20:15
Dieter Hallervorden - eine der letzten Ikonen der deutschen Showkultur wird am 5. September 90 Jahre alt. Der letzte große Narr der Republik. Ein Leben zwischen Lachsalven und Tränen, zwischen Skandal und Applaus. Der Mann hinter "Nonstop Nonsens", hinter "Didi - Der Doppelgänger", hinter "Honig im Kopf" - und hinter einem Lebenswerk, das Millionen zum Lachen bringt. Er ist zugleich einer der streitbarsten, unbequemsten und widersprüchlichsten Künstler Deutschlands. Ein Publikumsliebling, der immer wieder aneckt. Der Provokateur, der nicht müde wird, sich gegen die Erwartungen der Zuschauer, gegen Vorurteile und - vielleicht am meisten - gegen sich selbst zu stemmen. Mit 90 Jahren steht er noch immer auf der Bühne. Führt drei eigene Theater. Produziert Songs. Fliegt waghalsige Looping über seiner Heimatstadt. Und sorgt weiterhin für Schlagzeilen - zuletzt, als er den Kanzler Friedrich Merz wegen übler Nachrede verklagte. Denn Hallervorden lässt bis heute nichts einfach so stehen - weder in der Politik, noch im Leben. Der Film öffnet Türen, die bisher verschlossen waren: Seine Künstlergarderobe. Sein Berliner Zuhause. Seine legendäre Privatinsel in der Bretagne. Er begleitet Hallervorden bei Proben, auf Reisen, vor Auftritten - und fängt Momente ein, in denen selbst einer wie er nicht mehr ausweichen kann. Zum ersten Mal kommt seine Familie ausführlich zu Wort - direkt, ehrlich, zutiefst persönlich. Nathalie Hallervorden - die gemeinsame Tochter mit Rotraud Schindler und sein deutlich jüngerer Sohn Johannes bringen uns den Familienvater Hallervorden näher, dessen Werte und Überzeugungen nicht immer mit denen ihrer eigenen Generation kompatibel sind. Dazu kommen enge langjährige und prominente Weggefährten, Vertraute, Beobachter und seine Ehefrau Christiane - die Dieter Hallervorden so gut kennt wie kaum jemand sonst. Menschen, die mit ihm gearbeitet, gestritten, gelacht und gelitten haben. Sie zeichnen das Bild eines Mannes, der seit über sieben Jahrzehnten kämpft - gegen alle, die ihm nichts zutrauten, ihn für talentfrei hielten, ihn ablehnten. Gegen die, die ihn bis heute missverstehen, verurteilen oder auf seine Didi-Rolle reduzieren. Der Film zeigt Hallervorden an den großen Wendepunkten seines bewegten Lebens: Von der Kindheit in Dessau über die dramatische Flucht aus der DDR - samt dem nie ausgeführten Plan, den Regimeführer Walter Ulbricht zu ermorden -, über den Aufstieg mit "Nonstop Nonsens", die Kinojahre mit Didi als Slapstick-Actionheld der 80er Jahre, die Skandale, die Rückzüge, die Comebacks bis zum späten Triumph als Charakterdarsteller in "Sein letztes Rennen" und "Honig im Kopf" - und darüber hinaus. Denn der Mann, der nie zur Ruhe kam, führt bis heute drei Theater, produziert, spielt mehrere Rollen gleichzeitig und sorgt regelmäßig für Diskussionen - ob mit provokanten Bühnenstücken, politischen Songs oder aktuellen Eklats. Wer verstehen will, warum jemand, der einst ein Attentat auf das DDR-Regime plante, auch mit 90 noch politisch aneckt und seine Meinung lautstark ohne Rücksicht auf Verluste kundtut, bekommt hier Antworten: Warum er bis heute gegen jede Vernunft das altbewährte immer wieder umschmeißt - und sich neu erfindet. Warum er den Applaus braucht - und doch vor ihm flüchtet. Warum er bis heute lieber aneckt als leise zu werden. Der Film gräbt tief in den Archiven: 70 Jahre deutsche Showgeschichte werden lebendig. Private Aufnahmen und TV-Schätze, die seit Jahrzehnten niemand mehr gesehen hat. Sketche, Songs, Filme, Interviews, die ganze Generationen geprägt haben. HALLERVORDEN ist kein nostalgischer Rückblick, sondern ein Film über Kämpfe. Damals wie heute. Über einen Mann, der bis heute nicht aufhört, sich zu reiben - an der Welt, an der Gesellschaft, an sich selbst. Ein Film, der erklärt, warum Dieter Hallervorden zu dem wurde, was er ist - und warum er bis heute so geliebt und doch gemieden wird.
21:45
Opa Oskar nimmt weder die Wahrheit noch sich selbst besonders ernst. Auch nach einer Haftstrafe wegen Hochstapelei sieht der Senior wenig Anlass, sich komplett zu bessern. Er braucht erst einmal ein Dach über dem Kopf - und bei seiner Tochter Tilda, die ihm die letzten Eskapaden immer noch übelnimmt, rechnet sich der Ex-Knacki wenig Chancen aus. Dummerweise steht seine einzige Bleibe, ein alter Bauwagen, bei seiner Tochter im Garten. Dort begegnet er bereits nach der ersten heimlichen Übernachtung seiner autistischen Enkelin Fanny, die es mit der Wahrheit - anders als er - ganz genau nimmt. Um ihr Vertrauen zu gewinnen, stellt sich Oskar der comicbegeisterten Achtjährigen nicht als den seit Jahren verschollenen Knacki-Opa vor, sondern als Professor Krypton! Für Fanny, die am liebsten ein knallbuntes Superheldinnenkostüm trägt und dafür in der Schule gehänselt wird, kommt der allwissende Mentor vom Superman-Planeten wie gerufen. Auch Tilda, die schon bald merkt, was da im Garten vor sich geht, greift auf Oskar zurück. Um eine Fortbildung besuchen zu können, vertraut sie ihm ihre Tochter für eine Woche an. Mit ihrem Outsider-Opa an der Seite nimmt Fanny ihren großen Traum in Angriff: Beim Talentwettbewerb in der Schule möchte sie gewinnen - natürlich als Fanny Supergirl!
23:15
Paul Averhoff war einst ein großer Marathonläufer, eine Legende, Gewinner der Goldmedaille in Sydney 1958. Zu seiner Zeit. Jetzt, mit weit über 70, zieht er nach wiederholten Stürzen seiner Frau Margot nach vielen glücklichen Jahren aus dem vertrauten Zuhause aus - auch weil Tochter Birgit sich nicht kümmern kann; sie jettet als Flugbegleiterin durch die ganze Welt und ist nur selten greifbar. Im Altersheim, wo Paul sich plötzlich zwischen Singkreis und Bastelstunde entscheiden muss, drängt sich die entscheidende Frage auf: Das soll es gewesen sein? Nicht mit Paul. Um nicht in tiefe Depression zu verfallen, zieht er seine alten Rennschuhe an und beginnt, im Heimpark zu laufen. Tag für Tag. Runde für Runde. Anfangs schleppend und jämmerlich, dann aber immer schneller. Seine Heim-Mitbewohner halten ihn für verrückt, zumal er behauptet, für den Berlin-Marathon zu trainieren und ihn auch gewinnen zu wollen. Als sich Margot dazu überreden lässt, ihn wie früher mit strenger Hand zu trainieren, und Paul in einem Rennen gegen den jungen Pfleger Tobias gewinnt, schlägt die Zurückhaltung der Bewohner jedoch in Begeisterung um. Die "trüben Tassen" werden wieder lebhaft, sie erinnern sich an ihren Helden aus vergangenen Tagen, feiern mit ihm und feuern ihn an. Und im Altersheim geraten die Abläufe durcheinander. Dann aber stirbt Margot, woraufhin Paul in tiefe Trauer verfällt. Kann er das Versprechen noch einlösen, das seine Frau ihm kurz vor ihrem Tod abgerungen hat? Dass er sein Rennen auch ohne sie zu Ende bringen wird, immer weiter läuft, unaufhaltsam, heraus aus den traurigen Gedanken, in Richtung Marathon. Für sich selbst, aber auch für all jene, denen er es beweisen möchte - seiner Tochter Birgit, seinen Mitbewohnern, einer ganzen Stadt.
01:00
In Rheinstadt starten die Wissenschaftlerin Petra Schach und Bürgermeister Amir Kaan das revolutionäre Projekt TRUST: ein Rehabilitationsprogramm, das das städtische Gefängnis schließen und die Inhaftierten in Freiheit wieder in die Gesellschaft integrieren soll. Ganz nach dem Motto: Heilung statt Strafe. Während der zwanzigjährige Nader, einer der entlassenen Häftlinge, eine neue Wohnung und Arbeit erhält, steckt seine Schwester Yara weiterhin tief in kriminellen Strukturen und wird kurz nach einem Besuch bei ihrem Bruder von der Polizei verhaftet. Mark, ebenfalls frisch entlassen, kehrt zu seiner Familie zurück. Seine Frau Eva ist Sozialarbeiterin bei Trust. Die Eheleute sind durch Marks Haftzeit entfremdet. Marks Sohn Niki freut sich, endlich seinen Vater zurückzuhaben, während Tochter Alina sich längst an ein Leben ohne ihn gewöhnt hat. Als ein Vermieter sich plötzlich doch weigert, einen der Teilnehmer eine Wohnung zu geben, bricht Petra mit ihren Prinzipien und beschließt, den rechtsextremen Schwerverbrecher bei sich privat aufzunehmen. Gleichzeitig setzt sie Therapeutin Lydia unter Druck: Sie soll einen anderen, kontroversen Fall positiv bewerten, damit auch er in die Freiheit darf.
01:45
Das TRUST-Programm hat einen erfolgreichen Start hingelegt. Bei einer Therapie-Sitzung wird Nader mit einem seiner früheren Opfer konfrontiert. Unterdessen steht seine Schwester Yara vor Gericht. Wird auch sie die Chance erhalten, am TRUST-Programm teilzunehmen? Petra versucht, die Erwartungen der Familie Gül zu managen, insbesondere Nesrins, die das Gefühl hat, durch die Freilassung von Klaus Bäumer - dem Mörder ihres Sohnes - retraumatisiert zu sein. Eva steht in allen Lebensbereichen vor Herausforderungen: von der schwierigen Zusammenarbeit mit der widerspenstigen Yara bis hin zu ihrem Bemühen, sich mit Mark zu versöhnen.
02:30
Eine Serie von Raubüberfällen erschüttert Rheinstadt. Die Presse gibt TRUST die Schuld, was den Druck auf Petra und Amir erhöht. Der Triebtäter Jens hat seine erste Therapiesitzung in Freiheit. Lydia befürchtet, dass er gefährlich werden könnte, wenn er sich nicht an sein neues Leben außerhalb des Gefängnisses anpasst. Nader beweist sich bei der Arbeit und kommt seiner Kollegin Milane näher, während Eva weiterhin Schwierigkeiten mit Yara hat, die sich nicht an die TRUST-Vorgaben hält. Nesrin versucht, einer Frau zu helfen, die glaubt von einem der Teilnehmer gestalkt zu werden, wird dabei jedoch mit ihrem eigenen schlimmsten Albtraum konfrontiert.
03:15
Ein Datenleck stürzt TRUST in eine Krise, als die Namen, Adressen und Taten aller Teilnehmer veröffentlicht werden. Lydia ordnet an, dass Jens seine Wohnung verlassen muss, da er dort nicht mehr sicher ist. Nader wird von Milane konfrontiert, nachdem sie von seiner Vergangenheit erfahren hat. Mark wird von Schuldgefühlen gequält und will gegen Evas Willen den Kindern die Wahrheit über den Unfall erzählen, der zu seiner Verurteilung geführt hat. Tayfun wirft seiner Frau Nesrin vor, von Rache getrieben zu sein, während Petra um den öffentlichen Ruf ihres Projekts kämpft. Schließlich bekommt sie sogar Widerstand aus den eigenen Reihen, als Opferbeauftragte Sabine und Amir planen, die Regeln des Programms zu verschärfen.
04:00
Dieter Hallervorden versteht es, ernste Rollen mit einem unnachahmlichen Augenzwinkern zu verkörpern. In "Oskar, das Schlitzohr und Fanny Supergirl" schlüpft der gefeierte Charakterdarsteller und beliebte Unterhaltungskünstler in die Rolle eines gewitzten Ex-Knackis, der seine autistische Enkelin Fanny - beeindruckend gespielt von Julia Kovacs - und ihre Träume ernst nimmt. Mit Feingefühl blickt die Komödie auf die kleine Superheldin und zeigt humorvoll, wie sie die Engstirnigkeit anderer überwinden kann. Zu dem exzellent besetzten Ensemble gehören neben Chiara Schoras in der Rolle der überforderten Mutter Tilda auch Gesine Cukrowski, Bernhard Piesk und Jan Sosniok.