21:00
In der neunten Staffel der beliebten WDR-Sommerreihe "Lecker an Bord" setzen die Spitzenköche Björn Freitag und Frank Buchholz erneut Kurs auf die niederländische Provinz Friesland. Ihre kulinarische Entdeckungstour führt sie diesmal noch weiter in den Norden - bis ans Wattenmeer. Entlang der Nordseeküste treffen sie auf salzige Böden, frische Meeresluft und viele kulinarische Überraschungen. Auch in dieser Staffel wieder mit an Bord: Skipper und "Wahlfriese" Kai Linnenbrügger. Er steuert das Hausboot von der Stadt Dokkum mit ihrem charmant-historischen Flair über Leeuwarden, die quirlige Hauptstadt Frieslands, bis nach Harlingen - dem Fischerort an der Nordsee. Das Hausboot liegt im Herzen von Dokkum. Von dort aus fährt Björn nach Aldwâld, zum Ziegenhof von Doetie Trinks. Etwa 90 Toggenburger Ziegen geben die frische Milch, aus der Doetie ihren Käse herstellt. Björn hilft beim Melken und lernt, wie aus reiner Rohmilch Käse entsteht - nach alter Handwerkskunst. Frank zieht es unterdessen ans Wattenmeer bei Lauwersoog. Austernfischerin Barbara Rodenburg nimmt ihn mit auf ihre Tour: Gemeinsam gleiten sie auf Holzschlitten durchs Watt und leeren Krebsreusen. Zurück an Land filetiert Barbaras Mann Jan einen frisch gefangenen Wolfsbarsch für das Abendessen an Bord. In Engwierum besucht Björn Landwirt Pyt Sipma, der neben Flachs auch eine besondere Kartoffelsorte anbaut. Die muschelreichen Böden und ein spezielles Algensubstrat geben der Wattkartoffel "Nola" ihr besonderes Aroma. Auf dem Hof befindet sich eine Pflege-Farm, auf der Menschen betreut werden und mitarbeiten können. Bei der Ernte im Gemüsegarten packt Björn kräftig mit an. Zurück an Bord zaubern die beiden Kochfreunde sommerliche Gerichte mit regionalem Food, diesmal mit maritimer Note: Wolfsbarsch im Krustentiersud, dazu Dicke Bohnen, Aubergine und "gesmashte" Wattkartoffel. Zum Abendessen an Bord sind die Menschen eingeladen, die die Köche auf ihren Streifzügen kennengelernt haben.
21:45
Hinter den Kulissen geht es wieder heiß her. Denn diese Nachrichtensendung berichtet nicht nur über das Aktuellste aus aller Welt, sondern auch über regionale Themen des WDR-Gebiets.
22:15
"Schöne Frauen" dominieren die erste Route durch sechs Jahrzehnte. Von Lore Lorentz im Düsseldorfer Kom(m)ödchen der Nachkriegszeit über Gerburg Jahnke bis zu Carolin Kebekus im Köln der Gegenwart - beim ersten flüchtigen Blick könnte man meinen, es gab die bühnen- oder studiobeherrschenden Frauen schon immer. Beim zweiten Blick allerdings zeigt sich "natürlich", dass die Herren lange klar dominierten, von Ansagerinnen angekündigt, von Assistentinnen begleitet. Es dauerte eine ganze Weile, bis Elke Heidenreich zu Beginn der achtziger Jahre Co-Moderatorin einer Talkshow werden konnte, und es dauerte mehr als ein weiteres Jahrzehnt, bis Bettina Böttinger alleinige Gastgeberin einer Sendung wurde. Zwar gab es schon in Schwarzweißzeiten beispielsweise Science Fiction, in der ein fremder Planet von Frauen beherrscht wird - was den Kommandanten der Raumpatrouille Orion äußerst verwirrt -, doch die Reality im Farbfernsehen kannte noch viele Jahre allerlei gespielte Männerwitze mit blanken Busen oder halbnackten Frauen als Deko. "Es ist ja eigentlich sehr konsequent, dass wir eine Runde über Frauen im Fernsehen mit einer Sequenz eröffnen, in der in Schwarz-Weiß einer Frau erst einmal in den Arsch getreten wird", meint Oliver Welke augenzwinkernd. Torsten Sträter erinnert sich bei barbusigen Auftritten von Ingrid Steeger in der Comedyserie "Klimbim" an seine Kindheit: "Wir haben halt hinter der Couch gehockt, im Nicki-Schlafanzug, und haben geguckt. Es waren die einzigen Brüste, die du sehen konntest im Fernsehen." Jürgen Beckers schüttelt ob mancher Szenen aus der Frühzeit des Fernsehens den Kopf: "Also, wenn man sich heutzutage über die Privaten beklagt, muss man sagen: Die Sünden waren schon vorher da."
23:15
"Starke Männer" dominieren die dritte Route durch sechs Jahrzehnte. "Nur weil bei mir in der Hose etwas hängt, kann ganz Deutschland mich verstehen." Ein kleiner Satz über die Antenne des Ansteckmikrofons, den Rudi Carrell als Zitat von Hans-Joachim Kulenkampff in großer, historischer Samstagabendunterhaltung zum Besten gibt. Zwischen jenem Satz und der in aktueller Comedy erfolgten Erklärung des Helden Torsten Sträter, wie man richtig Hemden bügelt, da liegt etliches: von Männern dominierte Shows, eine von Männern in den siebziger Jahren verursachte Flutwelle des Talks, ein schon in den achtziger Jahren von frommen Männern erbittert geführter Krieg gegen Fernsehsatire, viele infantile Spielchen und schließlich die Reifung zum Hausmann, wie ihn etwa Jürgen Beckers verkörpert. Hypochonder, Machos und Sensibelchen, Herren mit Benimm, alberne Kerle mit Schnullern im Mund und solche, die minutenlang von einem schokoladigen Brotaufstrich schwärmen, sie alle dominieren das Fernsehen zu je unterschiedlichen Zeiten. Allein die Hauptdarsteller aus dem Politikbetrieb scheinen allzeit für das Unterhaltungsfernsehen von Interesse zu sein. In der Rückschau auf die Sechziger Jahre, als in den Unterhaltungsshows auch immer wieder Artisten das Publikum mit ihren Kunststücken begeisterten, äußert Oliver Welke in die Runde, "...dass man was können musste, um es ins Fernsehen zu schaffen. Das ist ja ein Schock. Die meisten unserer Karrieren wären gar nicht denkbar unter diesen Bedingungen." Götz Alsmann kommentiert den Auftritt von der "Godmother of Punk" Nina Hagen und dem Country- und Schlagersänger Gunter Gabriel in der Talkshow "Je später der Abend" in den späten Siebziger Jahren: "Ich glaube, das war der erste Außerirdische, dem sie damals im Westen begegnet ist." Bettina Böttinger ringt ein wenig um Worte, als sie eine bizarre Spielszene in Jürgen von der Lippes Show "Donnerlippchen" aus dem Jahr 1986 sieht: "Wer ist Spieleerfinder im Fernsehen? Was sind das für gescheiterte Existenzen?"