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TV Programm für ZDFinfo am 19.09.2026

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Schweiß und Tränen - Unerwünschte Stars des DDR-Sports 18:00

Schweiß und Tränen - Unerwünschte Stars des DDR-Sports

Dokumentation

Bekannte Sportler wie Katarina Witt sind die Stars der Sportnation DDR. Doch abseits der großen Bühne gibt es dort auch Sportarten ohne Lobby - und Athleten, die nicht ins System passen. Tennisspieler wie Thomas Emmrich, der DDR-Meisterschaften in Serie gewinnt, aber nie im Westen aufschlagen darf. Oder der Radsportler Wolfgang Lötzsch, dem man nach seiner Weigerung, in die SED einzutreten, Starts bei großen Rennen verbietet und ihn sogar inhaftiert. Bernd Rudolph lernt im Tschechoslowakei-Urlaub den Golfsport kennen und will fortan auch in der DDR spielen. Doch Golf gilt im Arbeiter- und Bauernstaat als "bourgeoiser Blödsinn" (Erich Honecker). Der letzte Golfplatz auf dem Boden der DDR ist schon 1951 dichtgemacht worden. Auch Trendsportarten aus dem Westen haben es schwer im Osten - wie das Windsurfen, das Anfang der 1970er-Jahre in der Bundesrepublik populär wird. Wie viele andere ist Sibylle Längert aus Ostberlin von dem Sport begeistert, der als "Brettsegeln" schließlich doch eine Nische im sozialistischen Sportsystem findet. Andere Disziplinen werden zunächst stark gefördert: wie der alpine Skisport. Eberhard Riedel aus Oberwiesenthal kann zwischen 1960 und 1968 an drei Olympischen Spielen teilnehmen, sich auch bei hochkarätigen Rennen in Österreich oder der Schweiz mit den Besten der Welt messen. Doch dann fällt die Sportart dem sogenannten Leistungssportbeschluss zum Opfer - ebenso wie Eishockey und andere. Gefördert werden fortan nur noch Disziplinen, die Aussicht auf viele Olympiamedaillen versprechen. Beim Eishockey immerhin sorgt ausgerechnet Stasichef Erich Mielke dafür, dass der Sport nicht völlig von der Bildfläche verschwindet. Es zeigt sich einmal mehr, wie unerbittlich der Staat letztlich in das Leben seiner Bürger eingreift und die Erfüllung individueller Träume verhindert. Auch dem Tennisspieler Thomas Emmrich, der nach Aussage seiner Jugendfreundin Martina Navratilova Wimbledonsieger hätte werden können, bleibt die große Karriere verwehrt. "Ich habe für mich wirklich das Beste rausgeholt", sagt er heute. "Aber es bleibt der komische Beigeschmack, nicht erreicht zu haben, was eigentlich mein Traum war."

Danach

Die Goldmacher - Das Geheimnis der DDR-Sportelite 18:45

Die Goldmacher - Das Geheimnis der DDR-Sportelite

Geschichte

Jahrelanges Training, eiserne Disziplin und ein Leben fernab der DDR-Normalität: So sah jahrzehntelang der Alltag für Nachwuchstalente im DDR-Leistungssport aus. "Terra X History" zeigt die Geschichte eines einzigartigen Fördersystems, das Mädchen und Jungen in abgeschotteten Kinder- und Jugendsportschulen (KJS) zu Spitzensportlern formen sollte - und dabei nicht selten über deren körperliche und seelische Grenzen hinausging. Die DDR setzte früh auf den Sport als politisches Instrument. Mit einem ausgeklügelten Talentsichtungssystem wurden sportliche Talente ausgewählt, in Internaten untergebracht und täglich trainiert. Das Ziel: internationale Erfolge, um dem Staat Renommee zu verschaffen. Sportlerinnen und Sportler sollten zu "Diplomaten im Trainingsanzug" werden - mit Privilegien, aber auch enormem Leistungsdruck. Doping gehörte dazu - oft ohne Wissen der jungen Athletinnen und Athleten. Der Film erzählt ihre persönlichen Geschichten: Heimweh, psychische Belastung, Konkurrenzdruck, aber auch Freundschaft und der Traum vom Sieg. Ehemalige Sportler, darunter die mehrfache Olympia-Medaillengewinnerin Kornelia Ender, der Olympiasieger und spätere Profi-Boxweltmeister Henry Maske und der Radsportler Jens Voigt, berichten über Erfolge und Niederlagen, über Doping und die Schattenseiten des Systems.

Die schwersten Unglücke der DDR 19:30

Die schwersten Unglücke der DDR: Im Wettkampf mit dem Klassenfeind

Dokumentation

Die beiden deutschen Staaten stehen in ständiger Konkurrenz. Mit dem Strahlflugzeug "152" will die DDR ihre technologische Macht demonstrieren. Doch der zweite Testflug endet tragisch. Mitte der 1950er-Jahre forciert die DDR-Führung unter Walter Ulbricht den DDR-eigenen Flugzeugbau. In Dresden wird ein neues Flugzeugwerk aus dem Boden gestampft. Das Prestigeprojekt - die Entwicklung des ersten deutschen Passagierstrahlflugzeuges, der "152". Am 30. April 1958 ist es so weit: Walter Ulbricht stellt den Prototyp öffentlichkeitswirksam vor. Die Erwartungen sind riesig, soll die "152" doch dem Westen und der ganzen Welt beweisen, dass die DDR in der Lage ist, Flugzeuge auf höchstem technischem Niveau zu bauen. Doch knapp ein Jahr später erleidet das Vorhaben einen herben Rückschlag: Am 4. März 1959 stürzt der Prototyp beim zweiten Probeflug ab. Alle vier Insassen kommen dabei ums Leben. Danach wird das ehrgeizige Projekt noch nicht aufgegeben, doch 1961 ist Schluss mit dem DDR-Flugzeugbau. Der Grund: Die Sowjetunion entscheidet - anders als nach vorherigen mündlichen Zusagen -, keine Flugzeuge aus Dresden zu kaufen. In der DDR wird über Katastrophen und schwere Unfälle kaum berichtet. Die wahren Hintergründe bleiben oft geheim. So sorgt die Stasi für Informationssperren. Und auch später kontrollieren die Geheimdienstbeamten, was über Ursache und Auswirkungen der Unfälle an die Öffentlichkeit dringen darf.

Die schwersten Unglücke der DDR 20:15

Die schwersten Unglücke der DDR: Planerfüllung um jeden Preis

Dokumentation

Schwere Unglücke passen nicht zur SED-Propaganda für einen erfolgreichen Sozialismus. Ursachen bleiben oft geheim. Denn die Regierung ist an einigen tödlichen Havarien nicht ganz unschuldig. Die Staatsmacht braucht Westdevisen. Das bedeutet: Planerfüllung um jeden Preis. Viele DDR-Betriebe sind marode, und neue Anlagen gehen in Betrieb, bevor sie fertig sind. Produktionsdruck zulasten der Sicherheit kostet immer wieder Menschenleben. 1978 explodiert im Erzgebirge die gerade erst neu gebaute Gasstation Sayda. Sie soll das gesamte Land mit Erdgas aus der Sowjetunion versorgen und Devisen einbringen - ein Mammutprojekt. Doch bereits ein halbes Jahr nach der Eröffnung gelangt Gas in die Messwarte und entzündet sich. Das Gebäude explodiert und stürzt ein - zwei Menschen sterben. Die Stasi stellt hinterher verheerende Sicherheitsmängel fest. Unfertige Anlagen und die fehlende Ausbildung des Personals führen zu einer der größten Katastrophen in der DDR-Geschichte. Auch in den Buna-Werken bei Leipzig geht Produktion vor Sicherheit. Dort wird Karbid hergestellt - wertvoller Grundstoff für "Plaste und Elaste" und Basis für viele Gebrauchsgegenstände, von Spielzeug bis zum Trabant. Die DDR exportiert Karbid in den Westen und verdient gut daran. Doch die Arbeitsbedingungen an den glühend heißen Öfen sind hart, die Umwelt wird schwer belastet. 1990 sind die alten Anlagen aus den 1930er-Jahren völlig marode. Einer der Karbidöfen explodiert, fünf Menschen verlieren ihr Leben. Katastrophen bringen Helfer und Rettungskräfte immer wieder an ihre Grenzen. Als im Sommer 1989 in Berlin-Schönefeld ein Passagierflugzeug der Interflug verunglückt und ausbrennt, fehlt schnell Löschwasser. Doch die DDR lehnt Hilfe vom Klassenfeind aus Westberlin ab. War es menschliches Versagen oder ein technischer Fehler? Details des Unglücks kommen erst nach dem Ende der DDR ans Licht. Der Film erzählt von tragischen Unglücksfällen der DDR, über die vor 1990 kaum berichtet wurde. Mithilfe von Zeitzeugeninterviews an den Originalschauplätzen, seltenem Archivmaterial und Akten aus dem Stasi-Unterlagen-Archiv deckt die Dokumentation Hintergründe auf und zeigt die besonderen Hürden im Alltag der DDR.

Die schwersten Unglücke der DDR 21:00

Die schwersten Unglücke der DDR: Nur die Stasi kennt die Wahrheit

Dokumentation

Großbrände, ein Zugunglück, ein Brückeneinsturz. ZDFinfo widmet sich einem wenig beachteten Thema der DDR-Geschichte: Wie kam es zu solchen Unfällen, und wie ging man damit um? Anhand von Augenzeugenberichten, Archivmaterial und privaten Filmaufnahmen ermöglicht die Doku einen neuen Blick auf die oft geheimen oder vertuschten Fakten. Historiker und Technik-Experten schildern die damaligen Ermittlungen nach schweren Unglücken. In der DDR wurde über große Katastrophen in den Medien kaum berichtet. Die wahren Hintergründe wurden geheim gehalten, und immer war die Staatssicherheit mit am Unglücksort. Sie ermittelte mit eigenem Personal, vertuschte und strengte auch Prozesse gegen politisch unliebsame Personen an, wie gegen den Brückenkonstrukteur Gisbert Rother. Ausgerechnet zum Mauerbau-Jubiläum am 13. August 1973 stürzte ein Teilstück seiner im Bau befindlichen Brücke in Zeulenroda ab. Vier Bauleute kamen ums Leben. Das MfS hatte den Chefkonstrukteur bereits wegen seiner "politisch negativen Grundeinstellung" im Visier. Obwohl Gisbert Rother am Einsturz unschuldig war, strengte die Stasi einen Schauprozess gegen ihn an. Doch der hatte unerwartete Folgen. Oft war auch die marode DDR-Wirtschaft Grund für ein Unglück. So im Februar 1979, als explosive Dämpfe einer verschlissenen Anlage im Ölwerk Riesa zur Explosion führten. Elf Tote und 51 teilweise schwer Verletzte waren die Folge. Neben der Feuerwehr versuchte ein schlecht ausgerüsteter NVA-Trupp, Überlebende mit bloßen Händen aus den Trümmern zu retten. Das MfS ermittelte minutiös die Ursache der Explosion und offenbarte das Versagen der staatlich gelenkten Wirtschaft. Weil das aber nicht sein durfte, wurden schließlich Unschuldige verurteilt. Angst vor Repressionen und starker Nebel führten am 29. Februar 1984 zu einer schlimmen Bahnkatastrophe. Im Bahnhof Hohenthurm fuhr der Transitzug D354 nach Saarbrücken auf einen stehenden "Schichterzug". Transitzüge durften wegen möglicher "Republikflucht" in der DDR nicht langsam fahren oder halten. So übersah der Zugführer im dichten Nebel ein rotes Signal. Die Bilder der entstellten Opfer verfolgt die Rettungskräfte bis heute. Das MfS versuchte, den Unfallort abzuschirmen, konnte aber Berichte in den Westmedien nicht verhindern. Ein Großbrand führte im Juni 1986 zum gefährlichsten Feuerwehreinsatz in der DDR. In der Leipziger Wollkämmerei ging hoch brennbarer Kunststoff in Flammen auf. Zwei Arbeiterinnen konnten nur tot geborgen werden. Auch für die Rettungskräfte entwickelte sich der Einsatz zu einem nie da gewesenen Desaster: 26 Feuerwehrmänner kollabierten, 45 kamen in die Notaufnahme. Giftige Gase und die große Hitze versetzten auch die nachrückenden Einsatzkräfte in Angst und Schrecken. Schnell ermittelte das MfS den Brandstifter. Doch warum so viele Feuerwehrleute ausfielen, blieb geheim und gibt noch heute Betroffenen Rätsel auf.

Tödliches Erbe der DDR - Deutsches Uran für Moskaus Bomben 21:45

Tödliches Erbe der DDR - Deutsches Uran für Moskaus Bomben: Erz um jeden Preis

Dokumentation

Kurz nach Kriegsende 1945 startet im Erzgebirge eines der größten Geheimprojekte der Nachkriegszeit: Unter dem Tarnnamen "Wismut" graben Arbeiter nach Uran für Stalins Atombombe. Sachsen und Thüringen sind im Kalten Krieg anfangs die wichtigsten Uran-Lieferanten Moskaus. Zehntausende schuften unter strenger Geheimhaltung und Lebensgefahr. Viele kommen ums Leben - durch Unfälle und die Langzeitfolgen radioaktiver Strahlung. 1945 verändert die erste Atombombenexplosion das Machtgefüge der Welt für immer. Um im atomaren Wettlauf mit den USA mitzuhalten, benötigt die Sowjetunion Tausende Tonnen Uran. Mit Hochdruck lässt Stalin in ganz Osteuropa danach suchen. In Sachsen werden seine Geologen fündig, die Geigerzähler schlagen aus. In alten Silberminen schlummern riesige Uranvorkommen. "Wismut" - hinter diesem Namen verbirgt sich ab 1947 eines der geheimsten Industrieprojekte der Nachkriegszeit. Dort fördern sie das Uran für das sowjetische Atomprogramm. Am 29. August 1949 ist es so weit: Die Sowjetunion zündet ihre erste Atombombe. Das Uran aus der "Wismut" ist hierfür ein entscheidender Faktor. Das Erzgebirge wird zum Hotspot des Kalten Krieges. Zehntausende Bergarbeiter werden in die Region gebracht, um nach Uran zu graben. Doch die Bedingungen sind lebensgefährlich: Einstürze und Unfälle sowie die Belastung mit Staub, Radongas und radioaktiver Strahlung gehören zum Alltag. Rund um Johanngeorgenstadt, Schneeberg und Schlema entstehen neue Schächte, Siedlungen und Sperrzonen. Zeitweise beschäftigt die "Wismut" mehr als 200.000 Menschen und steigt auf zum weltweit größten Uranbergbaubetrieb. Trotzdem ist es ein Verlustgeschäft, denn was die DDR an die Sowjetunion liefert, sind Reparationen für den verlorenen Krieg. Die "Wismut" ist in der DDR topsecret. Sowjetsoldaten sichern die Anlagen. Wer unter Spionageverdacht gerät, muss um sein Leben fürchten. Allein zwischen 1951 und 1953, so der Historiker Rainer Karlsch, werden rund 70 "Wismut"-Kumpel in der Sowjetunion hingerichtet. Gleichzeitig lockt das Unternehmen mit hohen Löhnen und Privilegien. Für viele Familien bedeutet die Arbeit einen Ausweg aus Not und Hunger der Nachkriegsjahre. Es ist der Beginn einer ambivalenten Geschichte zwischen Hoffnung, Aufstieg und Leid. Die Folgen des Raubbaus werden erst Jahre später deutlich. Uran aus dem Erzgebirge macht die Sowjetunion zur Atommacht. Doch der Preis für die Jagd nach dem radioaktiven Stoff ist hoch: Bis heute sterben Bergleute an Krebs, ganze Dörfer sind verschwunden, Landschaften verwüstet. Die einzigartige Geschichte der "Wismut" wirkt bis heute nach.

Tödliches Erbe der DDR - Deutsches Uran für Moskaus Bomben 22:25

Tödliches Erbe der DDR - Deutsches Uran für Moskaus Bomben: Strahlende Gefahr

Dokumentation

Bis 1990 liefert die DDR Uran für Moskaus Atombomben - mit drastischen Folgen für Mensch und Umwelt: Dörfer verschwinden, Landschaften werden radioaktiv verseucht, Bergleute erkranken. Die "Wismut" im Erzgebirge ist zeitweise der größte Uranbergbaubetrieb der Welt. Die Jagd nach dem radioaktiven Metall bezahlen viele Kumpel mit dem Leben. Die Sanierung der strahlenden Altlasten kostet bis heute Milliarden. Eine Mammutaufgabe für Generationen. Im atomaren Rüstungswettlauf mit den USA fordert die Sowjetunion von der DDR immer mehr Uran. Bis 1990 werden mehr als 216.000 Tonnen Uran geliefert. Das Uran aus dem Erzgebirge ist unverzichtbar für Moskaus Atomprogramm. Um den Uran-Hunger zu stillen, wird der Bergbau auf Thüringen ausgeweitet. Die Konsequenzen für die Region sind drastisch: Häuser stürzen ein, ganze Dörfer werden abgerissen. Radioaktive Abfälle werden in offene Gruben gekippt, chemische Laugen in Flüsse geleitet. Dramatisch ist es im Dorf Culmitzsch. 1962 bricht dort nachts der Damm eines riesigen Schlammbeckens, in dem Abfälle aus der Uranaufbereitung lagern. Eine radioaktive Flut ergießt sich Richtung Dorf, kontaminiert das Erdreich und den Fluss. Die DDR-Führung lässt Culmitzsch räumen und später abreißen. Was bleibt, ist eine Sperrzone. Die Umweltzerstörung ist nicht zu übersehen - offiziell ist sie tabu. 1987 filmt der Bürgerrechtler Michael Beleites heimlich die radioaktive Verseuchung. Seine Recherchen geraten in den Westen und er ins Visier der Staatssicherheit. Am schlimmsten trifft es die Bergleute. Sie arbeiten unter Tage mit radioaktivem Erz, atmen uranhaltigen Staub und Radongas ein. Der Uranbergbau fordert Tausende Opfer. Viele Kumpel erkranken, manche sterben. Die Diagnosen ähneln sich: Staublunge, Gelenkschäden, Lungenkrebs. Das Lungenkrebsrisiko unter Uranbergleuten sei etwa doppelt so hoch wie in der Allgemeinbevölkerung, sagt die Epidemiologin Michaela Kreuzer vom Bundesamt für Strahlenschutz. Doch der Nachweis eines Zusammenhangs ist schwierig. Tausende Kumpel kämpfen bis heute um die Anerkennung ihrer Erkrankungen als Berufskrankheit. Erst nach dem Mauerfall endet der Uranabbau im Erzgebirge. Die Sowjetunion zieht sich zurück und hinterlässt eine geschundene Landschaft. Die Sanierung der gigantischen Altlasten ist ein Milliardenprojekt, das die Region noch für Jahrzehnte prägen wird. Uran aus dem Erzgebirge macht die Sowjetunion zur Atommacht. Doch der Preis für die Jagd nach dem radioaktiven Stoff ist hoch: Bis heute sterben Bergleute an Krebs, ganze Dörfer sind verschwunden, Landschaften verwüstet. Die einzigartige Geschichte der "Wismut" wirkt bis heute nach.

Mysteriöse Kriminalfälle der DDR 23:15

Mysteriöse Kriminalfälle der DDR: Habgier unter Genossen

Recht und Kriminalität

Verbrechen durfte es im Osten eigentlich nicht geben. Die DDR wollte ein Staat ohne Mord, Totschlag und Diebstahl sein. Die Realität sah anders aus. In dieser Folge geht es unter anderem um den systematischen Klau von Trabis, quasi direkt vom Fabrikband. Und um eine lange ungeklärte Raubserie bei der Leipziger Messe - bis sich herausstellte, dass Stasi-Leute selbst dahintersteckten. Und auch Mordfälle gab es im Osten genauso wie im Westen. Zwei Beispiele zeigt der Film: Gewaltverbrechen, die es entgegen der sozialistischen Doktrin eigentlich nicht geben durfte. Und bei deren Aufklärung meistens die Stasi entscheidend mit eingriff - oder selbst darin verwickelt war. So im Fall der Leipziger Messe-Räuber, die jahrelang die Kripo beschäftigten. Immer wieder verschwanden Luxusgüter aus dem Westen von den Messeständen - bis sich herausstellte, dass Stasi-Leute den Klau in großem Stil organisiert hatten. Oder der spektakuläre Doppelmord an einem Ehepaar in Jena. Der Täter hatte mit ihnen einen betrügerischen Autokauf eingefädelt, den beiden Ahnungslosen das Geld abgeknöpft und sie dann umgebracht. Um Autos ging es auch bei einem anderen spektakulären und für die Mangelwirtschaft der DDR typischen Fall. Ein Schlosser aus dem VEB Sachsenring klaute jahrelang Trabi-Neuwagen und verkaufte sie an Besitzer älterer Modelle, deren Fahrgestellnummern ausgetauscht und im geklauten Neuwagen weiterverwendet wurden. Der Mann nutzte eine Kontroll-Lücke im komplizierten Produktionsablauf, so nur möglich wegen der Besonderheiten in einem sozialistischen Großbetrieb.