22:25
Nahe einer unscheinbaren Brücke in Nordfrankreich prallen 1214 mächtige Rivalen aufeinander: Die Schlacht von Bouvines am 27. Juni wird zum Wendepunkt mittelalterlicher Machtpolitik. Der französische König Philipp II. sieht sich einer ungewöhnlich breiten Allianz gegenüber: angeführt vom römisch-deutschen Kaiser Otto IV. und getragen von den Interessen des englischen Königs Johann Ohneland. Kann Philipp dieser Koalition standhalten? Der Konflikt zwischen Frankreich und England besteht schon seit Langem. Als Johann Ohneland den englischen Thron besteigt, erbt er auch große Gebiete in Frankreich. Doch innerhalb von rund zehn Jahren nimmt Philipp II. ihm den Großteil davon wieder ab. Um sein verlorenes Erbe zurückzuerobern, schmiedet Johann Ohneland eine Koalition. Sie vereint Philipps größte Feinde: den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und zwei seiner Vasallen, den Grafen von Flandern und den Grafen von Boulogne. Sie greifen das französische Heer an, als es die Brücke von Bouvines überquert. Als die Schlacht schon verloren scheint, geht der König von Frankreich zum Gegenangriff über und erringt einen überzeugenden Sieg. Für den deutsch-römischen Kaiser Otto IV. hat die Niederlage dramatische Folgen. Er verliert seine politische Basis in Deutschland. Der König von England ist stark geschwächt. Vor allem aber behauptet sich Philipp II. als unangefochtener Herrscher über das Königreich Frankreich. Die Machtverhältnisse in Europa sind für lange Zeit entschieden. Legendäre Kämpfe können Zivilisationen zu Ruhm führen - oder in den Untergang stürzen. Die ZDFinfo-Reihe enthüllt mit moderner Wissenschaft die Geheimnisse entscheidender Wendepunkte der Geschichte.
23:10
Japan 1575: Seit Langem ist das Land in zahllose Territorien zersplittert. Rivalisierende Clans kämpfen um die Vorherrschaft. Bei Nagashino kommt es zur Entscheidungsschlacht. Oda Nobunaga und Tokugawa Ieyasu stellen sich dem mächtigen Takeda-Clan. Dessen Reiter wollen die Belagerung der Burg von Nagashino brechen. Doch Nobunaga setzt auf eine neuartige Waffe aus Europa. Sie wird die Kriegsführung der Samurai für immer verändern. Die Schlacht von Nagashino markiert den Beginn moderner Kriegsführung. Oda Nobunaga, visionär und kompromisslos, setzt erstmals systematisch auf Feuerwaffen. Die dominierende Person in Zentraljapan hat ein klares Ziel: die Nation um jeden Preis zu vereinen - auch mit Gewalt. Er ist fasziniert von europäischen Feuerwaffen und setzt Arkebusen ein, eine frühe Form des Vorderladers. Am 28. Juni 1575 stehen sich 38.000 Mann des Oda-Tokugawa-Bündnisses und 15.000 Krieger des Takeda-Clans gegenüber. Takeda Katsuyori ignoriert den Rat seiner Generäle und befiehlt den Angriff seiner Reiter. Doch 3000 Arkebusiere hinter Palisaden eröffnen das Feuer auf die gefürchtete Kavallerie der Takeda. Fast 10.000 Männer fallen. Die Schlacht bei Nagashino gilt als Wendepunkt: Feuerwaffen und defensive Taktik verdrängen heroische Reiterangriffe und ebnen den Weg zur Einigung Japans unter einer zentralen Macht. Legendäre Kämpfe können Zivilisationen zu Ruhm führen - oder in den Untergang stürzen. Die ZDFinfo-Reihe enthüllt mit moderner Wissenschaft die Geheimnisse entscheidender Wendepunkte der Geschichte.
23:55
496 nach Christus: Das Weströmische Reich ist zerfallen. Während germanische Stämme um die Vorherrschaft ringen, spitzt sich der Konflikt zu. Die Entscheidung fällt bei Zülpich. Der Merowinger Chlodwig I. führt das fränkische Heer gegen die Alemannen. Er will seine Macht ausweiten und eine strategisch wichtige Region unter seine Kontrolle bringen. Ein Entschluss mitten im Kampf wird weitreichende Folgen für das Machtgefüge in Europa haben. Chlodwig verspricht, sich im Falle eines Sieges christlich bekehren zu lassen. Die Franken besiegen die Alemannen, und Chlodwig erfüllt sein Versprechen. Mit der katholischen Taufe durch Bischof Remigius von Reims legt Chlodwig I. den Grundstein für das christliche Frankenreich. Ein Schritt mit weitreichenden Folgen. Die Franken stärken ihre Vormachtstellung und erweitern ihr Reich. Chlodwigs Übertritt zum katholischen Glauben ist politisch bedeutsam, da andere germanische Reiche überwiegend der arianischen Glaubensrichtung folgen. Chlodwigs Taufe stärkt die Verbindung zur römischen Kirche und macht das Frankenreich zu einem Kerngebiet des lateinisch-christlichen Europa. Die politische Landkarte verändert sich nachhaltig: Alemannische Gebiete nördlich des Oberrheins geraten unter fränkische Herrschaft - Entwicklungen, welche die Geschichte Mitteleuropas über Jahrhunderte prägen. Legendäre Kämpfe können Zivilisationen zu Ruhm führen - oder in den Untergang stürzen. Die ZDFinfo-Reihe enthüllt mit moderner Wissenschaft die Geheimnisse entscheidender Wendepunkte der Geschichte.