20:15
Chicago, Los Angeles, Minneapolis: Razzien gegen Einwanderer lösen in den USA Proteste aus. ICE-Beamte schießen scharf. Reporter A.C. Thompson dokumentiert die umstrittenen Einsätze. Er spricht mit Betroffenen, die Opfer oder Zeugen der Gewalttaten durch Staatsbedienstete wurden. Welche Folgen hat das für sie? Experten analysieren anhand von Videomaterial die Einsatzabläufe. Auch der umstrittene Einsatzleiter Gregory Bovino kommt zu Wort. Gregory Bovino ist bis März 2026 als oberster Befehlshaber der Grenzschutzkräfte die prägende Figur der verschärften Einwanderungspolitik der Trump-Regierung. Seine Einheiten gehen in Städten wie Los Angeles, Chicago und Minneapolis mit unverhältnismäßiger Härte gegen Demonstrierende vor. Auch Personen, die die Einsätze lediglich dokumentieren, geraten ins Visier. So berichtet der Kommunalpolitiker Juan Muñoz, wie er bei einer Kundgebung in der Nähe eines ICE-Zentrums zu Boden geworfen und verhaftet wird. Auch Aktivist Cole Sheridan wird festgenommen und wegen eines angeblichen Angriffs auf Bovino sogar angeklagt. Die Vorwürfe werden später fallengelassen, nachdem Videoaufnahmen das Gegenteil der behördlichen Darstellungen belegen. Die Reporter untersuchen die Taktiken der Behörden, den Einsatz von Gewaltmitteln sowie die strafrechtliche Verfolgung von Demonstrierenden. Tatsächlich werden zahlreiche Verfahren gegen Festgenommene später eingestellt oder haben vor Gericht keinen Bestand. Dennoch hinterlassen die Razzien und das unverhältnismäßig harte Vorgehen der Heimatschutzbehörde und ihren Beamten Spuren bei den Betroffenen. Zwar haben die gewaltsamen Zusammenstöße nachgelassen, doch die Angst in der Bevölkerung bleibt.
21:00
Als Donald Trump am 20. Januar 2025 im Weißen Haus vereidigt wird, ahnt die Welt noch nicht, dass der 47. Präsident der USA die Weltordnung in atemberaubender Geschwindigkeit verändern wird. Trump und seine Gefolgsleute agieren im Fahrwasser des "Project 2025": Das Strategiepapier der nationalkonservativen "Heritage Foundation" hat die Umgestaltung der US-Gesellschaft in eine weiße, rassistische, christlich geprägte Welt zum Ziel. An Parlamenten und Gerichten vorbei regiert Trump mit Dekreten. Parallel setzt die Behörde DOGE zum Kahlschlag gegen alles an, was nun in den USA als "unnütz" gilt. Es ist der Stresstest für eine der ältesten Demokratien der Welt. Das System von "Checks and Balances" wird auf allen Ebenen ausgehebelt, zum Nutzen von Trump und seinen Getreuen. Die Dokumentation von Gaston Sasa Koren und Dietrich Duppel zeigt in eindringlichen Reportagen die Auswirkungen der "Agenda Trump" auf die Menschen in den USA: Der karitative "Health Wagon" in den Appalachen hat mehr Zulauf denn je. In den Everglades wird rund um das Abschiebegefängnis "Alligator Alcatraz" keine Rücksicht auf die Umwelt genommen. Die queere Irak-Veteranin Joy Marver verliert - wie Hunderttausende Staatsbedienstete - ihren Job. Der afroamerikanische Aktivist Elijah Miles erzieht Jugendliche in Baltimore zur Ordnung, der exzentrische Multimillionär Frederick McLendon engagiert sich in Florida für Obdachlose. Internationale Journalisten und Experten ordnen die Politik Trumps ein: Nach einem Jahr hat Trump mit disruptiver Konsequenz die USA und die Welt radikal verändert.
22:30
Unter Donald Trump gerät die Demokratie in den USA zunehmend unter Druck. Aktivisten und Journalisten berichten, was es bedeutet, gegen einen der mächtigsten Männer der Welt aufzustehen. Es sind Menschen, die trotz Drohungen, Diffamierung und politischem Druck nicht schweigen wollen. Sie leisten Widerstand, dokumentieren Missstände und setzen sich für demokratische Werte ein, auch wenn sie dafür häufig einen hohen persönlichen Preis zahlen. Inzwischen sind Graswurzelbewegungen wie die Protestbewegung "Movement 50501" entstanden. Menschen demonstrieren landesweit friedlich für Demokratie und Meinungsfreiheit. Eine von ihnen ist die New Yorkerin Hannah Stauss. Sie will den politischen Entwicklungen nicht tatenlos zusehen. Sie hilft bei der Organisation von Demos und baut Netzwerke auf, um verzweifelten Bürgern eine Anlaufstelle bieten zu können, wenn Trump die Nationalgarde nach New York schickt. An der Columbia University wehren sich Lehrkräfte gegen die Einschränkungen, die ihnen aus Washington auferlegt werden. Die Dozentin Anya Schiffrin lässt es sich trotzdem nicht nehmen, in ihren Vorlesungen über Pressefreiheit aufzuklären. Mehrere Studierende, die bei Protesten 2024 Frieden im Gazastreifen gefordert oder einfach nur kritische Artikel in einer Studentenzeitung verfasst haben, werden unter Trump willkürlich und rechtswidrig verhaftet. Die Einwanderungsbehörde ICE interessiert es dabei offenbar nicht, ob sich jemand legal im Land aufhält oder nicht. Mit der Ermordung von Charlie Kirk im September 2025 verschärft sich die Rhetorik des Präsidenten und seiner Führungsriege noch weiter. So kostet ein Fernsehinterview, mit dessen Verlauf Präsident Trump nicht einverstanden ist, den Reporter Terry Moran letztendlich seinen Job. Der Politikjournalist sieht den geordneten Verlauf der Midterm-Wahlen 2026 gefährdet. Auch Wirtschaftswissenschaftler Joseph Stiglitz hat Zweifel, dass die Wahlen nach den Ereignissen der letzten Monate frei und fair ablaufen werden.
23:15
An Amerikas Buchregalen tobt ein Kulturkrieg. Auf der einen Seite lautstarke Befürworter ausufernder Buchverbote, auf der anderen Bibliothekarinnen, die das Recht auf Lesefreiheit verteidigen. Schulbibliotheken waren jahrzehntelang ein sicherer Ort des Lesens und Lernens, des ersten Kontaktes mit der großen unbekannten Welt. Doch konservativen US-Aktivisten sind sie ein Dorn im Auge. Alles, was ihrem Weltbild nicht entspricht, soll entfernt werden. Im Oktober 2021 veröffentlicht Matt Krause, republikanischer Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Texas, eine Liste mit 850 Büchern, die von den Schulen auf "obszöne" und "rassistische" Inhalte überprüft werden sollten. Die meisten der beanstandeten Titel behandeln Themen wie Diskriminierung oder LGBTQ+-Identität. Er fordert, dass Schülerinnen und Schüler vor "Pornografie" und allem, was bei ihnen "Unbehagen" oder "Schuldgefühle" hervorrufen könnte, geschützt werden müssten, indem man solche Bücher aus den Schulbibliotheken entferne. Selbst ernannte Elternrechtsgruppen wie die ultrakonservativen "Moms for Liberty" haben seitdem landesweit die Propagandatrommel gerührt. Immer mehr Bücher werden beanstandet, immer gezielter werden diese Attacken koordiniert. Inzwischen sind bereits Tausende Bücher aus Schulbibliotheken verbannt worden. Bibliothekarinnen und Bibliothekare, die nur ihren Job machen - Kindern Zugang zu einer breiten, altersgerechten Auswahl an Literatur zu verschaffen -, sehen sich Diffamierung und Drohungen ausgesetzt, online und im täglichen Leben. Trotzdem haben viele von ihnen nicht klein beigegeben und leisten Widerstand, organisieren sich und kämpfen. Dafür haben sie teilweise mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes bezahlt. Dieser Dokumentarfilm erzählt die Geschichte dieser heldenhaften Kämpferinnen und Kämpfer. Gewöhnliche Bürgerinnen und Bürger, die unerwartet zu Verteidigern der Demokratie geworden sind - und die alles riskieren, um die Grundrechte ihrer jungen Schützlinge zu bewahren.