23:25
Sabotage und Desinformation sorgen für Unruhe. Viele vermuten Russland dahinter. Lässt sich das beweisen? Eine Spur führt von Berlin nach Estland - tief in das System der "Wegwerf-Agenten". Monatelang hat ein Team aus Reportern vom ZDF und der Wochenzeitschrift "Die Zeit" recherchiert. Bei ihrer Recherche bekommen sie Kontakt zu Geheimdiensten, und sie erhalten hochbrisante Informationen. Die Hinweise auf Russland verdichten sich. Seit Monaten agieren vermutlich vom Kreml gesteuerte sogenannte Wegwerf-Agenten in Westeuropa. Eine neue Taktik: junge Männer, die als Agenten fungieren. Die dabei oft nicht einmal ahnen, dass sie für einen Geheimdienst arbeiten. Angeworben über verschlüsselte Kanäle wie Telegram, folgen sie Anweisungen, deren wahre Hintergründe ihnen verborgen bleiben. Ihre Aufträge beginnen zunächst harmlos. Sie sprayen Graffitis, machen unauffällige Beobachtungen. Doch es passieren bereits schlimmere Dinge: Sabotageakte gegen kritische Infrastruktur oder gezielte Provokationen im öffentlichen Raum. Bei ihrer Festnahme bleiben direkte Verbindungen zu den Akteuren im Hintergrund meist unentdeckt, denn die sogenannten Wegwerf-Agenten werden ja selbst in Unwissenheit gehalten. Viele Indizien sprechen dafür, dass das russische Regime hinter den Sabotage- und Spionageaktionen steckt. Sie seien Teil einer hybriden Kriegsführung gegen Europa - und so gezielt auch gegen Deutschland, sagen Geheimdienstexperten. Aber lässt sich das auch zweifelsfrei beweisen? In Estland bekommen Greta Buschhaus und Kai Biermann darauf eine Antwort. Mehr unter https://diespur.zdf.de
23:55
Seit Jahren setzen die berüchtigten Wagner-Söldner russische Machtinteressen in Afrika durch. Mit der Zentralafrikanischen Republik hat die Gruppe bereits einen ganzen Staat gekapert. Wagner hat geschafft, was der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich in Jahrzehnten nicht gelungen ist: die Ordnung in dem instabilen Land wiederherzustellen. Doch der Frieden hat einen hohen Preis: Die Russen beuten das Land aus und begehen Menschenrechtsverletzungen. NGOs berichten von Verschleppungen, Vergewaltigungen und Morden an der Zivilbevölkerung. Da die Verantwortlichen von staatlichen Stellen geschützt werden, können sie bislang kaum zur Rechenschaft gezogen werden. Die Russen kämpfen jedoch nicht nur an militärischer Front. Sie haben es auch auf die verschiedensten Bereiche des zivilen Lebens abgesehen: Sie drehen Propagandafilme, gründen Radiosender, bieten Sprachkurse an, bauen Wodkabrennereien auf und veranstalten Schönheitswettbewerbe - Brot und Spiele in Zentralafrika. Die Regeln diktiert der Kreml: Die Söldner sorgen für Ruhe und Ordnung und schützen die zentralafrikanischen Eliten. Im Gegenzug erhält Russland Zugang zu wertvollen Bodenschätzen wie Diamanten, Gold oder Uran. Offenbar eine Win-win-Situation für beide Parteien - und ein Geschäftsmodell, das auch andere afrikanische Länder für sich entdeckt haben. In Mali, Burkina Faso oder dem Niger greifen die autoritären Machthaber heute gern auf russische sogenannte Hilfsangebote zurück. Die russischen Schattenkrieger in der Sahelzone tragen jedoch heute nicht mehr das Totenkopf-Logo der Gruppe Wagner, sondern sind Teil des von Putin neu gegründeten "Afrikakorps". Der Name der Truppe leitet sich nicht zufällig von Hitlers berüchtigtem Afrikakorps ab, das zwischen 1941 und 1943 in Nordafrika Krieg geführt hatte. Denn ähnlich wie seinerzeit unter Hitler haben auch Putins Afrikakrieger eine unverhohlen imperialistische Ausrichtung. Es gilt, Russlands Einfluss in der Welt zu mehren und den Westen in dem geostrategisch wichtigen Kontinent zurückzudrängen.
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Informativ, hintergründig, analytisch: die Nachrichten des Tages aus Deutschland und der Welt. Mit Berichten, Reportagen und Interviews aus Politik, Gesellschaft und Kultur.
01:10
Verschwörungstheorien wollen beweisen, dass nie ein Mensch auf dem Mond gewesen ist. Der Film stellt die sieben außergewöhnlichsten der unzähligen, teils wirren Theorien auf den Prüfstand. Waren die Anschläge vom 11. September 2001 von der US-Regierung geplant, und war der Tod von Lady Diana in Wahrheit ein Auftragsmord? Viele Verschwörungstheorien halten sich über Jahrzehnte. Doch was steckt dahinter, und lassen sie sich zweifelsfrei widerlegen? Die Dokumentation prüft die sieben größten Verschwörungstheorien mithilfe von Experten auf ihren Wahrheitsgehalt: die 9/11-Verschwörung, die Protokolle der Weisen von Zion, die inszenierte Mondlandung, der Mord an Prinzessin Diana, die Pearl-Harbor-Verschwörung, die Chemtrail-Theorie und das zweite Leben von Musiklegende Elvis Presley.
01:55
Eine Propagandalüge, detailgenau konstruiert, mit schwerwiegenden Folgen: In Kuwait sollen 1990 irakische Soldaten Brutkästen gestohlen und die Frühgeborenen hilflos zurückgelassen haben. Nayirah (15) berichtet vor dem US-Kongress über die grausamen Szenen. Die Aussage der angeblichen kuwaitischen Hilfskrankenschwester und Augenzeugin sorgt für einen internationalen Aufschrei. Wenige Monate später ziehen die USA in den Krieg gegen den Irak. Nach nur wenigen Wochen siegen die Vereinigten Staaten im Irak. Doch es kommen Zweifel an Nayirahs Aussagen. Journalisten wollen wissen: Wer ist dieses Mädchen wirklich? Was ist wahr? Und was gelogen? Ist die US-Regierung in dieser Sache zu weit gegangen? Eine Dokumentation über eine große Lüge im Zweiten Golfkrieg.
02:40
Skurrile Lüge und Riesenblamage: Zwei Männer wollen Frankreich 1976 vor der ersten Ölkrise retten. Sogenannte Schnüffelflugzeuge können angeblich Öl- und Gasvorkommen aus der Luft orten. Die Flugzeugeigner Alain de Villegas und Aldo Bonassoli überzeugen die französische Regierung. Ihre Flugzeuge sollen Frankreich eine internationale Vorreiterrolle verschaffen und den Staatskonzern Elf zu einem der mächtigsten Mineralölunternehmen der Welt machen. Nach drei Jahren absurder Lügen, falscher Versprechen und Millionenausgaben endet das Ganovenstück - ohne dass ein einziger Tropfen Öl entdeckt wird. Der peinliche Skandal um den französischen Staatskonzern Elf und die Betrüger Alain de Villegas und Aldo Bonassoli wird unter den Teppich gekehrt. Um über eine Milliarde Francs erleichtern sie den französischen Staat. Die "Aktion Schnüffelflugzeuge" ist eine der größten Betrugsaffären der französischen Geschichte.
03:25
Seit Anbeginn der Zeit gehört die Lüge zum Krieg. Als Propaganda wird sie zur mächtigen Waffe. Mit dem Wandel der Medien verändert sich auch der Krieg selbst. Die Propaganda verschleiert die wahren Gründe und Ziele eines Krieges - und manchmal sogar seinen Ausgang. Um die eigene Wahrheit zu verbreiten, bedient sie sich immer der technischen Möglichkeiten der Zeit: von Gemälden über Fotos zu Fernsehbildern und Social Media. 1274 vor Christus setzt Ramses II. monumentale Darstellungen der Schlacht von Kadesh ein, um eine knappe Niederlage in einen glorreichen Sieg umzudeuten. Mit Beginn der Neuzeit können Kriegslügen, wie beim Eingriff des Schwedenkönigs Gustav Adolf in den Dreißigjährigen Krieg, sogar schon vor der Schlacht strategisch genutzt werden. Diese propagandistische Einflussnahme wird durch die Erfindung des Buchdrucks und die Entstehung neuer Massenmedien möglich - und verändert den Krieg grundlegend. Plötzlich können Propagandaschlachten um die Deutungshoheit im Krieg parallel zum Kampfgeschehen geführt werden, um die Bevölkerung von der Richtigkeit des eigenen Handelns zu überzeugen. Wenn die eigenen Kriegslügen schließlich auffliegen, sind es oft die Massenmedien, die das Blatt wenden. So geraten die Gräueltaten amerikanischer Soldaten während des Vietnamkriegs erst durch Fernsehberichte an die Öffentlichkeit. Im 21. Jahrhundert erhält der Medienkrieg mit dem Aufstieg der sozialen Medien eine weitere Eskalationsstufe. Blogs, Videos und Fotos - über das Internet kann heute jeder zum Kriegsberichterstatter werden. Doch die Datenmasse führt zu einer Illusion von Transparenz, die kaum verifizierbar ist. Die Gefahr: Im Internet kann heute jeder zum Propagandisten werden. Die sechsteilige Reihe erzählt, wie mit Lügen Geschichte gemacht wurde und welche Rolle die Medien bei der Verbreitung von Propaganda und der Verteidigung der Wahrheit gespielt haben.
04:10
Sie erschüttern die Gesellschaft, entzünden Debatten und können Motoren des Wandels sein: Skandale. Sie decken häufig Lügen auf, doch der Wahrheit sind sie nicht immer verpflichtet. Von der Antike bis in die Moderne - Skandale faszinieren uns und erhitzen die Gemüter. Mediale Enthüllungen offenbaren, wenn die Reichen und Mächtigen das Vertrauen der Öffentlichkeit missbrauchen, decken Geheimnisse und Fehltritte auf. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie sich die Skandalkultur im Laufe der Zeit verändert hat. Bei den Olympischen Spielen im antiken Griechenland wird der Betrugsversuch eines Athleten aufgedeckt. Zur Strafe muss er den Bau einer Statue finanzieren, die für immer von seiner Schmach künden soll. Am Vorabend der Französischen Revolution befeuern Lügen über die französische Königin Marie Antoinette den Sturz der Monarchie und schließlich die Hinrichtung des Königspaares. Im Skandalisierungsprozess spielen die Medien eine zentrale Rolle. Sie decken Fehltritte auf, machen sie einem großen Publikum zugänglich und tragen zur öffentlichen Meinungsbildung bei. Doch auch sie können zum Mittelpunkt eines Skandals werden: Im Konflikt um die irische Unabhängigkeit produziert die "London Times" den ersten Presseskandal. 150 Jahre später ist es das deutsche Magazin "Stern", das gefälschte Hitler-Tagebücher veröffentlicht. Im digitalen Zeitalter sind Whistleblower wie Chelsea Manning diejenigen, die zur Verbreitung öffentlicher Skandale beitragen. Die sechsteilige Reihe erzählt, wie mit Lügen Geschichte gemacht wurde und welche Rolle die Medien bei der Verbreitung von Propaganda und der Verteidigung der Wahrheit gespielt haben.
04:55
Seit Jahrtausenden ist sie ein Ankerpunkt menschlichen Zusammenlebens, sie spendet Hoffnung und Orientierung: Religion. Doch immer wieder wird der Glaube auch zur politischen Waffe. Unter dem Deckmantel der Religion werden Kriege und Konflikte ausgetragen, in jüngster Zeit dient sie zur Rechtfertigung von Terror. Dabei sind Lüge und Wahrheit oft schwer zu unterscheiden. Der Glaube wird zum politischen Instrument, im Guten wie im Schlechten. Ob in der biblischen Exodus-Erzählung, während der Hexenverfolgung in Europa, der Kolonialisierung Kanadas oder im religiösen Fundamentalismus der Gegenwart: Die Religion wird oft zur Waffe weltlicher Interessen. In der biblischen Exodus-Erzählung ermöglicht der Glaube an einen allmächtigen Gott die Befreiung aus der Sklaverei. Religiöser Aberglaube und Fanatismus führen im Europa der Neuzeit zur Hexenverfolgung. Den europäischen Kolonialisten dient der Glaube an das Christentum als einzig wahre Religion als Vorwand zur Unterdrückung und Ermordung indigener Völker. In der Moderne bringen wissenschaftliche Erkenntnisse die Fundamente der Religion ins Wanken, doch einige Bewegungen können sich anpassen, wie die evangelikalen Megakirchen in den USA zeigen. Sie bewegen sich in einem Spannungsfeld von religiösem Fundamentalismus und Feel-Good-Spiritualität. Die sechsteilige Reihe erzählt, wie mit Lügen Geschichte gemacht wurde und welche Rolle die Medien bei der Verbreitung von Propaganda und der Verteidigung der Wahrheit gespielt haben.