21:10
Hirnforscherin: Zuviel Tiktok schädigt unser Hirn Barbara Studer ist Neurowissenschaftlerin und warnt: Tiktok wurde von Hirnforschern beraten. Der Algorithmus bediene uns konstant mit intensiver Stimulation, mit Dopaminausschüttung, und wecke das Gefühl, ständig mehr zu wollen. Bis hin zum emotionalen Burnout. Die Folge: Immer mehr Stimulation wird nötig, um sich gut zu fühlen. Dabei nimmt die Leistung ab, Aufmerksamkeit und Gedächtnis lassen nach, es gibt weniger soziale Interaktionen. Testfall Australien: Wirkt ein Verbot? Australien kennt seit Dezember 2025 bereits ein Tiktok-Verbot für unter 16-Jährige. Wie sind die Erfahrungen? Das Verbot lasse sich leicht umgehen, berichten Jugendliche. Etwa, indem ein falsches Geburtsdatum angegeben werde. Der Besuch in einer Schule in Lismore in der Nähe von Brisbane zeigt: Lehrpersonen unterstützen das Verbot. Schweizer Politikerin: Tiktok braucht Alterslimite Die SVP-Politikerin Nina Fehr Düsel will ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige in der Schweiz und hat eine Motion ins Parlament eingebracht. Diese wird von einzelnen Vertretern aus verschiedenen Parteien unterstützt. Wirksame technische Alterskontrollen seien möglich, findet sie. Medienkompetenz in der Schule aneignen sei gut, aber nicht ausreichend. Das Experiment: Selbst Minderjährige sehen heikle Inhalte Der Tessiner Journalist Nicola Agostinetti macht ein Experiment: Er kreiert ein neues Profil eines Minderjährigen auf Tiktok. Nach ein paar Minuten erscheinen Videos mit Drogen und Waffen. Trotz scheinbarer Alterskontrolle. Dann erscheinen Videos mit dünnen Menschen, gerade für gefährdete Jugendliche ein heikles Thema. Die Französin Stéphanie Mistre hat Tiktok nach dem Suizid ihrer Tochter in Frankreich vor Gericht gebracht. Sie will, dass der Techgigant mehr Verantwortung für die Inhalte übernehmen muss.
21:50
Anhand von Hintergrundberichten und Interviews informiert die seit 1990 bestehende Sendung über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland. Gespräche werden teils auf Schweizerdeutsch aufgezeichnet.
22:15
Rund um die Jahreszeiten werden die Zuschauer in der Sendung mit den relevantesten Informationen über Wetterwarnungen und Trends versorgt.
22:25
Der Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss geht mit seinem autobiografischen Buch «Königin der Nacht» dahin, wo es schmerzt: zu seiner Mutter, die ihn einen «Betriebsunfall» nannte, keine Liebe zeigte und alles andere als fürsorglich war. Der Büchner-Preisträger Bärfuss beschreibt, wie die Literatur ihn gerettet hat - und hinterfragt zugleich den Muttermythos in der Gesellschaft. Der Roman «Was nicht gesagt werden kann» gehört zu den bemerkenswertesten Neuerscheinungen des letzten Jahres. Er erzählt das Leben eines Mannes, der in einer ungarischen Plattenbausiedlung aufwächst und in die englische High Society aufsteigt. In kargen Dialogen und fragmentarischen Episoden beschreibt er eine Figur, unter deren Coolness unverarbeitete Traumata liegen. Pulitzer-Preisträgerin Elizabeth Strout erschafft seit vielen Jahren in ihren Romanen einen Kosmos. Darin beschreibt sie das Lebensgefühl und die politische Stimmung an der nordamerikanischen Ostküste. Ihre Figuren sind liebenswert, wenn auch nicht immer sympathisch. In «Erzähl mir alles» begegnen sich die Hauptfiguren aus verschiedenen vergangenen Romanen. Leta Semadeni ist eng mit dem Engadin verbunden und schreibt Lyrik und Prosa, auf Deutsch und auf Rätoromanisch. Für ihr Lebenswerk wurde sie mit dem Schweizer Grand Prix Literatur ausgezeichnet. Der Roman «Tamangur» wurde neu aufgelegt. Er handelt vom Leben eines Kindes, seiner Grossmutter und der schmerzvollen Abwesenheit des Grossvaters in einem abgelegenen Bergdorf. Die Bücher der Sendung sind: - Lukas Bärfuss: «Königin der Nacht. Ein kurzes Buch über meine Mutter» (Rowohlt) - David Szalay: «Was nicht gesagt werden kann» (Classen) - Elizabeth Strout: «Erzähl mir alles» (Luchterhand) - Leta Semadeni: «Tamangur» (Atlantis)
23:45
23:55
Ren (Carmen Madonia) ist Mitte 20, angehende Schriftstellerin und hat gerade ihren Job verloren. Widerwillig fährt sie gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Siena (Paige Evans) und den temperamentvollen italienisch-kanadischen Eltern Guido (Joey Parro) und Mona (Ramona Milano) in die Strandferien. Die Begeisterung hält sich in Grenzen - nicht zuletzt, weil die nostalgische Mutter unermüdlich italienische Popsongs auflegt und die Familie zum Mitsingen anhält. Vor Ort feiert Siena Nacht für Nacht exzessiv. Die deutlich zurückhaltendere Ren, die trans ist, bleibt meist auf sich gestellt. Chronisch knapp bei Kasse, verbringt sie die Tage mit den überschwänglich glücklichen Eltern und wartet auf den richtigen Moment, um von der Entlassung zu erzählen. Doch zwischen der Enge der spiessigen Ferienanlage, den üblichen Familienstreitereien und einem irritierenden Urlaubsflirt ist es gar nicht so einfach, Raum für sich und die eigenen Gefühle zu finden. In ihrem eindringlichen Langfilmdebüt fängt Autorin und Regisseurin Luis De Filippis das spezifische Gefühl eines Sommerurlaubs zwischen Sonne, Langeweile und Fremdscham präzise ein - und geht doch weit darüber hinaus. Unter der scheinbar leichten Oberfläche liegt eine leise Unruhe, gespeist aus Rens Unbehagen im konservativen Ferienort. Hinzu kommen die Geheimnisse, die sie - ebenso wie Siena - mit sich trägt. De Filippis erkundet den widersprüchlichen Wunsch eines Millennials, unabhängig zu sein und doch umsorgt zu werden, und erzählt eine andere Art von Transgeschichte. Die melodramatischen Klischees, die selbst wohlmeinende Darstellungen oft belasten, sind dieser von De Filippis geschaffenen Welt vollkommen fremd. Zugleich unterläuft der Film stereotype Vorstellungen von kulturell konservativen italienischen Familien. Norm Lis sensible Kameraarbeit spiegelt Rens Unbehagen ebenso wie ihren beobachtenden Blick als Schriftstellerin. SRF zeigt die Schweizer Co-Produktion «Something You Said Last Night» in englischem Originalton mit deutschen Untertiteln.