19:15
Es ist zu schön, um wahr zu sein: eine Welt, in der verstopfte Straßen der Vergangenheit angehören und die Fahrt ins Büro oder in den Urlaub so reibungslos verläuft wie nie zuvor. Staus erzeugen nicht nur Frust, der Stillstand belastet auch die Umwelt und führt zu hohen wirtschaftlichen Kosten - effektive Lösungsvorschläge sind rar. Harald Lesch sucht nach neuen Wegen, wie wir uns entspannter, schneller und klimafreundlicher fortbewegen können. Die Welt der Wissenschaft steht nie still, und so entwickelt sich auch "Leschs Kosmos" weiter und wird zu "Terra X Harald Lesch". Die neue Doku-Reihe zeigt die Relevanz von Wissenschaft und Technologie für unser aller Leben. Ob Klimawandel, künstliche Intelligenz, Energiekrise oder medizinische Revolutionen: Prof. Harald Lesch führt die Zuschauer mit Haltung und Humor durch komplexe Zusammenhänge, ordnet ein und zeigt, wie die Zukunft allen Herausforderungen zum Trotz gelingen kann. Harald Lesch geht raus aus dem "Elfenbeinturm der Wissenschaft" und dorthin, wo Forschung erlebt und hinterfragt wird. Wissenschaft zum Mitreden - das ist "Terra X Harald Lesch". Den Auftakt macht ein Thema, das jeden täglich betrifft: Unsere Mobilitätsblechlawinen schlängeln sich durch unsere Städte, der Klimawandel zwingt uns dazu, Fortbewegung neu zu denken. Grund genug für Harald Lesch, ein junges Forscherteam zu treffen. Die Studierenden der Technischen Universität München (TUM) haben das reichweitenstärkste Elektroauto der Welt entwickelt. Das Team fuhr über 2573 Kilometer mit nur einer Akkuladung. Harald Lesch macht den Faktencheck: Welcher Antrieb bringt uns in die Zukunft, und wie wird sie aussehen, die Mobilität von morgen? Batterietechnologie gab es bereits vor über hundert Jahren in Fahrzeugen. Ein amerikanischer Autobauer setzte seinerzeit allerdings den Verbrennungsmotor durch. Wie kam es dazu? Und wie wirkt sich das heute aus? Weil der Stillstand auf den Straßen ein weltweit verbreitetes Phänomen ist, rückt die massenhafte Immobilität von Menschen zunehmend in den Blick von Forschenden. Dass das Verursachen von Staus ein offenbar zutiefst menschliches Verhalten ist, bewies ein Forscherteam der japanischen Universität Nagoya. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ließen 22 Autos ohne jegliche Hindernisse im Kreis fahren und dabei ein Tempo von etwa 30 Kilometer pro Stunde einhalten. Aber schon nach einer Minute kam die Kolonne ins Stocken. Das Experiment zeigt: Es reichen wenige Faktoren, um einen Stau auszulösen. In der Forschung beobachtet man Tierschwärme, um herauszufinden, wie der Verkehr effektiver gelenkt werden könnte. Ist autonomes Fahren die Lösung? Und was könnten Menschen von Ameisen lernen? Harald Lesch trifft die Verkehrsforscherin Dr. Laura Gebhardt vom Institut für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Dabei klären sie unter anderem die Frage, was passieren muss, damit Menschen sich auf neue Technologien einlassen und ob Autos in unseren Städten abgeschafft werden sollten. Spanien ist Vorreiter in Sachen Städteplanung: Wie viele Metropolen weltweit, hat auch Barcelona mit innerstädtischem Verkehr, Staus und Luftverschmutzung zu kämpfen. Ein Lösungsansatz sind die sogenannten Superblocks, verkehrsberuhigte Kieze/Viertel. Sie versprechen eine bessere Lebensqualität. Wie funktionieren die autofreien Zonen? Und lässt sich das auch auf Deutschland übertragen? In Berlin gibt es ebenfalls Bemühungen, die Stadt auch ohne Autos zu gestalten - ein Weg voller Hindernisse. "Terra X Harald Lesch" öffnet den Blick für die Möglichkeiten einer Mobilität, die den Menschen und das Klima in den Mittelpunkt rückt. Eine Reise, die nicht nur zeigt, was ist, sondern auch inspiriert, was sein könnte.
19:45
Künstliche Intelligenz, die unsere geheimsten Wünsche erkennt, die uns beschützt - und bewacht. Welche neuen Möglichkeiten tun sich auf? Welche Gefahren? Die KI ist für uns da, immer und fast überall. Sie kennt uns, vielleicht sogar besser als wir uns selbst, und durchschaut die wahren Gefühle. In diesem Spannungsfeld spielt die fiktive ZDF-Serie "Concordia". Harald Lesch prüft, wie viel davon bereits in unserer Welt angekommen ist. "Concordia" ist der Traum der Stadt der Zukunft, in der alle sicher sind vor Kriminalität. Können wir uns bereits heute mithilfe der KI schützen? Seit Jahren fallen Plätze der Innenstadt Mannheims durch eine überdurchschnittlich hohe Kriminalitätsrate auf. Eine 24-Stunden-Videoüberwachung könnte helfen. Doch damit individuelle Merkmale wie Geschlecht, Erscheinung oder Hautfarbe keine Rolle spielen, dürfen Gesichter von Personen nicht gescannt werden. Forschende suchen zusammen mit der Polizei nach einer Methode, die nicht die Persönlichkeitsrechte der Bürger verletzt. Ein spezielles Programm soll ausschließlich die Bewegungsmuster der Passanten analysieren. Die Software muss lernen, zu erkennen, ob es sich noch um eine stürmische Begrüßung handelt oder bereits um einen eskalierenden Konflikt. Bei Letzterem soll die KI sofort Alarm schlagen. So der Plan. Doch wie trainiert man die KI? Und wie Erfolg versprechend ist das System? In der Serie "Concordia" analysiert ein Überwachungssystem die Emotionen der Menschen - überwiegen Angst, Freude oder Trauer? Und in der Realität? Weiß die KI bald mehr über unsere Gefühle als wir selbst? KI-Systeme lernen bereits heute, Menschen auf vielfältige Weise zu erfassen - auch bis in ihr Innerstes. Wissenschaftsteams beschäftigen sich beispielsweise mit "intelligenter Audioanalyse" und dem sogenannten Affective Computing. Sie wollen herausfinden, wie mittels KI von unserer Stimme auf unsere Stimmung und Emotionen rückgeschlossen werden kann. Was lässt einen Redner besonders charismatisch erscheinen, und wie überzeugt man besonders gut sein Gegenüber? Zum Training der KI werden neben verschiedenen Stimmproben auch andere Kriterien erfasst, wie Puls, Gesichtsausdruck und Körperhaltung. Auch die sogenannte Facial-Micro-Expression wird hinzugezogen, wenn sich für den Bruchteil von Sekunden unbemerkt Emotionen wie Ablehnung oder Zuneigung in der Mimik zeigen. Fatal - denn die entgleisenden Gesichtszüge zeigen unsere wahren Gefühle, die uns vielleicht nicht einmal selbst so bewusst sind. Doch was passiert, wenn einzelne KIs mit ihren Fähigkeiten miteinander vernetzt werden zu einer Art Super-KI oder "Artificial General Intelligence"? Google oder Microsoft kündigen bereits an, vernetzte KI-Systeme zu entwickeln, die sich gegenseitig korrigieren und steuern - ohne Zutun von Menschen und deren Kontrolle. Wird es eine Super-KI geben, die in der Lage wäre, Entscheidungen und Schlüsse unabhängig von ihren menschlichen Nutzern zu ziehen - autonom, ohne Aufforderung oder sogar gegen den erklärten Willen? Harald Lesch beleuchtet auch die Hintergründe, warum Politik und Gesellschaft jetzt gefordert sind, verbindliche Regeln zu KI aufzustellen.
20:15
Ist künstliche Intelligenz ein Heilsbringer, oder stürzt sie die Menschheit ins Verderben? Reporter Miles O'Brien untersucht den Meilenstein der technischen Entwicklung und dessen Gefahren. O'Brien hat 2014 seinen linken Arm verloren und schöpft dank einer KI-Prothese Hoffnung, sich wieder wie ein gesunder Mensch bewegen zu können. Ein medizinischer Fortschritt, der ohne diese Technologie nie denkbar gewesen wäre. Aber sie birgt auch große Risiken. Die KI kann inzwischen bei der Heilung von Krebs helfen und den Ausbruch von Waldbränden schneller erkennen als die erfahrensten Feuerwehrleute. Die Dokumentation beobachtet, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der ganzen Welt an immer neuen Anwendungsfeldern für diese spektakulärste Revolution seit Erfindung des Computers forschen. Aber längst werden auch ihre Schattenseiten gefürchtet: Ein Programm wie ChatGPT scheint denken, sprechen und schreiben zu können wie ein Mensch - wie viele Jobs wird die Software womöglich eines Tages ersetzen? Und KI-generierte Fake News wirken inzwischen so realistisch, dass sie Börsen abstürzen lassen und politische Krisen auslösen können. Die entscheidende Frage ist also: Sind wir wirklich in der Lage, diese Technik zu kontrollieren - oder beherrscht sie eines Tages uns?
21:00
Bis die ersten Raketen den Orbit erreichten, brauchte es große Ingenieurskunst und viele Fehlversuche. Welche entscheidenden Entdeckungen ebneten den Weg ins All? Zunächst sollten Raketen keine Menschen oder Satelliten transportieren, sondern Sprengköpfe. Doch die zivile Nutzung der Raketentechnik wurde immer wichtiger. Sie ermöglichte die Verwirklichung eines Menschheitstraums: der Mondlandung. Und die Menschheit träumt weiter.
21:40
Keine Erfindung hat unseren Alltag in den letzten Jahren so verändert wie das Smartphone. Es ist die bislang beste Antwort auf eine alte Frage: Wie kommunizieren wir über Entfernungen hinweg? Dieses Problem beschäftigt die Menschen seit Jahrtausenden. Sie haben immer ausgefeiltere Gerätschaften entwickelt, um Nachrichten schnell und sicher zu übermitteln. Und es geht weiter: Schon heute lässt sich ein Blick auf die Zukunft der Kommunikation werfen.
22:25
Der Traum vom Fliegen ist alt. Und es gab viele Versuche, ihn zu verwirklichen - oft mit unglücklichem Ausgang. Bis zwei Brüder aus Ohio das Geheimnis des stabilen Fluges entdecken. Wilbur und Orville Wright führen die Erkenntnisse vieler Flugpioniere zusammen und konstruieren ein Flugzeug, das 1903 den ersten stabilen Motorflug ermöglicht. Seither erobern die Menschen den Himmel. Heute ist die ganze Welt nur eine Tagesreise entfernt.
23:10
Roboter sind aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Sie bauen Autos, saugen Staub und entschärfen Bomben. Und die Forschung an künstlicher Intelligenz macht weiter rasante Fortschritte. Bereits vor mehr als tausend Jahren konstruierten Ingenieure in Bagdad das erste Gerät zum Aufzeichnen und Abspielen von Musik. Seither gab es viele technologische Durchbrüche, die den Weg zu den heutigen Robotern ebneten.
23:55
Im vergangenen Jahrhundert wird das Auto zum Inbegriff von Freiheit. Die Massenmotorisierung prägt unseren Lebensraum. Heute liegt die Herausforderung vor uns, das Auto neu zu erfinden. Als Carl Benz 1886 das erste Automobil patentieren lässt, ist es zunächst ein Ladenhüter. Bis seine Frau eine geniale Idee hat und dem Auto zum Siegeszug verhilft. Zunächst nur ein Spielzeug für Reiche, wird es zuerst in den USA zum Alltagsgefährt breiter Schichten.