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Eine spannende Reportage über einen Unternehmer, der auf der ganzen Welt nach Arbeitskräften für seinen Ferien- und Freizeitpark sucht. Der Mangel an Arbeitskräften ist für den Ferien- und Freizeitpark Weissenhäuser Strand an der Ostsee zur Existenzfrage geworden: Es gibt so gut wie keine Bewerberinnen und Bewerber auf die offenen Stellen. Geschäftsführer David Depenau geht deshalb einen ungewöhnlichen Weg: Mehrmals im Jahr fliegt er in Länder außerhalb der EU, um Arbeitskräfte anzuwerben. Doch obwohl die Politik weiß, dass es ohne ausländische Fachkräfte nicht geht, stoßen David Depenau und seine Kolleginnen aus der Personalabteilung auf hohe bürokratische Hürden. Die NDR Reporterinnen Laura Borchardt und Julia Saldenholz haben Depenau und sein Team über mehrere Monate bei der schwierigen Suche nach Arbeitskräften begleitet. 14 Stunden Flug liegen hinter ihm, als David Depenau im Juni 2023 in Antananarivo landet. In der Hauptstadt des afrikanischen Inselstaates Madagaskar will er Azubis für sein Unternehmen an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins anwerben. Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Welt, es gibt dort viele junge Menschen und kaum Jobs. In Deutschland ist die Situation genau andersherum: Die Bundesagentur für Arbeit meldete Ende 2022 fast zwei Millionen offene Stellen, so viele wie noch nie. David Depenau kann selbst seine Ausbildungsstellen nicht mehr mit inländischen Bewerberinnen und Bewerbern besetzen. In Antananarivo trifft er auf junge Menschen, die viel investieren, um in Deutschland eine Ausbildung machen zu können. In der Sprachschule von Angelique Steffeck lernen sie Deutsch. Dafür zahlen sie monatlich etwa 50 Euro, das ist ein Monatslohn in Madagaskar. Die Hoffnung: eine Ausbildung in Deutschland. David Depenau wird sechs von ihnen einen Vertrag geben. Wer aus einem Nicht-EU-Land zum Arbeiten nach Deutschland kommen möchte, muss eine Vielzahl von Kriterien erfüllen und unterschiedliche Nachweise für ein Visum erbringen. Christine Hartmann, zuständig fürs Personal am Weissenhäuser Strand, ist täglich damit beschäftigt, einen Weg durch den Dschungel unterschiedlicher Verfahren und Regelwerke zu finden. Immer wieder trifft sie auf überlastete und überforderte Mitarbeitende in den Behörden. Die Konsequenz: Die Verfahren ziehen sich in die Länge, Bewerberinnen und Bewerber springen ab. Dabei braucht ihr Unternehmen wie so viele Betriebe in Deutschland dringend Arbeitskräfte aus dem Ausland. So würde das Hotel im Wellnessbereich gerne eine Thai-Massage anbieten. Und wer könnte das besser als thailändische Masseurinnen und Masseure, ausgebildet an einer anerkannten Universität in Bangkok? Christine Hartmann versucht seit einem Jahr zwei von ihnen nach Deutschland zu holen. Es ist ihr nicht gelungen, auch weil die Anerkennung des Universitätsabschlusses so kompliziert ist. Auch die Anwerbung eines indischen Kochs und einer Kenianerin, die das Unternehmen gerne einstellen würden, stockt. Die Politik nehme das Thema trotz gegenteiliger Beteuerungen nicht ernst genug, kritisiert David Depenau. Er fordert, dass die Politiker die Türen weiter aufmachen sollen. Das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das der Deutsche Bundestag im Sommer 2023 beschlossen hat, gehe nicht weit genug. Die sechs angehenden Azubis aus Madagaskar bekommen immerhin ein Visum für Deutschland und beginnen ihre Ausbildung im Ferien- und Freizeitpark Weissenhäuser Strand. Es ist der erste kalte Winter für sie, die erste lange Trennung von ihren Familien und der Start in ein neues Leben.
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Das Magazin für Wirtschaft und Soziales
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Schwere Körperverletzung, Bedrohung, Urkundenfälschung: Mit dieser Liste landet der 20-jährige Marcello für vier Wochen im Jugendarrest Gelnhausen. Eine harte Erfahrung - ob er jetzt beginnt, sein Leben zu überdenken? Es ist ein widersprüchlicher Trend: Während die Jugendkriminalität in Hessen insgesamt sinkt, steigt die Zahl der Gewaltdelikte. Konflikte unter Jugendlichen eskalieren schneller - und enden immer häufiger in körperlichen Auseinandersetzungen. Viele jugendliche Intensiv- und Mehrfachtäter wachsen unter schwierigen Bedingungen auf. Im Haus des Jugendrechts in Kassel werden jedes Jahr Verfahren mit rund 1.500 jungen Menschen geführt. Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendamt arbeiten hier eng zusammen. Ihr gemeinsames Ziel: Resozialisierung. Erziehung statt Strafe - durch Arbeitsauflagen, Täter-Opfer-Ausgleich und soziale Trainingsprogramme. Doch wie nachhaltig sind diese Ansätze? Mats und Nick haben bereits eine solche Maßnahme durchlaufen: sechs Monate in einem Sport- und Erziehungscamp. Drogen, Beschaffungskriminalität und Gewalt bestimmten ihren Alltag. Rückfälle gab es trotzdem - auch nach der Maßnahme. Ein Sozialpädagoge hat die Jungs jetzt bei sich aufgenommen, um ihnen einen Neuanfang zu ermöglichen. Die Dokumentation "Jung. Brutal. Außer Kontrolle?" von Autorin Isabell Kramer und Oliver Schmid richtet den Blick auf die Brennpunkte des Geschehens - und auf Menschen, die versuchen gegenzusteuern: auf Schulhöfen, im Jugendarrest, in Präventionsprojekten und pädagogischen Einrichtungen. Der Film begleitet Betroffene, lässt Täter zu Wort kommen und zeigt die täglichen Herausforderungen von Polizei, Justiz und Schulen. Eine dichte, eindringliche Bestandsaufnahme - und eine drängende Frage: Warum nimmt die Gewalt zu, obwohl die Kriminalität insgesamt zurückgeht? Und was kann Prävention wirklich leisten, bevor sie an ihre Grenzen stößt?