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Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
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Sie bestehen hauptsächlich aus Plastik, lassen sich im Do-it-yourself Verfahren herstellen und können töten. Waffen aus dem 3D-Drucker. Die Bauanleitung für eine Schusswaffe ist heute nur einen Klick entfernt, verteilt im Netz, anonym, kostenlos und ihre Nutzung nahezu unkontrollierbar. Die ARD Story zeigt, wie eine neue Generation selbstgebauter Waffen zur wachsenden Gefahr wird. Bei einer Razzia in Eisenach gegen die rechtsextreme Gruppe Knockout 51 stießen Ermittler auf etwas Überraschendes: Teile einer Waffe aus dem 3D-Drucker. Das Modell heißt FGC-9 - kurz für "Fuck Gun Control" - und ist zum Symbol einer globalen Untergrundszene geworden, die Waffenrecht und Sicherheitsbehörden herausfordert. "Diese Waffe ist ein Game Changer", sagt Carola Leva, Waffen-Forensikerin beim Bundeskriminalamt. Denn erstmals lässt sich ein halbautomatisches Gewehr nahezu vollständig im Eigenbau herstellen, mit einem 3D- Drucker und legal erhältlichen Materialien. Seit Jahren kursieren Anleitungen für den Bau von Waffen im Netz, Ermittlungsbehörden warnen heute vor einer Entwicklung, die nur schwer kontrollierbar ist. "Es ist eine Utopie, zu glauben, dass wir dieses Phänomen aufhalten können", sagt auch Waffenexperte Leon Kersbergen von Europol. Doch woher stammt dieser Trend? Der Konstrukteur der Waffe FGC-9 tritt im Internet unter dem Pseudonym JStark auf. Mit Sturmmaske und Sonnenbrille ist er zur Ikone einer internationalen Waffenbau-Szene geworden. Sein radikales Ziel: Jeder Mensch soll Zugang zu Schusswaffen haben - ohne staatliche Kontrolle. Gemeinsam mit Rajan Basra vom King's College London verfolgt die ARD Story die Online-Aktivitäten von JStark. "Mit der Veröffentlichung der Baupläne hat er viel riskiert", sagt Basra. Der Extremismusforscher stößt dabei auf immer mehr Hinweise zu JStarks Weltbild: rassistische Kommentare, antisemitische Sprache und Posts voller Hass. Schließlich ist sich der Forscher sicher, den Erfinder der FGC-9 identifiziert zu haben. Die Spur führt nach Hannover. Doch die Menschen, die JStark und seine Waffe feiern, findet man quasi überall auf der Welt. Die Recherche führt die ARD Story-Autoren an unterschiedliche Orte und zeigt: Der Bauplan kursiert etwa bei rechtsextremen Terrorzellen in Deutschland und England, aber genauso bei Waffen-Enthusiasten in den USA, wo sich die Technologie immer weiterentwickelt. Vor allem junge Männer finden sich online zusammen. Es entstehen globale Netzwerke, die Waffenbau mit extremistischer Ideologie verbinden. Ermittler sehen politischen Handlungsbedarf. Doch was können Politik und staatliches Waffenrecht ausrichten, wenn sich tödliche Waffen immer einfacher selbst herstellen lassen?
21:30
Die Y-Kollektiv-Reportage fragt: Wie weit reicht der Einfluss rechter Netzwerke in die Hardtekk-Szene? Wo verläuft die Grenze zwischen Provokation und politischer Ideologie? Und wer stellt sich der Vereinnahmung einer Jugendkultur entgegen, die für viele vor allem Freiheit, Gemeinschaft und Eskapismus bedeutet? Hardtekk-Partys ziehen tausende junge Menschen an, Songs werden millionenfach gestreamt, Festivals füllen Hallen an Orten, wo sonst wenig los ist. Doch zwischen Stroboskoplicht und 200 Beats pro Minute lassen sich immer wieder rechtsextreme Codes und menschenfeindliche Botschaften finden. Songs mit doppeldeutigen Texten werden in rechtsextremen TikTok-Videos und Playlists verbreitet und gefeiert. Einzelne Artists provozieren mit Nazi-Symbolik, Veranstalter stehen wegen ihrer Verbindungen in die rechtsextreme Szene in der Kritik und trotzdem sind ihre Partys oft ausverkauft. Henrike Müller-Mahn und Patrick Wagner fragen in ihrer Y-Kollektiv-Reportage: Wie wird eine Jugendkultur zum Einfallstor für Rechtsextremismus? Und interessiert es die Menschen auf den Tanzflächen überhaupt, was politisch zwischen den Beats passiert?
22:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
22:02
Mit Beginn der Pandemie 2020 startete der digitale Buchclub BookTok seine Erfolgsgeschichte. Ihn nutzen auch junge Frauen, die New-Adult-Bücher feiern. Der Stil ist leicht und unterhaltsam, die Geschichten romantisch und voller Erotik aus weiblicher Sicht. Aber nicht nur online kultivieren die Leserinnen den leidenschaftlichen Austausch über ihre Lieblingsbücher. Buchbloggerin Jess "miss.Nerdstagram" trifft ihre Follower auf Events wie dem Buchball auf Burg Namedy. Auch Autorin Kim Leopold aus Rheine ist oft unterwegs, um ihren Fans nahe zu sein. Sie ist "Own Voice" Autorin und bedient mit ihren Geschichten den Hunger nach authentischen Geschichten. Themen wie psychische Gesundheit, Body Positivity und ADHS liegen ihr am Herzen. Kim erwartet nervös den Launch ihres neuen Buches, das sie diesmal nicht selbst verlegt. Denn viele Verlage haben das Phänomen für sich entdeckt und eigene Unterverlage gegründet. Selbst in etablierten Häusern wie dem Aufbau Verlag in Berlin kümmert sich nun ein hochmotiviertes Lektorats-Team um dieses Genre. Rieke und Rieke leben in Jever ihren Traum: Mitten im Ort haben sie einen Laden rund um New Adult eröffnet. Auch dem umstrittenen Genre "Dark Romance" räumen die Buchhändlerinnen Platz ein. Doch beim Verkauf achten sie streng auf das Alter der Kundschaft. Für die beiden ist der Besuch der Frankfurter Buchmesse ein Höhepunkt im Jahr, genau wie für Jess und Kim. Hier allerdings spüren sie auch Gegenwind, denn die etablierten Kritiker fremdeln mit den bunten Büchern. Werden sie sich trotzdem behaupten?
22:45
Der in den USA für einen Doppelmord verurteilte Jens Söring kämpft mit Hilfe der Medien um seine Freiheit und sein öffentliches Ansehen. Mehr als 33 Jahre saß Jens Söring, Sohn eines deutschen Konsulatsmitarbeiters, in Großbritannien und den USA im Gefängnis. Verurteilt für den brutalen Doppelmord an den Eltern seiner damaligen Freundin Elizabeth Haysom. Zunächst hatte Söring den Mord gestanden, vor Gericht beteuert er später seine Unschuld. Er sieht sich als Justizopfer und kämpft mit Hilfe von Unterstützern in Medien und Politik um seine Freiheit und sein öffentliches Ansehen. 2019 kehrt Jens Söring zurück nach Deutschland. Frei - auf Bewährung. Sein Fall fasziniert, und so erzählt er seine Version der Geschichte in zahllosen Talkshows, Artikeln und auf den eigenen Social Media Kanälen, meist unwidersprochen. Doch wer seine Geschichte kritisch hinterfragt, läuft gegen eine Mauer aus Schweigen.
23:00
Die Reporter konnten durch ihre intensive Recherchearbeit bereits einige Skandale enthüllen. Gezeigt werden Beiträge zu aktuellen Entwicklungen in der Landes- und Bundespolitik.
23:30
Philip Panek hat sich seinen Studienort bewusst ausgesucht: die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), an der deutsch-polnischen Grenze. Noch zu Beginn seines Studiums war für ihn klar: Er will in Deutschland bleiben, Karriere machen. Heute sieht er das anders. Er möchte sein Referendariat in Polen absolvieren. Denn dort, sagt er, wartet nicht nur seine Familie, dort wartet auch eine Wirtschaft im Aufbruch. Dass Deutschland für viele Polinnen und Polen keine Option mehr ist, merkt auch Michael Sünkler: Er kennt die Entwicklung aus einer anderen Perspektive. Der Geschäftsführer eines Transportunternehmens hat die Hälfte seiner Belegschaft aus Polen aufgebaut. Doch in den letzten Jahren hat er mehrere Mitarbeiter verloren. Für ihn ist die Abwanderung polnischer Arbeitskräfte kein abstraktes politisches Problem: Es ist ein konkretes wirtschaftliches Risiko. Einer seiner LKW-Fahrer, Tomasz, sitzt schon auf gepackten Koffern. Seit über 10 Jahren arbeitet der Pole in Berlin. Doch die Stadt und Deutschland haben sich verändert, sagt er. Vor allem teure Lebensmittel und gestiegene Miete machen ihm zu schaffen. Sparen ist für ihn längst nicht mehr in dem Maße möglich, wie früher einmal. Sobald seine Tochter die Schule abgeschlossen hat, will er mit seiner Familie zurückgehen. Kamila Gierko und ihr Mann Zbyszek Perzyna haben diesen Schritt bereits getan. Vor sechs Monaten haben sie ihr Leben in Berlin-Charlottenburg hinter sich gelassen und sind ins polnische Stettin gezogen. Berlin war für sie lange eine Möglichkeit, um ihren Traum der erfolgreichen Selbstständigkeit zu leben. Doch aus dem Traum wurde Erschöpfung. Bürokratie, fehlende Digitalisierung, hohe Steuern, aber auch ein Gefühl der Unsicherheit in der Hauptstadt, begleitete sie. In Stettin erleben sie das Gegenteil: moderne digitale Verwaltung, niedrigere Steuerlast und Sauberkeit. Deutschland, sagen sie, habe aufgehört, sich weiterzuentwickeln. Die rbb24-Reportage folgt Menschen, deren Entscheidungen mehr verraten als eine Statistik. Sie zeigt einen Jurastudenten, der Karriere und Familie jetzt in Polen vereinen will, einen Unternehmer, der um jeden polnischen Mitarbeiter kämpft, einen LKW-Fahrer, der die Kosten-Nutzen-Rechnung seines Lebens neu aufmacht und ein Paar, das den Schritt schon gewagt hat.