Jetzt 20:15 22:30
Zeit auswählen
Datum auswählen
Mo Di Mi Do Fr Sa So 31 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20

TV Programm für Tagesschau24 am 04.09.2026

Jetzt

Wem gehört New York? 22:15

Wem gehört New York?

Dokumentation

New York - eine Stadt wie keine andere. Reich und glitzernd, Zuhause für Stars und Superreiche, aber auch bunt und vielfältig, Trendsetter und Sehnsuchtsort für Menschen, die vom großen Aufstieg träumen. Nur scheint dieser Traum irgendwie gebrochen: Die Stadt ist so teuer geworden, dass viele sie sich nicht mehr leisten können. Auch Normalverdiener hadern mittlerweile mit hohen Lebenshaltungskosten. Kitagebühren von mehr als 30.000 Dollar im Jahr oder Mietpreise von rund 50 Euro pro Quadratmeter, zweieinhalb mal so viel wie in München - das ist der Lebensalltag geworden. Es fühle sich an, "als werde die Farbe rausgedreht", erzählt eine New Yorkerin der ARD Korrespondentin Marion Schmickler beim Friseur. Von den Superreichen, den Jeff Bezos', den Rupert Murdochs, die sich zig Etagen in Luxushochhäusern kaufen, koste es, was es wolle. Der Ladenbesitzer Bobby Tochtermann hat es geschafft - das würden jedenfalls seine Freunde sagen. Gemeinsam mit seiner Geschäftspartnerin Liz Wright hat er einen Friseur-Salon im West Village aufgebaut und zuletzt den wohl berühmtesten Bob der Welt gestylt - bei Anna Wintour. Er war dabei, als sie und Meryl Streep für das Cover der amerikanischen Vogue fotografiert wurden. Natürlich sei es der Traum aller Friseure, einmal am Vogue-Cover beteiligt zu sein, lacht der 40-Jährige. Aber es gebe trotzdem keinen Tag, an dem er nicht ans Geld denkt - und darüber, wie er überleben kann. Damit sich etwas ändert, haben die New Yorker jemanden zum Bürgermeister gewählt, der sich selbst einen Sozialisten nennt. Zohran Mamdani will dafür sorgen, dass die Stadt mit den meisten Reichen wieder den Normalos und Geringverdienern gehört. Dafür legt er sich sogar mit US-Präsident Trump an, der ihn seinerseits gerne als "Kommunisten" beschimpft. Doch wie kann das gehen? Und was spüren die New Yorker jetzt schon von der Veränderung? Wir treffen Cristiaan Sparioso, der das Glück hat, in einem Appartement zu wohnen, bei dem der Mietpreis durch die Stadt quasi "eingefroren" ist. Trotzdem verlässt er die Stadt in diesem Sommer, um in Japan als Lehrer zu arbeiten. Er liebe New York, sagt er, "aber ich kann mir nicht vorstellen, hier eine Familie zu gründen." Abigail Disney gehört zu den Reichen in New York, die sich eigentlich keine Gedanken ums Geld machen müssen. Der Enkelin von Roy Disney, dem Bruder von Walt Disney, sind die Millionen in die Wiege gelegt worden. Doch für sie ist ihr berühmter Name auch Verpflichtung. "Tax the rich", fordert die Filmemacherin. Alle sollten Steuern zahlen, "auch die da oben", sagt sie und zeigt auf die Etagen, die Jeff Bezos am Madison Square Park gekauft hat. Wenn sich die Arbeiter, die Künstler, die Lehrer, die Familien nicht mehr leisten könnten, in New York zu leben, dann verliere die Stadt das, wofür sie ihre Heimat so liebt. Das Bunte, das Diverse, das Aufregende. Kann die Stadt unter dem neuen Bürgermeister eine Trendwende schaffen? Und das Leben für alle wieder erschwinglich machen? ARD-Korrespondentin Marion Schmickler untersucht, ob New York auch diesmal wieder zum globalen Trendsetter werden könnte, und der Traum vom großen Aufstieg in New York noch eine Chance hat.

Danach

mehr/wert 23:00

mehr/wert

Infomagazin

Das Magazin für Wirtschaft und Soziales

Tagesthemen 23:30

Tagesthemen

Nachrichten

mit Wetter

Im Land der halben Dörfer 23:50

Im Land der halben Dörfer: Was wird aus den geretteten Braunkohle-Orten?

Land und Leute

Wie gehen Menschen damit um, wenn immer wieder andere über ihre Heimat entscheiden? "Das hier ist Keyenberg!" sagt Bernd Pieper voller Überzeugung und meint die auf der grünen Wiese entstandene Siedlung, in dem er sich ein modernes Haus gebaut hat. "Das hier ist Keyenberg!" sagt, wenige Kilometer davon entfernt, auch Norbert Winzen auf seinem 170 Jahre alten Hof. Keyenberg im Rheinischen Revier gibt es zweimal - genauso wie Kuckum, Berverath, Ober- und Unterwestrich. Beide Männer sind im selben Keyenberg geboren und groß geworden: Ein Jahrhunderte altes Dorf mit gewachsenen Strukturen und vielen Traditionen: Mit Schule, Kirche und Kneipe, mit Schützen-, Sport- und Karnevalsverein - Heimat eben. Genauso wie die anderen vier Dörfer liegt unter Keyenberg ein riesiges Braunkohlevorkommen. Das sollte unserer Energiesicherheit dienen, die Dörfer 2026 deshalb dem immer größer werdenden Tagebau von Garzweiler II geopfert werden. Bernd Pieper, Norbert Winzen und alle anderen Dorfbewohner sollten ihre alten Häuser dem Energieversorger RWE verkaufen und umsiedeln. Ins neu gebaute Keyenberg, Kuckum und Co. bei Erkelenz. So war es seit Jahrzehnten geplant und politisch entschieden. Je näher die Bagger rückten, desto quälender wurde die alles beherrschende Frage: Bleiben und kämpfen für die Heimat, solange es irgend geht? Oder kapitulieren und gehen - ins Neubaugebiet? Viele hielten dem Druck nicht stand, gaben auf und zogen um. Das zerstörte das Dorfleben, Jahrzehnte alte Nachbarschaften zerbrachen, ebenso Freundschaften und Familien. Die alten Dörfer verödeten. Bernd Pieper ging. Norbert Winzen blieb. Und dann kamen die Klimabewegung, das politische Umdenken und der vorgezogene Kohleausstieg. Die fünf Dörfer werden nun doch verschont. Und jetzt? Einen Plan für diese Situation gab es nicht. Bernd Pieper im Neubaugebiet fühlt sich betrogen: "Wir hätten bleiben können!" Norbert Winzen ist froh, nicht aufgegeben zu haben - aber der Renovierungsstau auf seinem Hof aus 20 Jahren scheint kaum mehr aufzuholen. Welche Zukunft haben jetzt die alten, fast leeren Dörfer? Welche hat das Neubaugebiet? Und wie halten die, die es trifft, das alles aus? Die Story begleitet den Kampf der Menschen um die Zukunft der fu?nf geretteten Do?rfer.