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TV Programm für ZDFinfo am 21.10.2026

Jetzt

Mythen der Bibel 21:00

Mythen der Bibel: König Salomo

Dokumentation

König Salomo - legendärer Herrscher im Goldenen Zeitalter Israels. Weiser König, Bauherr eines prächtigen Tempels, sagenhaft reich. Wie sieht die Welt aus, in der Salomo einst herrscht? Salomos Reich ist eng mit seinen Nachbarn verbunden, sowohl im Handel als auch in der Rivalität. Auch dort finden sich Spuren aus der Zeit des Königs. Es ist eine Welt zwischen Götterverehrung und Machtpolitik, in der Salomos sagenumwobener Ruhm wurzelt. Die Bibel zeichnet das Bild eines mächtigen Salomo, der Verträge schließt, Frauen aus fremden Königshäusern heiratet und zugleich ein prachtvolles Reich errichtet. Mit den Nachbarkönigreichen Moab, Ammon und Edom haben die Israeliten eine ambivalente Beziehung - geprägt von Kooperation und Konkurrenz zugleich: Sie treiben Handel, führen Kriege, heiraten über Grenzen hinweg. Überreste von Wasserreservoirs, monumentalen Mauern und reich geschmückten Wohnsitzen erzählen heute von ehrgeizigen Bauprojekten, die ganze Landstriche prägen. Es ist eine Welt, die sich rasant verändert. Als Großreiche wie Assyrien ihre Macht ausdehnen, geraten die kleinen Königreiche unter Druck. Während Ammon überlebt, wird Israel nach Salomos Tod zerschlagen und verwüstet. Aus dieser Zeit stammen die Erzählungen, die Salomo zum glanzvollen König verklären - als Symbol für eine scheinbar bessere, goldene Vergangenheit. Archäologen und Historiker fügen Fragmente zusammen und enthüllen eine Welt, in der Diplomatie, Krieg, Religion und Handel eng verflochten sind. Die Dokumentation von ZDFinfo gibt spannende Einblicke und berichtet über die neuesten Forschungsergebnisse. Ob grausame Herrscher oder apokalyptische Katastrophen - die Bibel ist voller sagenhafter Geschichten. Doch was gehört ins Reich der Mythen? Und was beruht womöglich auf wahren Begebenheiten?

Danach

Mythen der Bibel 21:40

Mythen der Bibel: Auszug aus Ägypten

Dokumentation

Der Auszug aus Ägypten - eine der großen Bibelgeschichten. Mose führt sein Volk aus der Knechtschaft ins gelobte Land. Verfolgt vom ägyptischen Pharao, mitten durch das Meer. Archäologen graben in Ägypten nach Spuren der biblischen Welt. Unter 3000 Jahren Sand finden sie mächtige Städte - und Hinweise auf verschleppte Arbeiter, Naturkatastrophen und politische Krisen. Die Erzählungen im Alten Testament sind dramatisch: Ägypten wird von zehn Plagen heimgesucht, darunter verseuchtes Wasser, Heuschreckenschwärme, Viehpest und schließlich der Tod aller erstgeborenen Söhne. Die Katastrophen werden als göttliche Strafe für den Pharao beschrieben, der die Hebräer nicht nach Israel ziehen lassen will. Doch sie fliehen bis zum Roten Meer. Als der Pharao sein Heer aussendet, teilt Moses mit göttlicher Hilfe die Wassermassen. Der Weg in die Freiheit für sein Volk ist frei. Die Archäologie sucht nach den historischen Hintergründen dieser Legenden. Die Expertinnen und Experten finden Hinweise auf Seuchen, Hungersnöte und Naturkatastrophen, die einst zum kollektiven Gedächtnis gehören. Die Ägypter sind mächtig und erobern fremde Länder. Sie verschleppen Arbeitskräfte und setzen sie für heimische Bauprojekte ein. Funde von Keramiken aus Kanaan, Darstellungen kanaanäischer Götter und fremdländische Waren zeigen, dass Menschen aus dem heutigen Israel damals tatsächlich in Ägypten lebten. War das die Grundlage für die Erzählung im Buch Exodus? Es ist eine Gründungserzählung, die bis heute fasziniert: der Sieg über ein allmächtiges Reich. Die Dokumentation von ZDFinfo berichtet über die neuesten Forschungsergebnisse der Archäologen und Historiker. Ob grausame Herrscher oder apokalyptische Katastrophen - die Bibel ist voller sagenhafter Geschichten. Doch was gehört ins Reich der Mythen? Und was beruht womöglich auf wahren Begebenheiten?

Mythen der Bibel 22:25

Mythen der Bibel: König Herodes

Dokumentation

König Herodes ist in der Bibel als Kindermörder und Inbegriff eines grausamen Tyrannen bekannt. Wer war der Mann wirklich, der zur Zeit von Jesu Geburt über Judäa regierte? Herodes lässt Prachtbauten errichten: gewaltige Häfen, luxuriöse Paläste und große Aquädukte. All das sind Belege für einen Herrscher mit großem Ehrgeiz und strategischem Kalkül. Wie passt das zum Bild des biblischen Schreckenskönigs? Herodes (um 73 bis 4 vor Christus) wächst als Sohn eines idumäischen Politikers und einer nabatäischen Prinzessin auf. Ein Außenseiter, dem viele Judäer misstrauen. Doch er sichert sich immer mehr Macht: Mit römischer Unterstützung steigt er zum Statthalter auf und lässt sich 37 vor Christus zum König von Judäa ausrufen. Er modernisiert das Land nach römischem Vorbild, baut Häfen, Tempel und Paläste, fördert Handel und Infrastruktur - und hält sich eng an den Kaiser. Doch sein Weg ist blutig: Rivalen lässt er hinrichten, ebenso seine Ehefrau Mariamne und mehrere eigene Söhne. Herodes ringt ständig zwischen Loyalität gegenüber Rom und Akzeptanz im eigenen Volk. Denn einerseits ist er ein Förderer von Kultur und Wohlstand, andererseits jedoch ein gnadenloser Tyrann. Am Ende bleiben vor allem zwei gegensätzliche Eindrücke von ihm: der brillante Baumeister und der grausame König, der in der Bibel als Inbegriff des Bösen dargestellt wird. Archäologen und Historiker suchen nach Antworten auf die Frage, was Mythos und was Realität ist. Die Dokumentation von ZDFinfo gibt spannende Einblicke in ihre Arbeit und berichtet über die neuesten Forschungsergebnisse. Ob grausame Herrscher oder apokalyptische Katastrophen - die Bibel ist voller sagenhafter Geschichten. Doch was gehört ins Reich der Mythen? Und was beruht womöglich auf wahren Begebenheiten?

Magie der Märchen 23:10

Magie der Märchen: Hänsel und Gretel auf der Spur

Dokumentation

Märchen sind weit mehr als versponnene Geschichten. Die Dokumentation nimmt das Märchen "Hänsel und Gretel" unter die Lupe und entschlüsselt seinen historischen Kern. "Hänsel und Gretel" gilt als das deutscheste und bekannteste aller Grimm-Märchen. Der Film folgt den mutigen Kindern auf ihrem gefährlichen Weg durch den Wald und spürt auf, welche Alltags-, Tatsachen- und Geschichtskerne in dem Märchen verborgen sind. Die Geschichte von "Hänsel und Gretel" beginnt mit einem Schock: Zwei Kinder werden von ihren Eltern im Wald ausgesetzt. Es herrscht große Not, eine große Teuerung und als Folge eine Hungersnot. Erfahrungen, die sich den Menschen tief ins Gedächtnis eingeprägt und sich im Märchen niedergeschlagen haben. Das Märchen erzählt von einer Holzhackerfamilie - arm und missachtet wie viele andere in diesem einst weitverbreiteten Beruf. Menschen vom unteren Ende der sozialen Stufenleiter haben Krisen und Notzeiten naturgemäß am härtesten erfahren. Die Kinder von Holzfällern mussten mitarbeiten. Sie wussten alles über den Wald, aber Aufstieg durch Bildung - von dieser Möglichkeit waren sie weit entfernt. Überall herrschte Mangel. Das Märchen erzählt von den verzweifelten Versuchen, diesem Mangel zu entkommen. So enthält jedes der Märchenmotive Nachrichten aus der Wirklichkeit. Mit wenigen Strichen wird die Lebenswelt der Kinder skizziert. Der Wald, in den sie gehen, steht für alles Bedrohliche. Dort gibt es wilde Tiere und unbekannte Gefahren. Aber der Wald kann auch zum Zufluchtsort werden. Und in der Zeit der Romantik, die auch Jacob und Wilhelm Grimm geprägt hat, wird der Wald idealisiert zum Reich der Fantasie. Das Hexenhäuschen aus Kuchen und Zucker, die Hexe selbst und ihre Hinterlist, all das kann jedes Kind mühelos verstehen. Spannend wird es, wenn der Film herausfindet, was die konkrete Bedeutung der Hexen ist: einsame, alte Frauen, die am Waldrand wohnten und zum Opfer von Hexenverfolgungen wurden, die erst kurz vor der Lebenszeit der Brüder Grimm ein Ende fanden. Und dann gibt es im Märchen noch einen Schock: Die Hexe will Hänsel fressen. Gab es so etwas wirklich? Die meisten Berichte über Kannibalismus, die in den Archiven liegen, sind übertrieben, sind Fake News, die zum Beispiel während des Dreißigjährigen Krieges verbreitet wurden, um den Gegner zu verleumden oder um das eigene Elend deutlich zu machen. Aber die Angst, dass es wirklich passieren könnte, reichte oft schon aus, um die Menschen in Atem zu halten. "Terra X" rekonstruiert, wie es wirklich war. Ist dieses Thema zu brutal für Kinder, also ganz unangebracht im Märchen? Nein, denn Kinder können das Geschehen im Märchen aus sicherer Distanz beobachten und nacherleben. Sie lernen dabei, wie andere Kinder große Gefahren und höchste Not meistern. Am Ende gewinnen sie - wie Hänsel und Gretel - Selbstvertrauen und Sicherheit. Auch diese Art von Ermutigung gehört zur Magie der Märchen. Die Märchen-Forscherin Sabine Wienker-Piepho sagt: "Märchen sind keine Ponyhof-Geschichten. Märchen gehen richtig zur Sache, da geht es wirklich um das Allerschlimmste. Aber - und das macht einen Großteil ihres Erfolges aus - in aller Regel finden sie ein gutes Ende."

Magie der Märchen 23:55

Magie der Märchen: Frau Holle und ihre versunkene Welt

Dokumentation

Die Autoren betreten die mythische Welt der Frau Holle und decken auf, wie die germanische Sagenfigur ins Märchen kam. Der Brunnen als Tor in die fantastische Welt der Frau Holle. Sie belohnt die Fleißigen, bestraft die Faulen. Wie kein anderes Märchen offenbart die Erzählung, wie nachhaltig die bürgerliche Moralvorstellung des 19. Jahrhunderts das Frauenbild damals geprägt hat. Frau Holle lässt es schneien, wenn sie die Betten aufschüttelt - das haben wohl viele schon einmal gehört und sich gewundert, wie das sein kann. In dem Märchen stecken aber noch mehr Geheimnisse, die nicht auf den ersten Blick zu entschlüsseln sind. Eines davon ist der Brunnen - ein mit vielfachen Bedeutungen aufgeladener Ort. Am Brunnen sitzen in der germanischen Mythologie die Nornen, die für die Menschen den Schicksalsfaden spinnen. Im Märchen der Brüder Grimm ist er das Durchgangstor in eine andersartige, fantastische Welt. Doch auch in der realen Welt spielt der Brunnen eine zentrale Rolle. Brunnen sorgen seit jeher für das lebensnotwendige Wasser. Und über Jahrhunderte trafen sich am Brunnen vor allem die jungen Frauen. Der Ort war eine Börse für Gerüchte und ein Fokus des sozialen Lebens. "Frau Holle" ist vor allem eine Geschichte über zwei junge Frauen, die Goldmarie und die Pechmarie. Es ist das einzige bekannte Märchen, in dem nur Frauen auftreten. Wie sahen ihre Lebenswelten aus, ihre Lebensentwürfe und Optionen? Darum geht es auch in dieser Dokumentation. Das Märchen entstand in der Form, wie wir es kennen, in der Biedermeierzeit. Die Geschichte von der fleißigen Goldmarie und der faulen Pechmarie sollte eine Art "moralische Leitlinie" für die "sittsame Frau" sein. Für Dienstmädchen gab es später sogar ein Handbuch mit präzisen Verhaltensregeln. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung des Bürgertums landeten immer mehr junge Frauen vom Land in den Haushalten der wohlhabenden Städter. Im Märchen ist der Schauplatz das magische Reich von Frau Holle. Dort treffen zwei Welten aufeinander - die von der übermächtigen Frau Holle und die von zwei ganz normalen Mädchen, die auf die Probe gestellt werden. Frau Holle selbst hat ihren ersten Auftritt erst ziemlich spät in dem Märchen. Sie ist eine rätselhafte Figur. Wer eigentlich dahintersteckt, darüber streiten sich die Forscher schon seit Langem. Einigkeit besteht nur darin, dass sie mit uralten weiblichen Gottheiten zusammenhängt. Die altrömische Diana, die germanische Freya - viel spricht dafür, dass Frau Holle mit diesen und anderen in eine Reihe zu stellen ist. Und eine Erklärung gibt es selbst dafür, dass die Erinnerung an diese mythische Figur sonst weitgehend verschwunden ist: Die Mönche, die vor mehr als tausend Jahren im heutigen Deutschland das Christentum verbreiteten, haben gründliche Arbeit geleistet. Auch in der damals neuen Religion gibt es eine weibliche Figur, die im Volk bald große Verehrung genießt: die Mutter Maria. Im fränkischen Amorbach und in Würzburg kann man sehen, wie Stätten der Anbetung heidnischer Göttinnen umgewidmet und an ihrer Stelle Kapellen für die Muttergottes gebaut wurden. Nur im Alpenland hat eine späte Ausprägung des heidnischen Kultes überlebt: im "Perchtenlauf", der bis heute immer zum Jahreswechsel große Zahlen von Besuchern anzieht.