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rec. 23:20

rec.: Disziplin, Schmerz, Shaolin - Im Kung-Fu-Retreat mit Sacha Wenk

Reportage

Warum suchen Menschen freiwillig Härte und Schmerz in einer Gesellschaft, die Komfort zum Ideal erhoben hat? Für Sacha Wenk, halb Schweizer, halb Deutscher, war der Ausbruch aus dieser Zone lebensverändernd. «Vor Kung-Fu war ich komplett orientierungslos», gesteht er heute. Er fand sich im europäischen Schulsystem nicht zurecht, brach sein Abitur ab und ging nach China zu einem Kung-Fu-Meister. Bis heute trainiert der 26-Jährige mit ihm, um die Kampfkunst zu perfektionieren. «Ich kann sagen, ich habe den härtesten Lehrer, den es gibt.» Im Reich der Mitte lebt der Walliser den Klosteralltag als Shaolin-Schüler. Im Westen wurde er mit seinen Kung-Fu-Videos unter dem Namen «Sachka» zum Social-Media-Star. In beiden Welten ist Selbstoptimierung durch körperliche und mentale Grenzerfahrung ein Thema. In mehrwöchigen Retreats fordert er Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt körperlich und mental heraus mit Ausdauertraining, Kung-Fu-Formen und Übungen, in denen es darum geht, Schmerzen auszuhalten. «Leute fragen mich immer, ob ich nicht wahnsinnig sei», sagt eine der Teilnehmerinnen.