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Der Krieg in der Ukraine hat Europas Sicherheitsdenken verändert und in Finnland eine radikale Kehrtwende eingeleitet: die Rückkehr der Antipersonenmine. Auf einem Truppenübungsplatz zeigt Oberst Riku Mikkonen vom finnischen Militär, warum das finnische Militär die Mine als «kosteneffizientes Werkzeug» zur Landesverteidigung sieht. Für ihre Befürworter ist sie ein pragmatisches Werkzeug der Abschreckung. Für Zoran Ješic ist sie das Gegenteil. Im Bosnien-Krieg verlor er ein Bein durch eine Mine. Bis heute erlebt er, wie diese Waffen auch Jahrzehnte nach dem Krieg Menschen töten, verstümmeln und ganze Landstriche unbewohnbar machen. Seine Geschichte steht für die Langzeitfolgen einer Waffe, die international geächtet wurde. Der Film beleuchtet das Spannungsfeld zwischen militärischer Abschreckungslogik, internationalen Verpflichtungen und humanitären Werten. In Helsinki warnt die Politikerin Li Andersson vor dem Glauben an eine «finnische Ausnahmestellung», die das Vertrauen in eine regelbasierte Weltordnung untergräbt. Der Grünen-Politiker Atte Harjanne hält dagegen: Er sieht in den Minen eine pragmatische Lösung, um Finnland vor einem russischen Angriff zu schützen. Zwischen Militärlogik, politischer Debatte und den Erfahrungen der Opfer stellt der Film die Frage: Kann der Einsatz der geächteten Waffe je verantwortungsvoll sein - oder beginnt ihr zerstörerisches Werk erst lange nach dem Krieg? Ein Film von Lukas Wagner.
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Unsere Gesellschaft wird immer älter. Manche sprechen gar von «Überalterung». Das sei Altersdiskriminierung, findet die Psychologin Pasqualina Perrig-Chiello. Sie befasst sich seit Jahrzehnten mit dem Älterwerden und den negativen Vorurteilen des Alters. Älterwerden kann und muss gestaltet werden, meint sie: Wer gut alt werden will, sollte bereits heute damit anfangen. Das findet auch die Philosophin Nadine Mooren. Wir sollten das Alter nicht bekämpfen, sondern Akzeptanz lernen. Denn das Alter hat mehr zu bieten als nur Verlust. Es kann auch ein Gewinn sein, an Lebensweisheit, Gelassenheit und Genügsamkeit. Nur, wie geht das? Welche Gesellschaft braucht es dazu? Und: Altern Frauen anders als Männer?