20:15
Wroclaw, einst Breslau, erzählt wie kaum ein anderer Ort vom Verhältnis zwischen Deutschen und Polen. Die Stadt an der Oder blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Als Hauptstadt der preußischen Provinz Schlesien war Breslau ein kulturelles Zentrum des deutschen Reiches, geprägt von einer der größten jüdischen Gemeinden. Doch mit dem Nationalsozialismus und dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Breslau zur polnischen Stadt Wroclaw - ihre deutsche Vergangenheit sollte fast vollständig verschwinden. Heute suchen junge Menschen nach den verborgenen Geschichten dieser Stadt: Aleksander Gleichgewicht und Bente Kahan bewahren die jüdische Geschichte Wroclaws. Alan Weiss restauriert verwahrloste deutsche Friedhöfe und deckt Schicksale ehemaliger Bewohner auf. Die Schriftstellerin Karolina Kuszyk beleuchtet das verborgene Erbe der zwangsumgesiedelten Polen, die nach 1945 eine zerstörte Stadt bezogen. Der Film erkundet Spuren der deutschen, polnischen, jüdischen und schlesischen Geschichte und zeigt, wie Wroclaw heute stolz und geschichtsbewusst seinen Platz als kulturelles Zentrum Polens einnimmt.
21:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
21:02
Stolz erhebt sich das Wahrzeichen der Stadt, der wieder aufgebaute Königsberger Dom. Einer der wenigen Zeugen, die heute noch an die mehr als 700-jährige deutsche Geschichte an diesem Ort erinnern. Dass die Orgel in einer außergewöhnlichen Kooperation und Kraftanstrengung von dem Brandenburger Traditionsunternehmen Schuke gebaut wurde, ist nur Wenigen bekannt. Einst galt Königsberg als Symbol für Weltoffenheit und aufgeklärtem Bürgertum, die östlichste deutsche Großstadt, hier gab es eine alte Universität, bedeutende Dichter und Denker, eine lebendige jüdische Gemeinde. Im Sommer 1945 endet die Geschichte Königsbergs als Hauptstadt Ostpreußens. Auf Befehl Stalins soll Königsberg von den Landkarten getilgt werden, der neue Name der Stadt: Kaliningrad. Im Oktober 1948 verlassen die letzten Königsberger ihre Stadt. Einer von ihnen ist Peter Bendig, er ist damals 8 Jahre alt. In der DDR, der neuen Heimat vieler Vertriebener, sind die Erinnerungen an diese schicksalshafte Zeit offiziell ein Tabu. Die neuen Bewohner Kaliningrads sind Sowjetbürger. Tatjana Sergejewna Iljinas Vater kommt auf Erlass des sowjetischen Innenministeriums in die ehemalige Ostpreußische Hauptstadt. Als kommunistischer Funktionär ist er ab 1946 für den Wiederaufbau der Metallindustrie verantwortlich. Wie ihre deutschen Nachbarn hungert in dieser Zeit auch die 5-jährige Tatjana. In den Zeiten des Kalten Krieges bleibt das Königsberger Gebiet militärische Sperrzone. Ausländern ist der Zutritt verboten. Der 75-jährige Leonid Plitmann wohnt seit 1953 in Kaliningrad. Über sein Leben in dieser Stadt sagt er, er sei überzeugter Kommunist gewesen, dann Kapitalist und nun gläubiger Jude. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion half e, die jüdische Gemeinde aufzubauen und Spuren jüdischer deutscher Geschichte sichtbar zu machen. Fünf Synagogen existierten bis 1938 an diesem Ort. Dass es heute wieder eine gibt, ist auch sein Verdienst. Heute ist das Kaliningrader Gebiet der westlichste Vorposten Russlands. Es gibt kaum einen Ort, der mehr über das Verhältnis zwischen Deutschen und Russen im schicksalhaften 20. Jahrhundert erzählt.
21:47
Schon einige solche Reisen hat Hans Wiegner gemacht - im Sommer 2009 zieht es ihn wieder in die Ferne. Diesmal geht es von Königsfeld im Schwarzwald nach Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg in Ostpreußen. Der Fahrgast ist Christa Pfeiler, 75 Jahre alt und gebürtige Königsbergerin. Die Kriegswaise kam nach dem Tod ihres Vaters, ihrer Mutter und ihrer Großmutter in ein sowjetisches Kinderhaus. 1947 ging es auf abenteuerlichem Weg und über viele Stationen in den Westen. Damals war sie elf Jahre alt. Jetzt, nach mehr als 60 Jahren, will Christa Pfeiler auf große Erinnerungstour in ihre verlorene Heimat. Ihren Chauffeur Hans Wiegner hat sie über einen Bekannten kennengelernt. Auch Wiegner hat bewegte Jahre hinter sich. Er ist Sachse mit einem verschmitzten Lächeln. 1960 'machte er rüber' aus der DDR. Seit 1989 besitzt er eine Taxilizenz in Baden-Baden, und schon ein Jahr später kutschierte er seine erste Dame mit Fernweh - nach Capri. Nun geht es gegen Osten. Die Reise-Reportage führt von Königsfeld über Sonneberg, Bautzen, Thorn und Allenstein ins frühere Königsberg. Mit dem Taxi nach Königsberg führt der Weg durch schöne Städte und weite Landschaften. Eine Strecke von fast 2.000 Kilometern. Eine Fahrt voller Überraschungen und Spannung - und eine deutsche Geschichte.
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Das Politikmagazin wird aus dem Hauptstadtstudio gesendet und widmet sich den aktuellen Entwicklungen der Bundespolitik. Mit dem Umzug der Regierung wurde die Sendung "Bericht aus Bonn" abgelöst.
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