont. Harald Lesch zeigt, warum die Mittelmeer-Krise uns alle betrifft. Die "Tropifizierung des Mittelmeeres" hat Einfluss auf die Unterwasserwelt: Heimische Arten müssen sich neue Nischen zum Überleben suchen, weil es ihnen zu warm wird, andere Organismen bekommen von einwandernden Arten Konkurrenz, das Nahrungsangebot kann knapp werden - im schlimmsten Fall sterben Arten einfach aus. Doch es gibt auch Gewinner, wie die Quallen, sehr zum Verdruss der Touristen. Zu den neuen "Siegern" gehört auch die Blaukrabbe. Sie stammt von der Atlantikküste Nord- und Südamerikas, reiste mit Schiffen nach Europa - und fühlt sich inzwischen im aufgeheizten Mittelmeer sehr wohl. Anders als im Atlantik hat die Blaukrabbe dort keine natürlichen Feinde, vermehrt sich schnell und wird so zur echten Plage. Mit ihren scharfen Scheren bricht sie Muscheln und Austern auf. Die Züchter der Muschelfarmen an der Adriaküste und die Fischer schlagen Alarm. Wie lässt sich die gefräßige Blaukrabbe noch stoppen? Die METEOR-Expedition des GEOMAR-Zentrums in Kiel nutzt das östliche Mittelmeer als Zukunftslabor. Denn dort herrschen schon heute Bedingungen, die Forschende in Zukunft für die Ozeane weltweit erwarten. Besonders interessieren sie die Folgen des Klimawandels auf die marine Nahrungskette, an deren Anfang das Phytoplankton steht. Wie wirkt sich die Erwärmung des Mittelmeeres auf diese Mikroalgen aus? Geht es dem Plankton schlecht, wird das Konsequenzen für das gesamte Leben auf unserem Planeten haben - und damit auch für uns Menschen. Harald Lesch spricht mit Forschenden und Menschen, die den Wandel des Mittelmeeres direkt zu spüren bekommen. Welche Ängste und Hoffnungen gibt es für die Zukunft?

Leschs Kosmos 20:15

Leschs Kosmos: Wettlauf gegen die Flut

Wissenschaft

Sturmfluten, Überschwemmungen, Starkregen. Extremwetterlagen und der steigende Meeresspiegel stellen Küstenmetropolen vor Probleme. Können wir den Wettlauf gegen die Flut noch gewinnen? Nichts scheint ausreichenden Schutz gegen die steigende Kraft des Wassers zu bieten - ja, sogar: Je mehr wir versuchen, diese Gewalt zu kontrollieren, desto stärker schlägt sie zurück. Harald Lesch zeigt neue überraschende Wege, um dem Teufelskreis zu entkommen. Unser Zusammenleben mit dem Wasser führt immer häufiger zu Krisen und Katastrophen. Dabei sind wir auf seine ständige Verfügbarkeit angewiesen. Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, wo er kann, das Wasser zu kontrollieren und zu nutzen: als Trinkwasser, aber auch zur Bewässerung und Energiegewinnung, für Verkehr und Handel. Kein Wunder also, dass alle großen Kulturen am Wasser entstanden und die größten Metropolen der Erde heute an Flüssen oder am Meer liegen. Dafür wurden Küstenlinien verändert, Flussläufe begradigt und in Kanäle geführt, Wasser aufgestaut und umgeleitet. Doch die Gefahren durch Sturmfluten wurden deshalb nicht geringer. Im Gegenteil: Vielerorts sehen sich Experten jetzt mit der paradoxen Situation konfrontiert, dass durch immer größere Baumaßnahmen auch die Gefahr wächst und das Zusammenleben mit dem Element immer weiter aus dem Gleichgewicht gerät. So führten bittere Erfahrungen in Hamburg zu groß angelegten Schutzmaßnahmen - mit Erfolg. Doch neueste Studien warnen: In wenigen Jahrzehnten brauchen wir höhere und größere Sperrwerke, um Hamburg abzuschotten. Noch riskanter ist die Situation für die Megalopole Shanghai in China, an der Mündung des Yangtse. Jahre nach dem Bau des Drei-Schluchten-Staudamms am Oberlauf werden jetzt die verheerenden Auswirkungen an seinen Ufern und im Mündungsdelta von Shanghai bekannt. Können wir durch Supertechnik den Wettlauf um die Kontrolle über das Wasser gewinnen, oder drehen wir die Spirale im Kampf mit dem Element immer höher? Wie kann man mit dem Wasser noch (über)leben?

Leschs Kosmos 20:40

Leschs Kosmos: Energie in der Krise - Der ultimative Stresstest

Wissenschaft

Kein Gas aus Russland und der Atomkraft-Ausstieg - drohen uns jetzt "kalte und dunkle" Winter? Harald Lesch zeigt, welche Maßnahmen aus der Krise führen könnten. Horrende Gas- und Stromkosten, ein möglicher Blackout - diese Meldungen dominieren seit Wochen die Schlagzeilen und schüren die Ängste der Menschen in Deutschland. Sind diese Ängste berechtigt? Was sagt die Wissenschaft, und welche Alternativen gibt es? In den Siebzigern befindet sich das Wirtschaftswunderland Deutschland in einer Energiekrise. Die Kernkraft scheint zu der Zeit die ultimative Lösung des Problems zu sein: Rund ein Drittel der benötigten Energie wird daraus gewonnen. Obwohl die Kernkraft von Anfang an umstritten ist, setzte erst durch die Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima ein Umdenken ein: Der Ausstieg bis Ende 2022 wurde beschlossen. Doch trägt sich die Entscheidung des langfristigen Ausstiegs aus der Atomkraft auch noch in Zukunft? Deutschland hat ein Gasproblem: Die Vorkommen im eigenen Land sind nur sehr gering, sodass man auf Importe angewiesen ist. Von dem in Deutschland gewonnenen Erdgas kommen 97 Prozent aus der Region zwischen Weser und Ems. Dort haben sich im Laufe von Jahrmillionen abgestorbene Kleinstlebewesen durch hohe Temperaturen und Druck unter der Erdkruste in Erdgas umgewandelt. Gibt es neben diesem natürlichen, sehr langwierigen Weg auch die Möglichkeit einer schnelleren, künstlichen Herstellung von Gas? Auch der Blick nach Island zeigt eine vielversprechende Lösung des Energieproblems: Mehr als 90 Prozent der Haushalte heizen dort mit Erdwärme. Allerdings braucht es bestimmte Voraussetzungen für das Bohren nach der Wärme aus der Erde, die nicht überall in Deutschland gegeben sind. In München ist man dem mit einem groß angelegten Geothermieprojekt auf der Spur. Ungenutztes Potenzial besteht vor allem noch bei der Fotovoltaik- und Windenergie. Doch nicht jeder möchte die blauen Platten auf dem Haus haben. Jetzt haben Forschende die Weiterentwicklung von Effizienz als auch die Ästhetik im Visier. Harald Lesch zeigt den aktuellen Stand in der Energiefrage und untersucht, wie die Wissenschaft die Zukunft der Energiegewinnung vorantreibt.

Leschs Kosmos 21:15

Leschs Kosmos: Voll geladen - neue Speicher für die Energiewende

Wissenschaft

In der Klimakrise ruht alle Hoffnung auf alternativen Energien. Doch Sonne und Wind sind nicht immer und überall verfügbar. Was können Energiespeicher leisten - und wo steht die Forschung? Auch wenn Windkraft und Fotovoltaik ausgebaut werden, ein Problem bleibt: Die Energiegewinnung schwankt. Gesellschaft, Industrie und Verkehr brauchen aber zu jeder Zeit genug Strom, Wärme und Brennstoffe. Möglich nur, wenn grüner Strom intelligent gespeichert wird. Harald Lesch geht diesmal der Frage nach, wie die Energiewende gelingen kann - trotz schwankender Energieerträge aus Windkraft- und Fotovoltaikanlagen. Im Kleinen funktioniert das schon ganz gut, mit Plusenergiehäusern zum Beispiel. Doch sollen alle Menschen in Deutschland und Europa, die Industrie und sämtlicher Verkehr mit der Energie aus Sonne und Wind versorgt werden, braucht es dazu vor allem eines: neue Speichertechniken mit ausreichender Kapazität. Teilweise kommen diese schon in der fossilen Energiewirtschaft zum Einsatz. Pumpspeicherkraftwerke sind "Gravitationsbatterien". Sie speichern Strom, wenn er im Überfluss vorhanden ist, und speisen ihn bei Bedarf wieder ins Netz. Aber in Deutschland gibt es aufgrund der Topografie wenig geeigneten Raum für neue Pumpspeicher. Norwegen mit seinen über 1200 Speicherkraftwerken könnte hier helfen - als eine Art Superbatterie für Europa. Leitungsverluste lassen sich jedoch nur mit dezentralen Speichern minimieren - zum Beispiel mit Batterien. Die Lithium-Ionen-Technik ist dafür zu teuer, und die Rohstoffe sind knapp. Deshalb entstehen bereits neue Batteriesysteme. Natrium- oder Magnesium-Ionen-Batterien sollen die Welt der stationären Batteriespeicher revolutionieren. Sonnenenergie lässt sich aber auch direkt speichern - als Wärme. Solarkraftwerke wie in der israelischen Wüste Negev nutzen die Strahlungswärme der Sonne. Tausende Spiegel lenken dort die Sonnenstrahlen auf die Spitze des höchsten Solarturms der Welt und erhitzen Wasser. Mit dem entstehenden Wasserdampf erzeugt das Kraftwerk Strom. Speichert man einen Teil der Hitze zum Beispiel in flüssigem Salz, kann ein solches Kraftwerk auch noch in der Nacht Strom erzeugen. Das Prinzip solcher Hochtemperatur-Wärmespeicher könnte sogar Kohlekraftwerken neues Leben einhauchen. Die Industrie braucht potente Brenn- und Treibstoffe etwa für Flugzeuge und Schiffe. Dafür will man grünen Strom künftig mithilfe der Elektrolyse zur Erzeugung von Wasserstoff nutzen. Stahl- und Chemische Industrie erproben bereits seinen Einsatz. Mit grünem Wasserstoff lässt sich auch Methan herstellen. Beides könnte im bereits bestehenden Erdgasnetz gespeichert und verteilt werden. Wasserstoff hat also das Potenzial, all die Bereiche mit grüner Energie zu versorgen, die mit grünem Strom allein nicht funktionieren. Doch es gibt auch Hürden. Die Energiewende ist zu schaffen, das belegen viele Studien. Doch der notwendige Wandel erfordert Anstrengung und neue Ideen. Harald Lesch geht auf die Suche nach Lösungen für ein CO2-neutrales Energiesystem der Zukunft.

Leschs Kosmos 21:40

Leschs Kosmos: Ausgestrahlt? Strom ohne Atom

Wissenschaft

Deutschland steigt aus. Der Atomausstieg ist überfällig - doch sind wir vorbereitet? Harald Lesch zeigt, wie wir Wärme und Energie in Zukunft sichern können. Der Rückbau alter Kernkraftwerke ist eine Herausforderung. Der Ausstieg allerdings schafft auch Raum für Zukunftstechnologien. Neben Visionen wie der Kernfusion sind es vor allem grüne Energiequellen, auf die wir bauen können. Man muss sie nur zu nutzen wissen. Das Ende eines Kernkraftwerkes ist der Startschuss für den Rückbau - und der kann sogar länger dauern, als so manches KKW am Netz war. Das Kernkraftwerk Biblis wurde 2011 abgeschaltet, der Rückbau ist bis etwa 2032 geplant. Eine Mammutaufgabe, vor der die Gesellschaft bei allen deutschen KKWs steht. Wie gelingt es, hoch radioaktive Bauteile und tonnenschwere Stahlbetonklötze auf ihre Radioaktivität zu prüfen? Und wie funktioniert Mülltrennung bei einem Kernkraftwerk? Um die Stromversorgung ohne Verzicht auch nach der Atomkraft-Ära zu sichern, ist Kreativität gefragt. Von der Deckenlampe bis zum Schleifgerät, zu Hause und in der Industrie: Alltägliche Stromverbraucher und große Maschinen leisten viel und benötigen entsprechend Energie. Die Krux: Oftmals geht über die Hälfte der eingesetzten Energie bei der Nutzung der Geräte verloren. Forscherinnen und Forscher haben Ideen, die Energie clever aufzufangen. Wind, Wasser, Sonne: Es gibt viele Quellen grüner Energie. Fotovoltaikanlagen beispielsweise können dank der Kraft der Sonne auf jedem Hausdach Energie bereitstellen. Das Dilemma: Sie liefern am Tag, doch der Bedarf der Haushalte ist am Abend am höchsten. Wie lässt sich der Energieüberschuss am Tag intelligent speichern, damit er zur Verfügung steht, wenn er gebraucht wird? Ein mögliches Speichersystem bietet die E-Mobilität. Einen Präzedenzfall gibt es bereits: Bei einem Stromausfall in Kanada Ende 2022 vernetzte ein Mann sein E-Auto mit dem Hausstrom und konnte sich so autark mit Strom versorgen. Die Autobatterie - meist aufgeladen, aber ungenutzt im Parkmodus - könnte zur mobilen Powerbank für den Haushalt werden. Doch nicht nur Privatautos, auch öffentliche E-Busse, die nachts im Depot stehen, könnten vernetzt werden, um die Versorgung zu sichern. Doch es gibt noch größere Visionen. Im Dezember 2022 machten Fortschritte bei der Kernfusion Schlagzeilen. Fusionskraftwerke könnten das Prinzip der Sonne nutzen, um praktisch unbegrenzt Energie zu liefern - ohne die Risiken eines Kernkraftwerkes. Wie realistisch ist es, dass eines Tages Strom aus einem Fusionskraftwerk in unsere Wohnungen fließt? Harald Lesch zeigt die vielfältigen Möglichkeiten, jenseits der Kernkraft Energie zu sparen, zu speichern und intelligent zu vernetzen - ohne im Dunkeln zu tappen.

Leschs Kosmos 22:10

Leschs Kosmos: Wie viel Grün braucht der Blaue Planet?

Wissenschaft

Da sind wir auf dem Holzweg: Weltweit Bäume pflanzen, und schon ist das Klima gerettet. Eine schöne Vision, doch so einfach ist es leider nicht. Forscher gewinnen neue Erkenntnisse über den "Klimaretter" Wald: So kann manch gut gemeinte Baumpflanz-Aktion sich am Ende als Nullnummer und sogar kontraproduktiv erweisen. Harald Lesch zeigt, wo welches Grün dem Blauen Planeten tatsächlich hilft. Man hat dem Kohlendioxid in der Atmosphäre den Kampf angesagt: Hunderte Millionen von Setzlingen sollen die Lösung sein. Selbst Donald Trump hat sich der Baumpflanz-Bewegung angeschlossen, um so das Kohlendioxid-Problem quasi auf dem schnellen, natürlichen Weg in den Griff zu bekommen. Sogar mit Drohnen werden Baumsamen in der Landschaft verteilt. Doch inzwischen hegen Wissenschaftler erhebliche Zweifel und halten einige der Maßnahmen sogar für kontraproduktiv. Wie kann das sein? Und wie groß ist das Potenzial der Bäume wirklich? Besonders im Blick der Forscher: der Amazonas-Regenwald - die "Klimaanlage" der ganzen Welt. Auch hier sind die Auswirkungen der Klimaerwärmung bereits messbar: Im Durchschnitt dauert die Trockenzeit länger. Das begünstigt Waldbrände - und die Ausbreitung von Feuern, die teilweise gezielt von Menschen gelegt werden. Immer mehr Flächen des Regenwaldes gehen verloren. Wissenschaftler warnen jetzt, dass der Tipping Point bald erreicht ist, der Punkt, an dem das gesamte System zusammenbrechen könnte. Wie weit sind wir vom Kollaps entfernt? Nun rächt sich auch, dass der Fokus beim Wald in Deutschland lange nur auf dem Holzertrag lag. Schnell wachsende Baumarten wurden in Monokulturen gepflanzt. Vor allem solche Arten, die in unseren gemäßigten Zonen eigentlich nur bedingt wachsen würden. Ihnen macht der Klimawandel besonders zu schaffen. Mit welchen Maßnahmen ist unser Wald noch zu retten? Und wie lassen sich Klimafunktion und wirtschaftliche Nutzung des Waldes in Zukunft miteinander kombinieren? Harald Lesch geht den Fragen nach und zeigt aktuelle Forschungen, die unsere Landschaften verändern könnten, sowie überraschende Möglichkeiten, Kohlendioxid dauerhaft aus der Atmosphäre zu entfernen.

Leschs Kosmos 22:40

Leschs Kosmos: Die Weltretter? - Wir brauchen neue Superhelden!

Wissenschaft

Klimawandel, Umweltverschmutzung, Energiekrise - nur einige der großen Probleme unserer Zeit. Ist die Welt noch zu retten? Eine Liga kluger Köpfe arbeitet an Lösungen. Diese genialen Wissenschaftler und Tüftler haben keine einzelnen Schurken im Visier, sie wollen mit smarter Technologie und Erfindertum die Welt retten. Prof. Harald Lesch zeigt neue Superhelden - mit überraschenden Erfindungen. Jahr für Jahr strömen weltweit Millionen Menschen in die Kinos, um Epen über Superhelden zu bestaunen. Doch warum jagen wir diesen Fantasien von fliegenden Muskelprotzen mit Superkräften hinterher? Superman ist bereits über 80 Jahre alt, ein Greis in Blau und Rot. Sind Filmhelden überhaupt noch zeitgemäß? Harald Lesch stellt die wahren Helden und ihre Abenteuer vor. Menschen, die zwar nicht im Heldenkostüm herumfliegen, die uns aber beispielsweise die wertvollste Ressource auf diesem Planeten retten: Wasser. Helden, die uns die Energie der Sonne ins Haus holen. Helden, die uns die Kraft des Wassers neu erschließen. Helden, die uns die Weltmeere von der Ölpest säubern, und jene, die sich um die Rettung der Artenvielfalt der Ozeane kümmern. Sie sind Stellvertreter für viele Menschen, die unermüdlich an Lösungsmöglichkeiten arbeiten - Wissenschaftler, Erfinder oder Konstrukteure. 490 Terawattstunden benötigt Deutschland jeden Tag. Ein gewaltiger Energiehunger, den wir kaum noch stillen können. Dabei hält die Sonne für uns mehr als genug Energie bereit. Zwei schwedische Forscher haben einen Weg gefunden, wie man jede Oberfläche quasi unsichtbar in eine Solarfläche verwandeln kann. Und das sogar mit einer höheren Ausbeute als gängige Solarpanels. Die Vision: Alles erzeugt Strom. Wasserkraft ist nur dann ökologisch, wenn der Fluss dabei nicht gestaut wird. Ein tschechischer Wissenschaftler hat Blätter in den Strudeln von Flüssen betrachtet und kam dabei auf die Idee eines völlig neuen Wasserkraftprinzips. Damit könnte man mühelos jedes kleine Bächlein anzapfen, ohne dessen Ökologie zu zerstören. Wasser ist die wohl wertvollste Ressource unseres Planeten. Zugleich gehen wir Deutschen unglaublich verschwenderisch damit um. Während Haushaltsgeräte heute bereits so konzipiert werden, dass sie möglichst wenig Wasser verbrauchen, ist ein "Gerät" im Haushalt seit vielen Jahrzehnten in der Entwicklung fast stehen geblieben: die Dusche. 100 Liter Wasser pro Duschgang. Dass es anders geht, zeigt ein Schwede, der - eigentlich für Mars-Missionen - die erste Kreislaufdusche erfunden hat. Seine Dusche verbraucht im Vergleich nur zehn Liter, deutlich weniger Energie und ist dabei so sauber, dass sie heute bereits in Krankenhäusern eingesetzt wird, um Infektionen zu vermeiden. Und manchmal brauchen selbst Superhelden einfach nur etwas Glück. Weil ein deutscher Arbeiter abends eine Maschine falsch einstellte, produzierte diese über Nacht Unmengen einer ominösen Faser. Im Labor zeigte sich dann deren Wunderwirkung - einmal kurz durch ölverseuchtes Wasser geschwenkt, blieb dieses komplett daran haften. Das Wasser ist danach sogar trinkbar. Und das Öl lässt sich daraus auswringen. Ein Stoff, der Umweltwissenschaftler zum Träumen bringt. Harald Lesch begibt sich auf die Spur der modernen Superhelden. Der Kampf um ein besseres Leben, eine gesündere Umwelt oder nachhaltigere Energiegewinnung ist nicht aussichtslos. Es gibt viele Wege, auf denen aus einem normalen Menschen ein Weltenretter werden kann.

Terra X Harald Lesch 23:10

Terra X Harald Lesch: ... und wie die Welt mit dem Klima ringt

Infomagazin

Der Klimawandel ist längst Realität: Extremwetter verwüsten Länder, zerreißen Gemeinschaften und treiben unzählige Menschen in die Flucht. Harald Lesch beleuchtet die Herausforderungen, die zwischen Anpassung, Verantwortung und technologischer Innovation liegen, und stellt die entscheidende Frage unserer Zeit: Wie lange wollen wir noch diskutieren, während andere schon ums Überleben kämpfen? Der Klimawandel schreitet Jahr für Jahr immer weiter voran. Bereits jetzt hat sich die Temperatur im Vergleich zur vorindustriellen Zeit um rund 1,5 Grad erhöht. Die Auswirkungen der globalen Erwärmung sind zum einen schleichende Veränderungen wie schmelzende Gletscher, der Anstieg des Meeresspiegels oder die langsame Verschiebung von Klimazonen. Zum anderen verursacht die Erderwärmung Wetterextreme: Hitzewellen, Stürme oder Überschwemmungen. In Bangladesch, einem der bevölkerungsreichsten Länder der Welt, sind Überflutungen und der steigende Meeresspiegel längst Teil des Alltags. Millionen Menschen sind innerhalb ihres eigenen Landes auf der Flucht - Klimaflüchtlinge ohne Alternative. Besonders bedroht sind marginalisierte Gruppen wie die "Manta People", nomadische Fischer ohne Rechte und ohne sichere Zuflucht. Ähnliche Probleme, aber andere finanzielle Möglichkeiten: Die Niederländer leben seit jeher mit dem Wasser. Das Meer ist Teil ihrer Identität und ihr größter Gegner zugleich. Knapp ein Drittel des Landes liegt unter dem Meeresspiegel, fast zwei Drittel sind überflutungsgefährdet. Der Klimawandel verstärkt das Problem. Unsere Nachbarn setzen auf Wasserschutzprogramme. Über 18.000 Kilometer Deiche und Anlagen sichern das Land. Um sicherzugehen, dass die Deiche dem Druck der Meere standhalten, werden sie einem Stresstest ausgesetzt. In einer speziellen Testanlage können die höchsten künstlichen Wellen der Welt erzeugt werden. Harald Lesch nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine Reise rund um die Welt. Wie stemmen sich die einzelnen Regionen gegen die drohenden Katastrophen, und was können wir alle gemeinsam tun?

Leschs Kosmos 23:40

Leschs Kosmos: Tschernobyl: Lehren aus dem Super-Gau?

Wissenschaft

Tschernobyl: das Synonym für die schlimmste von Menschen verschuldete Nuklearkatastrophe in der Geschichte. Vieles hat sich seit dem Unfall nicht wie erwartet entwickelt. Um die Höhe der Opferzahlen gibt es einen erbitterten Streit. Was ist damals wirklich geschehen, was weiß man von den Spätfolgen, welches Risiko besteht bis heute? In der Todeszone rund um den havarierten Reaktor hat sich ein erstaunliches Biotop entwickelt. Für Strahlenforscher ist es ein gigantisches Freiluftlabor. Die verheerende Wirkung hoher Belastung durch radioaktive Strahlung ist unumstritten. Bei der Langzeitwirkung von mittlerer und schwacher Strahlung sind aber auch mehr als 30 Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl noch viele Fragen offen. Die Untersuchungen von Kindern, die vor und die nach dem Unglück geboren wurden, vermitteln Forschern neue Erkenntnisse für die Beurteilung der Langzeitwirkung radioaktiver Strahlung. Lässt sich endlich eine wesentliche Lücke in der Risikobeurteilung schließen? Schwache Strahlung findet schon seit Langem Anwendung in medizinischen Therapien. Wie steht es mit dem Verhältnis von Nutzen und Risiko? Beispiel Rheuma. Wissenschaftler wollen herausfinden, wie sich die Behandlung durch schwache, kurzzeitige Radonstrahlung auswirkt. Muss eine traditionelle Heilmethode neu bewertet werden? Mehr als 30 Jahre nach der Katastrophe leben wir noch immer im Schatten der Bedrohung durch die radioaktive Strahlung. Und noch immer tickt eine Bombe unter dem inzwischen brüchig gewordenen Sarkophag über dem havarierten Reaktorgebäude. Die neue Abdeckung ist in Arbeit, doch die Zeit drängt, denn die Ruine ist schon längst nicht mehr sicher. Selbst in Deutschland ist die sichere Verwahrung von radioaktiv strahlendem Material ein noch ungelöstes Problem: Wohin mit den Altlasten, dem strahlenden Bauschutt der abgerüsteten Kernkraftwerke?