21:15
Fußball ist für die jungen Gefangenen der JVA Neustrelitz weit mehr als ein Spiel. Für ein paar Stunden rücken Zellentüren, Mauern und Haftalltag in den Hintergrund. 'Die Nordreportage' begleitet zwei junge Inhaftierte und ihre Sportbeamten auf dem Weg zum Sepp-Herberger-Pokal, dem größten Fußballturnier im deutschen Strafvollzug hinter Gefängnismauern. Ein Film über Schuld und Verantwortung, Teamgeist und die Hoffnung auf einen Neuanfang. Und über die Frage, ob ein Leben nach der Haft wirklich gelingen kann.
21:45
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
21:47
Die Finanzwelt gilt als Männerdomäne - und das ist sie vielerorts bis heute. Nur rund 19 Prozent der Spitzenpositionen im Finanzsektor sind mit Frauen besetzt. Gleichzeitig verändert sich die Branche: langsam, aber spürbar. Immer mehr Frauen erobern sich ihren Platz - an der Börse, im Trading, als Gründerinnen oder in den Chefetagen von Banken. Seit fast 30 Jahren arbeitet Edda Vogt an der Frankfurter Börse. Als Finanzbildungsexpertin erlebt sie täglich, warum viele Frauen noch zögern, ihr Geld selbst anzulegen. Ihnen fehlt es nicht an Wissen, sagt sie, sondern häufig an Zutrauen und Vorbildern. Gleichzeitig verdienen Frauen in Deutschland im Durchschnitt noch immer rund 16 Prozent weniger als Männer - ein Nachteil, der sich langfristig auf Vermögen und Altersvorsorge auswirkt. Auch die 28-jährige Anne Wouda kennt die Herausforderungen einer von Männern geprägten Branche. Die Mathematikerin arbeitet als Krypto-Traderin und bewegt täglich Millionensummen. Trotzdem muss sie ihre Kompetenz immer wieder unter Beweis stellen. Ihr Antrieb ist dabei nicht Status oder Prestige, sondern die Freude an analytischem Denken und die Anerkennung für ihre Leistung. Dass Geld auch Verantwortung bedeutet, zeigt Aysel Osmanoglu. Als Vorstandssprecherin der GLS Bank setzt sie auf nachhaltige Geldanlagen und die Überzeugung, dass wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftlicher Nutzen zusammengehören. Für sie ist Geld ein Werkzeug, mit dem sich Zukunft gestalten lässt. Mut beweisen auch Isabell Pitsch-Pérez und Isabel Pérez. Die beiden Gründerinnen haben ihr sicheres Angestelltenleben hinter sich gelassen und mit ihrem Start-up TWOP alles auf eine Karte gesetzt. Sie investierten ihr eigenes Geld, nahmen keine Kredite auf und mussten sich in einer männerdominierten Branche behaupten. Heute unterstützen sie nicht nur Unternehmen, sondern coachen auch andere Gründerinnen - weil sie selbst erlebt haben, wie wichtig weibliche Vorbilder und Netzwerke sind. Die Geldsoziologin Natascha van der Zwan ordnet die Entwicklungen ein: Eine jüngere Generation von Frauen geht selbstverständlicher mit Geld um, spricht offener über Finanzen und baut neue Netzwerke auf. Das verändert den Blick auf Vermögen, Vorsorge und finanzielle Unabhängigkeit. Wer über Geld spricht, spricht über Macht. Trotzdem bleibt das Thema für viele Frauen bis heute ein Tabu. Die Autorinnen Kübra Anac und Manon Baehr treffen Frauen, die genau das ändern - an der Börse, im Krypto-Trading, in Start-ups und Vorstandsetagen. Ein Film über Geld, der eigentlich von Freiheit, Chancen und der Frage erzählt, wer unsere wirtschaftliche Zukunft mitgestaltet.
22:15
mit Wetter
22:50
Eine 45-minütige WDR-Dokumentation über die neue Drogenszene in NRW, den politischen Umgang damit und die Menschen, die täglich mit ihren Folgen leben.
23:35
Philip Panek hat sich seinen Studienort bewusst ausgesucht: die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), an der deutsch-polnischen Grenze. Noch zu Beginn seines Studiums war für ihn klar: Er will in Deutschland bleiben, Karriere machen. Heute sieht er das anders. Er möchte sein Referendariat in Polen absolvieren. Denn dort, sagt er, wartet nicht nur seine Familie, dort wartet auch eine Wirtschaft im Aufbruch. Dass Deutschland für viele Polinnen und Polen keine Option mehr ist, merkt auch Michael Sünkler: Er kennt die Entwicklung aus einer anderen Perspektive. Der Geschäftsführer eines Transportunternehmens hat die Hälfte seiner Belegschaft aus Polen aufgebaut. Doch in den letzten Jahren hat er mehrere Mitarbeiter verloren. Für ihn ist die Abwanderung polnischer Arbeitskräfte kein abstraktes politisches Problem: Es ist ein konkretes wirtschaftliches Risiko. Einer seiner LKW-Fahrer, Tomasz, sitzt schon auf gepackten Koffern. Seit über 10 Jahren arbeitet der Pole in Berlin. Doch die Stadt und Deutschland haben sich verändert, sagt er. Vor allem teure Lebensmittel und gestiegene Miete machen ihm zu schaffen. Sparen ist für ihn längst nicht mehr in dem Maße möglich, wie früher einmal. Sobald seine Tochter die Schule abgeschlossen hat, will er mit seiner Familie zurückgehen. Kamila Gierko und ihr Mann Zbyszek Perzyna haben diesen Schritt bereits getan. Vor sechs Monaten haben sie ihr Leben in Berlin-Charlottenburg hinter sich gelassen und sind ins polnische Stettin gezogen. Berlin war für sie lange eine Möglichkeit, um ihren Traum der erfolgreichen Selbstständigkeit zu leben. Doch aus dem Traum wurde Erschöpfung. Bürokratie, fehlende Digitalisierung, hohe Steuern, aber auch ein Gefühl der Unsicherheit in der Hauptstadt, begleitete sie. In Stettin erleben sie das Gegenteil: moderne digitale Verwaltung, niedrigere Steuerlast und Sauberkeit. Deutschland, sagen sie, habe aufgehört, sich weiterzuentwickeln. Die rbb24-Reportage folgt Menschen, deren Entscheidungen mehr verraten als eine Statistik. Sie zeigt einen Jurastudenten, der Karriere und Familie jetzt in Polen vereinen will, einen Unternehmer, der um jeden polnischen Mitarbeiter kämpft, einen LKW-Fahrer, der die Kosten-Nutzen-Rechnung seines Lebens neu aufmacht und ein Paar, das den Schritt schon gewagt hat.