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TV Programm für WDR Köln am 28.10.2026

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Unsere Städte und die Drogen - Wer stoppt das Elend? 22:15

Unsere Städte und die Drogen - Wer stoppt das Elend?

Drogen

Kokain und Crack verändern die Drogenszene in Nordrhein-Westfalen grundlegend. Diese Entwicklung zeigt sich auch in Dortmund: Rund um den Hauptbahnhof und in der Innenstadt prallen offene Drogenszene, Anwohner und der lokale Handel unversöhnlich aufeinander. Insbesondere das direkte Umfeld des Drogenkonsumraums in Fußgängerzonennähe ist zu einem Konfliktherd geworden. Einzelhändler Matthias Hilgering fordert von der Stadtspitze die Verlegung des Drogencafés: "Wir erleben, dass unsere Kunden nicht mehr in den Laden kommen, um nicht angebettelt zu werden und nicht sehen zu müssen, wie Drogenabhängige offen ihre Crackpfeifen rauchen." Zahlen und Experten bestätigen die wachsende Krise: Der Konsum von Crack nimmt rasant zu. In den Konsumräumen NRWs konsumierten im Jahr 2025 bereits 32 Prozent aller Nutzer diese Droge - fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Suchtexperten warnen vor einer massiven Zunahme von Verelendung und psychischen Folgeschäden in der Szene. Die Ruhrgebietsmetropole steht in dieser Dokumentation exemplarisch für eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die viele Kommunen beschäftigt: Wie lässt sich der Balanceakt bewältigen zwischen dem Schutz von Anwohnern und Gewerbetreibenden einerseits und wirksamer Hilfe für schwer abhängige Menschen andererseits? Politisch bietet Dortmund eine besondere Ausgangslage: Mit Alexander Kalouti steht erstmals seit fast 80 Jahren ein CDU-Oberbürgermeister an der Spitze der Stadt. Er hat einen radikalen Kurswechsel angekündigt. "Ich möchte, dass sich die Menschen in dieser Stadt wieder sicher fühlen, dass sie die Sauberkeit erleben, die ihre Lebensqualität auch ausmacht. Wir haben sofort nach meinem Amtsantritt die Streifen unseres kommunalen Ordnungsdienstes erhöht." Er setzt dabei auch auf verschärfte Polizeikontrollen, sowie die Verlegung des Konsumraums. Doch kann dieser Ansatz das Problem nachhaltig lösen? Gegenwind spürt der neue Oberbürgermeister vor allem von den Betroffenen selbst. "Wiesel" und "Motzi", die auf der Straße leben und in leerstehenden, verfallenen Häusern hausen, blicken voller Sorge auf die neuen Maßnahmen. Für sie ist der Drogenkonsumraum überlebenswichtig: "Hier werden wir wahrgenommen", ergänzt Motzi, "hier können wir konsumieren - mit sauberen Utensilien - und bekommen Hilfe, wenn wir sie brauchen." Dass die Lage besorgniserregend ist, unterstreicht Drogenexperte Daniel Deimel: "Wir haben in den letzten Jahren einen sehr drastischen Anstieg der drogenbedingten Todesfälle. "Um gegenzusteuern und gleichzeitig den öffentlichen Raum zu entlasten, plädiert er für integrierte Konzepte wie das sogenannte "Zürcher Modell", bei dem Konsum und Handel innerhalb kontrollierter Suchthilfeeinrichtungen toleriert werden - ein Ansatz, den auch OB Kalouti für denkbar hält, flankiert von einem harten Vorgehen gegen die Dealer-Szene. Doch stellt sich die Frage: Ist dieses Modell rechtlich und strukturell in NRW überhaupt umsetzbar? Die Dokumentation macht Dortmund zum Brennglas für eine Debatte, die ganz Nordrhein-Westfalen betrifft. Sie begleitet die Suche nach Antworten im Spannungsfeld von Sicherheitsinteressen, politischem Handlungsdruck und der humanitären Frage, ob die am stärksten Gefährdeten überhaupt noch erreicht werden können.

Danach

Mitten in Deutschland: NSU - Die Opfer - Vergesst mich nicht 23:00

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TV-Drama

Im September 2000, kurz nach den großen Ferien, wird die 14-jährige Semiya in ihrem Internat um vier Uhr morgens geweckt. Ihr Vater soll einen Unfall gehabt haben. Erst im Krankenhaus erfährt sie, dass er im Koma liegt. Acht Schüsse wurden auf Enver Simsek abgefeuert. Er stirbt zwei Tage später. Die Polizei macht sich an die Arbeit. Hochmotiviert, den Fall möglichst schnell zu lösen. Es gibt kaum Spuren, aber jede Menge Hinweise: Enver Simsek ist in kurzer Zeit zu sehr viel Geld gelangt, als Blumenhändler war er häufig in Holland unterwegs. Etliche Zeugen melden sich. Einer will Enver bei einem vermeintlichen Drogentransport begleitet haben. Immer wieder werden Semiya und ihre Familie daraufhin ins Präsidium zitiert, immer wieder müssen sie sich zermürbenden Vernehmungen stellen. Semiya zweifelt keine Sekunde an der Unschuld ihres Vaters. Ebenso ihr kleiner Bruder und ihre beiden Onkel. Sonderkommissionen bringen kein Licht ins Dunkel Ihre Mutter Adile ist dem Druck körperlich und seelisch nicht gewachsen. Als sie für einige Zeit ins Krankenhaus muss, übernimmt die gerade 15-jährige Semiya die Verantwortung für sich selbst und für ihren Bruder. Die eher mittelmäßige Schülerin kämpft sich durch ihr Fachabitur, beginnt zu studieren und schützt Mutter und Bruder vor weiteren Ermittlungen der Polizei, die immer noch an ein Drogendelikt glaubt. Sieben türkische und ein griechischer Geschäftsmann sind inzwischen mit derselben Waffe wie Enver Simsek ermordet worden. Ein neuer Ermittler bringt zwar Bewegung in den Fall Simsek und kann die Zeugenaussage von damals widerlegen, aber letztlich verlaufen auch seine Untersuchungen sowie die mehrerer Sonderkommissionen im Sande. Die Angehörigen der Opfer beginnen sich zu wehren. Auf einer Großdemonstration hält auch Semiya eine Rede. Selbstbewusst fordert sie die Polizei auf, nach den wahren Tätern zu suchen. Aber erst im November 2011 kommt heraus, wer die mutmaßlichen Mörder waren.