04:20
Kinder können erst ab einer bestimmten Hirnentwicklung lügen. Oscarpreisträger Morgan Freeman fragt: Gehört das Schwindeln zum Menschen? Wäre es nicht besser, immer die Wahrheit zu sagen? Lügen ist viel schwieriger, als ehrlich zu sein, weil das Gehirn beim Lügen mehr Informationen verknüpfen muss. Und tatsächlich: Psychologin Yaling Yang fand in Hirnscans von pathologischen Lügnern mehr Weiße-Substanz-Leitungsbahnen als bei anderen Menschen.
05:05
Der Traum vom ewigen Leben - er ist so alt wie die Menschheit selbst. Doch könnte er bald Wirklichkeit werden? Steht die Menschheit auf der Schwelle zur Unendlichkeit? Die Wissenschaft enträtselt die letzten Geheimnisse des Alterns und kennt inzwischen eine winzige Qualle, die ihren eigenen Tod überlebt. Sollte die Forschung ihr Geheimnis lüften und auf den Menschen übertragen können, könnte der Traum vom ewigen Leben wahr werden. Doch welche gesellschaftlichen Folgen hätte es, wenn immer mehr Menschen immer älter würden? Gar unendlich leben würden? Hat Sterben einen tieferen Sinn? Stammzellenforscher, Genetiker und Philosophen beschäftigen sich mit dem Tod und der Frage, wie man ihn überwinden könnte.
05:45
Seit Anbeginn der Menschheit lautet die Devise: Fortschritt. Oscarpreisträger Morgan Freeman fragt: Werden wir irgendwann das gesamte Universum beherrschen und wie Götter sein? Allmächtig? Einst zähmten wir das Feuer. Heute spielen wir schon mit Raum und Zeit. Der Bio-Ingenieur Adam Arkin sieht zumindest eine göttliche Fähigkeit schon zum Greifen nah: die Erschaffung neuer Lebensformen. Doch werden wir sie je dazu bringen, bewusst zu handeln?
06:30
Überwachungssysteme lauern überall und beobachten uns. Großstadtbewohner tauchen täglich auf Hunderten Überwachungsbändern auf. Wie weit ist es da noch bis zur totalen Überwachung? Bei einer Rundumüberwachung hätten Verbrecher keine Chance mehr. Doch wäre eine Welt ohne Privatsphäre wünschenswert? Wie würde sie den Alltag beeinflussen? Wissenschaftler untersuchen, warum heute viele so freizügig mit ihren Daten umgehen. Gerade in den sozialen Medien werfen die User freiwillig mit persönlichen Informationen um sich. Unternehmen nutzen diese für ihre Zwecke, um zum Beispiel Persönlichkeitsprofile zu erstellen. Das Recht auf Privatsphäre gerät dabei scheinbar in Vergessenheit.
07:05
Das Team um Oliver Welke berichtet über eine NATO in der Krise, steigende Lebenshaltungskosten als Folgen des Iran-Konflikts und über gesundheitspolitische Reformpläne der Bundesregierung. Diesmal dabei: Lou Strenger, Dennis Knossalla und Friedemann Weise. Diese Sendung wird im Web und in der App mit Gebärdensprache angeboten.
07:35
Einst von der Queen missachtet und von den Medien geschmäht: Camilla, die Ehefrau von König Charles III. - Wie die Geliebte zur Königin wurde. Inzwischen ist sie eine Säule der britischen Monarchie und längst angekommen in ihrem neuen royalen Top-Job. "Terra X History" erzählt ihren steinigen Weg auf den Thron. Bei einem Polospiel traf Camilla 1972 auf den britischen Thronfolger. Der schüchterne Charles war fasziniert. Doch die ein Jahr ältere Offizierstochter galt damals nicht als geeignete Heiratskandidatin für den Prince of Wales. Nur ein Jahr später ehelichte Camilla den britischen Offizier Andrew Parker Bowles. Charles trat 1981 mit Lady Diana Spencer vor den Traualtar. Doch trotz ihrer Ehen nahm die Liaison zwischen Camilla und Charles wieder Fahrt auf. Als 1992 heimlich mitgeschnittene intime Telefongespräche veröffentlicht wurden, war das Verhältnis kein Geheimnis mehr. Camillas Ehe ging in die Brüche, 1996 folgte die Scheidung von Charles und Diana. Diana-Fans gaben Camilla die Schuld am Scheitern der Ehe. Als die "Prinzessin der Herzen" bei einem Autounfall in Paris am 31. August 1997 tragisch ums Leben kam, wuchs der Hass der Briten auf Camilla noch. Sie kämpfte jahrelang darum, die Rolle der Diana-Rivalin abzulegen und als Lebensgefährtin von Charles öffentlich akzeptiert zu werden. Schließlich gab es für die beiden doch noch ein Happy End. Als Camilla Parker Bowles und Prinz Charles nach über 30 Jahren ihr Verhältnis am 9. April 2005 legalisierten, hatte sich die Öffentlichkeit bereits weitgehend mit ihnen ausgesöhnt. Für Camilla ein Imagewechsel, der seinesgleichen sucht. Wie hat sie es geschafft, von der meistgehassten Frau Englands zum royalen Darling zu werden? Wie hat sie dem enormen Druck jahrelang standhalten können? Was macht die Beziehung zu Charles aus, und wie füllt sie ihre neue Rolle aus?
08:20
Ein Royal zu sein, ist nicht leicht: Ein falsches Outfit, ein unbedachtes Wort, ein unpassendes Hobby - und schon schlagen die Wellen hoch. "Terra X History" schaut auf die höfische Etikette. Wer "zu Königs" gehört, ist oft einem strengen Protokoll unterworfen - das ist seit vielen Jahrhunderten so. Welche Regelbrüche werden geduldet, welche geächtet? "Terra X History" erklärt, was damals und heute an den Höfen Europas erlaubt ist und was verpönt. Für Adlige gelten meist andere Maßstäbe als für Normalsterbliche, und das schon bei den banalsten Dingen: Rocklänge, Absatzhöhe, Kopfbedeckung - alles streng geregelt. Aber auch in ernsten Angelegenheiten gibt es mitunter Vorschriften für die Royals: In Spanien zum Beispiel muss Leonor, die 19-jährige Kronprinzessin, für drei Jahre Militärdienst leisten, anstatt sich - wie andere Gleichaltrige - ihren Berufsweg selbst auszusuchen. Und ihr Großvater, König Juan Carlos, dankte ab, nachdem sein Hobby, die Elefantenjagd, bei seinen Untertanen für zu viel Empörung gesorgt hatte. "Terra X History" begibt sich auf die Suche nach den geschriebenen und ungeschriebenen Regeln der europäischen Königshäuser: die Do's and Don'ts der Royals.
09:05
Sisi, die eigenwillige Kaiserin Elisabeth von Österreich, ist schon zu Lebzeiten eine Legende: ewig jung und ewig schön. Dagegen ist das Leben ihrer vier Kinder alles andere als märchenhaft. Von wegen "liebevolle Mutter": Die echte Kaiserin Elisabeth ist das genaue Gegenteil von dem, was die "Sissi"-Filme aus den 50er-Jahren zeigen. In Wirklichkeit rückt sie zeitlebens ihre eigenen Interessen in den Vordergrund. Zum Leidwesen ihrer Kinder. Nach der Hochzeit mit Kaiser Franz Joseph bekommt Sisi den Druck zu spüren: Der Fortbestand der Dynastie hängt an der jungen Frau. Mit 17 bringt sie ihre Tochter Sophie zur Welt. Doch auch mit der Geburt von Gisela erfüllt sie nicht die Erwartungen des Hofes. Als Sophie während einer Ungarnreise mit nicht einmal zwei Jahren stirbt, zeigen sich tiefe Risse in der Beziehung der Eltern. Erst die Geburt des Thronfolgers Rudolf kann die Situation entschärfen. Daraufhin nimmt Sisi für zwei Jahre Reißaus. Ihre Kinder wachsen in dieser Zeit ohne sie auf. Als die Kaiserin zurückkehrt, erkennen sie "die fremde Frau" nicht. Für die Kinder ist es ein Leben ohne mütterliche Liebe, das mit dem Selbstmord des Thronfolgers endet. Das vierte Kind, Tochter Marie Valerie, wird von Sisi geradezu mit ihrer Liebe und Zuneigung erdrückt, bis diese sich durch Einheirat in die "Skandal-Linie" der Habsburger von ihrer Mutter befreien kann. Mit ihren neun Kindern und zahlreichen Enkeln sorgt Marie Valerie dafür, dass die Familie bis heute weitverzweigt ist. Kaiser Franz Josephs Liebling ist seine Enkelin Elisabeth Marie, genannt "Erzsi". Sie wird zur Rebellin am Wiener Hof. Nach dem Untergang des Kaiserreichs beginnt sie ein neues Leben in sozialdemokratischen Kreisen und heiratet einen Vertreter der Wiener Arbeiterklasse. Sisi erlebt das Ende der Monarchie nicht mehr: Sie fällt 1898 in Genf einem Attentat zum Opfer.
09:48
Egal, ob Politik, Wirtschschaft, Kultur oder Gesellschaft - das Nachrichtenmagazin informiert kurz und knackig über aktuell relevante Themen.
09:50
Sisi und Franz: das Traumpaar aus den Filmen der 50er-Jahre mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm. Doch war Franz Joseph wirklich Sisis große Liebe? Auf der Leinwand der jugendlich-frische Monarch, zerrissen zwischen herrschaftlichen Pflichten und übergroßer Liebe zu seiner Frau Elisabeth, genannt Sisi. In Wirklichkeit war Kaiser Franz Joseph I. von Österreich-Ungarn ein Herrscher, der mit harter Hand regierte. Die Dokumentation erzählt die Geschichte eines konservativen Monarchen, der keine Antworten auf die drängenden politischen und gesellschaftlichen Probleme seiner Zeit fand. Persönliche Schicksalsschläge, wie den Selbstmord seines Sohnes, Thronfolger Rudolf, ertrug der Kaiser mit stoischer Haltung. "Mir bleibt doch nichts erspart auf dieser Welt", soll Franz Joseph gesagt haben, als er 1898 von dem tödlichen Anschlag auf seine Frau Elisabeth erfuhr. 43 Jahre währte die Ehe, doch lebte das Kaiserpaar längst in getrennten Welten. Auch wenn seine bedingungslose Liebe zu Sisi als historisch gesichert gilt: Sie hat ihn nicht von intimen Beziehungen zu anderen Frauen abgehalten. Auf der Grundlage neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse zeichnet der Film ein emotionales Porträt von Kaiser Franz Joseph - einem Mann voller Widersprüche, geprägt von großem Pflichtbewusstsein in Zeiten des politischen Umbruchs in Europa.
10:35
Die große Liebe soll es sein! Doch was zu Beginn wie ein Feuer brennt, ist am Ende oft nur noch Asche. "Terra X History" schaut auf sechs besonders prominent gescheiterte Beziehungen. Welche ist die schmutzigste Scheidung, welche die blutigste, die schnellste, die teuerste und welche die skurrilste Trennung der Geschichte? Und wer ließ sich am häufigsten scheiden? Der Film erzählt die Hintergründe spektakulärer Ehekriege. Die Hollywood-Romanze von Johnny Depp und Amber Heard endete in einer der größten öffentlichen Promi-Schlammschlachten der Geschichte. In einem aufsehenerregenden Gerichtsprozess ging es um die gescheiterte Ehe, um Drogen, Lügen und Gewalt. Am Ende standen für die Öffentlichkeit beide als Verlierer da. Fast 500 Jahre zuvor erlebte eine Beziehung, die wie kaum eine andere die Geschichte Englands prägte, ein blutiges Finale: Heinrichs VIII. ließ seine Gattin Anne Boleyn wegen angeblichen Ehebruchs hinrichten. Kurzen Prozess machten auch Popikone Britney Spears und Jason Alexander. Die beiden konnten gar nicht schnell genug wieder voneinander loskommen. Der Spontanehe folgte die schnellste Scheidung aller Zeiten - nach nur 55 Stunden. Microsoft-Gründer Bill Gates und seine Frau Melinda hingegen waren lange 27 Jahre verheiratet. Was als Büroromanze begann, mündete in die vermutlich teuerste Scheidung überhaupt. Weniger teuer, aber dafür umso häufiger ließ sich Schauspielerin Liz Taylor scheiden. Bis heute gilt sie als die Frau mit den meisten Scheidungen. Als schönste Frau der Welt gefeiert, machte sie eben auch wegen ihrer vielen Ehemänner von sich reden. Zwölf Jahre dauerte das zähe Ringen um die Annullierung der skandalträchtigen Ehe von Caroline von Monaco und Philippe Junot. Es ist eine der skurrilsten Scheidungen der Geschichte. Im Mittelpunkt: das Fürstentum Monaco und der Heilige Stuhl in Rom.
11:25
Für viele ist es der schönste Tag im Leben: die Hochzeit - ein Fest der Liebe. Doch seit wann heiraten wir eigentlich? Und was hat sich daran im Lauf der Geschichte geändert? Der "Bund fürs Leben" ist hierzulande gesetzlich besonders geschützt. Seit 2017 gilt die "Ehe für alle". Meist heiraten die Paare aus Liebe - doch das war nicht immer so. "Terra X History" geht dem "Mythos Hochzeit" auf die Spur. "Verliebt, verlobt, verheiratet" - noch immer gilt diese Formel als Garant für eine glückliche Ehe. Dabei ist das Konzept der Liebesheirat noch gar nicht so alt. Lange standen andere Aspekte bei einer Eheschließung im Vordergrund: Versorgung, Vermögenssicherung und Fortbestand der Familie. Erst im Zeitalter der Romantik festigte sich die Idee einer Heirat aus Liebe. Auch die Tradition der "weißen Braut" ist noch gar nicht so alt, wie viele glauben: Als Queen Victoria I. 1840 ihren deutschen Prinzen Albert von Sachsen-Coburg ehelicht, schreitet sie in einem Traum in Weiß vor den Altar - und beeinflusst die Brautmode damit bis heute. Hochzeiten, vor allem royale, faszinieren uns, wecken Träume und Sehnsüchte. Als sich Prinzessin Diana und Prinz Charles 1981 in der Londoner St Paul's Cathedral das Jawort geben, nehmen weltweit rund 750 Millionen Zuschauer vor ihren Fernsehern an dem Ereignis teil. 2011, bei der Hochzeit von William und Kate, sind es rund zwei Milliarden. "Terra X History" spürt dem "Mythos Hochzeit" nach.
12:10
Mächtige Männer und ihre heimlichen Geliebten: Warum scheint das eine mit dem anderen unweigerlich verknüpft zu sein? "Terra X History" erzählt die Geschichte von fünf "Schattenfrauen". Die Bundeskanzler Helmut Kohl und Willy Brandt, der französische Präsident Francois Mitterand, Bayernkönig Ludwig I. und der französische König Louis XV. unterhielten jahrelang Beziehungen zu Frauen, mit denen sie nicht verheiratet waren. Teils mit fatalen Folgen. Madame de Pompadour, die offizielle Geliebte des französischen Königs Louis XV., gilt als Synonym für die "Mätresse" schlechthin. Sie war nicht nur schön, sondern auch machtbewusst und intelligent. Dem französischen König wärmte sie das Bett, verstand es aber auch, sich als einflussreiche politische Beraterin am Hof zu etablieren, und förderte Kunst und Wissenschaft. Mit ihr, meinen Historiker, begann die "Herrschaft der Mätressen" in Versailles. Die Affäre mit der Tänzerin Lola Montez kostete Bayernkönig Ludwig I. den Thron: Der betagte Monarch verfiel der Femme fatale nach ihrer ersten Begegnung. Er garantierte ihr eine fürstliche Leibrente, änderte gar sein Testament zu ihren Gunsten. Seine Untertanen waren entsetzt - und gingen auf die Barrikaden. Mit der 27 Jahre jüngeren Anne Pingeot führte Francois Mitterand jahrzehntelang ein zweites Familienleben. Sowohl seine Ehefrau Danielle als auch seine Söhne wussten von der Geliebten, auch einige Journalisten waren eingeweiht. Von der Existenz Mitterands unehelicher Tochter erfuhr die Öffentlichkeit jedoch erst nach seinem Tod. Auch Willy Brandt und Helmut Kohl unterhielten Beziehungen zu Frauen, mit denen sie nicht verheiratet waren: Beatrice Herbold lernte Bundeskanzler Helmut Kohl bei einem Urlaub in Bad Hofgastein kennen. Sie beschreibt ihn als ihren "Seelenpartner". Zwischen der Journalistin Heli Ihlefeld und Willy Brandt bestand nicht nur körperliche Anziehung, sondern auch Freundschaft und gegenseitiger Respekt. Der Film beschreibt die vielschichtigen Beziehungen zwischen mächtigen Männern und ihren heimlichen Geliebten, die oft so gar nicht den Klischees entsprechen.
12:55
"Wir müssen alles erfahren!", fordert Erich Mielke, der Leiter des DDR-Inlandsgeheimdienstes. Die etwa 200.000 Mitarbeiter seiner "Staatssicherheit" spionieren dafür rund um die Uhr. Nach der Wende finden Bürgerrechtler tonnenweise Akten, Tonbänder, Filme, aber auch rätselhafte Gläser mit "Geruchsproben" in den Stasiarchiven. Sie geben tiefe Einblicke in die geheime Welt von Mielkes Agenten und Zuträgern, in ihr Tun und Denken. Die Stasi hat bei vielen, die sie überwachte, tiefe Wunden hinterlassen. Betroffene schildern, wie sie persönlich ins Visier der Stasi gerieten, wie sie belauscht, bespitzelt oder gar Ziel von Mordanschlägen wurden. Experten ordnen die persönlichen Erlebnisse in die Geschichte der Staatssicherheit und der DDR insgesamt ein. "Terra X History" zeigt Anspruch und Wirklichkeit eines der mächtigsten Geheimdienste der Welt.
13:40
Ob Begnadigung oder Neubewertung der Straftaten: In den Wirren der Wendezeit kamen viele gewalttätige Schwerverbrecher aus DDR-Gefängnissen frei. Einige wurden schnell rückfällig. Vor der Wiedervereinigung mussten Justiz und Strafvollzug der beiden deutschen Staaten aneinander angepasst werden. Verantwortliche entschieden, wer in der DDR zu Unrecht verurteilt worden war, wer freikommen sollte. Es gab Entscheidungen mit schrecklichen Folgen. In den gerade mal elf Monaten zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung standen die Zeichen auf Freiheit. Tausende politische Gefangene kamen aus den DDR-Gefängnissen frei. Allerdings galten die Straferlasse aber teilweise auch für gefährliche Gewalttäter. Für sie öffneten sich die Tore der Haftanstalten - entweder, weil man sie begnadigte, oder, weil ihre Schuld nach den Gesetzen der Bundesrepublik abgegolten war. Einer von ihnen ist Klaus-Dieter S., ein Mann, der schon zu DDR-Zeiten eine Frau missbraucht und ermordet hatte. Er habe keinerlei Zeit gehabt, so S., sich auf die Entlassung ins wiedervereinigte Deutschland vorzubereiten - an einem Freitagnachmittag wurde ihm mitgeteilt, dass er am folgenden Montag entlassen würde. S. überfiel in den 90er-Jahren in Westdeutschland mehrere Frauen und ermordete eine weitere. Bis heute sitzt er im Maßregelvollzug in einer forensischen Psychiatrie. Ein anderer Fall ist Herbert M., der bereits in der DDR in den 50er-Jahren ein fünfjähriges Mädchen tötete, später eine junge Frau. In der Wendezeit wurde er begnadigt, kam Ende September 1990 frei und tötete nur ein gutes Jahr später wieder: In der Silvesternacht 1991/92 sollte er auf zwei kleine Mädchen aufpassen, die vier und fünf Jahre alten Töchter einer Bekannten, und ermordete diese am Ende bestialisch. Wieso konnten gewalttätige Verbrecher entlassen werden? Antworten sucht der Film mithilfe eines forensischen Psychiaters, aber auch bei den damals verantwortlichen Politikern.
14:25
Essen im geteilten Deutschland: Toast Hawaii oder Karlsbader Schnitte? Hamburger oder Grilletta? Hotdog oder Ketwurst? Wie sah es aus auf deutschen Tellern in Ost und West? In der Bundesrepublik herrschen ein Jahrzehnt nach dem Krieg Wirtschaftswunder und Überfluss: Die Deutschen im Westen schlemmen und gönnen sich wieder was. Im Osten hingegen wird "Konsumsozialismus" propagiert. Die Banane wird zum Symbol des Mangels. Die Dokumentation erzählt die Geschichte der deutschen Esskultur von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart. Es ist die Zeit großer Veränderungen: In beiden Teilen Deutschlands werden nach dem Krieg neue Foodtrends entwickelt. Technische Innovationen erobern die Küchen - aber auch Essen aus anderen Ländern wie Pizza, Soljanka und Döner verändern die Essgewohnheiten hierzulande. Amerikanische Fast-Food-Ketten erobern die westdeutschen Städte, auch im Osten wird man in Sachen Essen immer experimentierfreudiger. Das Thema Essen führt zu Hüftspeck in Ost und West. Mit Fitness und Diäten wird ab den 70ern den Fettröllchen der Kampf angesagt. Mit viel Humor und Anekdoten unternimmt die Dokumentation einen bunten, appetitanregenden Streifzug durch die deutsch-deutsche Esskultur.
15:15
Krypto-Queen Ruja Ignatova, Wirecard-Manager Jan Marsalek, Hochstaplerin Anna Sorokin: "Terra X History" zeigt drei unglaubliche Betrugsfälle und die Menschen, die alle Welt täuschten. Es geht um Geld, um sehr viel Geld. Ignatova soll Unsummen veruntreut haben. Scheinbuchungen in Milliardenhöhe werden Marsalek vorgeworfen. Und Sorokin gab sich als deutsche Millionenerbin aus und legte damit die New Yorker Schickeria aufs Kreuz. Auf die Ergreifung von Ruja Ignatova wurden 100.000 Dollar ausgesetzt. Die Deutsche aus Schramberg im Schwarzwald machte mit der von ihr 2014 gegründeten Krypto-Währung OneCoin Furore. Medien nannten sie die "Krypto-Queen", weil sie grandiose Auftritte vor ihren Anhängern absolvierte, die an sie glaubten wie an eine Heilsbringerin. Millionen Menschen, die in ihre "Währung" investierten, galt sie als Hoffnung auf ein besseres Leben. Im Oktober 2017 setzte sie sich nach Osteuropa ab. Ein Hollywoodfilm soll ihre Vita verfilmen, mit Kate Winslet in der Hauptrolle. Auch Ex-Manager Jan Marsalek setzte sich wahrscheinlich Richtung Osten ab. Mit einem Privatflugzeug floh er nach Minsk, als der Wirecard-Skandal 2020 publik wurde. Dem ehemaligen Vorstandsmitglied wird Bilanzfälschung aufgrund von Scheinbuchungen im Umfang von mindestens 1,9 Milliarden Euro vorgeworfen. Geld, das es wohl nie gab. Der Zusammenbruch von Wirecard gilt als größter Wirtschaftsskandal Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Als bekannteste Hochstaplerin unserer Zeit gilt Anna Sorokin. Sie gab sich als reiche Erbin aus und täuschte damit erfolgreich die New Yorker High Society. Mit dieser Masche erschlich sie sich Geld und geldwerte Leistungen in Höhe von 275.000 US-Dollar. 2017 wurde Sorokin wegen Betrugs verhaftet und 2019 zu einer Haftstrafe von mindestens vier Jahren verurteilt. Ihre Geschichte sorgte weltweit für Aufsehen. Wie funktioniert das Muster von Täuschung und Betrug? Wie gelingt es, andere Menschen hinters Licht zu führen? "Terra X History" blickt auf drei spektakuläre True-Crime-Geschichten über Geld, Macht und Gier.
15:55
Manchmal sind Vierbeiner genauso berühmt wie Herrchen und Frauchen. Und sie sind gut fürs Image. "Terra X History" erzählt die Geschichte von mächtigen Menschen, Hund und Katz. Tiere spielen im Leben vieler Menschen eine Hauptrolle. Auch die Mächtigen dieser Welt sind davon nicht ausgenommen. Allein im Weißen Haus tummelten sich bereits unzählige Vierbeiner. In Großbritannien sind die Corgis der Queen Legende. So mancher Politiker und Staatschef nutzt seinen Hund, um Sympathiepunkte zu sammeln. Oder - wie Adolf Hitler - als Teil der eigenen Inszenierung. Andere lieben ihre Vierbeiner einfach und nehmen sie überall hin mit. Auch ins Weiße Haus - die berühmteste Hundehütte der Welt, wie manche behaupten. Schon US-Präsident Franklin D. Roosevelt brachte seine Fala mit in den Amtssitz, aber auch neben George Bush Jr. und Barack Obama saßen Fellnasen im Oval Office. Kennedys kleine Pushinka war ein diplomatisches Geschenk - mit Grüßen aus Moskau. Auch im französischen Élysée-Palast ist mit seinen mehr als 360 Zimmern noch Platz für Hunde. Nur, wenn mal ein kleines Malheur passiert, wie bei Nemo, dem Hund von Emmanuel Macron, wird der Protokollchef nervös. In der Londoner Downing Street Nummer 10 residiert hingegen eine Katze: Der Posten des Chief Mouser, des obersten englischen Mäusejägers, ist eine dotierte Beamtenstelle auf Lebenszeit der Katze. Premierminister kommen und gehen, der Chief Mouser bleibt. "Die Hunde der Mächtigen - und eine Katze" ist eine tierische Reise durch die Weltgeschichte und erzählt von Vierbeinern, die an der Seite ihrer Menschen selbst zu Berühmtheiten wurden.
16:40
Krankheiten können jeden treffen, auch Promis. Oft versuchen Künstler, Politiker oder Royals, ihre Leiden vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Was geschieht, wenn die Presse davon erfährt? Ob Freddie Mercury, Kaiserin Soraya oder John F. Kennedy: Sie litten heimlich an Krankheiten. Welchen Einfluss hatten ihre Gebrechen auf ihr Leben, ihre Karriere - vielleicht sogar auf die Weltgeschichte? "Terra X History" geht den Spuren berühmter Kranker nach. Kaiser Wilhelm II. litt aufgrund eines Geburtsfehlers Zeit seines Lebens an einem verkürzten linken Arm. Eine besonders strenge Erziehung sollte diesen Makel ausgleichen. Bei öffentlichen Auftritten und auf Fotos versuchte er stets, die Beeinträchtigung zu verstecken. Historiker und Ärzte sind sich einig: Wilhelm II. entwickelte daraus einen Minderwertigkeitskomplex. Hatte das auch Auswirkungen auf seine Politik? US-Präsident John F. Kennedy galt als charmanter, vitaler Politiker. Er wurde gefeiert wie ein Popstar. Dass er seit seiner frühesten Kindheit an spinaler Muskelatrophie litt, hielt Kennedy stets vor der Öffentlichkeit geheim. Starke Medikamente führten zur Abhängigkeit; die Überdosierung wiederum zu weiteren körperlichen Beeinträchtigungen. Um sich bei öffentlichen Auftritten überhaupt auf den Beinen halten zu können, trug der US-Präsident heimlich ein Stützkorsett. Kostete ihn dies am 22. November 1963 in Dallas das Leben? Die persische Kaiserin Soraya schien ein unbeschwertes Leben in Luxus und Reichtum zu führen. Doch auch sie verbarg ein Geheimnis: Nach einer schweren Typhus-Erkrankung litt die zweite Ehefrau des Schahs unter Kinderlosigkeit. Auch Fachärzte konnten nicht helfen. Nach sieben Jahren Ehe trennte sich der Kaiser von ihr, heiratete erneut, um den ersehnten Erben zu erhalten. Soraya musste den persischen Hof verlassen. Freddie Mercury, der sich mit dem tödlichen Virus HIV ansteckte, machte seine Krankheit erst nach jahrelangem Versteckspiel öffentlich - allerdings erst einen Tag vor seinem Tod. Die Mexikanerin Frida Kahlo erlitt bei einem Busunglück schwere Verletzungen, die sie monatelang ans Bett fesselten und chronische Schmerzen verursachten. Die Malerei wurde für sie zum Rettungsanker, ihre Bilder zum Ausdruck von Leid und Stärke.
17:25
Kaiserin Sisi, Winston Churchill, Konrad Adenauer, Marilyn Monroe und Robert Enke: Psychologe Leon Windscheid führt anhand der Prominenten durch die Geschichte der Krankheit Depression. So spricht er mit der berühmten Psychoanalytikerin Erika Freeman, die nicht nur Marilyn Monroe, sondern auch Woody Allen, Marlon Brando und viele andere Hollywood-Stars behandelte. Leon Windscheid fährt zum Kloster Maria Laach, in dem Konrad Adenauer vor den Nationalsozialisten Schutz suchte. Dort trifft er auf Prof. Hanns-Jürgen Küsters, der aus den rund 200 bislang unbekannten Briefen des ersten deutschen Bundeskanzlers zitiert, in denen auch Suizidgedanken erwähnt werden. Was war in den jeweiligen Epochen der Protagonisten über Depressionen oder entsprechende Gemütszustände bekannt, und wie gingen die Betroffenen selbst damit um? Wie sehen wir mit unserem Wissen heute auf die großen Persönlichkeiten der Weltgeschichte? Schon Sisi sagte man eine schwere Melancholie nach. Die Kaiserin wog nie mehr als 50 Kilogramm bei einer Größe von 1,72 Metern. Am Ende ihres Lebens trug sie nur noch schwarze Kleidung und vermied jeden Kontakt mit der Öffentlichkeit. Diese Melancholie, die man schon damals als psychische Krankheit begriff, bekam erst im Laufe des 19. Jahrhunderts den Namen Depression. Winston Churchill erlebte immer wieder Phasen von anhaltender Niedergeschlagenheit. Diese Zeiten nannte er "Besuch vom schwarzen Hund". Leon Windscheid trifft sich auch mit Teresa Enke, der Witwe des deutschen Fußball-Nationaltorwarts Robert Enke, der 2009 durch Suizid starb. Als Vorstandsvorsitzende der Robert-Enke-Stiftung bemüht sie sich heute um Aufklärung hinsichtlich der Krankheit Depression. Erstmals in dieser Zusammenschau erläutert die Dokumentation die Hintergründe der Leidensgeschichten in den einzelnen Biografien.
18:10
Sie sind die berühmtesten Schwestern der Niederlande: die Königstöchter Amalia, Alexia und Ariane. Was bedeutet es, dass nur eine von ihnen einmal den Thron besteigen wird? Mit der Volljährigkeit rücken auch die jüngeren Töchter in das Interesse der Öffentlichkeit. Verantwortung aber trägt nur die Erstgeborene, Prinzessin Amalia. Ihr Weg ist vorbestimmt als künftige Königin der Niederlande. Ihre Schwestern aber haben die Wahl. Stellen sich Prinzessin Alexia und Prinzessin Ariane in den Dienst des Königshauses wie ihre Großtante Margriet, für die das seit mehr als 60 Jahren Lebensaufgabe ist? Oder folgen sie dem Vorbild von König Willem-Alexanders Brüdern, die als Freelance-Royals eigene Wege gingen? Die Prinzen Friso und Constantijn wurden von ihren Eltern zu einem selbstbestimmten Leben ermutigt. Job, Studium, Eigenverantwortung - so lautete die Devise bei Königin Beatrix und Prinz Claus. Friso schaffte es bis zum Top-Manager eines Nukleartechnologieunternehmens, bevor sein Leben 2013 auf tragische Weise endete. Constantijn zieht die Strippen in der Tech- und Start-up-Szene. Als Netzwerker, Berater und Veranstalter arbeitet er am Aufbau von Innovations- und Technologieökosystemen. Und doch steht er bereit, wenn es darum geht, die Krone zu repräsentieren. Willem-Alexanders Brüder haben gezeigt, dass sich königliche Herkunft und Karriere miteinander vereinbaren lassen. Das niederländische Königshaus nimmt hier eine Vorreiterrolle ein. Der Film blickt auf drei Generationen königlicher Geschwister und beleuchtet, was es für die Erstgeborenen bedeutet, den Thron zu übernehmen und wie es für die Jüngeren ist, als Royals auf der Reservebank aufzuwachsen.
18:55
Kein Amt in Sicht und doch im Rampenlicht. Kaum Pflichten, aber viele Privilegien. Haben Anne, Edward und Andrew, die Geschwister von König Charles III., tatsächlich das leichtere Leben? Was heißt es, "spare to heir", Ersatzerbe, zu sein? Prinzessin Anne war einmal auf Platz zwei der Thronfolge. Heute gilt sie als Fleißigste in der Königsfamilie. Von klein auf schien sie geeigneter für die große Bühne als ihr schüchterner Bruder Charles. Prinz Andrew absolvierte eine steile Militärkarriere. Nebenbei lieferte er den Medien immer wieder Skandale. Zuletzt geriet er in den Dunstkreis krimineller Machenschaften durch seinen Freund Jeffrey Epstein. Obwohl er seit Mai 2020 das Königshaus nicht mehr vertreten darf und 2022 alle Schirmherrschaften und Ehrentitel abgab, steht der Palast weiter unter Handlungsdruck, was Andrews Verstrickung in den Missbrauchsskandal betrifft. Edward ist 16 Jahre jünger als sein Bruder Charles. Er versuchte, mit einer Filmproduktionsfirma Geld zu verdienen. Doch der Erfolg blieb aus. Daher stieg der Prinz wieder verstärkt in den royalen Betrieb ein. 2022 ernannte König Charles ihn neben Anne als Staatsrat. Damit kann auch Edward seinen Bruder vertreten, wenn dieser krank oder im Ausland ist. Wie bewertet die britische Öffentlichkeit den Job der Geschwister des Königs? Und die nächste Generation? Was ist mit Harry, dem Bruder von Thronfolger William? Der Zweitgeborene hat ein Exempel statuiert: Warum sich von royalen Zwängen einengen lassen, wenn man in der Thronfolge ohnehin abgeschlagen ist? Mit seinem Ausstieg stürzte er die Königsfamilie in eine Krise. Als rebellisch galt auch Margaret, die Schwester der Queen. Doch dank ihres Muts, mit Regeln und Traditionen zu brechen, wurde sie auch zu einer Wegbereiterin für moderne Royals. Der Film beleuchtet, wie die nachgeborenen Prinzen und Prinzessinnen mit ihren Nebenrollen im königlichen Schauspiel zurechtkommen.
19:40
Das Team um Oliver Welke berichtet über eine NATO in der Krise, steigende Lebenshaltungskosten als Folgen des Iran-Konflikts und über gesundheitspolitische Reformpläne der Bundesregierung. Diesmal dabei: Lou Strenger, Dennis Knossalla und Friedemann Weise. Diese Sendung wird im Web und in der App mit Gebärdensprache angeboten.
20:15
Filmstar Romy Schneider: Neu entdeckte Privatfilme, Briefe und Tagebücher geben spannende Einblicke in ihr Leben, vor allem in die schwierige Beziehung zu Mutter Magda. Hals über Kopf zog Romy Schneider 1958 nach Paris, zu ihrer großen Liebe Alain Delon. Damit verabschiedete sie sich vom deutschen Nachkriegsfilm, in dem Mutter und Tochter ein Gespann waren, das die Kinokassen klingeln ließ. Eine Flucht vor der Übermutter? Hängte Romy ihre Sissi-Rolle an den Nagel, weil sie in der mütterlichen "Zwangsjacke" zu ersticken drohte? Zu Beginn von Romy Schneiders Karriere galt Magda als omnipräsente Helikoptermutter, als "Wachhund", der den Jungstar keine Sekunde aus den Augen ließ. Eifersüchtig soll sie verfolgt haben, wie Romy zum gefeierten Kinostar aufstieg und die Filmkarriere der Mutter in den Schatten stellte. Und nicht nur das: Magda soll rigoros alle anspruchsvollen Rollenangebote für die junge Romy vom Tisch gefegt haben. Die Tochter sollte lieber weiterhin in Schmonzetten spielen, in denen Magda gleich mit gebucht wurde. Lange werden diese Vermutungen nicht hinterfragt. Der neue Dokumentenfund erzählt von Romys Sehnsüchten, Ängsten und Leidenschaften, vor allem aber offenbart er, wie es wirklich war - das Verhältnis von Romy und Magda Schneider.
21:00
Einst von der Queen missachtet und von den Medien geschmäht: Camilla, die Ehefrau von König Charles III. - Wie die Geliebte zur Königin wurde. Inzwischen ist sie eine Säule der britischen Monarchie und längst angekommen in ihrem neuen royalen Top-Job. "Terra X History" erzählt ihren steinigen Weg auf den Thron. Bei einem Polospiel traf Camilla 1972 auf den britischen Thronfolger. Der schüchterne Charles war fasziniert. Doch die ein Jahr ältere Offizierstochter galt damals nicht als geeignete Heiratskandidatin für den Prince of Wales. Nur ein Jahr später ehelichte Camilla den britischen Offizier Andrew Parker Bowles. Charles trat 1981 mit Lady Diana Spencer vor den Traualtar. Doch trotz ihrer Ehen nahm die Liaison zwischen Camilla und Charles wieder Fahrt auf. Als 1992 heimlich mitgeschnittene intime Telefongespräche veröffentlicht wurden, war das Verhältnis kein Geheimnis mehr. Camillas Ehe ging in die Brüche, 1996 folgte die Scheidung von Charles und Diana. Diana-Fans gaben Camilla die Schuld am Scheitern der Ehe. Als die "Prinzessin der Herzen" bei einem Autounfall in Paris am 31. August 1997 tragisch ums Leben kam, wuchs der Hass der Briten auf Camilla noch. Sie kämpfte jahrelang darum, die Rolle der Diana-Rivalin abzulegen und als Lebensgefährtin von Charles öffentlich akzeptiert zu werden. Schließlich gab es für die beiden doch noch ein Happy End. Als Camilla Parker Bowles und Prinz Charles nach über 30 Jahren ihr Verhältnis am 9. April 2005 legalisierten, hatte sich die Öffentlichkeit bereits weitgehend mit ihnen ausgesöhnt. Für Camilla ein Imagewechsel, der seinesgleichen sucht. Wie hat sie es geschafft, von der meistgehassten Frau Englands zum royalen Darling zu werden? Wie hat sie dem enormen Druck jahrelang standhalten können? Was macht die Beziehung zu Charles aus, und wie füllt sie ihre neue Rolle aus?
21:40
Ein Royal zu sein, ist nicht leicht: Ein falsches Outfit, ein unbedachtes Wort, ein unpassendes Hobby - und schon schlagen die Wellen hoch. "Terra X History" schaut auf die höfische Etikette. Wer "zu Königs" gehört, ist oft einem strengen Protokoll unterworfen - das ist seit vielen Jahrhunderten so. Welche Regelbrüche werden geduldet, welche geächtet? "Terra X History" erklärt, was damals und heute an den Höfen Europas erlaubt ist und was verpönt. Für Adlige gelten meist andere Maßstäbe als für Normalsterbliche, und das schon bei den banalsten Dingen: Rocklänge, Absatzhöhe, Kopfbedeckung - alles streng geregelt. Aber auch in ernsten Angelegenheiten gibt es mitunter Vorschriften für die Royals: In Spanien zum Beispiel muss Leonor, die 19-jährige Kronprinzessin, für drei Jahre Militärdienst leisten, anstatt sich - wie andere Gleichaltrige - ihren Berufsweg selbst auszusuchen. Und ihr Großvater, König Juan Carlos, dankte ab, nachdem sein Hobby, die Elefantenjagd, bei seinen Untertanen für zu viel Empörung gesorgt hatte. "Terra X History" begibt sich auf die Suche nach den geschriebenen und ungeschriebenen Regeln der europäischen Königshäuser: die Do's and Don'ts der Royals.
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Die Rolle des Prinzen von Wales ist die wohl undurchsichtigste Position im britischen Königshaus. Ein Titel, der dem erstgeborenen männlichen Thronfolger gebührt. Doch ist er Fluch oder Segen? Wie herausfordernd langes Warten auf den Job des Monarchen sein kann, haben viele Prinzen von Wales vom Mittelalter bis heute erfahren. Strenge Erziehung, öffentliche Verantwortung und so manche Verfehlung haben die königlichen Dynastien schon ins Wanken gebracht. Mit ihm fing vor siebenhundert Jahren alles an: Edward von Woodstock, furchtloser und gefürchteter Kämpfer, wegen seiner schwarzen Rüstung auch der Schwarze Prinz genannt. Edward schmückte sich als erster mit den drei Straußenfedern, die seither das Wappen des Prinzen von Wales zieren - nebst dem Motto "Ich dien". Von ihm stammt auch der rote Rubin, den Elizabeth II. stolz in ihrer Krone trug. Nicht jeder Titelinhaber nahm es mit den Pflichten so genau: Als Prinz von Wales verprasste Georg IV. im 18. Jahrhundert ein Vermögen, frönte dem Glücksspiel und genoss ein abwechslungsreiches Sexualleben. Der spätere Edward VIII. wurde als Prinz von Wales gefeiert wie ein Popstar, galt als Lebemann und Modernisierer. Doch nach seiner Abdankung wegen der Heirat mit der geschiedenen Amerikanerin Wallis Simpson wurde er zur Persona non grata. Den Thron überließ er seinem Bruder - und dessen Tochter Elizabeth. Die stabilisierte die Krone, auch wenn ihr Sohn Charles als Prinz von Wales etliche Skandale verursachte. Von vielen mitleidig belächelt, konnte er erst nach 70 Jahren den Thron besteigen. Auch sein Sohn William hat es nicht leicht: Als Teenager verlor er seine Mutter Prinzessin Diana. Seine Frau Catherine und Vater Charles sind an Krebs erkrankt und Bruder Harry ätzt aus dem amerikanischen Exil mit immer neuen Vorwürfen. Seine Zeit als Prinz von Wales scheint eher Fluch als Segen zu sein.
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Mächtige Männer und ihre heimlichen Geliebten: Warum scheint das eine mit dem anderen unweigerlich verknüpft zu sein? "Terra X History" erzählt die Geschichte von fünf "Schattenfrauen". Die Bundeskanzler Helmut Kohl und Willy Brandt, der französische Präsident Francois Mitterand, Bayernkönig Ludwig I. und der französische König Louis XV. unterhielten jahrelang Beziehungen zu Frauen, mit denen sie nicht verheiratet waren. Teils mit fatalen Folgen. Madame de Pompadour, die offizielle Geliebte des französischen Königs Louis XV., gilt als Synonym für die "Mätresse" schlechthin. Sie war nicht nur schön, sondern auch machtbewusst und intelligent. Dem französischen König wärmte sie das Bett, verstand es aber auch, sich als einflussreiche politische Beraterin am Hof zu etablieren, und förderte Kunst und Wissenschaft. Mit ihr, meinen Historiker, begann die "Herrschaft der Mätressen" in Versailles. Die Affäre mit der Tänzerin Lola Montez kostete Bayernkönig Ludwig I. den Thron: Der betagte Monarch verfiel der Femme fatale nach ihrer ersten Begegnung. Er garantierte ihr eine fürstliche Leibrente, änderte gar sein Testament zu ihren Gunsten. Seine Untertanen waren entsetzt - und gingen auf die Barrikaden. Mit der 27 Jahre jüngeren Anne Pingeot führte Francois Mitterand jahrzehntelang ein zweites Familienleben. Sowohl seine Ehefrau Danielle als auch seine Söhne wussten von der Geliebten, auch einige Journalisten waren eingeweiht. Von der Existenz Mitterands unehelicher Tochter erfuhr die Öffentlichkeit jedoch erst nach seinem Tod. Auch Willy Brandt und Helmut Kohl unterhielten Beziehungen zu Frauen, mit denen sie nicht verheiratet waren: Beatrice Herbold lernte Bundeskanzler Helmut Kohl bei einem Urlaub in Bad Hofgastein kennen. Sie beschreibt ihn als ihren "Seelenpartner". Zwischen der Journalistin Heli Ihlefeld und Willy Brandt bestand nicht nur körperliche Anziehung, sondern auch Freundschaft und gegenseitiger Respekt. Der Film beschreibt die vielschichtigen Beziehungen zwischen mächtigen Männern und ihren heimlichen Geliebten, die oft so gar nicht den Klischees entsprechen.
23:55
DDR-Bürger sind sexuell ungehemmt - Wessis eher prüde. Stimmt das? Was ist dran an den Geschichten über das unterschiedliche Liebesleben der Deutschen in Ost und West vor dem Mauerfall? Denn angeblich sollen ostdeutsche Frauen häufiger einen Orgasmus haben als die im Westen, so zumindest eine Studie der 80er. Danach haben Menschen in der DDR auch früher Sexualkontakte, heiraten öfter und bekommen früher Kinder als in der Bundesrepublik. 40 Jahre lang leben und lieben die Deutschen tatsächlich in zwei sehr unterschiedlichen Systemen. Bereits seit den 60er-Jahren geht die DDR viel offener mit dem Intimleben ihrer Bürger um. Es geht hier auch um pragmatischere Haltungen in Fragen von Sexualität, Ehe und Familie. Denn für die DDR-Planwirtschaft sind weibliche Arbeitskräfte unentbehrlich. Das führt dazu, dass im Osten fast alle Frauen berufstätig, aber auch in jeder Hinsicht emanzipierter sind. Im Westen gibt es dagegen bis 1977 ein Gesetz, nach dem eine Frau nur mit Erlaubnis ihres Ehemannes arbeiten darf. Die DDR versteht sich nicht nur beim Thema "Gleichberechtigung der Geschlechter" als fortschrittlich. Die Diktatur will dem Klassenfeind immer einen Schritt voraus sein. Während im Westen die Frauen für ihr Recht auf Selbstbestimmung und das Recht auf Abtreibung kämpfen, führt die Regierung in Ostberlin schon 1972 die Fristenregelung ein, die einen Schwangerschaftsabbruch innerhalb der ersten drei Monate straffrei ermöglicht. Beim Thema Homosexualität zeigt sich die DDR - zumindest auf dem Papier - toleranter. Der Paragraf 175, der gleichgeschlechtliche Liebe bei Männern unter Strafe stellt, verschwindet im Osten schon Ende der 50er-Jahre aus dem Gesetzbuch - im Westen erst 1994. Diskriminierung erleben Lesben und Schwule im real existierenden Sozialismus dennoch genauso wie im Westen. Pornografie, Prostitution und Sexshops sind in der DDR dagegen verboten, gelten als "dekadenter Auswuchs des Kapitalismus". Im Westen boomt seit den 70er-Jahren die Erotikindustrie. In "Liebe, Lust und Leidenschaft" kommen Zeitzeugen aus Ost und West zu Wort. "ZDF-History" zeigt, wie Deutschland im Kalten Krieg gelebt und geliebt hat.