19:45
Ein 15-Jähriger soll für 1500 Euro einen Mordauftrag übernommen haben. Die ZDF-Recherche zeigt: Kriminelle rekrutieren über die sozialen Medien zunehmend Minderjährige für Straftaten. Ermittler sprechen von "Violence as a service", einem Phänomen, das sich ausbreitet. Minderjährige werden über TikTok oder Instagram angesprochen. Was mit 100 Euro für Kurier- oder Drogendienste beginnt, führt Jugendliche oft in die Organisierte Kriminalität. "Willst du schnelles Geld verdienen?" Mit solchen Nachrichten fängt es meist an. Was wie ein harmloser Nebenjob erscheint, kann für Jugendliche den Einstieg in Drogenhandel, Betrugsdelikte oder schwere Gewaltkriminalität bedeuten. Ermittler beobachten seit einigen Jahren eine zunehmende Professionalisierung solcher Rekrutierungsstrukturen. Die Kriminellen geben sich als Gleichaltrige oder Vertrauenspersonen aus und bauen Nähe auf. Gerade junge Menschen gelten als besonders anfällig für Manipulation und Gruppendruck. "Freundschaft, Geld, Sachgegenstände" seien häufig ausreichend, um Jugendliche anzuwerben, sagt Streetworker Kevin Petersen aus Husum, der solche Fälle kennt. Einer dieser Kriminellen, die Minderjährige für Straftaten anheuern, erzählt verdeckt im Interview, dass das geringere Strafmaß entscheidend sei, weshalb sie Kinder und Jugendliche ansprechen: "Bei uns ist die Altersgrenze 16 Jahre. Es ist jetzt einer bei uns, der ist 12." Die Recherche von "Die Spur" zeigt, wie arbeitsteilig und international solche Netzwerke agieren. Hinter anonymen Profilen und verschlüsselten Chats stehen häufig organisierte Strukturen. "Entscheidend ist, dass der Auftraggeber selbst gar nicht in Erscheinung tritt", sagt Jan Engels vom Bundeskriminalamt. Für die Ermittler stellt die digitale Rekrutierung Minderjähriger eine wachsende Herausforderung dar. Nach Angaben von Europol existieren europaweit Hunderte Netzwerke schwerer und Organisierter Kriminalität. Sicherheitsbehörden beobachten dabei zunehmend die gezielte Einbindung Minderjähriger. Mehr unter: https://diespur.zdf.de
20:15
2019: Ein Paar aus Massachusetts wird Opfer von Drohungen und bizarren Lieferungen. Dahinter steckt ein unglaublicher Stalking-Skandal, in den der Online-Marktplatz eBay verwickelt ist. Spinnen, Kakerlaken und eine blutige Schweinemaske per Post: Das Ehepaar Ina und David Steiner wird monatelang terrorisiert und online verfolgt. Die Belästigungen eskalieren. Der erste Teil der dreiteiligen Dokumentation zeigt, welche Einschüchterungsmethoden das Blogger-Paar erlebt: anonyme Twitter-Nachrichten und Drohungen, Pakete mit lebenden Tieren und einem Schweinefötus, zahlreiche Pizza-Bestellungen. Ina und David Steiner berichten seit 1990 in ihrem Onlinemagazin "EcommerceBytes" über Händlerplattformen wie Amazon, eBay und Etsy. Sie geben Verkäufern Tipps und kennen die Branche. Alles beginnt mit einem kritischen Blog-Artikel über den eBay-Konzern. Unerwünschte Pizza-Lieferungen in der Nacht, Einladungen zum Hausflohmarkt, den es gar nicht gibt: Was wie ein Dumme-Jungen-Streich beginnt, entwickelt sich zu einem der spektakulärsten Cybermobbing-Fälle, in dessen Zentrum zwei Blogger und eBay stehen.
20:40
Das Ehepaar Ina und David Steiner schaltet die Polizei ein. Das FBI übernimmt den Fall. Schockierende Vorwürfe gegen ehemalige eBay-Mitarbeiter werden laut. 2019 wird eine perfide Belästigungskampagne in den USA publik: Mitarbeiter des eBay-Konzerns gehen mit mafiaähnlichen Methoden gegen ein Blogger-Paar vor. Der zweite Teil der dreiteiligen Dokumentation befasst sich auch mit der Geschichte der E-Commerce-Plattform eBay. Die Möglichkeit zum weltweiten Handel macht den Online-Marktplatz zu einer der beliebtesten Webseiten. Wie wurde eBay erfolgreich? Das US-amerikanische Unternehmen wird 1995 unter dem Namen "AuctionWeb" von dem Programmierer Pierre Omidyar gegründet. Damals noch als "Flohmarkt im Internet", auf dem gebrauchte Gegenstände weiterverkauft werden können. Das Unternehmen setzt erst später auf Auktionen und wird milliardenschwer. Unerwünschte Pizza-Lieferungen in der Nacht, Einladungen zum Hausflohmarkt, den es gar nicht gibt: Was wie ein Dumme-Jungen-Streich beginnt, entwickelt sich zu einem der spektakulärsten Cybermobbing-Fälle, in dessen Zentrum zwei Blogger und eBay stehen.
21:10
Der eBay-Skandal eBay gerät 2019 durch einen Großinvestor unter Druck. Das Unternehmen entscheidet sich, gegen Kritiker vorzugehen - Mitarbeitende machen dafür auch vor kriminellen Methoden nicht halt. eBay-Beschäftigte sollen das Blogger-Ehepaar Steiner tyrannisiert und eingeschüchtert haben. Der Skandal erschüttert die E-Commerce-Plattform nachhaltig. Der dritte Teil der dreiteiligen Dokumentation rekonstruiert die Hintergründe des Cyberstalking-Skandals und zeigt die Auswirkungen auf das Leben von Ina und David Steiner. FBI-Ermittler schildern, wie sie den ehemaligen eBay-Mitarbeitern auf die Schliche gekommen sind. Diese wollten das Paar wegen seines kritischen Blogs mobben. Ein sechsköpfiges Team um den damaligen Leiter der Sicherheitsabteilung hatte den perfiden Plan geschmiedet. Unerwünschte Pizza-Lieferungen in der Nacht, Einladungen zum Hausflohmarkt, den es gar nicht gibt: Was wie ein Dumme-Jungen-Streich beginnt, entwickelt sich zu einem der spektakulärsten Cybermobbing-Fälle, in dessen Zentrum zwei Blogger und eBay stehen.
21:45
Alle fünf Minuten stirbt in den USA ein Mensch an einer Überdosis. Als Auslöser der Opioid-Epidemie gilt die Einführung des Schmerzmittels OxyContin der Firma Purdue Pharma in den 1990er-Jahren. Die Inhaberfamilie Sackler vermarktet das Medikament jahrelang aggressiv und verharmlost das Suchtpotenzial, indem sie behauptet, das Abhängigkeitsrisiko läge unter einem Prozent. Hunderttausende geraten in die Sucht: für die Sacklers ein Milliardengeschäft. Der Sackler-Clan und das Pharmaunternehmen Purdue sind untrennbar mit der Opioid-Krise in den USA verbunden. Das Schmerzmittel mit dem Handelsnamen OxyContin, das 1995 auf den Markt kommt, entwickelt sich zum Bestseller. Pharmareferenten beeinflussen Ärzte in ihrem Verschreibungsverhalten und raten auch bei moderaten Schmerzen zu unnötig hohen Dosierungen über längere Zeiträume. Die Dokumentation arbeitet den Pharmaskandal auf und zeichnet den Aufstieg und Fall von Purdue Pharma nach. Zu Wort kommen Betroffene wie der ehemalige Arzt Louis Ortenzio, der seinen Patienten großzügig OxyContin verschrieb und irgendwann selbst abhängig wurde. Als er alles verliert, schafft er den Absprung: Heute ist er seit 20 Jahren clean und betreibt ein Rehazentrum für Suchtkranke. Zwei ehemalige Purdue-Pharmareferenten berichten über die Arbeitsmethoden des Konzerns, zwei Anwälte ordnen die Vorkommnisse juristisch ein. Auszüge aus internen E-Mails und Dokumenten sowie Mitschnitte von Anhörungen verdeutlichen die Skrupellosigkeit, mit der die Sackler-Familie vorgeht, um ein Milliardenvermögen zu erwirtschaften.
22:25
2012 wird in den USA das Fentanyl-Spray Subsys für Krebspatienten im Endstadium zugelassen. Über ein Betrugssystem vermarktet der Hersteller Insys Therapeutics das Mittel jedoch im großen Stil. Insys besticht Ärzte und belohnt die Verordnung von Subsys mit hohen Summen. In einem eigens eingerichteten Callcenter geben sich Mitarbeitende von Insys gegenüber Krankenversicherungen als Praxisangestellte aus, um die Versicherer zur Kostenübernahme zu bewegen. Der zweite Teil der Dokumentation legt den Fokus auf den Siegeszug von Fentanyl. Das synthetische Opioid ist 50-mal stärker als Heroin und darf eigentlich nur für tumorbedingte Durchbruchschmerzen angewendet werden. Über die kriminellen Machenschaften des Pharmakonzerns Insys Therapeutics berichten Whistleblower sowie der damalige Vize-Marketingchef. Ein Schicksal, das für viele andere steht: Die 32-jährige Sarah Fuller stirbt an einer viel zu hohen Dosis Subsys, die ihr für chronische Rückenschmerzen verschrieben wurde. Ihre Familie erzählt, wie ihr das gefährliche Opioid bei einem Arztbesuch von einer Pharmavertreterin angepriesen und schließlich ohne jegliche Aufklärung verordnet wird. Anfang der 2000er-Jahre ist Florida das Mekka für Schmerzpatienten und Suchtkranke: Da es keine einheitliche Patientendatenbank gibt und die Abgabe von Schmerzmitteln nicht reguliert wird, schießen sogenannte "Pill Mills" - Pillenfabriken - aus dem Boden: auf den ersten Blick legitime Schmerzkliniken, in denen Ärzte wie am Fließband Opioide verschreiben. Die Brüder Chris und Jeff George betreiben eine solche Klinik und werden schließlich zu langen Haftstrafen verurteilt. Zur Einsicht oder Reue hat dies offensichtlich nicht geführt.
23:10
Tödliche Gier nach Rhinozeroshörnern: In Südafrika werden Morde wegen der Hörner begangen. Polizei und Aktivisten kämpfen gegen eine Mafia, die Wilderei bandenmäßig organisiert. Nashörner sind vom Aussterben bedroht. Südafrika ist Heimat der meisten verbliebenen Tiere - und Brennpunkt eines brutalen Geschäfts. Die Nachfrage nach dem Horn wird aus Asien angeheizt, wo ihm medizinische Kräfte zugeschrieben werden. Die Dokumentation begleitet Ranger, Staatsanwälte und Ermittler, die ihr Leben riskieren, um die bedrohten Tiere zu schützen und Wilderer zu stellen. Im Mittelpunkt stehen der Mord an Ranger Anton Mzimba und die Jagd auf den berüchtigten Syndikat-Boss "Big Joe" Nyalunga - ein Ex-Polizist, der zum Symbol für Korruption und Straflosigkeit wurde. Über zehn Jahre sind südafrikanische Spezialeinheiten diesem gefährlichen Mann auf den Fersen. Immer wieder wird Big Joe verhaftet, und immer wieder kommt er gegen lächerliche Kautionszahlungen auf freien Fuß. Welche Rolle spielt Korruption dabei? Und warum kann der Bandenboss größtenteils auf die Loyalität der lokalen Bevölkerung setzen? Nationalparks und Naturreservate greifen inzwischen zu besonderen Maßnahmen, um Nashörner vor Wilderei zu schützen. Sie setzen Lügendetektoren bei ihren Rangern ein, um Kooperationen mit der Nashorn-Mafia aufzudecken. Eine Lobby aus Tierzüchtern plädiert für einen anderen Weg. Sie wollen Nashörner züchten und ihre Hörner absägen, um sie offiziell zu verkaufen. Das verbietet bislang das Washingtoner Artenschutzabkommen. Illegaler Handel mit bedrohten Arten ist eine der größten Bedrohungen für die Artenvielfalt weltweit. Die zweiteilige Doku-Reihe ist den kriminellen Banden der Wildtierhändler auf der Spur.
23:55
Geheime Farmen in Thailand, Laos und Vietnam offenbaren das dunkle Geschäft mit Tigern: Die Raubkatzen leben isoliert, eingesperrt in engen Gehegen - verborgen vor der Öffentlichkeit. Weltweit leben nur noch weniger als 5000 Tiger in freier Wildbahn. Zum Arterhalt wird die Großkatze in Zoos und privaten Zuchtstationen vermehrt. Doch was als Artenschutz getarnt ist, entpuppt sich immer wieder als überaus lukrative Geldquelle. Denn die Tiger werden geschlachtet und zu Produkten verarbeitet, denen in Vietnam oder China Heilkräfte zugeschrieben oder die schlicht als Statussymbol gesehen werden. Kriminelle Netzwerke haben sich darauf spezialisiert, die Nachfrage zu stillen. Es ist ein Millionengeschäft. Die Dokumentation begleitet den Investigativjournalisten Paul Moreira auf einer gefährlichen Spurensuche. Er trifft verdeckte Ermittler und Analysten von Interpol, die das Tigerkartell rund um den flüchtigen Syndikat-Boss Boonchai Bach und seine Komplizin Daoruang Chaiyamat jagen. Exklusive Aufnahmen zeigen, wie Tiger heimlich gezüchtet und geschlachtet werden, während ihre Produkte über korrupte Netzwerke nach China und Vietnam gelangen. Eine riskante Recherche quer durch Südostasien. Illegaler Handel mit bedrohten Arten ist eine der größten Bedrohungen für die Artenvielfalt weltweit. Die zweiteilige Doku-Reihe ist den kriminellen Banden der Wildtierhändler auf der Spur.