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TV Programm für ZDFinfo am 02.08.2026

Jetzt

Ein Tag in der DDR: Der Politbüro-Skandal 21:45

Ein Tag in der DDR: Der Politbüro-Skandal

Zeitgeschichte

Die Dokumentation zeigt die Absetzung eines populären Spitzengenossen, des Politbüro-Mitglieds Konrad Naumann, der durch Eskapaden immer wieder aus der Rolle fiel. Sein Fall gewährt Einblicke in einen Machtapparat, der den DDR-Bürgerinnen und -Bürgern seinerzeit verschlossen blieb. Das Machtzentrum der Staatspartei SED war für sie eine Art "Black Box". Die "führenden Genossen" im Politbüro waren zwar in den DDR-Medien präsent, schotteten sich jedoch als Herrschaftsapparat und im Privatleben gegenüber dem Volk ab. Auch räumlich - sie lebten in der streng abgeschirmten "Waldsiedlung" Wandlitz vor den Toren Berlins. So blühten Spekulationen - auch über Konrad Naumann, den Berliner SED-Chef. Nicht nur bei Auftritten mit seiner Ehefrau Vera Oelschlegel, einer bekannten Schauspielerin und Sängerin, hob er sich ab von den blassen Apparatschiks im obersten Machtzirkel. Der joviale Kumpeltyp war beliebt an der Basis. Er drohte Erich Honecker die Schau zu stehlen und stilisierte sich zum geborenen Nachfolger des Generalsekretärs. Im November 1985 sollte ihm sein unsteter Lebenswandel zum Verhängnis werden und den Vorwand zu seinem Rauswurf liefern. Der Film liefert Einblicke in die Mechanismen der politischen Entscheidungen im Machtzentrum der DDR. Es war eine Zeit des Misstrauens zwischen Bürgern und Staat, eines Misstrauens, das über die Wiedervereinigung hinaus fortwirkte. Zu Wort kommt das damals jüngste Politbüro-Mitglied, Egon Krenz. Er zählt zu den wenigen, die noch Auskunft geben können über Interna aus dem Gremium. Er berichtet vom tiefen Fall des Konrad Naumann, über den Erich Honecker trotz aller Eskapaden bis zuletzt seine schützende Hand gehalten hatte. Warum musste Naumann dann doch gehen? Seine Absetzung war ein tiefer Einschnitt, den Erich Honecker später, nach dem Ende der DDR, bereute.

Danach

Ein Tag in der DDR: Der Trabi-Krimi 22:30

Ein Tag in der DDR: Der Trabi-Krimi

Zeitgeschichte

Der Film dreht sich um einen spektakulären Autoklau durch einen Trabi-Werksangehörigen in einem Volkseigenen Betrieb. Der Dieb war Teil des Milieus, wollte aber ein Leben mit mehr Luxus. Die Dokumentation konstruiert anhand der Prozessakten und Aussagen von Kollegen minutiös den Ablauf des 25. und letzten Diebstahls eines Trabanten aus dem Werk des VEB Sachsenrings in Zwickau am 31. März 1988. In den Verhörprotokollen hat der Dieb Thomas B. seine Handlungen und Motive den Ermittlern detailliert geschildert: Er habe "ohne Mühe zu Geld kommen" wollen, um seinen Eltern zu zeigen, dass er zu wirtschaften verstehe. Außerdem sei die Gefahr, erwischt zu werden, gering gewesen. Tatsächlich stiehlt Thomas B. acht Jahre lang ein Auto nach dem anderen, bevor seine Taten auffliegen. Es ist der größte Autoklau der DDR-Geschichte. Der Protagonist landet im Gefängnis, nach der Wende wird seine Haftstrafe reduziert, auf Bewährung kommt er frei. Sein Raubgut, der Trabant, bleibt ein Kultobjekt des Lebensgefühls Ost. Noch heute ist der Trabi-Kult überaus lebendig, unendlich viele Geschichten ranken sich um ihn. Nahezu jeder Autofahrer aus der früheren DDR kann dabei mitreden. Das Auto ist ein zentrales Symbol ostdeutscher Identität, steht für ein ganzes Industriemilieu: die Welt der Volkseigenen Großbetriebe und ihrer Belegschaften. So ist der Film mehr als eine Kriminalgeschichte, er ist zugleich das Eintauchen in die Lebenswelt des real existierenden Sozialismus in der DDR.

Ein Tag in der DDR: Die Flucht mit der Raupe 23:15

Ein Tag in der DDR: Die Flucht mit der Raupe

Zeitgeschichte

Der Film handelt von der unglaublichen und gefährlichen Flucht dreier Freunde mit einer Raupe über die innerdeutsche Grenze. Die Dokumentation nimmt Bezug auf eine Grundtatsache des Lebens in der DDR: das Bewusstsein, eingeschlossen zu sein. Die innerdeutschen Sperranlagen waren in der Wahrnehmung der Menschen stets präsent. Die einen arrangierten sich damit oder wollten die Gedanken daran verdrängen, andere suchten nach Wegen, auszureisen oder die Grenze zu überwinden. Genau das wollte der Staat mithilfe eines gigantischen Grenzregimes verhindern, ließ den "Eisernen Vorhang" mit großem Aufwand sichern. Bis zu 40.000 Mann dienten in den DDR-Grenztruppen. Geschätzt starben rund 1000 Menschen bei dem Versuch, die DDR illegal zu verlassen. Drei Wagemutige aus einem kleinen Dorf bei Magdeburg riskierten es trotzdem: Wolfgang Hilgert und die Brüder Hans-Joachim und Jürgen Zorn lebten eigentlich ganz zufrieden in der DDR. Die drei Tüftler hatten ein lukratives Hobby. Durch das Schrauben und Schweißen an Autos konnten sie Tauschgeschäfte betreiben, kamen so an heiß begehrte Luxusartikel. Trotzdem wuchs der Frust über den Sozialismus, und das Westfernsehen verhieß mit verlockenden Bildern ein Eldorado jenseits der Grenze. Die drei hatten die Nase voll von Mangelwirtschaft, Bevormundung und Restriktionen. Aus einer Bierlaune heraus planten die jungen Männer schließlich die lebensgefährliche Flucht über den Todeszaun. Mit einem äußerst ungewöhnlichen Fluchtfahrzeug: einer klapprigen und schwerfälligen Planierraupe. Die Männer riskierten alles, um im Westen ein freies Leben zu führen. Der Coup mit der Raupe glückte. Ihre Familien jedoch blieben in der DDR zurück, litten unter den Schikanen der Stasi. War es das wert? Sieben Jahre später fiel die Mauer.

Ballonflucht aus der DDR 23:55

Ballonflucht aus der DDR: Der Plan

Dokumentation

DDR, 1978. Zwei Familien halten die Repressionen des SED-Regimes nicht länger aus. Ihr waghalsiger Plan: Sie wollen mit einem selbst gebauten Heißluftballon in den Westen fliehen. Doch keiner von ihnen hat Erfahrung mit Luftfahrt. Und wie sollen sie unbemerkt an rund 800 Quadratmeter Stoff gelangen? In einem Staat, in dem die Stasi jeden Schritt der Bürger überwacht. Trotz aller Risiken wollen es die befreundeten Familien versuchen. Die Freunde Günter Wetzel und Peter Strelzyk sind Elektromechaniker und beginnen, heimlich zu tüfteln. Ballonhülle, Gondel, Gebläse, Brenner - alles entsteht in improvisierter Eigenarbeit, ohne jegliche Vorkenntnisse. Der Ballon muss groß genug sein, um die zwei Familien mit vier Kindern lange genug zu tragen, damit sie die Grenze überfliegen und sicher im Westen landen können. Die Eltern verschweigen ihren Kindern den Plan. Denn selbst im Kindergarten könnten Spitzel sitzen; jede Andeutung wäre lebensgefährlich. Nach Monaten voller Angst, Rückschlägen und mühseliger Bauarbeit ist es schließlich so weit: Der Ballon steht. Doch kurz nach ersten Tests wächst die Furcht, entdeckt worden zu sein. In letzter Minute zerstören die Familien ihre eigene Konstruktion. Während die Wetzels ihr Fluchtvorhaben aufgeben, arbeiten die Strelzyks im Geheimen weiter. Ein zweiter Ballon entsteht - größer, stabiler, noch sorgfältiger gebaut. Und eines Nachts ist die Gelegenheit da: günstiger Wind, völlige Dunkelheit. Die Strelzyks steigen ein und heben ab. Zwanzig Minuten später beginnt der Ballon zu sinken. Der Absturz in einem Waldstück endet abrupt. Waren sie lange genug in der Luft, und haben sie es über die Grenze geschafft? Die zweiteilige ZDFinfo-Dokumentation rekonstruiert eine der spektakulärsten Fluchtgeschichten aus der DDR - und erzählt von Mut, Verzweiflung und der unbedingten Sehnsucht nach Freiheit.