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Mit ihren Romanen «Windstärke 17» und «22 Bahnen» hat die deutsche Autorin Caroline Wahl ein Millionenpublikum erreicht. Auch an ihr neues Buch «1999 Meter über dem Meer» heften sich hohe Erwartungen. Im Zentrum steht darin eine junge Frau, die einem ernüchternden Berliner Berufsleben im Auto ins exklusive St. Moritz entflieht und zunehmend zur Hochstaplerin wird. Warum bereitet der Fussball so viel Freude? Der berühmte Soziologe Norbert Elias hat in einem Essay beschrieben, warum dieser Sport mehr ist als Unterhaltung. An ihm lässt sich im Kleinen beobachten, was Elias als «Prozess der Zivilisation» beschrieben hat. Fussball funktioniert durch seine Spannungsbalance: Körperliche Gewalt wird durch Regeln eingeschränkt. Gleichzeitig bleibt genügend Unsicherheit, Konflikt und Emotionalität. Wie wäre es, in einer anderen Zeit zu leben? Szczepan Twardochs «Sehnsucht» erzählt von einem Mann, dessen Leben sich in immer neue mögliche Biografien auffächert. Zwischen Abenteuerroman, historischer Erzählung und Metafiktion beschreibt Twardoch, wie sehr Herkunft und Geschichte über den Einzelnen bestimmen. Erwin Piontek, der im früheren Leben ein schlesischer Bergmann war, findet sich am Ende in einem dystopisch zugespitzten Polen des Jahres 2031. Ihr Erstling «Bild ohne Mädchen» hat Sarah Elena Müller als Schweizer Schriftstellerin etabliert. Mit «Unwucht» erscheint nun ihr zweiter Roman. Darin beschreibt sie mit grosser Fabulierlust eine giftige Beziehung zu einem drogensüchtigen Mann - und die Unmöglichkeit, dieser zu entkommen. In Zeitsprüngen erzählt sie von den sieben Jahren, in denen ihre Hauptfigur Alice von dieser «Unwucht» geprägt war. Die chinesische Autorin Fang Fang wurde bekannt durch ihr «Wuhan Diary»: Als das Corona-Virus in Wuhan ausbrach, veröffentlichte sie ihr Tagebuch über das Leid der Kranken und die Trauer der Angehörigen. Seither darf sie in China nicht mehr publizieren. Nun erzählt sie existenziell und dennoch leichtfüssig von einer Hausfrau, die sich abrackert und gleichzeitig von ihrer Familie verachtet wird: «Jetzt geh ich los und bring mich um». Die Bücher der Sendung sind: Caroline Wahl: «1999 Meter über dem Meer» (Rowohlt) Norbert Elias: «Der Fussball-Sport im Prozess der Zivilisation» (Suhrkamp) Szczepan Twardoch: «Sehnsucht» (Rowohlt Berlin) Sarah Elena Müller: «Unwucht» (Limmat) Fang Fang: «Jetzt geh ich los und bring mich um» (Hoffmann und Campe)
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Im Sommer 1998 wird die afghanische Hauptstadt Kabul von den Taliban beherrscht. Die Stadt liegt in Trümmern, Kinos und Theater sind geschlossen, Musik ist verboten. Öffentliche Hinrichtungen sind gang und gäbe. Inmitten des Terrors leben Zunaira (Zita Hanrot) und Mohsen (Swann Arlaud), ein junges Liebespaar. Zunaira ist Malerin, Mohsen Lehrer. Trotz des Elends, das sie umgibt, sind die beiden hoffnungsvoll, dass die Zukunft besser wird und versuchen zumindest in ihren vier Wänden ein normales Leben zu führen. Ein paar Häuser weiter leben Atiq (Simon Abkarian) und Mussarat (Hiam Abbass), ein Paar, das seit vielen Jahren verheiratet ist, jedoch kaum noch miteinander spricht. Mussarat ist an Krebs erkrankt und liegt im Sterben. Atiq hadert mit seinem Job als Wächter in einem Frauengefängnis. Obwohl ihm nahegelegt wird, seine Frau zu verlassen und durch eine jüngere zu ersetzen, bleibt Atiq an Mussarats Seite. Als Mohsen eines Tages Zeuge einer Steinigung wird, verändert ein dramatischer Zwischenfall das Leben aller Beteiligten. Atiq wird eine neue Gefangene gebracht, die wegen Mordes an ihren Mann hingerichtet werden soll. Als er das Urteil anzweifelt, beschliesst er, die Frau zu retten. Die französisch-schweizerische Koproduktion «Les hirondelles de Kaboul» hat das Publikum bereits an der Uraufführung am Festival de Cannes 2019 verzaubert. Der Animationsfilm basiert auf dem gleichnamigen Roman der algerischen Schriftstellerin Yasmina Khadra und gewährt auf eindringliche Weise einen Einblick in das Leben unter den Taliban. Seine Kraft schöpft der Film vor allem aus den schlichten Zeichnungen im Aquarellstil, deren weiche Pastellfarben einen wohltuenden Kontrast zur düsteren Handlung bieten.